Timothy D. Barnes

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Timothy D. Barnes (* 13. März 1942 in Yorkshire), eigentlich Timothy David Barnes, ist ein britischer Althistoriker.

Barnes besuchte von 1949 bis 1960 die Queen Elizabeth Grammar School in Wakefield. Er studierte am Balliol College in Oxford und war ein Schüler von Sir Ronald Syme. 1964 erlangte Barnes den Bachelor und 1967 den Master. Er wurde 1970 promoviert und für seine Dissertation 1974 mit dem Conington Prize der Universität Oxford ausgezeichnet. Schon kurz nach seiner Promotion wurde er Assistant Professor für Klassische Altertumswissenschaft am University College in Toronto. 1972 wurde er Associate Professor und bekleidete diesen Posten bis zu seiner Emeritierung 2007. Er ist seit 2008 Honorary Fellow der University of Edinburgh’s School of Divinity.

Barnes gilt international als ein hervorragender Kenner der Geschichte des frühen Christentums und allgemein der Spätantike. In diesem Zusammenhang hat sich Barnes in zahlreichen Artikeln und Monographien etwa mit Tertullian, Eusebius von Caesarea und Athanasios sowie allgemein mit der diokletianisch-konstantinischen Zeit auseinandergesetzt. Daneben bildet die spätrömische Geschichtsschreibung einen seiner Forschungsschwerpunkte. Barnes behandelte diesbezüglich die Historia Augusta, Ammianus Marcellinus und die Enmannsche Kaisergeschichte. Er gilt als ein recht origineller Forscher, der durchaus von der communis opinio abweichende Forschungsmeinungen bzw. vollständig neue Ansichten vertritt, so beispielsweise in chronologischen Fragen oder hinsichtlich des Geschichtsschreibers Ammianus. Mehrere seiner Arbeiten gelten als Standardwerke.

Barnes wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt (so 1982 mit dem Philip Schaff Prize der American Society of Church History für sein Werk Constantine and Eusebius) und ist seit 1985 Fellow der Royal Society of Canada.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Tertullian: A historical and literary study. Oxford 1971.
  • The sources of the Historia Augusta. Brüssel 1978.
  • Constantine and Eusebius. Cambridge/MA 1981.
  • The new empire of Diocletian and Constantine. London 1982.
  • Early Christianity and the Roman Empire. London 1984.
  • Athanasius and Constantius: theology and politics in the Constantinian empire. Cambridge/MA 1993.
  • From Eusebius to Augustine: selected papers. Aldershot 1994.
  • Ammianus Marcellinus and the representation of historical reality. Ithaca 1998.
  • Early Christian Hagiography and Roman History. Tübingen 2010.
  • Constantine: Dynasty, Religion and Power in the Later Roman Empire. Chichester 2011. (Rezension von R. Brendel)
  • Zahlreiche Fachartikel, unter anderem in Phoenix (Classical Association of Canada) und Journal of Roman Studies sowie mehrere Beiträge für die Forschungscolloquien zur Historia Augusta.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]