Talgangbahn

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Albstadt-Ebingen–Onstmettingen
Kursbuchstrecke: 767
Streckenlänge: 8,24 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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von Tübingen
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-0,70
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-0,40 Übergabegleis
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0,00 Albstadt-Ebingen 722 m
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nach Sigmaringen
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0,15 Häringsteinviadukt (275 m)
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0,65 Ebingen Häringstein
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1,50 Ebingen Gymnasium 735 m
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3,05 Truchtelfingen 752 m
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3,70 Truchtelfingen Holdertal 761 m
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4,30 Gaswerk Tailfingen
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4,50 Adolff Garne
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4,98 Tailfingen 786 m
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Paketpost
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5,25 Neuweilerstraße (L 442)
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5,56 Tailfingen Kirche 788 m
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6,05 Tailfingen Schulzentrum 788 m
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6,40 Tailfingen Buchtal
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6,65 Sägewerk Johann Ammann Söhne
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8,24 Onstmettingen 802 m

Die Talgangbahn war eine 8,24 Kilometer lange normalspurige private Eisenbahnstrecke auf der Schwäbischen Alb im Süden Baden-Württembergs, die sich im Besitz der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) befand.

Geschichte[Bearbeiten]

Häringsteinviadukt 1907
Häringsteinviadukt 2005

Die Talgangbahn wurde durch die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft gebaut und am 14. Juli 1901 eröffnet. Bereits 1902 wurden 100.000 Personen und 15.000 Tonnen Güter transportiert.[1] Ein bemerkenswertes Bauwerk der Talgangbahn ist der Steinbogenviadukt in Ebingen, der in einem Bogen durch die Innenstadt führt. Diese ungünstige Führung der Trasse und die Tatsache, dass die Lage des Ebinger Bahnhofs und der Gleisanlagen die weitere wirtschaftliche Entwicklung Ebingens behindern würde, führte im Jahr 1911 zu einer Planstudie für die Verlegung des Bahnhofs in Richtung Friedhof. Der damalige Ebinger Stadtbaumeister Leo Schrein verband mit seiner Planung eines neuen Bahnhofs im Gewand "In den untern Wiesen" gleichzeitig auch eine neue, die Innenstadt umfahrende Einfädelung der Talgangbahn in die Zollernalbbahn in südöstlicher Richtung. Zugleich würde Platz für einen vergrößerten Güterbahnhof und das Einfädeln einer geplanten Heubergbahn[2] nach Nusplingen geschaffen.

Nach Einrichtung einer eigenen Omnibuslinie durch die WEG-KVG auf der parallel zur Bahn verlaufenden Hauptverkehrsstraße verblieb der Personenbeförderung auf der Bahn fast ausschließlich Schülerverkehr; die Fahrzeiten der Züge waren deshalb auf die Schulzeiten abgestimmt. An schulfreien Tagen ruhte der Fahrbetrieb. Der Personenverkehr wurde am 31. Juli 1998 eingestellt. Der Güterverkehr der ansässigen Textilindustrie nahm immer mehr ab und wurde zunehmend auf Lastkraftwagen umgestellt und am 31. Dezember 1999 ganz eingestellt, die Strecke anschließend stillgelegt, aber nicht entwidmet.[3]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Zunächst standen zwei bei Borsig in Berlin gebaute Dampflokomotiven zur Verfügung. In den 1920er Jahren wurden diese Lokomotiven von den stärkeren Nassdampf-Lokomotiven abgelöst. Obwohl die Strecke in erster Linie für den Güterverkehr vorgesehen war, verkehrten von Anfang an auch fünf Personenzüge mit bis zu sieben Personenwagen.[4] Zuletzt betrieb die WEG die Strecke mit ihren eigenen Dieseltriebwagen. Diesen stand am Endbahnhof Onstmettingen ein Lokschuppen zur Verfügung.

Reaktivierungsbemühungen[Bearbeiten]

Mitte Oktober 2002 lehnte der Albstädter Gemeinderat mit 22 zu 17 Stimmen Verhandlungen mit der Hohenzollerischen Landesbahn über eine Reaktivierung ab.[5] Grund dafür waren hohe Kosten, da die Gemeinde die Anlagen hätte von der WEG erwerben und insbesondere die Bahnübergänge modernisieren müssen. In der Diskussion ist die Reaktivierung nach wie vor, die Strecke ist auch im Konzept einer Regionalstadtbahn Neckar-Alb enthalten.[6]

Am 22. Oktober 2012 beschloss der Kreistag, die Strecke für 13.000 Euro zu erwerben. In Vorbereitung auf das Regionalstadtbahn-Konzept fanden im Oktober 2013 Vermessungsarbeiten an der Strecke statt.[7] Am 21. Juli 2014 wurden weitere Verträglichkeitsprüfungen vom Kreistag des Zollernalbkreises in Auftrag gegeben.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zollern-Alb-Kurier am 1. August 2008
  2. Wilfried Groh: Stuttgart stoppt Träume In: Zollern-Alb-Kurier vom 3. Juni 2014.
  3. Karina Eyrich: [1]. In: Schwarzwälder Bote vom 22. Januar 2012.
  4. RegioStadtbahn Albstadt
  5. Meldung Aus für Talgang-Bahn. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2003, ISSN 1421-2811, S. 8.
  6. RegioStadtbahn Albstadt
  7. Roth: [2]. In: Schwarzwälder Bote vom 17. Oktober 2013.
  8. Verhaltene Euphorie gefragt. In: Zollern-Alb-Kurier vom 23. Juli 2014.