Tatarischer Hartriegel

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Tatarischer Hartriegel
Tatarischer Hartriegel (Cornus alba)

Tatarischer Hartriegel (Cornus alba)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Gattung: Hartriegel (Cornus)
Art: Tatarischer Hartriegel
Wissenschaftlicher Name
Cornus alba
L.

Der Tatarische Hartriegel (Cornus alba), auch Weißer Hartriegel genannt (alba = weiß, tatarica = tatarisch), ist eine Pflanzenart in der Gattung Hartriegel (Cornus) innerhalb der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae).

Er wird oft mit dem Seidigen Hartriegel (Cornus sericea), der auch Weißer Hartriegel genannt wird und dem er äußerlich sehr ähnlich sieht, gleichgesetzt. Über die Form und Größe der Steinkerne lassen sich die beiden Arten jedoch unterscheiden. Auch ihre Herkunft ist verschieden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Früchte und Herbstfärbung

Der Tatarische Hartriegel ist ein sommergrüner, mittelhoher Strauch, der Wuchshöhen von einem bis vier Metern erreicht. Anfangs wächst er breit aufrecht, im Alter sind die Zweige bis zum Boden überhängend bis bogig niederliegend. Die jungen Triebe sind anfangs leicht weißlich behaart und bereift, ihre Rinde ist purpur-rot. Später färbt sie sich rotbraun bis olivbraun, mit vereinzelten grauen Lentizellen. Das Mark ist weit und weiß.

Der Tatarische Hartriegel hat ein oberflächennahes, stark verzweigtes Wurzelsystem. Er bildet keine oder wenige wurzelnde Ausläufer.

Die gegenständigen, eiförmigen bis elliptischen Laubblätter sind fünf bis neun Zentimeter lang, zwei bis sechs Zentimeter breit, kurz zugespitzt und am Grunde gerundet. Von der Mittelachse gehen meist fünf Paar Blattadern ab, auch die sekundären Blattadern sind sichtbar. Die Blätter sind etwas weißlich behaart, manchmal mit längeren braunen Haaren in den Achseln der Blattadern. Die Herbstfärbung der Blätter ist gelb bis orangerot.

Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli. Die Blüten sitzen dicht in etwa drei bis fünf Zentimeter breiten Blütenständen am Ende der Zweige zusammen. Die einzelnen Blüten sind weiß bis gelblich-weiß und messen etwa sechs bis neun Millimeter. Es werden erbsengroße, rundliche, weiße bis hellblaue Früchte mit einem elliptischen Steinkern gebildet. Die Samen sind länger als breit, an beiden Enden zugespitzt und an jeder Seite mit drei Rippen versehen.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Das Heimatareal des Tatarischen Hartriegels reicht vom europäischen Teil Russlands über Sibirien bis zur Mandschurei und nach Nordkorea.

Der Tatarische Hartriegel wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten; er verträgt auch Schatten, fällt dann aber im Habitus auseinander. Er wächst bevorzugt auf feuchten Böden, wo die Art eine starke Ausbreitungstendenz entfaltet. Der Tatarische Hartriegel ist sehr frosthart.

Verwendung[Bearbeiten]

Laubblätter im Austrieb

Der Tatarische Hartriegel wird sehr häufig als Zierstrauch verwendet. Zierend wirken vor allem die farbigen Triebe im Winter. Alle paar Jahre sollten die alten Zweige zwecks Neuaustrieb bis kurz über den Boden zurückgeschnitten werden, da die Triebe mit zunehmendem Alter braun werden. Es stehen einige Sorten zur Verfügung, häufig angeboten[1] werden:

  • 'Aurea': Blätter hellgrün bis gelb-grün gefärbt.
  • 'Gouchaultii': Blattrand gelb, im Austrieb auch rosa oder weiß
  • 'Elegantissima' (Syn.: 'Argenteomarginata'): Mit cremefarben gerandeten Blättern.
  • 'Kesselringii': Diese Sorte besitzt straff aufrechte Grundtriebe, die wenig verzweigt sind. Die Rinde ist schwarzbraun.
  • 'Sibirica': Mittelhoch, in der Jugend straff aufrecht wachsend, später breiterer und lockerer Aufbau, ca. 3m hoch und breit. Fällt vor allem im Winter durch die leuchtend rote Färbung der Triebe auf.
  • 'Sibirica Variegata': Mit unregelmäßigem weißen Blattrand.

Die Samen enthalten bis zu 30 % Öl.

Systematik[Bearbeiten]

Diese Art wurde schon 1767 von Carl von Linné beschrieben[2]. Synonyme sind Cornus tatarica Mill. und Swida alba (L.) Opiz. Ihre nächsten Verwandten sind Cornus pumila sowie der Seidige Hartriegel (Cornus sericea).[3] Diese Ähnlichkeit hat dazu geführt, dass es etliche Synonyme gibt, die eigentlich dem Seidigen Hartriegel zugehören.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Gehölze. Bestimmung, Herkunft und Lebensbereiche, Eigenschaften und Verwendung (= Gartenflora. 1). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2006, ISBN 3-8001-3479-9.
  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • Xiang, Q.-Y., Boufford, D.E. (2005): Cornus alba. In: Wu, Z.Y., Raven, P.H. (Hrsg.): Flora of China. 14:206ff. Missouri Botanical Garden Press. [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PPP-Index, Pflanzeneinkaufsführer für Europa. Verlag Eugen Ulmer, kostenpflichtige Online-Datenbank. [1]
  2. Linné, C. (1767): Mantissa Plantarum 1:40.
  3. Xiang, Q.-Y., Thomas, D.T., Zhang, W., Manchester, S.R., and Murrell, Z. (2006): Species level phylogeny of the Dogwood genus Cornus (Cornaceae) based on molecular and morphological evidence. TAXON 55:9-30.
  4. The International Plant Names Index [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tatarischer Hartriegel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien