Verband der Ersatzkassen

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Verband der Ersatzkassen e. V.
(vdek)
Logo
Zweck: Interessenverband
Vorsitz: Ulrike Elsner
Gründungsdatum: 1. Januar 2009
Mitgliederzahl: 6
Sitz: Berlin
Website: vdek.com

Im Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) haben sich alle sechs Ersatzkassen in Deutschland zusammengeschlossen: Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK), DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse (KKH), Hanseatische Krankenkasse (HEK) und Handelskrankenkasse (HKK). Der vdek ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen für seine Mitgliedskassen und setzt sich für sie auf Bundesebene und Landesebene ein.

Der Verband[Bearbeiten]

Mit mehr als 26 Millionen Versicherten und weit mehr als 19 Millionen Mitgliedern decken die Ersatzkassen über 37 Prozent des Marktes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland ab. Damit sind sie die größte Kassenart in der GKV und können ihren Einfluss in den Vertrags- und Vergütungsverhandlungen mit den Leistungserbringern sowie gegenüber der Politik und Öffentlichkeit geltend machen. Sie haben sich freiwillig im vdek zusammengeschlossen und bilden eine Kooperations- und Haftungsgemeinschaft.

Der vdek hat seinen Sitz in Berlin mit rund 240 Mitarbeitern und ist in allen Bundesländern mit Landesvertretungen mit insgesamt etwa 300 Mitarbeitern vertreten. Darüber hinaus sind weitere 40 Mitarbeiter in den Pflegestützpunkten für die Ersatzkassen im Einsatz. Verbandsvorsitzender ist seit 2006 Christian Zahn.[1] Der Verband wird von einem hauptamtlichen Vorstand geleitet. Vorsitzende des Vorstandes ist seit Juli 2012 Ulrike Elsner.[2]

Aufgaben[Bearbeiten]

Der vdek ist Interessenvertretung und Dienstleister aller Ersatzkassen. Er vertritt auf Bundes- und Landesebene die Interessen seiner Mitgliedskassen. Auf einen knappen Nenner gebracht, lassen sich die Aufgaben wie folgt umreißen:

  • Beratung und Betreuung der Mitgliedskassen des Verbandes und der bei diesen errichteten Pflegekassen bei der Durchführung ihrer Aufgaben, der Austausch von Erfahrungen unter ihnen, die Vertretung und Förderung ihrer gemeinsamen Interessen sowie die gerichtliche und außergerichtliche Verfolgung ihrer und eigener wettbewerbsrechtlicher Ansprüche,
  • Abschluss von Verträgen sowie die Gewährleistung der Durchführung dieser Verträge, soweit die Mitgliedskassen den Verband bevollmächtigt haben oder diesen beigetreten sind,
  • Förderung von Maßnahmen, die über den Aufgabenbereich der Mitgliedskassen hinausgehen und von allgemeiner Bedeutung für die Krankenversicherung sind,
  • Vertretung der Verbandsziele in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik,
  • Herausgabe von Veröffentlichungen,
  • Veranstaltung von Tagungen, die den gemeinsamen Zwecken dienen,
  • Unterstützung und Koordinierung der Vertretung sowie die Wahrnehmung der Interessen der Ersatzkassen beim Spitzenverband Bund der Krankenkassen,
  • Alle Aufgaben, die ihm kraft Gesetzes oder von den Mitgliedskassen übertragen worden sind.

Die Aufgaben und Formen der Zusammenarbeit sind in der Verbandssatzung und der Geschäftsordnung der Landesvertretungen geregelt. Die vdek-Zentrale erarbeitet mit den Mitgliedskassen auf Bundesebene strategische Konzepte sowie Rahmenempfehlungen und -vorgaben, etwa für die Budget- und Vergütungsverhandlungen mit den Krankenhäusern, Ärzten, Apotheken und Zahnärzten. Die vdek-Landesvertretungen entwickeln Konzepte, die auf das jeweilige Land zugeschnitten sind und gestalten die Versorgung vor Ort konkret aus. Dies geschieht im Rahmen von Verhandlungen sowie durch den Abschluss von Verträgen. Darüber hinaus vertreten sie die Ersatzkassenpositionen gegenüber der Landespolitik und beteiligen sich an der Krankenhaus- und ärztlichen Versorgungsplanung. Der vdek spricht so auf Bundes- und Landesebene mit einer Stimme und kann doch regionale und kassenspezifische Besonderheiten optimal berücksichtigen.[3]

Ein wichtiger Teil der Interessensvertretung ist die Repräsentanz der Ersatzkassengemeinschaft im GKV-Spitzenverband und in den Partnerorganisationen wie beispielsweise der Gemeinsame Bundesausschuss oder der Bewertungsausschuss Ärzte. Hier ist der vdek in unterschiedliche Gremien eingebunden und sorgt im Vorfeld für eine abgestimmte Meinungsbildung und Konsensfindung im Ersatzkassenlager. Um die Interessen auf europäischer Ebene zu vertreten, ist der vdek Mitglied in der Association Internationale de la Mutualité (AIM)[4], einem Interessenverband der sozialen Krankenversicherung mit Sitz in Brüssel. Zudem bringt sich der Verband in das gemeinsame Büro der Deutschen Sozialversicherung ein, um die Werte der sozialen Sicherheit und der Ersatzkassen auf europäischer Ebene zu vertreten.

