Urmensch-Museum

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Urmensch-Museum
Vitrine

Das Urmensch-Museum in Steinheim an der Murr wurde am 31. Mai 1968 eingeweiht. Das wichtigste und namensgebende Exponat stellt der Urmenschen-Schädel des Homo steinheimensis dar, welcher 1933 in Steinheim gefunden wurde und etwa 250.000 Jahre alt ist. Weitere Ausstellungsexponate und Themen sind die Geologie und Tierwelt aus Steinheim und Umgebung von der Altsteinzeit bis zur Würmeiszeit.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einem Beschluss des Steinheimer Gemeinderates vom 10. Juni 1966 konnte die Einweihung bereits am 31. Mai 1968 stattfinden. Es bestand zunächst nur aus einem einzigen Raum, einem ehemaligen Klassenzimmer des Kirchschulhauses im sogenannten Karl-Trautwein-Haus. Das Haus war benannt nach dem Bürgermeister aus dem Dreißigjährigen Krieg. Bereits 1974 konnte das Museum durch einen Anbau erweitert werden. Komplett neu gestaltet wurde das Museum 1982 bis 1983, zu diesem Zeitpunkt erhielt es auch seinen heutigen Namen.

Ausstellungsräume[Bearbeiten]

Ausstellungsplan

Das Museum besteht aus mehreren Ausstellungsräumen und erstreckt sich über zwei Etagen. In der unteren Etage befinden sich Fundstücke pleistozäner Großsäuger, während in der oberen Etage die Entwicklung der Frühmenschen dargestellt ist. Hauptausstellungsstück ist die Schädelkopie des „Steinheimer Urmenschen“.

Großsäuger[Bearbeiten]

Europäischer Waldelefant
Geweih eines Riesenhirsches, Spannweite ca. 2,60 Meter

Ein besonders schönes Exemplar des Skelettes eines Europäischen Waldelefanten, dazu verschiedene Stoßzähne, auch von Steppenmammuten, Steppenbisons und viele weitere Exponate sind heute im Museum zu sehen. Die meisten Funde stammen aus den Terrassenschottern der nahegelegenen Flüsse Murr und Bottwar.

Die Geweihschaufel eines Riesenhirsches (Megaloceros giganteus antecedens) stammt aus dem pleistozänen Schotter der Kiesgrube Sammet und wurde 1937 gefunden (siehe Abbildung, Nummer 18270 des Stuttgarter Museum am Löwentor).

Homo steinheimensis[Bearbeiten]

Steinheimer Urmensch Schädel
Nahansicht

Der Schädel des Homo steinheimensis wurde am 24. Juli 1933 in der Mitte einer 15 Meter hohen Kieswand der Sigristschen Kiesgrube von Karl Sigrist (1901–1972), dem Juniorchef beim Kiesabbau gefunden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um eine circa 25 Jahre alte Frau, die nach Auswertung des Schädelfundes vor 250.000 Jahren erschlagen wurde. Der Homo steinheimensis ist aus Homo heidelbergensis hervorgegangen und somit stammesgeschichtlich älter als der Neandertaler.

Die Ausgrabung wurde von Fritz Berckhemer vorgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Dietrich Adam: Der Mensch der Vorzeit – Führer durch das Urmensch-Museum Steinheim an der Murr. Theiss, Stuttgart 1984, ISBN 3-8062-0404-7.
  • Karl Dietrich Adam: Der Urmensch von Steinheim an der Murr und seine Umwelt – Ein Lebensbild aus der Zeit vor einer viertel Million Jahren.
  • Raimund Waibel: Urmensch Museum – Steinheim an der Murr. In: Schwäbische Heimat. 2, 1994.
  • Homo steinheimensis – Zur 60. Wiederkehr des Fundtages und zum 25jährigen Bestehen des Urmensch-Museums in Steinheim an der Murr. In: Beiträge zur Heimatkunde. Bd. 43, Steinheim an der Murr 1993.
  • Reinhard Ziegler: 75 Jahre Homo steinheimensis. In (Hrsg.) Historischer Verein Bottwartal e.V.: Geschichtsblätter aus dem Bottwartal Bd. 11, Großbottwar 2008, ISSN 0948-1532.

Weblinks[Bearbeiten]

48.9647555555569.2793111111111Koordinaten: 48° 57′ 53″ N, 9° 16′ 46″ O