Universitätsbibliothek Würzburg

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Universitätsbibliothek Würzburg
University of Würzburg seal.svg
Gründung 1619
Bestand 3,4 Millionen
Bibliothekstyp Universitätsbibliothek
Ort Am Hubland, Würzburg
ISIL DE-20
Website www.bibliothek.uni-wuerzburg.de
Universitätsbibliothek Würzburg

Die Universitätsbibliothek Würzburg ist die zentrale Bibliothek der Universität Würzburg. Als Regionalbibliothek Unterfrankens sammelt die Universitätsbibliothek unterfränkisches Schrifttum. Unterhaltsträger der UB Würzburg ist der Freistaat Bayern.

Geschichte[Bearbeiten]

1619 Gründung der Universitätsbibliothek durch Johann Gottfried I. von Aschhausen (Bibliotheca Academica Godefridiana), bis 1981 im Renaissancegebäude der Alten Universität in der Domerschulstraße untergebracht.
17./18. Jahrhundert Anwachsen der Buchbestände (Ankauf privater Büchersammlungen, z. B. des Augsburger und Eichstätter Domherrn Johann Georg von Werdenstein, des Würzburger Domvikars Paul Wenger und des Augsburger Bürgers Johann Baptist Welser)
1618-1648 Große Verluste im Dreißigjährigen Krieg
1803 Bücher, darunter zahlreiche Handschriften und Inkunabeln, kommen als Folge der Säkularisation in den Besitz der UB
1806 Gesamtbestand: 25.500 Bände
19. Jahrhundert Anwachsen der Buchbestände durch Schenkung und Kauf (z. B. Fürstlich Leiningensche Bibliothek Amorbach)
1907 Gesamtbestand: 370.000 Bände (letzte Zählung vor der Zerstörung Würzburgs im Zweiten Weltkrieg: 462.000 Bände)
16. März 1945 Zerstörung eines Großteils der Stadt beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945; Bestände der UB zu 80 % vernichtet
1957 Wiederherstellung der Bibliotheksräume abgeschlossen
1981 Bezug des Neubaus der UB (Architekt: Alexander Freiherr von Branca) auf dem Erweiterungsgelände Am Hubland

Bibliothekssystem und Bestände[Bearbeiten]

Die Bestände der UB umfassen rund 3,4 Millionen Medien, darunter ca. 8.000 aktuelle Zeitschriften.Den Benutzern steht neben dem gedruckten Bestand ein umfangreiches elektronisches Angebot (E-Books, E-Zeitschriften, E-Zeitungen) zur Verfügung. Alle elektronischen Ressourcen sind im Katalog der UB nachgewiesen. Die Nutzung ist für Angehörige der Universität Würzburg (Studierende, Dozenten, Mitarbeiter) zum größten Teil auch von zu Hause aus möglich. Die Bestände verteilen sich jeweils etwa zur Hälfte auf die Zentralbibliothek und auf rund 70 Teil-, Instituts- und Klinikbibliotheken. Die zahlreichen Standorte sind das Resultat der wechselvollen Geschichte der Universität und ihrer Bibliothek. Spiegel der kulturgeschichtlichen Bedeutung der Universitätsbibliothek sind u. a. ihre Sondersammlungen an bedeutenden historischen Handschriften und Drucken.

UB in Zahlen (2012)[Bearbeiten]

Medien insgesamt: 3.393.642
Neuerwerbungen: 59.905
Nutzer: 26.318
davon Externe: 7.162
Öffnungstage/Woche: 7
Öffnungsstunden/Woche: 103,5
Auskünfte: 33.068
Einführungskurse: 464
1 Zentralbibliothek:
Besucher: 1.059.285
Ausleihen: 734.157
Arbeitsplätze: 773
16 Teilbibliotheken:
Besucher: 1.011.000
Arbeitsplätze: 1.757

Service[Bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek bietet Einführungskurse für spezielle Zielgruppen an, z. B. für Studierende, Schüler und Lehrer sowie Veranstaltungen, die sich an ein breiteres Publikum richten. Hierzu gehören auch die unter einem bestimmten Thema stehenden Führungen der Abteilung Sondersammlungen. Für ihre intensive und beispielhafte Zusammenarbeit mit Schulen erhielt die UB wiederholt das bayerische Gütesiegel Bibliotheken – Partner der Schulen. Daneben werden zahlreiche Kurse zur Vermittlung von Informationskompetenz angeboten, die in die Curricula fast aller Studiengänge der Universität Würzburg integriert sind. Während der gesamten Öffnungszeiten der Zentralbibliothek können sich die Bibliotheksbenutzer telefonisch oder persönlich an der Informationstheke beraten lassen. Für Anfragen, Wünsche, Anschaffungsvorschläge und Kritik steht ein Auskunftsmanagementsystem zur Verfügung (Frag' die UB, basierend auf Question Point). Reprografische Dienstleistungen bietet das Digitalisierungszentrum der UB an. Zu den Kernaufgaben des Digitalisierungszentrums zählen neben Reprodiensten für universitäre und wissenschaftliche Zwecke auch Scanarbeiten für Elektronische Semesterapparate der E-Learning-Plattform WueCampus sowie die Buchdigitalisierung im Rahmen der Plattformen WuE-Books und Franconica Online. Die UB Würzburg unterstützt mit dem Online-Publikationsserver OPUS Würzburg die Open Access-Initiative: Auf diesem Server können Wissenschaftler und Studierende der Universität Würzburg ihre wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichen. Erst- und Zweitpublikationen sowie Zeitschriften, Reihen und Kongressberichte Würzburger Wissenschaftler stehen weltweit für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung.

Sondersammlungen[Bearbeiten]

Die Sondersammlungen der UB werden von zwei Abteilungen betreut, die jeweils ein besonderes Aufgabengebiet haben:

Die Abteilung Handschriften und Alte Drucke erschließt und verwaltet den wertvollen Alt- und Sonderbestand der Universitätsbibliothek. Die seit über 400 Jahren angewachsene Sammlung erfuhr ihren größten Zuwachs in den Jahren der Säkularisation, als zahlreiche Bücher und Handschriften aus den Klöstern und Stiften in und um Würzburg in die Universitätsbibliothek gelangten. Heute umfassen die von der Abteilung betreuten Bestände neben den ca. 2300 Handschriften und ca. 3000 Inkunabeln zahlreiche Drucke aus den Jahren vor 1801, sowie Papyri, Autografen, Nachlässe, Originalgrafik, historische Karten und Pläne. Zu den größten Kostbarkeiten der Sammlungen gehören das Kiliansevangeliar und das Fuldaer Evangeliar mit der Würzburger Markbeschreibung sowie das Rundbuch des Fürstbischofs Julius Echter.

Die Abteilung Fränkische Landeskunde betreut die umfangreichste Sammlung fränkischer Literatur bzw. der Literatur über Franken, seine Kultur und Geschichte an einer wissen-schaftlichen Bibliothek. Seit 1962 wird hier auch die Unterfränkische Bibliographie als Regionalbibliographie für den bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken erstellt, heute als Teil der Bayerischen Bibliographie. Räumlich gesehen liegt der Schwerpunkt der Sammlung auf Unterfranken, daneben wird aber auch Literatur über Mittel- und Oberfranken sowie Hennebergisches Franken, Hohenlohe, Württembergisch und Badisches Franken gesammelt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

49.78259.9680555555556Koordinaten: 49° 46′ 57″ N, 9° 58′ 5″ O