Trimmung

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Trimmung bei Wasserfahrzeugen und Fluggeräten. Für weitere Bedeutungen siehe: Trimmen.

Als Trimmung bezeichnet man das Ausrichten von Körpern in eine gewünschte Lage. Besonders häufig wird dieser Begriff im Zusammenhang mit Wasserfahrzeugen oder Luftfahrzeugen gebraucht. Die Trimmkräfte sollen dabei die Kräfte ausgleichen, die die Lage des Körpers verändern würden.

Arten der Trimmung[Bearbeiten]

Man unterscheidet zwischen statischer und dynamischer Trimmung:

  • Bei der statischen Trimmung wird der Schwerpunkt durch Verschieben von Masse (Treibstoff in verschiedene Trimmtanks pumpen, Ballast aufnehmen) verschoben. Die so eingestellten Trimmkräfte sind weitgehend unabhängig vom Zustand des Fahrzeuges.
  • Bei der dynamischen Trimmung werden die Trimmkräfte durch die Verstellung bzw. Voreinstellung von aero/hydrodynamischen Flächen erzeugt. Diese Trimmkräfte verändern sich mit der Geschwindigkeit des Objekts.

Bedeutung für die Fahrzeugarten[Bearbeiten]

Luftfahrzeuge[Bearbeiten]

Trimmrad (schwarz, mit Noppen) im Cockpit einer Cessna 172: Drehen steuert über einen Seilzug das (Höhen-)Trimmruder an. Oben = "Nose Down".

Ein Flugzeug gilt als ausgetrimmt, wenn für die Beibehaltung seiner Fluglage in einer bestimmten aerodynamischen Situation keine Steuerkräfte des Piloten aufgewendet werden müssen. Zu diesem Zweck werden die Steuerflächen von Höhenruder, Querruder und Seitenruder entsprechend ausgerichtet. Die dafür notwendige Kraft kommt bei Verkehrsflugzeugen von Elektromotoren und Hydraulikpumpen, bei Kleinflugzeugen von einfachen mechanischen Vorrichtungen wie der Federtrimmung oder der Flettner-Trimmung, die vom Piloten durch Muskelkraft ausgerichtet und bei Bedarf nachgestellt wird.

Die Notwendigkeit zur Nachstellung ergibt sich durch Geschwindigkeitsveränderung, Veränderung der Landeklappenstellung (Höhenrudertrimmung) und asymmetrischen Schub bei Triebwerksausfall an einem mehrmotorigem Flugzeug (Seitenrudertrimmung). Außerdem führen Veränderungen der Schwerpunktlage durch Bewegungen in der Fluggastkabine und durch das Ausfliegen von Treibstoff zum Bedarf einer Nachregelung an der Höhenrudertrimmung. Wird das Flugzeug von Hand geflogen, so leitet der Pilot zunächst mit der entsprechenden Steuerbewegung und der dazugehörigen Leistungsänderung, beziehungsweise Landeklappenveränderung, das Manöver ein und setzt anschließend die Trimmung so, dass er keine weitere Kraft mehr aufwenden muss, um diese Fluglage zu halten. Beim Einsatz eines modernen Autopiloten erfüllt der Autopilot diese Aufgabe in der Regel zeitgleich.

Bei der Federtrimmung wird die Neutrallage des Höhenruders durch eine Feder festgelegt, deren Vorspannung sich einstellen lässt.

Bei der Flettner-Trimmung wird eine am Ende des Höhenruders angebrachte kleine Trimmklappe so verstellt, dass das Ruder selbst eine Wirkung in entgegengesetzter Richtung erzeugt. Um ein Flugzeug z. B. kopflastig zu trimmen, muss das Höhenruder nach unten ausgelenkt werden. Dies erreicht man, in dem die Flettner-Trimmklappe nach oben ausgelenkt wird.

Wasserfahrzeuge[Bearbeiten]

Trimmung von Wasserfahrzeugen: Tender „Elbe” liegt mit deutlich achterlichem Trimm im Hafen.

In der Schifffahrt bezeichnet man als Trimmung (auch Trimm) die Verteilung beweglicher Gewichte an Bord (der Ladung, des Bunkerinhalts (= Tank), eventuell der Besatzung und etwaiger Fahrgäste) in Schiffslängsrichtung, um ein Schiff in eine zur Optimierung von Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit bestmögliche Schwimmlage zu bringen. Moderne Yachten können auch mittels Trimmplatten ausgerichtet werden. Zu diesem Zweck können auch Ballasttanks mit Meerwasser befüllt werden.

Auf Segelfahrzeugen (Segelboot, Segelschiff, Segelwagen) versteht man unter Trimm(ung) auch das Einstellen der optimalen Stellung und Wölbung der Segel (Segeltrimm).

Siehe auch: Gewichtstrimm und Krängung

Straßenfahrzeuge[Bearbeiten]

Nach der deutschen Norm DIN 70000 „Straßenfahrzeuge; Begriffe der Fahrdynamik“ vom August 1983 ist Trimm „der gleichbleibende stationäre Bezugszustand der Bewegungsgrößen für die Analyse der querdynamischen Eigenschaften“ eines mehrspurigen Straßenfahrzeugs; der Trimm „kann durch Vorgabe von Fahrgeschwindigkeit und Bahnradius oder von Zentripetalbeschleunigung und Lenkradwinkel festgelegt werden“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Götsch, Ernst – Luftfahrzeugtechnik, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8