Eisenach

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt in Thüringen. Für andere Bedeutungen siehe Eisenach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eisenach
Eisenach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eisenach hervorgehoben
50.97458333333310.324555555556215Koordinaten: 50° 58′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Höhe: 215 m ü. NHN
Fläche: 103,84 km²
Einwohner: 41.567 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 400 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99817
Vorwahlen: 03691, in den Ortsteilen auch 036920 und 036928Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EA
Gemeindeschlüssel: 16 0 56 000
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 2
99817 Eisenach
Webpräsenz: www.eisenach.de
Oberbürgermeisterin: Katja Wolf (Die Linke)
Lage der Stadt Eisenach in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild
Luftbild der Altstadt von Eisenach

Eisenach ist eine Stadt im Westen Thüringens und eine der sogenannten Lutherstädte. Sie ist seit 1998 kreisfreie Stadt und das Zentrum Westthüringens sowie der angrenzenden nordosthessischen Gebiete. In der Raumordnung nimmt die Stadt die Position eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein und ist der Planungsregion Südwestthüringen zugeordnet. Eisenach liegt an der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes.

Bekannt ist Eisenach durch die Wartburg oberhalb der Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Dort übersetzte Martin Luther das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. 1817 fand dort das Wartburgfest statt, eines der wichtigsten Ereignisse des Vormärz. Inoffiziell führt die Stadt den Beinamen Wartburgstadt.

1685 wurde der Komponist Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, die ab 1928 zu BMW gehörte und später als Automobilwerk Eisenach den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach 1990 durch die Adam Opel AG fortgeführt. Die Werke der Automobilindustrie wie Opel und Bosch beschäftigen heute über 4000 Mitarbeiter, was Eisenach zu einem Industriezentrum Thüringens macht.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Topographische Lage von Eisenach – Quelle: OpenTopoMap (2013)

Die Kernstadt von Eisenach liegt im Tal der Hörsel, die im Stadtteil Hörschel linksseitig in die Werra mündet. An der Werra liegen die Stadtteile Neuenhof und Wartha. Der tiefste Punkt des gesamten Stadtgebietes befindet sich unweit nördlich des Stadtteils Hörschel auf etwa 196 m ü. NN im Werratal. Am ehemaligen Nadeltor an der Goethestraße liegt der tiefste Punkt der Eisenacher Altstadt.

Im Süden und Südwesten steigt der Thüringer Wald steil auf Höhen bis über 400 m ü. NN an. Dort bildet der Rennsteig zwischen der Hohen Sonne und dem Vachaer Stein die Südgrenze des Stadtgebiets. Mit 460 m ü. NN ist eine Felskuppe an der Weinstraße am Kleinen Drachenstein der höchste Punkt des Eisenacher Stadtgebietes. Zwischen der Hohen Sonne und der Stadt befinden sich die Drachenschlucht und die Landgrafenschlucht. Das verfluchte Jungfernloch, eine Felshöhle, befindet sich ebenso wie das Burschenschaftsdenkmal und die Wartburg in den Bergen des südlichen Stadtgebiets. Ebenfalls südlich des Stadtgebietes quert die Bundesstraße 84 den Rennsteig am Vachaer Stein, die Passhöhe liegt auf 368 m ü. NN.

Östlich von Eisenach erstreckt sich das Hörseltal und die es nördlich begrenzenden Hörselberge, die der Sage nach die Heimat von Frau Holle sein sollen. Nördlich der Hörselberge verläuft das Tal der Nesse, die am Eisenacher Petersberg in die Hörsel mündet.

Nördlich von Eisenach erstreckt sich eine ausgedehnte Hochfläche bis an den Rand des Hainich mit den Eisenacher Stadtteilen Hötzelsroda, Neukirchen, Madelungen und Berteroda.

Westlich von Eisenach, bei Stedtfeld, verengt sich das Hörseltal auf wenige hundert Meter Breite. An der Thüringer Pforte bei Hörschel mündet die Hörsel in die Werra und dort beginnt der Rennsteig als Kammweg des Thüringer Waldes; die Stadtteile Göringen, Wartha und Neuenhof liegen südlich des Rennsteigs im Werratal.

Naturraum[Bearbeiten]

Auf Grund seiner Lage am Grenzsaum zweier Naturräume gehört Eisenach zu den sogenannten Pfortenstädten. Es vermittelt zwischen dem Werrabergland und den Hörselbergen, zwei vom Muschelkalk geprägten Schichtstufenlandschaften im Norden und dem von den Sandsteinen und Konglomeraten des Oberrotliegenden geprägten nordwestlichen Thüringer Wald im Süden. Im Nordwesten hat das Stadtgebiet Eisenachs Anteil an der Gerstungen-Creuzburger Werraaue. Die Randberge des Thüringer Waldes südlich des Stadtteils Neuenhof liegen im Norden des Bad Liebensteiner Zechsteingürtels. Diese Lage am Rande von mehreren Naturräumen begünstigte die Entwicklung der mittelalterlichen Stadt Eisenach als Markt für die Rohstoffe Holz und Gesteine und die daraus gewonnen Produkte sowie für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Begünstigend für die Stadtentwicklung war auch die Lage an einer wichtigen Passstraße über den Thüringer Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Blick von der Michelskuppe auf die Eisenacher Innenstadt, im Hintergrund die Vorberge des Thüringer Waldes

An das Stadtgebiet grenzen im Norden die Gemeinden Krauthausen und Mihla. Östlich der Stadt folgen die Gemeinden Hörselberg-Hainich und Wutha-Farnroda. Daran schließen sich im Südosten Ruhla, im Süden Wolfsburg-Unkeroda und Marksuhl sowie im Südwesten Gerstungen an. Während alle diese Nachbargemeinden im thüringischen Wartburgkreis liegen, grenzt das Stadtgebiet im Westen an Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis (Hessen).

Ausdehnung und Gliederung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Übersicht Stadtteile

Das Eisenacher Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 103,85 km². Davon sind 7,44 km² bebaute Flächen, 6,10 km² Verkehrsflächen, 45,39 km² landwirtschaftliche Nutzflächen und 1,12 km² Gewerbe- und Industrieflächen. Bedingt durch die Lage am Thüringer Wald nehmen die Waldflächen mit 37,52 km² rund ein Drittel des Stadtgebietes ein.[2]

Eisenach besteht neben dem Stadtgebiet aus den Ortsteilen Berteroda, Hötzelsroda, Madelungen, Neuenhof, Hörschel, Neukirchen, Stedtfeld, Stockhausen, Stregda, Wartha und Göringen.[3]

Die Ortsteile besitzen Ortsteilverfassungen, Neuenhof und Hörschel sowie Wartha und Göringen haben jeweils eine gemeinsame Ortsteilverfassung.[4]

Klima[Bearbeiten]

Die Niederschlagssummen liegen zwischen 781 und 959 mm pro Jahr, der Mittelwert beträgt 831 mm (Landesdurchschnitt: 837 mm). Im größten Teil des Stadtgebiets liegen die Werte zwischen 800 und 850 mm, nur in den Flussauen von Werra und Hörsel werden 800 mm unterschritten. Mit 850 bis 900 mm pro Jahr werden die höchsten Niederschlagsmengen im Norden und Süden des Stadtgebietes erreicht.[5]

Die Jahresmitteltemperatur der Stadt beträgt 7,6 bis 9,0 °C und entspricht damit dem Thüringer Landesdurchschnitt. Das Jahresmittel der Sonnenscheindauer liegt bei 1423 bis 1444 Stunden pro Jahr. Die vorherrschende Windrichtung in freien Lagen ist Westsüdwest.[6]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Eisenach
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,9 3,6 8,2 13,0 17,8 21,2 22,3 22,3 18,9 13,2 6,5 3,3 Ø 12,7
Min. Temperatur (°C) −3,4 −3,3 −0,6 2,5 6,5 9,7 11,6 11,3 8,1 4,6 1,2 −1,4 Ø 3,9
Temperatur (°C) −0,8 0,1 3,8 7,7 12,1 15,4 16,9 16,8 13,5 8,9 3,8 0,9 Ø 8,3
Niederschlag (mm) 37 36 37 44 56 71 62 59 44 46 48 47 Σ 587
T
e
m
p
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1,9
−3,4
3,6
−3,3
8,2
−0,6
13,0
2,5
17,8
6,5
21,2
9,7
22,3
11,6
22,3
11,3
18,9
8,1
13,2
4,6
6,5
1,2
3,3
−1,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Climate-data.org[7]

Naturschutz[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet hat Anteil am Landschaftsschutzgebiet Thüringer Wald und am Naturpark Thüringer Wald. Im nordwestlichen Teil berührt es den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Teile des Naturschutzgebiets Wartburg – Hohe Sonne mit einer Größe von 586,1 Hektar liegen im Süden des Stadtgebietes zwischen dem Stadtrand und dem Rennsteig. Dort gibt es die für den nordwestlichen Thüringer Wald typischen ausgedehnten Laubmischwälder und bedeutende Geotope.[8]

Unter 15 geschützten Landschaftsbestandteilen, Flächennaturdenkmalen und Naturdenkmalen befinden sich zwei regional bzw. bundesweit bedeutsame Fledermausquartiere.[9]

Schutzobjekt Jahr der Unterschutzstellung Kurzbeschreibung
Basaltgang im Unteren Muschelkalk am Bahnhof Hörschel 1977 Geologischer Aufschluss
Fledermausquartier Neuenhof 1988 Fledermaus-Wochenstube von bundesweiter Bedeutung
Donnerkaute bei Neuenhof 1988 Erdfall
Riffe des Oberen Zechsteins bei Neuenhof 1988 Geologischer Aufschluss
Feuchtgebiet im Mosewald 1985 Feuchtbiotop
Fledermausquartier im Stedtfelder Schloss 1988 Fledermaus-Wochenstube von regionaler Bedeutung
Zechsteinaufschluss an der Göpelskuppe 1977 Geologischer Aufschluss
Michelskuppe 1966 Geologischer Aufschluss
Rotliegend an der Wartburgschleife 1977 Geologischer Aufschluss
Elfengrotte 1966 Felsformation
Staffelbruch im Rotliegend am Ortsausgang (B 84) Eisenach 1977 Geologischer Aufschluss
Luisengrotte 1966 Geologischer Aufschluss
Ludwigsklamm 1966 Felsformation
Landgrafenschlucht 1966 Felsformation
Drachenschlucht 1977 Klamm

Geologie, Geomorphologie[Bearbeiten]

Die Landgrafenschlucht bei Eisenach mit einem Aufschluss von Konglomeraten des Rotliegenden

Der Anteil des Stadtgebietes am nordwestlichen Thüringer Wald wird im oberflächennahen geologischen Untergrund von der Eisenach-Folge des Oberrotliegend (Saxon) gebildet. Auf die Schichten des Wartburg-Konglomerats im Osten folgen im Westen ungegliederte Siltsteine, die sogenannten Schiefertone, und die kiesige Abfolge des Hauptkonglomerats. Die erodierenden Bäche zerschnitten schluchtartig die mit Silikat gebundenen und damit harten Konglomerate und Sandsteine und präparierten die zahlreichen hohen Felsbänder heraus, die ebenso wie die Schluchten landschaftsprägend sind. Größere Schluchten sind die Drachenschlucht und die Landgrafenschlucht. Bedeutende Felsen befinden sich unterhalb der Wartburg, an der Teufelskanzel und am Mädelstein.

