Tomasz Szarota

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Tomasz Szarota am 16. Mai 2007 in Warschau

Tomasz Marceli Szarota (* 2. Januar 1940 in Warschau) ist ein polnischer Historiker und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Szarota als Sohn des katholischen Publizisten und Literaturhistorikers Rafał Marcel Blüth, der von den deutschen Besatzungstruppen wenige Wochen vor der Geburt Tomasz Szarotas erschossen wurde. Seine Mutter Elida Maria Szarota, eine Romanistin und Germanistin, überlebte Krieg und Besatzungszeit.

Szarota widmete sich der historischen Erforschung des 20. Jahrhunderts, insbesondere der deutschen Okkupation Polens, des polnischen Widerstands während des Zweiten Weltkrieges sowie des Alltagslebens im besetzten Warschau und anderen besetzen europäischen Hauptstädten. In den Jahren 1957 bis 1962 absolvierte er ein Geschichtsstudium an der Warschauer Universität. Von 1962 an arbeitete er in der Polnischen Akademie der Wissenschaften am Historischen Institut. Seit dem Erlangen seiner Professur leitet er dort die Abteilung zur Geschichte Polens nach 1945. 1998 hielt er Vorträge am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen („Visiting Fellow“). Weiterhin wirkte er u. a. mit einem Stipendium der deutschen Humboldt-Stiftung an verschiedenen Stätten in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Bekanntheit erlangte Szarota innerhalb Polens vor allem durch vielfältige Beiträge zu geschichtlichen Themen in den wichtigsten Printmedien des Landes, wie zum Beispiel in der Polityka und der Gazeta Wyborcza.

Im Dezember 2009 zog Szarota sich aus dem wissenschaftlichen Beraterkreis der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zurück.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Warschau unter dem Hakenkreuz. Leben und Alltag im besetzten Warschau 1.10.1939 bis 31.7.1944. (1985)
  • Życie codzienne w stolicach okupowanej Europy. (1995)
  • Niemcy i Polacy. Wzajemne postrzeganie i stereotypy. (1996)
  • Der deutsche Michel. Geschichte eines nationalen Symbols und Autostereotyps (1998)
  • Der Beginn der Vernichtung. Zum Mord an den Juden in Jedwabne (mit Edmund Dmitrów und Paweł Machcewicz, 2004)
  • Die Deutschen in den Augen der Polen während des Zweiten Weltkrieges (2009)

Verweise[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vertriebenen-Zentrum: Historiker sieht Polen als Tätervolk verunglimpft, Welt online vom 16. Dezember 2009