Total E-Quality

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TOTAL E-QUALITY Deutschland
Rechtsform Eingetragener Verein
Zweck Förderung von Chancengleichheit von Männern und Frauen im Beruf
Sitz Bad Bocklet
Gründung 1996
Vorstand Eva Maria Roer (Vorsitzende), Birgit Reinhardt, Martina Schraudner, Barbara Wagner, Gundo Zieres
Mitglieder 100
Website http://www.total-e-quality.de

TOTAL E-QUALITY bezeichnet eine Initiative, die sich für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf einsetzt. Der Begriff setzt sich zusammen aus Total-Quality-Management (TQM) und Equality für die Chancengleichheit. Außerdem ist es die Bezeichnung für ein Prädikat. Seit 1996 wird die Initiative von dem gemeinnützigen Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. geleitet

Verein[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1996 von Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Instituten und Ministerien gegründet. Gründungsmitglieder waren u.a. Vertreter der Bayer AG und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das den Verein bis heute (2013) auch fördert.[1] Mitglied können natürliche volljährige und juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts sein, die den Vereinszweck unterstützen. Organe des Vereins sind der Vorstand, der Beirat, die Mitgliederversammlung und das Kuratorium [2].

Ziel[Bearbeiten]

Der Verein verfolgt das Ziel, Chancengleichheit in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu etablieren und nachhaltig zu verankern.[3] Das Ziel wird mit Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und der Verleihung des Prädikats TOTAL E-QUALITY verfolgt.

Inhaltliche Schwerpunkte[Bearbeiten]

  • Förderung von Frauen in Führungspositionen
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Chancengerechte Personalbeschaffung und -entwicklung
  • Förderung partnerschaftlichen Verhaltens am Arbeitsplatz
  • Berücksichtigung von Chancengleichheit in den Unternehmensgrundsätzen

Prädikat[Bearbeiten]

Jährlich zeichnet der Verein Organisationen, die sich für Chancengleichheit einsetzen, mit dem TOTAL E-QUALITY-Prädikat aus. Dieses wird von einer Jury für drei Jahre ohne Audit verliehen. Bewerben können sich Organisationen aller Art mit mehr als 15 Beschäftigten. Das Prädikat besteht aus einer Urkunde und dem Vereinsemblem als Prädikatssymbol. Bis zum Jahr 2012 wurden insgesamt 452 Prädikate an 240 Organisationen verliehen. 112 von ihnen haben das Prädikat bereits mindestens einmal erfolgreich verteidigt, 15 davon konnten den Nachhaltigkeitspreis (Erhalt des Prädikats zum fünften Mal) erlangen. Die zehn größten Unternehmen, die das Prädikat erworben haben, sind IBM Deutschland, Deutsche Bahn AG, AOK, Daimler, Bosch, Deutsche Bahn, Bundesagentur für Arbeit, E.ON, RWTH Aachen und Thales Group.

Historie[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1994 fand am Comer See eine Konferenz mit Teilnehmern aus europäischen Ländern zum Thema Qualitätsmanagement statt. Dort wurde der Zusammenhang zwischen unternehmensweiter Qualität, Leistungssteigerung, Selbstorganisation des Personals und Chancengleichheit diskutiert. Die Erkenntnis war, dass Qualitätsverbesserungsinitiativen erfolgreicher sind, wenn sie mit Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen zu Verantwortung und Führungspositionen verbunden sind.[4]

Gesellschaftspolitische Relevanz[Bearbeiten]

Die Erwerbstätigkeit von Frauen und der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigt nur langsam.[5] Die Bundesregierung mit den inhaltlich beteiligten Bundesministerien stehen hinter der Initiative und unterstützen deren Arbeit. In der „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft“ vom 2. Juli 2001 wurde TOTAL E-QUALITY explizit erwähnt. [6]

Auch die "4. Bilanz Chancengleichheit Erfolgreiche Initiativen unterstützen – Potenziale aufzeigen" [7] resümiert entsprechend.

Kritik[Bearbeiten]

Die Fragen, die für den Erwerb des Prädikat beantwortet werden müssen, werden als zielführend angesehen, wobei sie manchen Kritiker nicht weit genug gehen und anderen zu sehr TQM-lastig sind. Der größte Kritikpunkt ist allerdings, dass die Verleihung auf einer Selbstauskunft der Unternehmen beruht.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Vereins
  2. Offizielle Webseite des Vereins TOTAL E-QUALITY Deutschland
  3. Chancengleichheit im Beruf: LEG Thüringen ist "Total-E-Quality" Wirtschaftsspiegel Thüringen vom 12. September 2013, abgerufen am 6. Dezember 2013
  4. Ingelore Welpe, Isabell Welpe: Frauen sind besser, Männer auch, S. 135, Signum, 2003, ISBN 3-85436-347-8
  5. Erster Gleichstellungsbericht – Neue Wege, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dezember 2011.
  6. Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, vom 2. Juli 2001 (letzter Abruf: 28. Februar 2013)
  7. BMFSJF (2011): 4. Bilanz Chancengleichheit: Erfolgreiche Initiativen unterstützen – Potenziale aufzeigen, letzter Abruf: 28. Februar 2013
  8. Dr. Martine Herpers, Erfolgsfaktor Gender Diversity, Haufe, 2013, ISBN 978-3-648-03704-1