Die Nordhänge des Hörseltales und die sich nördlich anschließenden Schichtflächen sind von den Schichtgesteinen des mittleren und oberen Muschelkalks und des unteren Keupers geprägt. Die Schichtflächen können zudem von Lößlehm bedeckt sein. Die geologischen Schichten des Werraberglands sind im Bereich von Eisenach durch mehrere herzynisch streichende Verwerfungen in mehrere Schichtpakete zerteilt. Entlang der Bruchkanten sind die geologischen Schichten meist gegeneinander verkippt. Eine Schichtrippe aus Muschelkalk bildet zum Beispiel die bis zu 20 Meter hohen Felsen der Michelskuppe innerhalb des nördlichen Stadtgebietes. An den Verwerfungslinien sind südwestlich des Stadtteils Stregda und um den Eisenacher Friedhof großflächig auch Ton- und Mergelsteine des unteren Juras zu Tage getreten. Der äußerste Westen des Stadtgebietes ist von der Leine-Folge und der Werra-bis-Staßfurt-Folge des Zechsteins geprägt. Dort dominieren Kalk- und Dolomitstein, aber auch Anhydrit und Gips. Die Kupferschieferbank und Riffkalke sind zum Beispiel am Burschenschaftsdenkmal aufgeschlossen. Ein Aufschluss mit Gesteinen aus dem Tertiär ist in einem sogenannten geologischen Fenster am Bahnhof von Hörschel erhalten geblieben. Es handelt sich um einen Basaltgang, der zu Zeiten des Rhön-Vulkanismus entstanden ist. Die Talauen von Hörsel und Werra sind mit Auensedimenten, meist lockeren Talsanden, aufgefüllt, die von den Flüssen in jüngerer geologischer Vergangenheit dort abgelagert wurden. Sie sind die größten Verebnungen im Eisenacher Stadtgebiet und als Industriestandorte von Bedeutung. Die Altstadt von Eisenach entstand auf periglazialem, also während der Weichsel-Kaltzeit entstandenem Verwitterungsschutt am Nordrand des Thüringer Waldes.[10]

Flora und Vegetation[Bearbeiten]

Trespenrasen am Wartenberg

Die potentielle natürliche Vegetation an fast allen Standorten im Eisenacher Stadtgebiet sind Rotbuchenwälder. Das Spektrum reicht von Kalk- und Orchideen-Buchenwäldern bis zu Hainsimsen-Buchenwäldern auf den Rotliegend-Konglomeraten des nordwestlichen Thüringer Waldes. In den Auen haben sich von Natur aus Erlen-Eschen-Bachwälder und Weiden-Eschen-Auwälder entwickelt. Die natürliche Vegetation der Schluchten besteht aus Ahorn-Eschen-Schluchtwäldern. An Extremstandorten auf Felskuppen und an Graten über Konglomerat und Sandstein können sich Eichen-Trockenwälder entwickelt haben. An steilen Südhängen, beispielsweise am Petersberg im Osten der Stadt, haben es wegen der Steilheit und der Trockenheit der Standorte die Bäume schwer, aufzuwachsen. Stellenweise gibt es dort artenreiche Trockengebüsche und Xerothermrasen. Schlehen und Weißdornarten sind häufig, aber auch seltenere Arten wie Berberitze, Liguster, Kreuzdorn und Wacholder sind vorhanden. Mit der Eisenacher Mehlbeere gibt es an den Hängen am Petersberg auch eine endemische Art. Die Muschelkalkhalden am Petersberg werden meist von der Ästigen Graslilie beherrscht.

Die aktuelle Vegetation weicht von der potentiell natürlichen vielerorts deutlich ab. Die Wälder sind forstlich überprägt. Nicht standortgerechte Baumarten wie Gemeine Fichte, Waldkiefer und Schwarzkiefer wurden eingebracht oder für die Aufforstung erodierter Hänge verwendet. Weite Bereiche, vor allem in Norden und Osten des Stadtgebietes, unterliegen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und werden von Kulturpflanzen dominiert. Dort können allenfalls stellenweise Pflanzenarten der Ackerbegleitflora wie Klatschmohn oder Geruchlose Kamille Fuß fassen. Im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes am Wartenberg im Norden des Stadtgebietes sind durch Beweidung mit Schafen ausgedehnte, halb natürliche artenreiche Magerrasenflächen (Trespenrasen) entstanden. Stellenweise ist dort auch Enzian-Schillergrasrasen zu finden. Die Wälder im Landschaftsschutzgebiet Thüringer Wald des südlichen Stadtgebietes sind besonders naturnah. Sie enthalten auch floristische Besonderheiten wie das Zweiblütige Veilchen. Rotbuche und Stieleiche sind dort bestandsbildend und erreichen stellenweise ihr natürliches Alter. In den zahlreichen Schlucht- und Blockschuttwäldern sind alte und besonders hohe Exemplare der Gemeinen Esche und des Bergahorns gewachsen. Ausgedehnte Feuchtgebiete befinden sich im Westen Eisenachs zwischen dem Thüringer Wald und dem Automobilwerk. Dort sind Schilfgebiete, ein See, Bachläufe, Auwälder, Rohrglanzgrasröhrichte, feuchte Hochstaudenfluren und Feuchtwiesen eng miteinander verzahnt. Alte Bäume, darunter mehrere Schwarzerlen, charakterisieren den Bereich ebenso wie der Übergang in naturnahe und mit Felsen durchsetzte Laubwälder.

Geschichte[Bearbeiten]

4. Jahrtausend v. Chr. bis 1150[Bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsspuren reichen etwa 5500 Jahre zurück. Bei den Eisenacher Ziegeleien westlich der Mühlhäuser Chaussee fanden sich Spuren der Bandkeramiker.[11] Sie lebten in rechteckigen Pfostenhäusern. Weitere archäologische Funde aus dem Bereich der ehemaligen Tongruben weisen darauf hin, dass auch hier Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden. Im 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelten Kelten das Eisenacher Gebiet.

Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. siedelten sich die germanischen Hermunduren in der Region an, ihre und die keltischen Siedlungen lagen an den Flüssen bei Hörschel, Stregda, Stockhausen und Sättelstädt. Das Thüringer Museum in Eisenach birgt die Artefakte dieser Grabungen.

Bis 531 gehörte das Siedlungsgebiet zum Königreich der Thüringer. In der älteren Forschung wurde angenommen, die in der Spätantike in den Quellen erscheinenden Thüringer („Toringi“) seien zum Teil aus Gruppen der Hermunduren hervorgegangen, doch wird dies inzwischen bestritten.[12] Nach Zerschlagung des Thüringerreichs durch die Franken sollen es fränkische Siedler gewesen sein, die sich im 8. Jahrhundert am Ufer der Hörsel nahe dem Petersberg niederließen. Diese Siedlung gilt als Ursprung der heutigen Stadt Eisenach.

Der Sage nach ließ Ludwig der Springer im Jahr 1067 die Wartburg errichten. Zu jener Zeit versuchte das Geschlecht der Ludowinger, dem der Graf entstammte, durch den Bau von Burgen seine territoriale Macht zu festigen und auszubauen. Im Jahre 1080 wurde die Wartburg erstmals von dem sächsischen Chronisten Bruno von Merseburg urkundlich erwähnt. Der Name Eisenach erschien erstmals im Jahre 1150 in einer schriftlichen Quelle, als ein Ritter Berthold de Isenacha beerdigt werden sollte.[13]

Von der Civitas zur Hauptresidenz der Landgrafen von Thüringen (bis Mitte 13. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Nikolaiturm und Nikolaitor

Eisenach wurde in den 1180er Jahren als landgräfliche Civitas nahe einem bereits bestehenden Dorf am Petersberg erstmals urkundlich erwähnt.[13] Die Stadt Eisenach geht in ihrer Entstehung auf drei (zoll-)rechtlich getrennte Marktsiedlungen zurück: den Sonnabendmarkt (heute Karlsplatz), den Mittwochmarkt (am Frauenplan) sowie den Montagsmarkt auf dem heutigen Marktplatz. Die Lage der Stadt an der Kreuzung von Fernhandelsstraßen ermöglichte die rasche Entwicklung von Handel und Gewerbe, die durch eine seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstandene Stadtmauer geschützt wurden. An diese Befestigungsanlage erinnert neben Mauerabschnitten und Turmresten das Nikolaitor, eines der ältesten Stadttore Thüringens.[14]

Neben dem Recht, die Stadtbefestigung anzulegen, erhielt Eisenach als Merkmale der Stadtentwicklung das (eingeschränkte) Verwaltungsrecht, das Recht, Märkte abzuhalten und Steuern einzuziehen, ein Stadtwappen und das Münzrecht. Auf einen planmäßigen Aufbau der Stadt deuten die parallel und rechtwinklig verlaufenden Gassen, die Platzierung der Kirchen und die Anlage der Handwerkerviertel hin.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Wartburg Hauptresidenz der Landgrafen von Thüringen. Innerhalb des ludowingischen Herrschaftsgebietes nahm Eisenach eine zentrale Lage ein, es war Bindeglied der hessischen und thüringischen Gebietsteile. Der Hof des Landgrafen Hermann I. von Thüringen galt im Reich als Zentrum des Minnesangs und der Dichtkunst. 1206 soll der legendäre Sängerkrieg auf der Wartburg stattgefunden haben.

Ab 1211 lebte Elisabeth von Thüringen als Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. auf der Wartburg. Sie trat in Eisenach als Wohltäterin auf und stiftete unter anderem ein Hospital, in dem sie sich der Armen, Kranken und Aussätzigen widmete. Nach dem Tode Ludwigs IV. verließ Elisabeth 1228 die Wartburg und wurde 1235 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.

Ludwigs Nachfolger Heinrich Raspe stiftete ihr zu Ehren das Predigerkloster in Eisenach. 1246 bestätigte Heinrich Raspe der Stadt Eisenach ihre Rechte und Freiheiten. 1247 starb er auf der Wartburg und wurde in Eisenach beigesetzt.

