Tropical Islands

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Tropical Islands
Logo Tropical Island.png
Ort Halbe, Deutschland
Eröffnung 19. Dezember 2004
Fläche 66.000 m²
Website www.tropical-islands.de
Tropical Islands (Deutschland)
Tropical Islands
Tropical Islands
Lage des Parks

52.03841666666713.748194444444Koordinaten: 52° 2′ 18,3″ N, 13° 44′ 53,5″ O

Tropical Islands ist ein tropischer Freizeitpark in der Gemeinde Halbe im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald, Deutschland. Er befindet sich in der ehemaligen Cargolifter-Luftschiffhalle, welche als größte freitragende Halle der Erde gilt.

Die Maximalauslastung beträgt 6.000 Besucher pro Tag. Im Geschäftsjahr 2010 hatte Tropical Island 883.000 Besucher. Rund 500 Menschen sind im Tropical Islands beschäftigt.[1] Betreiber von Tropical Islands ist die Tanjong-Gruppe aus Malaysia.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Tropical Islands, etwa 60 Kilometer südlich des Zentrums und etwa 50 Kilometer südlich der Stadtgrenze von Berlin gelegen, liegt bei Briesen/Brand, einem südlichen Ortsteil der Gemeinde Halbe. Der Freizeitpark befindet sich auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Brand in der Halle Aerium, die auf knapp 70 m ü. NHN steht.

Konzept[Bearbeiten]

Tropical Islands Innenansicht

Tropical Islands wurde in der ehemaligen Luftschiffhalle (genannt Aerium) der 2002 in Insolvenz gegangenen Cargolifter AG vom malaysischen Konzern Tanjong errichtet. Die Halle ist 360 Meter lang, 210 Meter breit, 107 Meter hoch und umfasst einen Rauminhalt von 5,5 Millionen Kubikmetern. Die Baukosten der Halle lagen bei rund 78 Millionen Euro.

Luftbild, 2008

Die Halle ist aufgrund des ursprünglich geplanten Verwendungszweckes, der wettergeschützten Unterbringung großer Luftschiffe, die größte freitragende Halle der Welt. Gekauft wurde sie am 11. Juni 2003 von Tanjong für 17,5 Millionen Euro, davon 10 Millionen als Subvention vom Land Brandenburg, die Baugenehmigung zur Ausgestaltung erfolgte am 2. Februar 2004. Tropical Islands eröffnete am 19. Dezember 2004.

In 26 °C warmer, „tropischer“ Umgebung mit etwa 64 % Luftfeuchtigkeit und dem größten Indoor-Regenwald der Welt mit Strand und zahlreichen tropischen Pflanzen stehen mehrere Pools, Bars sowie Restaurants zur Verfügung.

Am Eingang ist der Basis-Eintrittspreis zu wählen, alle weiteren Ausgaben im Inneren werden auf einem Chiparmband mit Kreditfunktion gespeichert. Die gesamte Anlage ist in Sauna-Landschaft und tropische Erlebnis-Landschaft mit eigenem Eintrittspreis unterteilt. Ein Wechsel ist mit einem pro Tag einmaligen Aufpreis verbunden. Für weitere Teile sind ebenfalls Aufpreise nötig, hierzu die Minigolfanlage, die Abendshow und die internen Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Unterhaltungsprogramm gehören eine große Abendshow, kleinere Tageshows (Varieté, Kinderprogramm) und verschiedene Events.

Tropical Islands ist ganzjährig 24 Stunden am Tag geöffnet. Für den Eintritt kann man sich beliebig lange in Tropical Island aufhalten. Für das Übernachten in Tropical Island wird um 3 Uhr morgens ein Aufpreis fällig, sofern man kein Zimmer oder Zelt gebucht hat.

Themen[Bearbeiten]

Bali-Pavillon im Tropendorf von Tropical Islands

Verschiedene Themengebiete wurden eingerichtet.

  • Tropendorf mit originalgetreuen Nachbauten aus Thailand, Borneo, Samoa und Bali.
  • Regenwald mit 50.000 teilweise seltenen Pflanzen von über 600 Arten.
  • Südsee (140 Meter langer Pool mit 4400 Quadratmetern Wasserfläche und 1,35 Meter Wassertiefe als Nachbildung eines Atollbeckens, 200 Meter langem und etwa 10 Meter breitem Sandstrand und 850 Holzliegen, Wassertemperatur 28 °C)
  • Bali-Lagune, mit 1200 Quadratmeter Wasserfläche und einer Wassertiefe von teilweise unter einem Meter, Wassertemperatur 32 °C, Fontänen, zwei Wasserfällen, Strömungskanal, Whirlpools und zwei Rutschen.
  • Saunalandschaft mit Fitnessstudio (seit 2006)
  • Übernachtungszonen mit zwei Regenwaldcamps mit 133 Zelten und 197 Zimmern und Lodges (522 Betten) verteilt über die ganze Halle

Ausbau[Bearbeiten]

Tropical Islands Lodge

Im November und Dezember 2006 wurde Tropical Islands erweitert. Es wurde ein 4000 Quadratmeter großer Kinderteil errichtet. Ein Wellness- und Saunaareal mit sechs Gliederungen wurde Mitte 2007 fertiggestellt. In der Sauna befindet sich ein Edelsteindampfbad, eine Steinsauna, eine Baumsauna sowie eine Kräuter-Schwitzhütte, ein Eisbrunnen und die Nebelgrotte; hinzu kommen Sprudelbecken und Erlebnisduschen. Die Saunen sind der südostasiatischen Kulisse angepasst und von dortigen, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bauwerken inspiriert worden. Der indische Elephanta-Tempel und die Tempelanlage von Angkor Wat sind simuliert.

