Vaire-Arcier

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Vaire-Arcier
Vaire-Arcier (Frankreich)
Vaire-Arcier
Region Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Besançon
Kanton Marchaux
Koordinaten 47° 17′ N, 6° 9′ O47.2830555555566.1525260Koordinaten: 47° 17′ N, 6° 9′ O
Höhe 243–561 m
Fläche 12,78 km²
Einwohner 533 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 42 Einw./km²
Postleitzahl 25220
INSEE-Code

Vaire-Arcier ist eine Gemeinde im französischen Département Doubs in der Region Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten]

Vaire-Arcier liegt auf 256 m, etwa 11 km ostnordöstlich der Stadt Besançon (Luftlinie). Die Doppelgemeinde erstreckt sich im Doubstal auf der linken südlichen Seite des Flusses, am nordwestlichen Rand des Juras, am Nordfuß der Jura-Randkette (Côte).

Die Fläche des 12,78 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Doubstals. Die nördliche Grenze verläuft entlang dem Doubs, der hier durch eine rund 1.5 Kilometer breite, flache Talniederung nach Westen fließt und gleichzeitig die Wasserstraße des Rhein-Rhône-Kanals bildet. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal nach Süden über die flache Talniederung und den angrenzenden bewaldeten Steilhang, der an mehreren Orten von Kalkfelsbändern durchzogen wird, bis auf den Kamm der Jura-Randkette. Diese stellt in geologisch-tektonischer Hinsicht eine Antiklinale des Faltenjuras dar und ist gemäß der Streichrichtung des Gebirges in dieser Region in Richtung Westsüdwest-Ostnordost orientiert. Auf dem breiten, dicht bewaldeten Kamm der Côte wird mit 561 m die höchste Erhebung von Vaire-Arcier erreicht.

Die Doppelgemeinde besteht aus den Ortsteilen Vaire (256 m), Arcier (250 m) und Corcelles (260 m), im Tal des Doubs am Nordfuß der Côte gelegen. Nachbargemeinden von Vaire-Arcier sind Novillars, Vaire-le-Petit und Deluz im Norden, Osse im Osten, Nancray und Gennes im Süden sowie Chalèze und Roche-lez-Beaupré im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Vaire-Arcier war vermutlich bereits während der Römerzeit besiedelt. Die Quellen von Arcier wurden damals gefasst und dienten der Wasserversorgung von Vesontio (Besançon). Überreste der römischen Wasserleitung sind noch heute sichtbar.

Vaire unterstand seit dem Mittelalter der Herrschaft Montfaucon, während Arcier eine kirchliche Herrschaft unter dem Erzbischof von Besançon bildete. Zusammen mit der Franche-Comté gelangten beide Ortschaften mit dem Frieden von Nimwegen 1678 definitiv an Frankreich. Im Jahr 1974 fusionierten die beiden vorher selbständigen Gemeinden Vaire-le-Grand und Arcier zur Doppelgemeinde Vaire-Arcier.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die einschiffige Kirche von Vaire wurde im 18. Jahrhundert im klassischen Stil erbaut. In Vaire-le-Grand steht das Schloss, das im 18. Jahrhundert an der Stelle eines spätmittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet wurde. Es ist von einem großen französischen Garten umgeben und dient heute als Seniorenheim. Auch in Arcier befindet sich ein Schloss, das im 19. Jahrhundert erbaut wurde und zu dem ein Jagdhaus (Pavillon de Saint-Marc) aus dem 17. Jahrhundert gehört. Das Chalet du Caprice stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 356
1968 360
1975 384
1982 449
1990 474
1999 526
2005 515

Mit 533 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gehört Vaire-Arcier zu den kleinen Gemeinden des Département Doubs. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets im Bereich zwischen 310 und 410 Personen gelegen hatte, wurde seit Beginn der 1970er Jahre ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Vaire-Arcier war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft (Ackerbau, Obstbau und Viehzucht), die Forstwirtschaft und die Fischerei geprägtes Dorf. In Arcier bestand früher eine Papiermühle. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die in der Agglomeration Besançon ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrstechnisch gut erschlossen, obwohl sie abseits der größeren Durchgangsstraßen liegt. Die Hauptzufahrt erfolgt von Vaire-le-Petit an der Hauptstraße N83, die von Besançon nach Montbéliard führt. Der nächste Anschluss an die Autobahn A36 befindet sich in einer Entfernung von ungefähr 10 km. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Chalèze und Osse.