Erbfolgekrieg, Wettinerherrschaft, Stadtrecht (Mitte 13. Jahrhundert bis Ende 14. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Mit Heinrichs Tod erlosch das Geschlecht der Ludowinger, was zum thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg zwischen dem Enkel Hermanns I., dem Meißener Markgrafen Heinrich der Erlauchte, dem Heinrich Raspe 1243 die Eventualbelehnung im Falle seines Todes zugesichert hatte, und Sophie von Brabant, einer Tochter Ludwigs IV. führte. Nach Kriegsende (1264) fiel Eisenach an den Wettiner Heinrich den Erlauchten. Als unmittelbare Folge dieses Krieges gingen die seither als Landgrafschaft Hessen bezeichneten Gebiete und andere Herrschaftsteile verloren.[14]

Eisenach hatte bereits unter Heinrich Raspe eine städtische Satzung erhalten, die nur mittelbar in der Handfeste von 1283 überliefert ist.[15] Zugleich war die Stadt in den Rang eines Oberhofs“ erhoben worden. Damit bildeten alle Städte der Landgrafschaft eine Stadtrechtsfamilie. Sie hatten die Eisenacher Rechtsgrundsätze zu übernehmen und sich nach ihnen zu richten.[16] 1286 verlieh Landgraf Albrecht der Stadt das Recht, zwei Bürgermeister zu wählen. 1293 wurde erstmals urkundlich eine gepflasterte Straße („der steinerne Weg“) in Eisenach erwähnt.

Ab 1306 kämpfte die Stadt darum, Freie Reichsstadt zu werden. Der Kampf gegen die wettinischen Stadtherren führte zur Zerstörung der Burg Klemme und der Wehrtürme der Marienkirche. Nach einer vergeblichen Belagerung der Wartburg ergab sich Eisenach 1308 dem Landgrafen Friedrich dem Freidigen. Als Reparation mussten die Bürger der Stadt die zerstörte Burg Klemme und die Türme der Marienkirche wieder aufbauen.

In den Jahren 1333 bis 1362 wurden die Eisenacher Stadtwillküren niedergeschrieben, eine vom Eisenacher Rat verfasste Sammlung örtlicher Gesetze. Der Priester und Stadtschreiber Johannes Rothe verfasste 1387 die heute verschollenen Eisenacher Rechtsbücher als Kettenbücher, die als Grundlage für das von Johannes Purgold Anfang des 16. Jahrhunderts verfasste Rechtsbuch dienten. Johannes Rothe war es auch, der auf der Grundlage der um 1395 von Dominikanermönchen des Eisenacher Predigerklosters verfassten Chronica Thuringorum die Thüringische Landeschronik schrieb.[14]

Zur Unterhaltung wurden in der Stadt Eisenach Mysterienspiele oder Moralitäten mit religiösem Hintergrund aufgeführt. Landgraf Friedrich der Freidige soll sich 1321 bei der Eisenacher Aufführung von Das Spiel von den fünf klugen und fünf thörichten Jungfrauen derart erregt haben, dass er einen körperlichen und geistigen Zusammenbruch erlitt und bis zu seinem Tode in geistiger Umnachtung lebte.[17]

Juden siedelten sich vermutlich bereits im 12. Jahrhundert in Eisenach an. Als erster Hinweis auf eine mögliche jüdische Gemeinde um 1235 gilt die Erwähnung des Jechiel ben Jakob aus Eisenach, Verfasser eines snagogalen Gedichts und zweier Klagelieder. Sanuel ben Jakob korrespondierte nachweislich im 13. Jahrhundert über religiöse Fragen mit Meir von Rothenburg. Ende des Jahrhunderts sollen die Juden in der Judengasse gelebt haben, die 1342 bei einem Stadtbrand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, später in der Loeberstraße. Aus den Jahren 1293 und 1323 sind weitere namentliche Nennungen überliefert.[18] 1283 wurden im Stadtrecht Bestimmungen mit Bezug auf jüdische Einwohner festgelegt. Während der Pestzeit ab 1348 kam es zu Übergriffen auf Juden, nach 1411 wurden sie aus der Stadt vertrieben. 1510 wurde ihnen für einige Jahre der Handel, aber nicht die Niederlassung in Eisenach gestattet.[19]

Großer Stadtbrand, Pest, politischer und wirtschaftlicher Niedergang (ab 1342)[Bearbeiten]

1342 zerstörte ein großer Stadtbrand fast sämtliche Gebäude der Stadt; mit dem Rathaus am Markt verbrannten die städtischen Urkunden. 1349 wurde die Stadt von einer ersten Pestepidemie heimgesucht, eine weitere im Jahr 1393 forderte 3000 Opfer in der Stadt.

1406 verlor Eisenach durch den Tod des Landgrafen Balthasar die Hofhaltung und die landgräfliche Verwaltung und damit ihren Status einer landgräflichen Residenz. Dies führte schließlich zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Bei der Aufteilung der landgräflichen Besitztümer 1445 fiel Eisenach an Wilhelm III., der um 1450 die Eisenacher Münzstätte schließen ließ.[14] Nach dem Tode von Wilhelm III. fiel Eisenach im Zuge der Leipziger Teilung 1485 an die Ernestiner.

Reformation, Aufenthalt Luthers, Bauernkrieg (16. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Luthers Ankunft auf der Wartburg auf einem Eisenacher Serienschein von 1921
Lutherdenkmal

1498 kam Martin Luther als Lateinschüler zum ersten Mal nach Eisenach. Am 2. Mai 1521 predigte er auf der Rückreise vom Wormser Reichstag in der Georgenkirche. Nachdem er mit der Reichsacht belegt worden war, wurde er am Folgetag auf der Wartburg als „Junker Jörg“ untergebracht und so vor möglichen Verfolgern versteckt. Er blieb dort bis zum 1. März 1522 und übersetzte das Neue Testament aus dem griechischen Urtext ins Deutsche; es wurde im September 1522 veröffentlicht („Septembertestament“).

Mit dem für 1523 notierten Eintreffen des aus Basel stammenden Predigers Jacob Strauß begann der Eisenacher Zinswucherstreit – ein trotz des persönlichen Eingreifens von Luther und Melanchton rasch an Schärfe zunehmender Konflikt – in dessen Folge Eisenacher Bürger zunächst die Zahlung von Zins bei Geldgeschäften verweigerten. In der weiteren Folge fielen Einwohner tumultartig über die vorhandenen kirchlichen Institutionen her, fast alle Kirchen und Klöster wurden schwer verwüstet oder niedergebrannt.[14]

Am 7. Mai 1525 traf der Werrahaufen, ein Heerhaufen aufständischer Bauern im Deutschen Bauernkrieg, vor der Stadt ein, um Unterstützung durch die Stadtobrigkeit und die Bevölkerung zu erwirken. Es gelang dem Stadtkommandanten, die Mehrzahl der arglosen Anführer in die Stadt zu locken, worauf sie sofort verhaftet und nach einem Schauprozess auf dem Markt hingerichtet wurden. Noch heute erinnert ein Kreuz im Pflaster vor der Kirche daran. 17 Sympathisanten aus der Eisenacher Bevölkerung teilten dieses Schicksal Wochen später, nachdem Kurfürst Johann der Beständige wieder Herr der Lage geworden war.

1528 wurde Eisenach im Zuge der Reformation evangelisch, erster Superintendent war Justus Menius.[14] In Thüringen war zu dieser Zeit die Täuferbewegung stark verbreitet, einer der bedeutendsten Anhänger in Eisenach war Fritz Erbe. Er wurde 1533 gefangen genommen und war sieben Jahre im Storchenturm inhaftiert. 1540 wurde er in das Verlies im Südturm der Wartburg verlegt, wo er 1548 starb.[20]

Erneut Residenzstadt (1596), Stadtbrände (1617, 1636), Pest (1626), Hexenprozesse[Bearbeiten]

Eisenach um 1647 (Merian-Stich)

In den 1550er Jahren errichtete Hanns Leonhardt als Stadtbaumeister und Architekt zahlreiche prächtige Bürgerhäuser im Baustil der Renaissance; der einstige Weinkeller, heute Rathaus, der St.-Georgs-Brunnen auf dem Markt und das Lutherhaus blieben erhalten. Ein derart repräsentatives Stadtzentrum erleichterte es 1596 Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Eisenach, seine Residenz von Marksuhl nach Eisenach zu verlegen. Verheerende Stadtbrände in den Jahren 1617 und 1636, die Drangsale des Dreißigjährigen Krieges und die 1626 eingeschleppte Pest schädigten die Stadt schwer und bremsten den wirtschaftlichen Aufschwung erneut.[14]

Eisenach mit den Ortsteilen Madelungen, Neukirchen und Stregda war 1615 bis 1681 von Hexenverfolgung betroffen. Acht Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse, vier wurden hingerichtet, zwei Frau widerstanden der Folter und legten kein Geständnis ab, wurden aber wie der Mann des Landes verwiesen.[21]

Am 21. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren und in der Georgenkirche getauft. Sein Vater Johann Ambrosius Bach war Leiter der Ratstrompeterei. In Eisenach wirkten die Barockkomponisten Johann Pachelbel und Johann Christoph Bach als Organisten sowie Georg Philipp Telemann als Hofkapellmeister.

Sachsen-Weimar (1741), Kulturstadt[Bearbeiten]

Als Residenzstadt, bis 1757 mit fürstlicher Hofhaltung, wurde Eisenach im 18. Jahrhundert mehr und mehr eine Kulturstadt. Als architektonisches Symbol dieser neuen Blütezeit gilt das von 1742 bis 1751 am Markt erbaute Stadtschloss. 1741 fiel das Herzogtum Sachsen-Eisenach vertragsgemäß mit dem Tode des Herzogs Wilhelm Heinrich an Ernst August I. von Sachsen-Weimar. 1777 weilte Johann Wolfgang von Goethe auf Einladung des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach erstmals auf der Wartburg.

