Talgangbahn

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Albstadt-Ebingen–Onstmettingen
Kursbuchstrecke: 767
Streckenlänge: 8,24 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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Zollernalbbahn von Tübingen
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-0,7 Übergabegleis
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-0,4 Anbindung DB, Rückbau 2013
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0,00 Albstadt-Ebingen 722 m
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Zollernalbbahn nach Sigmaringen
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0,15 Häringsteinviadukt (275 m)
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0,65 Ebingen Häringstein
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1,5   Ebingen Gymnasium 735 m
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3,05 Truchtelfingen 752 m
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3,7   Truchtelfingen Holdertal 761 m
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4,3   Anschluss Tanklager/Gaswerk
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4,5   Anschluss Adolff
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4,98 Tailfingen Anschl. Bundespost 786 m
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5,56 Tailfingen Kirche 788 m
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6,05 Tailfingen Schulzentrum 788 m
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6,4   Tailfingen Buchtal
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6,65 Anschluss Sägewerk Ammann
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8,24 Onstmettingen 802 m

Die Talgangbahn war eine 8,24 Kilometer lange normalspurige private Eisenbahnstrecke auf der Schwäbischen Alb im Süden Baden-Württembergs, die sich im Besitz der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) befand.

Geschichte[Bearbeiten]

Häringsteinviadukt 1907
Häringsteinviadukt 2005

Die Talgangbahn wurde durch die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft gebaut und am 14. Juli 1901 eröffnet. Bereits 1902 wurden 100.000 Personen und 15.000 Tonnen Güter transportiert.[1] Bemerkenswert ist zudem der Steinbogenviadukt in Ebingen, der in einem Bogen durch die Innenstadt führt. 1909 war der Ebinger Bahnhof im Güterbereich überlastet. Der Ebinger Stadtbaumeister Leo Schrein fertigte einen Plan zur Verlegung des Bahnhofes zum heutigen Ebinger Friedhof mit einen großzügigen Anschluss der Talgangbahn und der geplanten neuen Bahn auf den Heuberg an.[2]

Nach Einrichtung einer eigenen Omnibuslinie durch die WEG-KVG auf der parallel zur Bahn verlaufenden Hauptverkehrsstraße verblieb der Personenbeförderung auf der Bahn fast ausschließlich Schülerverkehr; die Fahrzeiten der Züge waren deshalb auf die Schulzeiten abgestimmt. An schulfreien Tagen ruhte der Fahrbetrieb. Der Personenverkehr wurde am 31. Juli 1998 eingestellt. Der Güterverkehr der ansässigen Textilindustrie nahm immer mehr ab und wurde zunehmend auf Lastkraftwagen umgestellt und am 31. Dezember 1999 ganz eingestellt, die Strecke anschließend stillgelegt, aber nicht entwidmet.[3]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Zunächst standen zwei bei Borsig in Berlin gebaute Dampflokomotiven zur Verfügung. In den 1920er Jahren wurden diese Lokomotiven von den stärkeren Nassdampf-Lokomotiven abgelöst. Obwohl die Strecke für den Güterverkehr trassiert wurde, verkehrten von Anfang an auch fünf Personenzüge mit bis zu sieben eigenen Personenwagen.[4] Zuletzt betrieb die WEG die Strecke mit ihren eigenen Dieseltriebwagen. Diesen stand am Endbahnhof Onstmettingen ein Lokschuppen zur Verfügung.

Reaktivierungsbemühungen[Bearbeiten]

Mitte Oktober 2002 lehnte der Albstädter Gemeinderat mit 22 zu 17 Stimmen Verhandlungen mit der Hohenzollerischen Landesbahn über eine Reaktivierung ab.[5] Grund dafür waren hohe Kosten, da die Gemeinde die Anlagen hätte von der WEG erwerben und insbesondere die Bahnübergänge modernisieren müssen. In der Diskussion ist die Reaktivierung nach wie vor, die Strecke ist auch im Konzept Regionalstadtbahn Neckar-Alb enthalten.[6]

Am 21. Mai 2012 beschloss der Kreistag des Zollernalbkreises einstimmig, für zwei Millionen Euro Detailplanungen für einen 30-Minuten-Takt in Auftrag zu geben. Erste Entwürfe liegen seit Juli 2013 vor. Das Teilnetz 2 der Zollernalbbahn kostet 187 Millionen Euro. Geplant ist ein 30-Minuten-Takt vom Taktknotenbahnhof Albstadt auf einer abschnittsweise mehrgleisigen Strecke nach Stuttgart .

