Tasselmantel

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Tassel ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum französischen Jazz-Trompeter siehe Alexandre Tassel.
Bamberger Reiter mit Tasselmantel

Der Tasselmantel war ein Mantel, der zur mittelalterlichen Bekleidung von Frauen und Männern gehörte.

Prunkvoller pelzgefütterter Tasselmantel (Böhmen, um 1635)

Der Tasselmantel wurde im 13. und 14. Jahrhundert getragen und ist ein Mantel aus Wolle oder Seide, der im Sommer mit kontrastfarbener Seide und im Winter mit Pelz gefüttert war. Entweder wird der Mantel direkt durch Verknotung der beiden auf der Brustseite befindlichen Tasseln oder auch Tesseln (Quasten) geschlossen, oder hat eine, meistens aus Leder gefertigte, Schnürung, die sogenannte Tasselschnur, die an den beidseitig an der Mantelbrust befindlichen Tasselscheiben, reich verzierten scheibenförmigen Knöpfen mit Ösen, befestigt wird. Zierende Applikationen finden sich auch im zeitgenössischen Bildgut. Als Verzierungen an Tasselmänteln und Leibgürteln (sogenannte Riemenstrecker, Zierbeschläge), wie sie die Skulpturen der klugen und törichten Jungfrauen im Magdeburger Dom zeigen.

Die Skulptur des Bamberger Reiters im Bamberger Dom trägt einen Tasselmantel.

Aus dem Tasselmantel entwickelte sich im 14. Jahrhundert der Nuschenmantel, der nicht durch eine Verknotung von Tasseln, sondern durch eine Brosche (Nusche) in Höhe des Schlüsselbeins verschlossen wurde.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Edith Ennen: Frauen im Mittelalter. 6. Auflage. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-37799-8, S. 191.