In den Zirkeln der Julie von Bechtolsheim, Goethes „Seelchen“ und Wielands „Psyche“, trafen sich am Jakobsplan die angesehensten Geister der Zeit: Neben Goethe und Wieland der Eisenacher Philosoph Christian Schreiber, Friederike von Schardt, die Schwägerin der Charlotte von Stein, Madame de Staël, Benjamin Constant, Herzog August von Gotha, Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und dessen Gemahlin, Carl Friedrich, der damals regierende Großherzog von Weimar und dessen Gemahlin, Maria Pawlowna, Herzog Bernhard von Weimar, Moritz August von Thümmel, Friedrich de la Motte Fouqué, Johann Friedrich Rochlitz, Karl von Müffling, General Wilhelm von Dörnberg, Graf Johann von Thielmann, Aaron Burr, der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, August von Kotzebue, Graf Otto von Loeben, Johann Benjamin Erhard, und Graf Dorotheus Ludwig von Keller und viele andere. Dort traf ein, was Madame de Staël einst sagte: „Alle wahrhaft gebildete Menschen sind Landsleute“.[22]

Napoleon, Kriegsschäden, Typhusepidemie (1807 bis 1814)[Bearbeiten]

Im Jahre 1807 rastete Napoleon I. in der Stadt. Während der napoleonischen Kriege kam es am 1. September 1810 zu einem tragischen Unfall: Bei der Schießpulverexplosion eines französischen Munitionstransports mitten durch Eisenach gab es 70 Todesopfer und schwere Schäden in der Stadt. Daran erinnert der 1817 errichtete Schwarze Brunnen in der Georgenstraße, der zu seinem hundertsten Jahrestag sein heutiges Aussehen erhielt. Unzählige Opfer forderte der Rückzug der geschlagenen französischen Armee, als dessen Folge eine Typhus-Epidemie in der Stadt ausbrach. Während des Feldzuges weilte 1814 der russische Zar Alexander I. kurz in Eisenach.[14]

Wartburgfest, wirtschaftlicher Aufschwung, Industrialisierung (19. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Blick auf den Marktplatz mit der klassizistischen ehemaligen Bürgerschule von 1825, der alten Post und den Pfarrhäusern am Pfarrberg. Im Hintergrund die Wartburg vor der Errichtung des neuen Bergfriedes und dem Bau der „Neuen Kemenate“. Stahlstich 1856
Eisenach um 1900

Im Oktober 1817 trafen aus Anlass des vierten Jahrestags der Völkerschlacht bei Leipzig rund 500 Studenten und Professoren zum ersten Wartburgfest zusammen, um 300 Jahren Reformation zu gedenken und ein einheitliches und freies Deutschland zu fordern. Ein weiteres Wartburgfest folgte 1848. Seit 1850 feierte der Wingolfsbund alle zwei Jahre sein Wartburgfest in Eisenach. 1840 wurde der Physiker und Sozialreformer Ernst Abbe in Eisenach geboren.

Wirtschaftlich, baulich und kulturell entwickelte sich die Stadt nach 1800 bedeutend schneller als zuvor. Die Kaufleute Eichel, Pfennig und Streiber gründeten die ersten Industriebetriebe[23]; es entstanden Spinnmühlen, Bleiweiß- und Farbenfabriken und mit der Kammgarnspinnerei ein erster Großbetrieb. Bedeutung hatte auch das Gerberhandwerk. Die von Eisenach ausgehenden Verkehrswege wurden als bequeme Fahrstraßen ausgebaut und schufen die Verbindung zum Eisenacher Oberland in der Rhön, einem durch den Wiener Kongress zugesprochenen Gebietsteil der säkularisierten Fürstabtei Fulda.

Die Biedermeier-Zeit begünstigte die Anlage von Landschaftsparks; so legte Kaufmann Christian Friedrich Roese auf dem noch kahlen Metilstein einen Waldpark an.[24] Zur selben Zeit entstanden die Gärten am Pflugensberg und an der Spicke, der Kartausgarten, der Clemdagarten und Pfennigs Garten. Die Gründung der Großherzoglich-Sächsischen Forstlehranstalt durch Forstrat Gottlob König im Jahre 1830 setzte diese Tendenz fort. Rings um die Stadt entstanden erste Restaurants und Vergnügungsplätze, in der Stadt die ersten Caffeehäuser und Ballsäle. In den zeittypischen Gesellschaftssalons, in Eisenach die Clemdagesellschaft für die „gebildeten Stände“, trafen sich höhere Beamte, Unternehmer, Offiziere, aber auch der Landadel zu kulturellen Gesprächen, Musik und Unterhaltung.

Bierdeckel der Petersberger Brauerei Eisenach 1875

Im Jahre 1820 errichtete der Architekt Wilhelm Sältzer in Eisenach eine Ziegelbrennerei, die später sein Sohn Eduard Sältzer ausbaute und die durch die Einführung des Hoffmannschen Ringofens Maßstäbe für eine wirtschaftliche Herstellung des in der Gründerzeit dringend benötigten Baumaterials in Thüringen setzte. 1847 folgte der Anschluss an die Thüringer Bahn nach Gotha, Erfurt, Weimar, Halle und Leipzig im Osten. Die Strecke wurde 1849 nach Bebra in Hessen verlängert, so dass Bahnverbindungen nach Frankfurt am Main und Kassel bestanden. Als letzte Bahnstrecke wurde 1858 die Werrabahn eröffnet, die über Meiningen und Coburg an den Main führte. Im heutigen Ortsteil Wartha begann westlich von Eisenach die 1907 eröffnete Bahnstrecke Schwebda–Wartha nach Eschwege, die 1969 stillgelegt wurde.

1859 wurde der Deutsche Nationalverein im Gasthof Phantasie gegründet. August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründeten im Gasthaus Goldener Löwe 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, aus der 1875 die SPD hervorging, und verfassten das Eisenacher Programm. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt führte um 1870 zur Gründung weiterer Fabriken, der Herdfabrik Gebrüder Demmer, der Schuhleistenfabrik Hermann Berger, der Kunsttöpferei August Saeltzer, der Farbenfabrik Arzberger, Schöpff & Co., der Fensterfabrik Wilk & Oehring, der Klosterziegelei Eisenach Stein & Co. sowie 1873 der Petersberger Brauerei Eisenach des Kaufmanns Albert Erbslöh, die später in der Aktien-Brauerei Eisenach aufging und heute als Wartburg Brauerei Eisenach GmbH besteht.

Wartburg-Motorwagen. Eine Anzeige der Fahrzeugfabrik Eisenach aus dem Jahre 1902

1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, mit der die Eisenacher Automobilindustrie ihren Anfang nahm. Zur Versorgung der Stadt entstand 1862 eine (Leucht-)Gasanstalt, 1874 ein Wasserwerk, 1887 das Post- und Telegraphenamt und 1892 der städtische Schlachthof sowie das Elektrizitätswerk. Dieses ermöglichte ab 1897 den Betrieb der Eisenacher Elektrischen Straßenbahn. Zahlreiche Banken und Versicherungen richteten um 1900 in der Innenstadt Filialen ein, 1905 entstand im Norden des Stadtzentrums eine Filiale der Reichsbank.

Bereits seit 1822 bestand in Eisenach eine Infanterie-Garnison, die Truppenstärke wurde 1831 mit 165 Mann beziffert. Auf Betreiben der Stadtverwaltung wurde 1869 mit dem Bau der Städtischen Kaserne in der Hospitalstraße begonnen. Dort war von 1871 bis 1914 das II. Bataillon des 5. Thüringer Infanterieregiments Nr. 94 stationiert.

1899 wurde das Denkmal des Wingolfsbundes vollendet, 1902 das Burschenschaftsdenkmal eingeweiht, 1904 der heutige Hauptbahnhof und 1907 das Bachhaus eröffnet. 1908 wurde das erste Lichtspieltheater eröffnet und 1913 entstand ein Tiergarten am Wartenberg. Eisenach wurde um 1900 Tagungs- und Kongressstadt, die Kurbad-Eisenach-Gesellschaft wurde 1905 gegründet, es entstanden zahlreiche Hotels und Pensionen, ein Spielcasino, Bäder, Parkanlagen und Sanatorien.[25]

Zweite jüdische Gemeinde (ab 1804)[Bearbeiten]

Mit der Erlaubnis für den thüringischen Hoffaktor Michael Rothschild 1804 setzte eine bescheidene jüdische Zuwanderung ein. In den 1820er-Jahren kamen aus den Landgemeinden, den umliegenden „Judendörfern“ Lengsfeld, Gehaus, Herleshausen, Nesselröden, Geisa weitere Familien. Doch erst zu Beginn der 1860er Jahre kam es zur Gründung einer kleinen Gemeinde, die 1864 72 Mitglieder zählte, 1877 bereits 287. Als erster Lehrer der jüdischen Gemeinde wurde Jacob Heidungsfeld angestellt, der zudem als Kantor bis zu seinem Tod 1897 arbeitete. 1865 wurde die Israelitische Religionsschule gegründet, 1868 eine Mikwe eingerichtet (Clemensstraße 5).

Eisenach war von 1846 bis 1876 unter Rabbiner Dr. Mendel Heß und ab 1912 Sitz des Landesrabbinates Sachsen-Weimar-Eisenach, das die Gemeinden Apolda, Aschenhausen, Eisenach, Gehaus, Geisa, Jena, Ilmenau, Stadtlengsfeld, Vacha und Weimar umfasste. Von 1898 bis 1930 war Dr. Josef Wiesen Rabbiner, ab 1912 in Eisenach. Er starb im November 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt.

Die Eisenacher Juden betätigten sich zunächst im Vieh-, Tuch- und Modewarenhandel, dann im Handel mit Fell-, Leder- und Landwirtschaftsprodukten, mit Wolle, Holz und Manufakturwaren. 1877 gab es zwei jüdische Rechtsanwälte, einen Arzt, einen Redakteur, einen Versicherungsagenten, zwei Bankiers usw. Renommierte Geschäfte waren das Damenmodegeschäft Löwenstein, das Herrenmodegeschäft Dreyfuß, aber auch Industrieunternehmen wie die Trommelfabrik Weinstein. 1904 zählte die Gemeinde die höchste Mitgliederzahl mit 430, 1906 zählte sie nur noch 386 Mitglieder.[26]

Zwischen den Weltkriegen[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadtbevölkerung im Jahr 1919 auf 40.000 Einwohner angewachsen. In den neu entstandenen Wohngebieten der Vorstädte und nördlich der Eisenbahntrasse wurden deshalb bevorzugt viergeschossige Häuser gebaut. Bedeutend luxuriöser waren die Wohnverhältnisse in den im südlichen Stadtgebiet entstandenen Villenkolonien Mariental, Predigerberg, Karthäuserhöhe und Marienhöhe, dort siedelten sich überwiegend Pensionäre und Beamte an.[27] Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung war auch die Neugründung der jüdischen Gemeinde in Eisenach verbunden, die sich zum Teil aus Geschäftsleuten aus Stadtlengsfeld und dem Eisenacher Oberland zusammensetzte. Mittelpunkt der Eisenacher israelitischen Gemeinde war die 1885 in der damaligen Wörthstraße (heute: Karl-Marx-Straße) erbaute Synagoge, sie wurde am 9. November 1938 bei der Reichspogromnacht in Brand gesteckt und zerstört. Im Ersten Weltkrieg starben 23 jüdische Soldaten aus Eisenach.[28]

Das 2. Ersatz-Bataillon 167 wurde 1917 von Eisenach nach Kassel verlegt und im November das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 83 aus Eschwege übernommen. Das aus Schlesien nach Eisenach verlegte Panzerregiment II bezog im Oktober 1935 die neu gebauten Kasernen am Ludendorffwall (heute Ernst-Thälmann-Straße).[29] Ein Denkmal für die Märzgefallenen am Eingang der Frankfurter Straße erinnert an einen blutigen Militäreinsatz am 18. März 1920 beim Kapp-Putsch, dabei fanden fünf Eisenacher Arbeiter den Tod. Von 1920 bis 1940 war Eisenach das Zentrum der Neulandbewegung von Guida Diehl. Die Organisation und der Neulandverlag hatten ihren Sitz im Neulandhaus; die Stadt war jährlich Schauplatz des Neulandtages. 1920 nahm die neu gegründete thüringische Landeskirche ihren Sitz in Eisenach.