Am 22. Oktober 2012 beschloss der Kreistag, die Strecke für 13.000 Euro zu erwerben und 50.000 Euro für die sofortige Vorplanung des zweigleisigen Ausbaus und der Elektrifizierung der Regionalstadtbahn durch die DB International zur Verfügung zu stellen, am 15. Juli 2013 noch einmal 1,07 Millionen Euro. Nach dem Ausbau kann ein 30- oder 15-Minuten-Takt im Rahmen eines integralen Taktfahrplans gefahren werden. 2013 wurde mit den Vermessungsarbeiten der Regionalstadtbahn begonnen.[7] Lokale Akteure versprechen sich von einer Reaktivierung eine Belebung der Tailfinger Innenstadt und eine bessere Erreichbarkeit touristischer Ziele.[8] Die Regierung des Landes Baden-Württemberg hat das Projekt 2014 in Teilabschnitte gegliedert auf die Schiene gestellt.[9]

Planung Taktfahrplan[Bearbeiten]

Ausgehend von den festgelegten Abfahrtszeiten, Streckenlänge und Geschwindigkeit des ersten integralen Taktfahrplans in Deutschland in Aulendorf im Jahre 1993 ergeben sich im Betrieb von Onstmettingen nach Tübingen rechnerisch Zugkreuzungen in Truchtelfingen und bei Albstadt-Lautlingen.[10]Der VCD Kreisverband Zollernalb schlug 1994 dem Landrat des Zollernalbkreises Willi Fischer vor, den geplanten Bahnhof Lautlingen/Hirnau/Freizeitbad badcap großzügig zu bemessen. Mit je einer Bahnsteigkante für alle auf der Strecke verkehrenden Züge kann der ansonsten erforderlich werdende Neubau des Viadukts über den Meßstetter Talbach ohne Qualitätsverluste vermieden werden und die Wartezeit zum Umsteigen genutzt werden. Der vom Fahrplanexperten Mayer vom VCD Kreisverband Zollernalb 1994 vorgelegte Integrale Taktfahrplan beschleunigt die Reise zum Taktvollknotenbahnhof Hechingen (57 Minuten Fahrzeit Hechingen nach Stuttgart und Mengen), 57 Minuten nach Horb [11](derzeit nur bis Eyach) und Sigmaringen über Gammertingen durch eine verbesserte Schieneninfrastruktur, durch konsequente Einhaltung der Symmetrieminute und durch kurze Wartezeiten und Wege beim Umsteigen in die schnellen Neigetechnikzüge auf elektrifizierten Strecken. Ferner ist geplant auf der Donautalbahn die Fahrzeit vom Taktknotenbahnhof Ulm nach Sigmaringen mit einem Streckenausbau und Neigetechnikzügen auf die Taktzeit von 57 Minuten zu beschleunigen (Stundentakt).

Planung Fahrzeiten Fernverkehr[Bearbeiten]

Die Talgangbahn kann zukünftig am Kreuzungsbahnhof Lautlingen von Stuttgart in 90 Minuten und von Hechingen und Mengen aus in 30 Minuten erreicht werden. Somit stehen zukünftig für die Nutzer der Talgangbahn attraktive Fahrzeiten und Anschlüsse aus alle Richtungen zur Verfügung. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg plant einen Stundentakt im Fernverkehr mit Neigetechnik.

Im Jahr 2010 wurde in den Planungen zum länderübergreifenden Integralen Taktfahrplan vom Jahr 2020 als Zeitpunkt für die Inbetriebnahme der Elektrifizierung der Zollernalbbahn im ersten Bauabschnitt bis Albstadt ausgegangen.[12] Versuche, das Baugelände für dem Bahnhof Hirnau als regionalen Grünzug auszuweisen, konnten in Albstadt abgewendet werden. Die Planungen für einen Integralen Taktverkehr bedürfen großräumiger Betrachtungen.[13]

Planung Neubau Bahnhof Ebingen[Bearbeiten]

Planungen für einen neuen elektrifizierten Ebinger Bahnhof wurden am 21. Juli 2014 zusammen mit weiteren Verträglichkeitsprüfungen für 200.000 € vom Kreistag des Zollernalbkreises in Auftrag gegeben.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zollern-Alb-Kurier am 1. August 2008
  2. Wilfried Groh: Stuttgart stoppt Träume In: Zollern-Alb-Kurier vom 3. Juni 2014.
  3. Karina Eyrich: [1]. In: Schwarzwälder Bote vom 22. Januar 2012.
  4. RegioStadtbahn Albstadt
  5. Meldung Aus für Talgang-Bahn. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2003, ISSN 1421-2811, S. 8.
  6. RegioStadtbahn Albstadt
  7. Roth: [2]. In: Schwarzwälder Bote vom 17. Oktober 2013.
  8. Dorow: [3] In: Zollern-Alb-Kurier vom 12. März 2014.
  9. Grünes Licht für Regionalstadtbahn - Koalitionsspitzen im Land machen Weg frei für die Finanzierung. In: Zollern Alb Kurier vom 9. Mai 2014.
  10.  Petra Strauß, Steven Pfisterer, Günther Koch, Johannes Meister, Zollernalbkreis (Hrsg.): Nutzen- Kosten- Untersuchung-Elektrifizierung Zollernalbbahn. Zollernalbbahn Mai 2011. Balingen, S. 3.3.3.
  11. Jürgen Lück: [4]. In: Schwarzwälder Bote vom 14. Februar 2014.
  12.  Georges Rey, Lukas Regli, Frank Schäfer, Ulrich Rückert, Regionalverband Donau Iller (Hrsg.): Weiterentwicklung des SPNV in der Region Donau-Iller. Vorstudie für die Machbarkeit einer Regio-S-Bahn Donau-Iller Bericht Vorstudie (Entwurf) Oktober 2010. Bayern, S. 14.
  13. D-Bonn: Forschungs- und Entwicklungsdienste und zugehörige Beratung. Dokument 2013/S 078-131485 vom 20. April 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  14. Verhaltene Euphorie gefragt. In: Zollern Alb Kurier vom 23. Juli 2014.