Tibetaufstand 1959

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Tibetaufstand
Tibet innerhalb Chinas
Tibet innerhalb Chinas
Datum 10.21. März 1959
Ort Tibet
Ausgang Sieg der Volksbefreiungsarmee und Verbleib Tibets bei China
Konfliktparteien
Chushi Gangdruk-flag.svg Chushi Gangdruk People's Liberation Army Flag of the People's Republic of China.svg Volksbefreiungsarmee
Verluste

Der Tibetaufstand, der am 10. März 1959 in Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, ausbrach, richtete sich gegen die kommunistische Regierung der Volksrepublik China. Obgleich eine tibetische Regierung bis 1959 bestand, war Tibet seit der Invasion 1950 de facto unter chinesischer Herrschaft.[1] Der Jahrestag des Aufstands wird von vielen Tibet-Unabhängigkeitsgruppen als „Tag des Tibetaufstands“ begangen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ende der 1950er Jahre wuchs der Widerstand gegen die chinesische Präsenz in Tibet innerhalb der Stadt Lhasa.[2] Erste bewaffnete Widerstände einiger Tibeter begannen bereits 1956 in den Provinzen Kham und Amdo, das chinesische Militär reagierte mit der Stationierung zusätzlicher Truppen im östlichen Tibet. Zusätzlich ließ die chinesische Regierung einige Strafaktionen gegen Dörfer und Klöster in Tibet durchführen. Außerdem drohten chinesische Offiziere, die Residenz des Dalai Lama, den Potala-Palast, zu zerstören und den Dalai Lama selbst umzubringen, um die Aufständischen einzuschüchtern.

Am 1. März wurde der 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho ungewöhnlicherweise dazu eingeladen, einer Theateraufführung beim Hauptquartier der chinesischen Volksbefreiungsarmee außerhalb von Lhasa beizuwohnen. Der Dalai Lama, der sich gerade für seinen Lhrarampa Geshe-Abschluss vorbereitete, verschob zunächst die Einladung, sodass der Termin auf den 10. März gelegt wurde. Am Vortag besuchten chinesische Armeeoffiziere den Chef der Leibwache des 14. Dalai Lamas. Dabei bestanden sie darauf, dass der 14. Dalai Lama ohne seine Leibwache zur Theateraufführung kommen und dass es entgegen aller Tradition keine öffentliche Zeremonie für seine Prozession von seiner Residenz zum Hauptquartier geben sollte.

Als die Nachricht von dieser Einladung in Lhasa verbreitet wurde, befürchteten Teile der tibetischen Bevölkerung, dass der 14. Dalai Lama entführt werden sollte. Am 10. März versammelten sich etwa 300.000 Tibeter an der Residenz des 14. Dalai Lama, um ihn an dem Besuch der Theateraufführung zu hindern. Allgemein wird dieses Ereignis als Beginn des Tibetaufstands gesehen, obwohl das chinesische Militär sich bereits im Dezember des Vorjahres Kämpfe mit Guerillaeinheiten außerhalb Lhasas geliefert hatte.

Am 12. März gingen erste Protestierer auf die Straßen Lhasas, um die Unabhängigkeit Tibets und damit die Befreiung von der chinesischen Herrschaft auszurufen. Daraufhin wurden erste Barrikaden in den Straßen der tibetischen Hauptstadt errichtet, sowohl chinesische als auch tibetische Militärkräfte verstärkten ihre Stellungen in Vorbereitung auf eine Auseinandersetzung innerhalb und außerhalb Lhasas. Die Tibeter sandten gleichzeitig einen Hilferuf an den indischen Gesandten.

Die chinesischen und tibetischen Truppenstellungen wurden in den darauffolgenden Tagen kontinuierlich verstärkt. Zusätzlich positionierte das chinesische Militär Teile seiner Artillerie außerhalb der Sommerresidenz der Dalai Lamas, des Norbulingka. Am 15. März bereitete das tibetische Militär eine Flucht des 14. Dalai Lama aus der Stadt vor, das Militär sollte dafür einen Fluchtkorridor freihalten. Diese Flucht war bereits länger geplant. Bis zu diesem Zeitplan hatte der Dalai Lama Kunstschätze und Goldstaub im Wert von 42 Millionen US Dollar aus den Klöstern an die tibetanisch-indische Grenze schaffen lassen. [3] Am 17. März schlugen zwei chinesische Artilleriegeschosse in der Nähe der Residenz ein, sodass sich der 14. Dalai Lama daraufhin ins Exil begab.

Der offene Konflikt brach am Abend des 19. März mit der Bombardierung des Norbulingka und der Hauptklöster in Lhasa aus. Die Kampfhandlungen dauerten nur zwei Tage, da die tibetischen Kräfte zahlenmäßig stark unterlegen und relativ schlecht bewaffnet waren.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Es wird geschätzt, dass es auf tibetischer Seite während des Aufstandes etwa 86.000 Tote gab. Der Norbulingka wurde in etwa 800 Mal getroffen, eine unbekannte Anzahl an Tibetern starb in den Trümmern des Palastes. Lhasas drei Hauptklöster – Sera, Ganden und Drepung – wurden ebenso stark in Mitleidenschaft gezogen. Das chinesische Militär entwaffnete die restlichen Mitglieder der Leibwache des 14. Dalai Lamas, die in Lhasa geblieben waren, und richtete diese öffentlich hin. Zusätzlich fanden noch Hinrichtungen anderer Tibeter statt, die Waffen versteckt hatten. Unzählige Mönche wurden hingerichtet oder festgenommen, deren Klöster und Tempel wurden geplündert oder zerstört.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chen Jian: The Tibetan Rebellion of 1959 and China's Changing Relations with India and the Soviet Union (PDF; 214 kB)
  2. Geschichte des Aufstandes auf den Seiten der tibetischen Exilregierung, Internet Archive 2008 (englisch)
  3. Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama (Vortrag Uni Wien am 18. Mai 2012)