Nationalsozialismus, Vernichtung der jüdischen Gemeinde, Zwangsarbeiter, Kriegszerstörungen[Bearbeiten]

Am 30. Januar 1933 übernahm die NSDAP die Macht. Zunächst erlebte die Stadt einen starken wirtschaftlichen Impuls. Es wurden Wohnsiedlungen (Am Klosterholz, Kirschberg, Hofferbertaue), zwei Schulen, das Gebäude der Thüringer Staatsbank in der Karlstraße und das Verlagsgebäude der Thüringer Tagespost, das Diakonissenmutterhaus am Karlsplatz und eine Waldbühne errichtet. Im Rahmen der Wiederaufrüstung entstanden Rüstungsbetriebe, große Kasernenanlagen und eine Fliegerschule der Luftwaffe. Die Stadt wurde 1935 Standort des Panzerregiments 2 der 1. Panzer-Division. Am Siebenborn wurde ein Lager des Reichsarbeitsdienstes eingerichtet.

Die brennende Eisenacher Synagoge
Mahnmal für die 1938 zerstörte Synagoge in der Karl-Marx-Straße

1920 und 1924 wurden verschiedene jüdische Geschäfte von Schülern mit Farbe beschmiert, 1923 und 1925 die Fenster der Synagoge eingeworfen. Ab 1933 wurden die Eisenacher Juden wie überall im deutschen Reich zunehmend entrechtet. Ab 1938 mussten immer mehr jüdische Bürger ihre Heimat verlassen. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge in der Wörthstraße zerstört, jüdische Geschäfte und Privathäuser wurden geplündert und verwüstet. Gedenktafeln im Bahnhofsgebäude und in der Karl-Marx-Straße sowie etwa 50 Stolpersteine erinnern an diese Vorfälle.[30][31] Im September 1941 wurden die 145 noch in der Stadt lebenden Juden im Haus Goethestraße 48 interniert und 1942 von dort nach Belzec und Theresienstadt deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten.

1940 kamen die ersten Kriegsgefangenen und Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in die Stadt und wurden vor allem im BMW-Stadtwerk und im BMW-Flugmotorenwerk zur Zwangsarbeit gezwungen. Die größten Gruppen bildeten 2154 Ukrainer, 1314 Russen und 390 Weißrussen. Die Zwangsarbeiter arbeiteten auch in umliegenden Orten. Ein Ehrenmal in den Erlengräben (Gemarkung Mosbach, Gemeinde Wutha-Farnroda) erinnert an 455 Opfer. Auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof am Wartenberg wird an 1040 umgekommene sowjetische Kriegs- und 102 Zivilgefangene erinnert.[32]

1941 erhielt Eisenach Anschluss an das Reichsautobahn-Netz, von Osten her wurde die Strecke 80 provisorisch bis zur Abfahrt Eisenach-West fertiggestellt.[33] Hierfür fanden seit 1936 Bauarbeiten im Norden des Stadtgebietes statt, unter anderem wurde die Karolinentalbrücke und die heute denkmalgeschützte Autobahnmeisterei errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt vom Herbst 1944 bis März 1945 wiederholt Ziel alliierter Luftangriffe. Besonders betroffen war das Zentrum um die Georgenkirche. Bei Kriegsende waren in Eisenach 2000 Wohnungen beschädigt oder unbewohnbar, das Automobilwerk war zu zwei Dritteln zerstört. In Trümmern lagen auch das Archivgewölbe und der Marstall der Residenz sowie die Ratswaage, die später beseitigt wurden. Schwer beschädigt waren die Alte Residenz, das Alte Schloss, das Creutznacher Haus, das Rathaus, das Lutherhaus und das Bachhaus. Leichtere bis mittelschwere Schäden durch Bomben oder Artillerie-Beschuss erlitten zahlreiche weitere Bauten, wie die Annen-, die Georgen-, die Kreuz-, die Nikolai- und die Predigerkirche, der Glockenturm, die Neue Residenz und die Wartburg. Die meisten beschädigten Gebäude wurden bald nach Kriegsende wiederhergestellt.[34]

Amerikanische Besatzung[Bearbeiten]

Gedenktafel für 33 jugendliche Opfer des NKWD 1945/46
Im „Wallmeyer-Lager“ wurden bis in die 1960er Jahre Kriegsgefangene, Spätheimkehrer und Übersiedler aus den drei westlichen Besatzungszonen empfangen und erstversorgt.

Die westlichen Vororte Hörschel und Neuenhof wurden mit der Nachbarstadt Creuzburg am 1. April 1945 von amerikanischen Einheiten eingenommen. Der deutsche Kampfkommandant von Eisenach verweigerte die Kapitulation und ordnete bedingungslosen Widerstand an. Die Amerikaner rückten in den folgenden Tagen nördlich der Stadt in Richtung Gotha weiter vor, die Eisenacher Innenstadt wurde am 6. April ab 2 Uhr bis zum Morgengrauen mit Artilleriefeuer belegt, was zusätzlich Gebäudeverluste durch ungelöschte Brände zur Folge hatte. Daraufhin setzte sich die Kampfkommandantur ab, die Truppen der deutschen Wehrmacht ergaben sich. In den Morgenstunden zum 6. April übergab der zwei Tage zuvor in sein Amt eingeführte Oberbürgermeister Rudolf Lotz die Stadt den amerikanischen Truppen.[29]

Die Bilanz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg waren vier beschädigte Brücken, 55 öffentliche Gebäude (21 Totalverlust), 6742 Wohnungen (1870 Totalverlust) sowie 231 Nutzgebäude, Fabriken, Depots und technische Anlagen (davon mit 84 Totalverlust). Allein sieben Bombardements hatten dem BMW-Gelände am Nordrand der Innenstadt und dem Außengelände am Wartenberg gegolten. Über 17.000 Ausländer, davon 14.089 Italiener, saßen als Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene in Barackenlagern, Ruinen und Notunterkünften am Stadtrand fest. Die Eisenacher Sterberegister enthalten die Daten von etwa 2000 Sowjetbürgern und vielen Hundert Opfern aus anderen Staaten Europas.

Vom amerikanischen Stadtkommandanten wurde Oberbürgermeister Lotz noch bis zum 7. Mai 1945 im Amt belassen und dann abgelöst. Zum neuen Bürgermeister wurde Ernst Fresdorf ernannt, ein Rheinländer und langjähriger Bürgermeister in Köln, der zufällig in Eisenach anwesend war.[29] Noch unter den Amerikanern begann die Enttrümmerung der Stadt, der Bahnbetrieb und die Wiederinbetriebnahme von Produktionsstätten.

Sowjetische Besatzung[Bearbeiten]

Mit der vertragsgemäßen Übergabe Thüringens an die Rote Armee am 1. Juli 1945 musste Fresdorf umfangreichen Personalüberprüfungen zustimmen, er selbst wurde am 25. Juli 1945 seines Amtes enthoben. Ab 27. Juli übernahm der SPD-Politiker Karl Hermann die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters.

In Eisenach wurden nach Kriegsende vier Durchgangslager (eines für jede Besatzungszone) als Quarantänelager für Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Heimatvertriebene eingerichtet. Bis September 1946 wurden in Eisenach etwa 450.000 Personen registriert und versorgt.[35]

An einem früheren Justizgebäude am Theaterplatz befindet sich eine Tafel mit der Inschrift: „Im Gedenken an die Opfer von Gewalt und Unrecht 1945–1989. In Erinnerung an 33 Eisenacher Jugendliche im Alter von 13–21 Jahren: 1945 verhaftet, 1946 verurteilt und 9 von ihnen hingerichtet. Ihr seid unvergessen.“ Den Jugendlichen wurden Werwolf-Aktivitäten vorgeworfen. Fünf der zu hohen Freiheitsstrafen Verurteilten verstarben in sowjetischen Speziallagern, die Überlebenden kehrten 1950/51 aus der Lagerhaft zurück.[36]

DDR[Bearbeiten]

Grenznahe Lage, Kreisstadt und Industriestandort, Bevölkerungsrückgang[Bearbeiten]

Eisenach, 17. Juni 1953
Abriss des Viertels Jakobsplan (1978)
Staat und Kirche
- 1983 im Dialog auf der Wartburg

Nachdem die innerdeutsche Grenze 1952 geschlossen worden war, lagen die westlichen Ortsteile im Fünf-Kilometer-Sperrgürtel, der nur mit staatlicher Erlaubnis betreten werden durfte. Insgesamt wirkte sich die grenznahe Lage nachteilig auf die Stadtentwicklung aus, so brachen die vorher engen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bindungen nach Nordosthessen ab, die Einwohnerzahl sank von 53.000 im Jahr 1939 auf 48.000 im Jahr 1988. 1950 verlor Eisenach den Status als kreisfreie Stadt und wurde Teil des Landkreises Eisenach, der 1952 geteilt wurde. Dabei kam die Stadt zum verkleinerten Kreis Eisenach im Bezirk Erfurt. Westlich der Stadt wurde der Grenzübergang Wartha/Herleshausen eingerichtet.

Am 17. Juni 1953 streikten 6000 Arbeiter im Eisenacher Motorenwerk (EMW).[37] Sie forderten insbesondere eine Senkung der Arbeitsnormen. Sowjetische Truppen rückten ein und die Besatzungsmacht rief den Ausnahmezustand aus.[38]

1955 entstand das Wartburgstadion und ab 1965 das Sportzentrum in der Katzenaue. In der Wartburgstadt war ein DDR-Leistungszentrum des Fechtsports beheimatet. 1962 wurde der Bismarckturm auf dem Wartenberg gesprengt.

Das 1967 begangene Dreifach-Jubiläum 900 Jahre Wartburg, 450 Jahre Reformation und 150 Jahre Burschenschaftstreffen war Anlass für die DDR-Führung, Eisenach als sozialistische Musterstadt zu präsentieren. Ein umfangreiches Kulturprogramm und eine auf die Umgebung der Sehenswürdigkeiten begrenzte Stadtsanierung wurden bewilligt. Das Stadtbild wurde durch Neugestaltung von Grünanlagen (Bahnhofstraße, Wartburgallee) und Fassadensanierungen aufgehübscht. Ein modernes Stadtmarketing mit Tourismusinformation wurde initiiert, die ersten Eisenacher Intershops für den Verkauf von Westartikeln entstanden in zwei Hotels. Der Wartburgpavillon wurde errichtet, um die Eisenacher Automobilbautradition zu präsentieren. Als Gastgeschenk erhielt die Eisenacher Kirchgemeinde in den Folgejahren zwei Neubauten in den Randbezirken Hofferbertaue und Eisenach-Nord von westdeutschen Kirchenkreisen finanziert. In der Stadt fanden 1966 und 1967 mehrere wissenschaftliche Konferenzen mit internationaler Beteiligung statt. Die geplanten Städtepartnerschaften mit Denain in Frankreich und Pesaro in Italien wurden untersagt.