Tropical Islands besitzt die europaweit größte tropische Sauna-Landschaft. Der 27 Meter hohe Wasserrutschenturm mit vier Rutschen, die Kinderspiel- und -tobewelt und die Mini-Golf-Anlage ergänzen das Bad. Die Umkleideräume besitzen nahezu 7000 Schließfächer.

Der nachträgliche Um- und Erweiterungsbau kostete nach Angaben des Unternehmens 23 Millionen Euro. Die ursprüngliche Gesamtsumme für die Investitionen war mit 75 Millionen Euro angegeben, davon trug das Land Brandenburg 17 Millionen Euro aus Fördermitteln bei. Zielsetzung der Erweiterungsförderung war es, die 501 Arbeitsplätze bei Tropical Islands zu erhalten.[2]

Blick auf die Südsee vom Rutschenturm

2008 wurde in direkter Nachbarschaft außerhalb der Halle ein Campingplatz mit Stellplätzen, Tipi-Zelten aus Holz und Stoff sowie einer Zeltwiese gebaut. Auch in der Halle wurden neue Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. So haben Gäste heute die Möglichkeit, in zahlreichen Lodges und Zimmern zu übernachten, die sich direkt in der tropischen Landschaft befinden. Außerdem stehen zwei sogenannte Regenwald-Camps mit Stoffzelten den Übernachtungsgästen zur Verfügung. Seit 2010 ergänzen Ferienhäuser direkt neben der Halle das Übernachtungsangebot. Ein mehrtägiger Aufenthalt im Tropical Islands ist so möglich.

Probleme[Bearbeiten]

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten]

Die Besucherzahlen bleiben bislang hinter den ursprünglichen Planungen der Betreiber zurück. Für einen kostendeckenden Betrieb wurden 1,25 Millionen Besucher im Jahr kalkuliert. Im ersten Betriebsjahr wurden sogar 2,5 Millionen Besucher erwartet. Die erreichte Zahl lag jedoch unter einer Million. 2005 hatte die tropische Urlaubswelt einen Verlust zwischen 10 und 20 Millionen Euro. Die anfangs stark rückläufigen Besucherzahlen wurden auf verschiedene Gründe zurückgeführt, auch auf die vergleichsweise abgelegene Lage von Tropical Islands. Zudem liegen in Berlin-Südbrandenburg, dem direkten Einzugsgebiet der Anlage, die verfügbaren Einkommen unter Bundesdurchschnitt. Zielgruppe der Erweiterung der Freizeitanlage waren somit Besucher aus weiter entfernten Regionen, einschließlich Polen.

Durch eine geänderte Preisstruktur und neu geschaffene Übernachtungsmöglichkeiten wurde die Besucherakzeptanz verbessert. Während im Jahr 2007 nur 512.000 Besucher kamen, konnten die jährlichen Besucherzahlen auf 883.000 Besucher im Jahr 2010 gesteigert werden. Die Umsatzerlöse stiegen im selben Zeitraum von 13,8 Mio. € auf 32 Mio. € im Jahr 2010. Im Jahre 2009 konnte erstmals seit Bestehen ein positiver EBITDA erzielt werden.

In der Startphase gab es Probleme mit den Pflanzen, die unter der lichtdichten Kuppel kein Tageslicht bekamen. Seit Oktober 2005 wurde die gesamte Südseite der Halle entlang des „Südsee“-Strandes durch eine UV-durchlässige Spezialfolie aus ETFE ersetzt. Dieses 20.000 Quadratmeter große „Fenster“ ermöglicht den Einfall von Tageslicht.

Thermographie-Aufnahme

Energiebilanz[Bearbeiten]

Der Energieverbrauch der Halle ist ein wirtschaftlich und ökologisch aufwändiger Faktor. Die Gebäudehülle ist für 19 °C Innentemperatur ausgelegt, für das Bad wird die Halle auf 26 °C beheizt. Durch die Außenfläche und die UV-lichtdurchlässige Folienhülle kommt es zu Wärmeverlusten. Die Thermographie-Aufnahme zeigt den Wärmeverlust an verschiedenen Stellen der Halle. Heizgas als Heizquelle ist mit Kohlendioxidemissionen verbunden. Wärmeverluste entstehen auch durch das permanente Heizen des Sandes. Hinzu kommen die Energieverluste, da Wasserdampf aus den Wasserbecken mit der Abluft aus der Halle abgeführt wird. Allein dafür ist eine Heizleistung von 1,3 Megawatt nötig.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tropical Islands – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tanjongplc.com (PDF)
  2. Flucht nach vorn. In: Berliner Zeitung, 26. Oktober 2006
  3. Thermographieuntersuchung im Auftrag der Grünen Brandenburg, Aufnahmen (PDF; 3,2 MB) mit Erläuterungen (PDF)