Mitgliederversammlung[Bearbeiten]

Die Selbstverwaltung ist tragendes Prinzip der Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Sie ist nicht nur Kontrollorgan für Vorstände und Verwaltungen der Krankenversicherungsträger, sondern auch Zeichen von demokratischer Mitsprache der Versicherten. Denn die Versicherten entscheiden durch ihre in die Verwaltungsräte der Kassen gewählten Vertreter über wesentliche Belange der GKV mit. Der Verband ist wie seine Mitgliedskassen nach dem demokratischen Prinzip der Selbstverwaltung organisiert. Sein wichtigstes Entscheidungsgremium ist die Mitgliederversammlung, die sich aus ehrenamtlichen Vertretern zusammensetzt. Gemeinsam mit dem Gesamtvorstand bildet sie das Bindeglied zu den Ersatzkassen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes besteht aus 27 Versichertenvertretern und sieben Arbeitgebervertretern, die jeweils von den Verwaltungsräten der sechs Ersatzkassen entsendet werden. Alle sechs Jahre wählen die Versicherten bei der Sozialwahl ihre Vertreter, die somit demokratisch legitimiert sind. Legt man die Zahl der Wahlberechtigten zugrunde, sind die Sozialwahlen die drittgrößten Wahlen nach den Wahlen zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament. Die gewählten Vertreter nehmen ihre Aufgabe als Ehrenamt wahr.

Gesamtvorstand[Bearbeiten]

Jede Mitgliedskasse entsendet seinen hauptamtlichen Vorstand sowie bis zu zwei ehrenamtliche Mitglieder in den Gesamtvorstand des vdek. Aus dem Kreis der ehrenamtlichen Mitglieder des Gesamtvorstandes werden der Verbandsvorsitzende und dessen Stellvertreter gewählt. Die Wahl erfolgt durch die Mitgliederversammlung. Die Stellvertreter des ehrenamtlichen vdek-Verbandsvorsitzenden Christian Zahn sind Holger Langkutsch, Dieter F. Märtens und Hans-Jürgen Schnurr.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verband blickt auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurück. 1912 gründete sich der Verband Kaufmännischer Eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen) als Interessenverband und benannte sich später in Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V. (VdAK) um. Zu Beginn vertraten die Gründerkassen 120.000 Mitglieder deutschlandweit. Daneben entstand 1939 der AEV – Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V. als Verband freier Krankenkassen, der sich aufgrund von Kassenfusionen Ende 2008 auflöste und zum 1. Januar 2009 gemeinsam mit dem VdAK in dem vdek aufging.

Ersatzkassen[Bearbeiten]

Die Ersatzkassen gehören als Krankenkassen zur Gesetzliche_Krankenversicherung in Deutschland. Sie sind derzeit nach §168 I SGB V definiert als „am 31. Dezember 1992 bestehende Krankenkassen, bei denen Versicherte die Mitgliedschaft bis zum 31. Dezember 1995 durch Ausübung des Wahlrechts erlangen können.“ Der Begriff „Ersatzkasse“ ist historisch aus der Situation entstanden, dass zunächst nach Gründung der Sozialversicherung durch Bismarck jeder versicherungspflichtige Bürger einer berufsständischen Pflichtversicherung (einer Primärkasse) zugeordnet wurde (beispielsweise Handwerker den Innungskrankenkassen), er aber als Ersatz für die Pflichtzuweisung eine der bisher schon freiwillig organisierten, eingeschriebenen Hilfskassen wählen konnte, sofern eine solche Kasse für ihn berufsständisch zuständig war. Um 1900 gab es rund 1.500 Hilfskassen in Deutschland.

Mit der Reichsversicherungsordnung (RVO) mussten bis 1914 die Hilfskassen eine Zulassung als „Ersatzkasse“ beantragen und mindestens 1.000 Mitglieder haben. 1936 musste eine Ersatzkasse sich entweder auf Angestellte oder auf Arbeiter beschränken und durfte keine neuen nicht versicherungspflichtigen Mitglieder mehr aufnehmen. In der Folge nahmen ausgegründete Private Krankenversicherungsvereine diese versicherungsberechtigten Mitglieder auf. Seit der Wiederzulassung der Ersatzkassen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich die Versicherungsbedingungen vielfältig weiterentwickelt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Zahn auf vdek.com
  2. Ulrike Elsner auf vdek.com
  3. vdek-Landesvertretungen
  4. Association Internationale de la Mutualité (AIM) auf aim-mutual.org