Der traditionelle Sommergewinn, das Liederfest Rund um die Wartburg, das Brunnenfest und das Wandelhallenfest waren in der DDR-Zeit die bedeutendsten Kulturveranstaltungen im Jahresverlauf.

Automobilproduktion, Abriss altstädtischer Gebiete[Bearbeiten]

Die Wartburgstadt war ein wichtiger Industriestandort in der DDR, die größten Betriebe waren der VEB Automobilwerk Eisenach (AWE), das Kombinat Fahrzeugelektrik Ruhla (FER), mit dem Stammsitz in Eisenach und Ruhla, der VEB Elektroschaltgeräte Eisenach, der VEB Elektrotechnik Eisenach und der VEB Backwarenbetrieb Eisenach. Den Schwerpunkt bildete der Fahrzeugbau: 1956 rollte in Eisenach der erste Wartburg vom Band. Die jährlich gesteigerten Produktionszahlen erreichten 1971 eine Jahresmenge von 42.700 PKW und 1985 die höchste Jahresproduktion von 74.000 PKW.[39] Problematisch für die weitere Entwicklung der Stadt war seit den 1970er Jahren der Fachkräftemangel in der Industrie und die latent auftretende Wohnungsnot. Schon 1972 begann man mit der Planung der ersten Plattenbausiedlungen, nachdem zuvor bereits im Nordwesten der Stadt an der Ernst-Thälmann-Straße eine stadtnahe Wohnsiedlung der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) entstanden war. Mit dem Abriss von Altstadtquartieren wurde seit 1975 Platz für den industriellen Wohnungsbau geschaffen, im gleichen Jahr begann der Aufbau des innerstädtischen Wohngebietes Goethestraße mit etwa 750 Wohnungen, von 1976 bis 1978 wurden im Wohngebiet Petersberg weitere 460 Wohnungen errichtet und von 1978 bis 1985 entstanden im Wohngebiet Eisenach-Nord 3745 Wohnungseinheiten für etwa 12.000 Einwohner. Durch den Anschluss dieser Wohngebiete an die gleichzeitig entstandenen Fernwärmenetze konnte die Schadstoffbelastung der Atemluft gesenkt werden. In einer Bilanz für das Jahr 1986 wurden 5325 fernbeheizte Wohnungen ausgewiesen.[39] 1975 wurde die 1897 eröffnete Straßenbahn Eisenach eingestellt und durch Gelenkbusse ersetzt. Das hohe Verkehrsaufkommen zum Schichtwechsel und die noch überwiegende Ofenheizung in den Wohnungen führten in der Innenstadt häufig zu Smogalarm, durch Atemwegsprobleme verursachte Erkrankungen nahmen stetig zu. Diese Umweltbelastung wurde seit Mitte der 1980er Jahre auch in der Eisenacher Tagespresse erwähnt. Neben der politischen Situation waren der befürchtete Verlust weiterer großer Teile der historischen Altstadt und die zunehmenden Umweltbelastungen wesentliche Gründe für den wachsenden Unmut und den Widerstand der Eisenacher Bevölkerung.

Nachwendezeit, Opelwerk, kreisfreie Stadt[Bearbeiten]

Am 31. Mai 1990 trat der seit 1933 erste frei gewählte Stadtrat Eisenachs zum ersten Mal zusammen, dem 59 Stadträte aus zehn politischen Parteien und Gruppierungen angehörten. Er wählte Hans-Peter Brodhun zum neuen Bürgermeister und den nach DDR-Recht vorhandenen Rat der Stadt ab.[40] Nach der Wiedervereinigung sank die Einwohnerzahl weiter ab, jedoch gestalteten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Eisenachs besser als die in anderen Teilen der neuen Bundesländer. Der Autohersteller Opel nahm 1992 in einem neuen Automobilwerk in Eisenach die Produktion auf, nachdem das Automobilwerk Eisenach 1991 geschlossen worden war. 1994 fusionierten die Kreise Eisenach und Bad Salzungen zum Wartburgkreis mit Sitz in Bad Salzungen und Eisenach. Der Hauptsitz des Landrates befand sich seit Juli 1994 in Bad Salzungen, wo ein neues Landratsamt gebaut und 1997 bezogen wurde. 1995 bezogen die Stadtverwaltung und die Wartburg-Sparkasse das gemeinsam genutzte Verwaltungsgebäude am alten Rathaus. 1998 wurde Eisenach kreisfreie Stadt. Der alleinige Sitz des Wartburgkreises ging daraufhin auf Bad Salzungen über.

Am 27. Januar 1990 hatte Willy Brandt Eisenach besucht. Im Rahmen einer Deutschlandreise besuchte am 14. Mai 1998 der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Bill Clinton, zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl die Stadt.

Seit Oktober 2005 laufen die Arbeiten zum städtebaulichen Entwicklungskomplex Tor zur Stadt. Schwerpunkt ist die Umgestaltung der Bahnhofsvorstadt einschließlich städtebaulicher Maßnahmen, Altlastensanierung und Aspekten der Verkehrsführung. Infolge Vernachlässigung leerstehender Häuser im Innenstadtbereich kommt es nicht selten zu deren Abbruch, so am Johannisplatz.[41] Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Auf Grund des anhaltenden Haushaltsdefizits der Stadt laufen seit 2012 Bestrebungen zur Aufgabe der Kreisfreiheit und zur Wiedereingliederung Eisenachs in den Wartburgkreis.[42]

Wappen[Bearbeiten]

„In Blau die silberne Ganzfigur des heiligen Georg in Kettenrüstung und Mantel; in der Rechten einen gefähnelten Speer, dessen silberner dreizipfliger Wimpel ein rotes Hochkreuz zeigt, die Linke, die einen goldenen Palmenzweig hält, gestützt auf einem Silberschild mit rotem Tatzenkreuz. Die Schildfigur ist rechts begleitet von einem silbernen Tatzenkreuzchen.“

Das Stadtwappen mit dem Sankt Georg geht auf das älteste Stadtsiegel vom Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Landgraf Ludwig der Springer, der Sohn des Gründers von Eisenach, verehrte den Heiligen, ließ auf dem Markt die Georgenkirche bauen und wählte ihn als Schutzpatron für sich und seine Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1922 wurden Fischbach, Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Trenkelhof, Stregda, Mittelshof, Dürrerhof und Ramsborn eingemeindet. Stedtfeld folgte am 1. Oktober 1923. Zum 30. September 1924 wurden Eichrodt, Wutha, Stockhausen, Stregda, Mittelshof, Dürrerhof und Stedtfeld wieder selbständig.[29]

Am 1. Juli 1994 wurden die Gemeinde Hötzelsroda, die Gemeinde Lerchenberg bei Eisenach mit den Ortsteilen Stregda, Madelungen, Neukirchen und Berteroda, die Gemeinde Neuenhof/Hörschel, die Gemeinde Stedtfeld, die Gemeinde Stockhausen und die Gemeinde Wartha-Göringen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Eisenach
Bevölkerungsprognosen

Eisenach gehörte bereits im Mittelalter zu den größeren Städten in Thüringen. Schätzungen zufolge hatte die Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts 4500, Mitte des 17. Jahrhunderts 5500 und Anfang des 18. Jahrhunderts 6500 Einwohner.[43] Ausweislich einer Volkszählung im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach aus dem Jahr 1791 hatte die Stadt Eisenach 8214 Einwohner.[44] Auch in der frühen Neuzeit stieg die Bevölkerungszahl kontinuierlich an, sodass zu Beginn der Industrialisierung um 1850 bereits rund 10.000 Menschen in Eisenach lebten. Dennoch fand das stärkste Bevölkerungswachstum später als in den meisten anderen Städten Thüringens statt, nämlich erst in der Zeit zwischen 1895 und 1914, als insbesondere der Maschinen- und Fahrzeugbau für einen hohen Industrialisierungsgrad sorgten. So verdoppelte sich die Einwohnerzahl zwischen 1850 und 1890 und erneut von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg, als die Stadt schon 40.000 Einwohner zählte. In der Zeit zwischen den Weltkriegen kamen nochmals etwa 10.000 Einwohner hinzu, da sich die Automobilindustrie gut entwickelte. Durch Flüchtlinge erreichte die Einwohnerzahl dann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit etwa 52.000 ihren historischen Höchststand. Zu DDR-Zeiten wuchs Eisenach auf Grund seiner nachteiligen Lage direkt an der innerdeutschen Grenze nicht weiter. Die Einwohnerzahl ging zwischen 1945 und 1989 sogar um etwa 4000 Personen zurück. Nach der Wiedervereinigung setzte zunächst ein rascher Rückgang der Bevölkerung ein, der aber schon Mitte der 1990er Jahre durch verbesserte wirtschaftliche Verhältnisse gebremst wurde. Seitdem schrumpft die Einwohnerzahl Eisenachs nur noch langsam. In ihrer 2009 veröffentlichten Publikation „Wer, wo, wie viele? – Bevölkerung in Deutschland 2030“, in der die Bertelsmann-Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl für alle Kommunen ab 5000 Einwohner in Deutschland liefert, wird für Eisenach ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2009 und 2030 um 7,5 Prozent (3220 Personen) vorausgesagt.[45]

Jahr Einwohner
1791 8.214
1830 8.698
1840 8.521
3. Dezember 1864 ¹ 12.072
1. Dezember 1875 ¹ 16.164
1. Dezember 1880 ¹ 18.624
1. Dezember 1885 ¹ 19.743
1. Dezember 1890 ¹ 21.339
2. Dezember 1895 ¹ 24.346
1. Dezember 1905 ¹ 35.153
Jahr Einwohner
1. Dezember 1910 ¹ 38.362
16. Juni 1925 ¹ 43.385
16. Juni 1933 ¹ 44.695
17. Mai 1939 ¹ 50.464
29. Oktober 1946 ¹ 51.834
31. August 1950 ¹ 51.777
31. Dezember 1960 48.109
1. Januar 1971 ¹ 50.918
31. Dezember 1981 ¹ 50.674
31. Dezember 1985 50.559
Jahr Einwohner
31. Dezember 1988 48.361
31. Dezember 1995 45.337
31. Dezember 2000 44.442
31. Dezember 2005 43.727
31. Dezember 2007 43.308
31. Dezember 2008 43.051
31. Dezember 2009 42.847
31. Dezember 2010 42.750
31. Dezember 2011 42.661
31. Dezember 2012 41.744

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Eisenach war bereits unter den Thüringer Landgrafen ein Zentrum religiösen Lebens in Deutschland, hier lebte und wirkte die Heilige Elisabeth von Thüringen, auch ihr Gemahl, Landgraf Ludwig IV. (der Heilige) förderte nach Kräften das religiöse Leben der Stadt. Bereits unter diesen Landgrafen siedelte sich in Eisenach die erste jüdische Gemeinde an. Bis zur Reformation war für Eisenach das katholische Erzbistum Mainz zuständig. Die bedeutendsten Orden waren in der Stadt mit Klöstern und Terminhöfen vertreten. (siehe auch: Abgebrochene Kirchengebäude in Eisenach)

Eisenach war und ist ein Zentrum der Reformation. Die Stadt war von 1921 bis Ende 2008 Sitz des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Der neue Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hat seit der Fusion der Thüringischer Landeskirche und der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen 2009 seinen Sitz in Magdeburg. Der Bischof und das Landeskirchenamt hatten ihren Sitz in der Villa Pflugensberg oberhalb des Stadtzentrums.

