Tenkterer

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Das römische Gallien und rechtsrheinische Germanien um das Jahr 70 n. Chr.

Die Tenkterer (lateinisch Tencteri, griechisch Τέγκτηροι, Τέγκτεροι Tenkteroi) waren ein für seine Reitkunst bekannter germanischer Stamm, der ursprünglich am Niederrhein, nördlich von den Usipetern, siedelte.

Tacitus erwähnt die Tenkterer in seiner Germania im Zusammenhang mit ihren Reitkünsten. So sollen die Reiter der Tenkterer den selbigen Ruhm wie das Fußvolk der Chatten genossen haben. Auch spielten Pferde von Kindesalter bis zu den Greisen eine große Rolle im Leben der Tenkterer und sollen nach Erbrecht an den Sohn weitergegeben worden sein, welcher sich im Kriege die höchsten Auszeichnungen verdiente.[1]

Von den Sueben verdrängt, überschritten die Tenkterer zusammen mit den Usipetern im Winter 56/55 v. Chr. den Rhein, wurden aber von Gaius Iulius Caesar zurückgeschlagen.[2] In einem Bündnis mit den germanischen Stämmen der Usipeter und der Sugambrer überquerten sie etwa 17 v. Chr. den Rhein erneut und besiegten den römischen Statthalter Marcus Lollius (clades Lolliana). Später wurden sie in einer Gegenoffensive durch Drusus besiegt.

Die rhein- und wesergermanischen Stämme Brukterer, Tenkterer, Sugambrer, Usipeter, Chattuarier, Chamaven und Ampsivarier schlossen sich ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. zu den Franken zusammen. Später kamen noch die Chatten (Hessen) dazu.

Literatur[Bearbeiten]

Johannes Heinrichs, Stefan ZimmerUsipeten/Usipier und Tenkterer. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 31, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018386-2, S. 572–576.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Tacitus, Germania 32.
  2. Caesar, de bello Gallico 4,1 ff.