Auf Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wurde der Bildung des Propstsprengels Eisenach-Erfurt zum 1. Januar 2013 zugestimmt, Dienstsitz des Regionalbischofs wird Eisenach sein. Der für die Region zuständige Propst, Reinhard Werneburg, wurde auf der Geraer Tagung der Landessynode am 18. März 2012 gewählt.[46] Die Räume der Landeskirchlichen Gemeinde in Eisenach befinden sich in der Barfüßerstraße.

Heute sind die meisten Bürger Eisenachs konfessionslos.

Es gibt neben den beiden großen christlichen Kirchgemeinden noch weitere Religionsgemeinschaften in Eisenach, namentlich Baptisten (Julius-Lippold-Straße), Siebenten-Tags-Adventisten (Obere Predigergasse), Methodisten (Goethestraße), Neuapostolische Kirche (Friedrich-Ebert-Straße) und Zeugen Jehovas (Am Wiesengrund).

Es gibt auch eine muslimische Gemeinde in Eisenach, die sich im Verein Deutschsprachiges-Islamisches Kulturzentrum in Eisenach e. V. organisiert hat und einen Gebetsraum betreibt.[47]

Die jüdische Gemeinde Eisenachs wurde mit der Zerstörung der Synagoge 1938 und der Deportation der Eisenacher Bürger jüdischen Glaubens bis 1942 systematisch ausgelöscht.[29]

Politik[Bearbeiten]

(Ober-)Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Jahre 1286 verlieh Landgraf Albrecht II. der Stadt das Recht, zwei Bürgermeister zu wählen.[48] Im Mittelalter bekleideten überwiegend Angehörige einflussreicher Patrizierfamilien wie Hellgreve oder Cotta dieses Amt. Durch die Einführung einer neuen Stadtordnung im Jahr 1813 wurden das Amt des Bürgermeisters und seine Kompetenzen neu geregelt; erster Amtsinhaber, der nach den neuen Regeln regierte, war der Eisenacher Ratsherr Friedrich Günther Beyer.[49] Ein Oberbürgermeister wurde erstmals 1847 gewählt, das Amt bekleidete August Roese als „Oberbürgermeister auf Lebenszeit“. Zwischen 1950 und 1994 wurde die Stadt wiederum durch einen Bürgermeister vertreten. Die Oberbürgermeisterwahl 2012 entschied Katja Wolf (Die Linke) mit 7 622 Stimmen (51,6 %) in der Stichwahl am 6. Mai 2012 für sich und wurde damit als erste Frau Oberbürgermeister der Stadt.[50]

Am 28. November 2012 wählte der Stadtrat Andreas Ludwig (CDU) zum Bürgermeister, Stellvertreter der Oberbürgermeisterin und Dezernenten für Bau und Umwelt.[51]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich aus der Oberbürgermeisterin und 36 Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitze sind nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt verteilt:[52]

Stadtrat
Fraktion CDU Die Linke SPD Grüne NPD FDP Piraten Bürger für Eisenach Eisenacher Aufbruch
Mitglieder 11 (-1) 10 (+3) 4 (-2) 3 3 (+1) 1 (-1) 1 (+1) 2 (-1) 1

In den Klammern stehen die Veränderungen gegenüber der Kommunalwahl 2009.

Wahlbeteiligung: 51,1 % (2009: 50,3 %)
 %
40
30
20
10
0
30,2 %
29,3 %
11,9 %
7,4 %
7,3 %
5,8 %
3,7 %
2,5 %
2,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,5 %p
+8,7 %p
-5,4 %p
+2,4 %p
+0,2 %p
-2,5 %p
+0,5 %p
-2,2 %p
+2,0 %p

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Eisenachs Partnerstädte

Eisenach hat derzeit (2014) sechs Partnerstädte.[53]

  • Mit der hessischen Universitätsstadt Marburg bestehen seit über 800 Jahren historische Verbindungen. Aus diesem Grund beschloss der Marburger Stadtrat 1986 eine Wiederbelebung der Verbindung beider Städte, die am 10. Juni 1988 im Palas der Wartburg ratifiziert wurde.
  • Die Beziehungen zu Sedan in Frankreich reichen bis 1972 zurück. Bereits vor der Wende fand ein staatlich organisierter Jugendaustausch zwischen dem damaligen Bezirk Erfurt und Sedan statt. Am 25. Mai 1991 wurde die Vereinbarung über eine Städtepartnerschaft unterzeichnet.
  • Das in Waverly (Iowa, USA) gelegene German Lutheran College wurde bereits 1879 gegründet und erhielt später den Namen Wartburg-College. Aus diesem Grund verbindet eine Städtepartnerschaft seit dem 28. November 1992 Eisenach mit Waverly.
  • Durch ein Unternehmen, das als Zulieferer der Automobilindustrie nach der Wende auch in Eisenach tätig wurde, kam es 1993 zum Abschluss einer Städtepartnerschaft mit dem dänischen Skanderborg, die anlässlich des 15-jährigen Bestehens mit Vertrag vom 6. Oktober 2008 erneuert wurde.
  • Bereits Anfang der 1990er Jahre weilten von der Katastrophe von Tschernobyl betroffene Kinder aus der weißrussischen Stadt Mogilew auf Einladung des Diakonischen Werks mehrfach in Eisenach. Das war der Auslöser für die am 12. Dezember 1996 unterzeichnete Städtepartnerschaft mit Mogilew.
  • Sárospatak in Ungarn gilt als Geburtsort der Heiligen Elisabeth. Dort wird alljährlich zu Pfingsten in Erinnerung an die Verabschiedung der erst vierjährigen Erzsébet ein großes Fest gefeiert. Im Thüringer Elisabethjahr 2007, anlässlich des 800. Geburtstags der Heiligen Elisabeth, kam es zu ersten Kontakten zwischen beiden Städten, die am 19. November 2008 in der Elisabethkirche in Sárospatak mit einer Städtepartnerschaft vertraglich besiegelt wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Jahre 1879 wurde das Theater Eisenach eingeweiht, das nach einer wechselvollen Geschichte 1952 durch die damalige Thüringer Landesregierung zum Thüringer Landestheater Eisenach erhoben wurde. Wichtiger Bestandteil des Theaters ist die 1919 als Städtisches Orchester gegründete Landeskapelle Eisenach. Sie wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1946 mit vertriebenen Mitgliedern der Schlesischen Philharmonie Breslau und Musikern des früheren Städtischen Orchesters Eisenach neu aufgebaut und erhielt 1952 ihren heutigen Namen. Neben der Landeskapelle gehören seit 2004 das Tanztheater Eisenach und seit 2005 das Junge Theater Eisenach zum Ensemble des Hauses.

In der historischen Wandelhalle, einem offenen Musikpavillon am Rande des Anfang des 20. Jahrhunderts als Parkanlage englischen Stils errichteten Kartausgartens, finden regelmäßig Ausstellungen und Konzerte statt. Im Industriedenkmal Alte Mälzerei befinden sich neben einem Industriemuseum eine Theaterspielstätte sowie das Lippmann+Rau-Musikarchiv, das bis 2009 vom 1959 gegründeten Jazzklub Eisenach e. V. betreut wurde.

Eisenach verfügt traditionell über eine reichhaltige Chorlandschaft, zu den auch überregional bekannten Chören gehört der Bachchor Eisenach. Die Mehrzahl der Chöre der Stadt sowie des umliegenden Wartburgkreises sind im Wartburgsängerkreis organisiert.

Im sogenannten Storchenturm befindet sich mit dem historischen Theater Im Kerker die kleinste Spielstätte der Stadt.

Eisenach verfügt mit dem denkmalgeschützten Filmtheater Capitol über ein Kino, das letzte von ehemals vier Tonfilm-Kinos in Eisenach.

Seit 2007 finden im ehemaligen Ausstellungspavillon des Automobilwerks Eisenach, dem heutigen KUNSTPavillon, in der Wartburgallee Ausstellungen der Kunst der Gegenwart statt. Der Pavillon wurde 1967 errichtet und diente bis 1994 als Ausstellungsraum für in Eisenach gebaute Kraftfahrzeuge. Seine typische Architektur der 1970er Jahre ist im Architekturführer Thüringen aufgeführt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich am Wochenende vor Laetare findet in Eisenach mit dem Sommergewinn Deutschlands größtes Frühlingsfest statt. Höhepunkt ist der am Samstag stattfindende Festumzug, an dessen Ende sich Frau Sunna und Herr Winter das traditionelle Streitgespräch liefern. In der Weihnachtszeit zählt der traditionelle Besuch des Weihnachtsmarktes auf der Wartburg zu den Touristenattraktionen.

In den Jahren 2005 bis 2007 fand im Hinblick auf die Luther-Dekade 2008 bis 2017 Ende August Luther – Das Fest statt. Der ausrichtende Lutherverein e. V. als Hauptveranstalter ist bemüht, diese Veranstaltung als Mittelalterfest mit neuen Themen und Angeboten fortzuentwickeln. Seit 1982 finden alle zwei Jahre die Eisenacher Telemann-Tage zu Ehren des Komponisten Georg Philipp Telemann statt. Im Frühjahr gehört die Stadt zu den Schauplätzen der Thüringer Bachwochen.

Als Veranstaltungsort für Jazzmusik ist die Alte Mälzerei seit den 1990er Jahren ein Begriff, Open-Air-Konzerte finden an der Wandelhalle (Raggee-Nights) statt.

Seit der Wiedervereinigung ist Eisenach der ständige Tagungsort der Deutschen Burschenschaft. Der Burschentag findet immer in der Woche nach Pfingsten statt.

Der Motorsportclub Eisenach e. V. ist Veranstalter der jährlich im Sommer stattfindenden Rallye Wartburg, einem Straßenrennen rund um die Stadt Eisenach. Für Oldtimer-Fans finden regelmäßig im Frühjahr und Sommer Thüringen-Rundfahrten und Veteranentreffen statt.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Wahrzeichen der Stadt ist das Weltkulturerbe Wartburg.

Daneben gab es auf den Bergen rings um die Altstadt zahlreiche Burganlagen, an die nur noch Flurnamen und spärliche Überreste als Bodendenkmale erinnern, insbesondere der Metilstein, die Eisenacher Burg, die Frauenburg, die Burgstelle Rudolfstein und die Malittenburg. In den Mauern der Altstadt befanden sich adelige Stadtburgen, zu ihnen zählen das wahrscheinlich älteste Profangebäude der Stadt, bekannt als der Hellgrevenhof und der Lussenhof am Frauenberg. Auf den landgräflichen Steinhof als Stadtresidenz unmittelbar südlich der Georgenkirche folgte an gleicher Stelle das herzogliche Schloss, von dem noch die Schlossbrauerei, der Brunnenkeller, das Residenzhaus und das Creuznacherhaus vorhanden sind. Als Zwingburg und später als Garnison diente die ehemalige Wasserburg Klemme.

Zu den erhaltenen Schlössern und schlossähnlichen Bauten in der Kernstadt zählen das Eisenacher Stadtschloss, das Schloss Fischbach, das Palais Bechtolsheim, das Landhaus Pflugensberg sowie das dringend sanierungsbedürftige Jagdschloss Hohe Sonne. In den Stadtteilen befinden sich das Schloss Berteroda, das Schloss Neuenhof, in Stedtfeld das boyneburgksche Untere Schloss, geringe Reste des Oberen Schlosses, der Wehrturm Steinstock und eine boyneburgksche Landvilla. Die Stedtfelder Wasserburg wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg geschleift. Die Gebäude der Wasserburg in Madelungen mit zugehörigem Gutshof sind ebenfalls verschwunden. In Hötzelsroda gab es einen als Schanze bezeichneten Erdwall, einen adeligen Hof Schlösschen in der Ortslage und im Ortsteil Dürrerhof den in den 1950er Jahren abgetragenen Herrensitz Dürrerhof mit Landschaftspark.

Sakrale Bauten[Bearbeiten]

Siehe auch:

Evangelisch-lutherische Kirchen[Bearbeiten]

Die um 1180 erbaute Georgenkirche gilt als Traukirche der Heiligen Elisabeth und ist die Taufkirche Johann Sebastian Bachs.

Bereits kurz nach 1160 wurde die Nikolaikirche im romanischen Stil erbaut und im 19. Jahrhundert im neoromanischen Stil restauriert. Die Kirche war bis zur Reformation Pfarrkirche des Benediktinerinnenklosters St. Nikolai.

Der Legende nach wurde die Annenkirche von Elisabeth von Thüringen als Bethaus erbaut, die Inschrift über dem Torbogen „Hospital zu St. Annen – gestiftet von der Heiligen Elisabeth 1226“ soll dies belegen. Tatsächlich fiel die ehemalige Kapelle 1342 einem Brand zum Opfer, der Neubau wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört. In der Zeit von 1634 bis 1639 wurde die Annenkirche völlig neu aufgebaut, aus jener Zeit stammt wohl auch die Inschrift. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche als Garnisonkirche genutzt, von 1874 bis 1954 als Kirche der Diakonissenhausstiftung.

Erstmals 1295 urkundlich erwähnt wurde die Clemenskapelle. Mit der 1586 erbauten Fachwerkkirche Wartha befindet sich im Stadtgebiet die älteste und kleinste Fachwerkkirche Thüringens.

Der jüngste Kirchenbau ist die 2005 fertiggestellte Elia-Kapelle in der Altstadtstraße. Sie dient als Ort des Gebetes auf dem Werkstattgelände des Diakonie-Verbundes Eisenach.

Katholische Kirchen[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche der katholischen Gemeinde St. Elisabeth Eisenach ist die St.-Elisabeth-Kirche. Sie wurde 1886 bis 1888 nach dem Vorbild der Marburger Elisabethkirche im neugotischen Stil errichtet. In den Jahren 2000 bis 2002 erfolgte eine umfangreiche Außen- und Innensanierung.

Unweit des Alten Friedhofes befindet sich die Kreuzkirche, die 1692 aus den Resten des Eisenacher Mariendoms errichtet wurde.

Auf dem Gebiet eines ehemaligen Dominikanerklosters befindet sich die Predigerkirche. Mit ihrem Bau wurde kurz nach der Heiligsprechung Elisabeths begonnen, um 1240 wurde sie geweiht. Heute beherbergt die Kirche die ständige Ausstellung Mittelalterliche Kunst in Thüringen, die Teil des Thüringer Museums ist.

Synagoge[Bearbeiten]

Die Synagoge in Eisenach um 1900

Bereits im Mittelalter befand sich auf dem Grundstück Karlstraße 23 eine Synagoge. In der Zeit von 1883 bis 1885 wurde in der heutigen Karl-Marx-Straße die Neue Synagoge errichtet und am 8. Januar 1885 feierlich eingeweiht. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude durch Brandstiftung völlig zerstört und wenig später abgebrochen. An die Ereignisse erinnert das am 21. September 1947 übergebene Synagogendenkmal, dessen Sockel aus Steinen der Neuen Synagoge errichtet wurde.

Denkmalgeschützte Bauwerke[Bearbeiten]

Denkmalensembles[Bearbeiten]

Die zwei flächenmäßig größten Denkmalensembles der Stadt sind das Flächendenkmal Altstadt Eisenach sowie das Flächendenkmal Südviertel.

Der Bau der 2,84 Kilometer langen Stadtmauer begann bereits im Jahre 1130. Es gab insgesamt 22 Türme, davon fünf Stadttore, von denen heute nur noch das Nikolaitor erhalten geblieben ist.

Einzelne Baudenkmale[Bearbeiten]

Stadtschloss
Burschenschaftsdenkmal
Hospitalkirche St. Annen

Das Eisenacher Rathaus am Marktplatz wurde 1508 in spätgotischem Stil als Weinkeller erbaut und erhielt beim Umbau 1564 seine heutigen Renaissance-Formen. Im Jahre 1596 wurde es zum neuen Rathaus gewählt, nachdem das alte Rathaus nahe der Georgenkirche zu klein geworden war. Nach dem großen Stadtbrand 1636 wurde es wieder aufgebaut und erhielt 1638 seinen charakteristischen Treppenturm.

Seit mehr als 450 Jahren steht der Georgsbrunnen auf dem Markt, mehrfach wurde er versetzt. Die vergoldete Brunnenstatue wurde 1549 von Hans Leonhard erschaffen. Ebenfalls am Markt im Zentrum der Stadt befindet sich das Stadtschloss. Es wurde ab 1742 in mehreren Abschnitten unter Herzog Ernst August von Gottfried Heinrich Krohne errichtet. Von den einst vier Flügeln sind heute noch drei erhalten. Der Südflügel am Markt entstand als Wohnflügel unter Einbeziehung vorhandener Bürgerhäuser, der Nordflügel beherbergt reich verzierte Räume mit Stuckarbeiten des Kasseler Meisters J. M. Brühl und Gemälde des österreichischen Malers Josef Michael Daysinger, im Erdgeschoss des Westflügels befindet sich der Marstall.

Das Gebäude Karlstraße 1 wurde um 1560 erbaut. Während des Stadtbrandes von 1636 blieb es unversehrt. Von 1771 bis 1948 befand sich hier die 1585 gegründete Hof-Apotheke. 1900 wurde das alte Holzfachwerk freigelegt und ein Giebel über dem Eingang errichtet. Weitere Umbauten erfolgten 1936. Die Hof-Apotheke wurde 1948 in Rats-Apotheke umbenannt und befindet sich noch heute im Gebäude.

Im Süden der Stadt unweit der Auffahrt zur Wartburg befindet sich die Reutervilla. Sie wurde nach Plänen des Dichters Fritz Reuter in den Jahren 1866 bis 1868 vom deutschen Architekten Ludwig Bohnstedt im neoklassizistischen Stil als Wohnhaus des Dichters errichtet. Heute beherbergt die Villa das Reuter-Wagner-Museum sowie eine Außenstelle des Standesamtes.

Im Osten der Stadt ragt auf der Göpelskuppe das Burschenschaftsdenkmal der Deutschen Burschenschaft empor. Das 33 Meter hohe Denkmal wurde 1902 eingeweiht.

Das Eisenacher Theater wurde im Auftrag des Eisenacher Bankiers und Fabrikanten Julius von Eichel-Streiber nach Entwürfen des Leipziger Architekten Karl Weichardt im klassizistischen Stil erbaut und am 1. Januar 1879 an die Stadt Eisenach übergeben. Das Gebäude bietet 501 Zuschauern Platz.

Am Johannisplatz im Zentrum der Stadt befindet sich das wahrscheinlich schmalste bewohnte Fachwerkhaus Deutschlands. Es ist 2,05 Meter breit und 8,50 Meter hoch und hat zwei Stockwerke. Das Alter des Hauses wird auf weit über 250 Jahre geschätzt.

Im Jahr 1539 wurde vom Eisenacher Kaufmann und Ratsherren Conrad Creutznacher am Markt ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das Creutznacher Haus. Als Herzog Johann Ernst Ende des 16. Jahrhunderts seine Residenz auf der Esplanade erweiterte, bezog er das Haus in die Schlossanlage ein. Das 2003 bis 2005 sanierte Gebäude gehört zu den wenigen erhaltenen Renaissancebauten der Stadt und beherbergt heute unter anderem die Tourist-Information.[54]

Das Sophienbad, eines der ältesten Jugendstilbäder Deutschlands, wurde 1899 von der Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach eröffnet. Es wird heute anders genutzt, steht aber als Gesamtanlage unter Bestandschutz.

Die Wandelhalle am Rande des Kartausgartens wurde 1906, unterhalb des Hotels Fürstenhof, als Trink- und Wandelhalle eingeweiht und erinnert an die Zeit, als Eisenach Sommerfrische und Kurstadt war.

Denkmalgeschützte Zeugen aus dem Gesundheitswesen des frühen 20. Jahrhunderts sind das Diakonissenhaus im Stadtzentrum und der Südflügel des heutigen St.-Georg-Klinikums im Norden der Stadt.

Parks[Bearbeiten]

Die Geschichte des etwa 3,8 Hektar großen Kartausgartens reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als Kartäusermönche um 1390 dort einen Klostergarten anlegten. Um 1700 zum fürstlichen Lust- und Küchengarten erhoben, gestaltete Johann Georg Sckell den Kartausgarten Ende des 18. Jahrhunderts in einen Landschaftsgarten um. Seit 1942 befindet sich die Anlage in städtischer Hand. Auf dem Gelände befindet sich neben dem klassizistischen Gärtnerhaus mit Teezimmer auch die Wandelhalle.

Etwa 400 Meter östlich vom Stadtzentrum befindet sich der 26,7 Hektar große Stadtpark. Das Gelände am Goldberg wurde von 1841 bis 1844 von Eduard Petzold im Auftrag der Familie Eichel in einen Landschaftsgarten umgestaltet. In den Jahren 1890 bis 1892 wurde dort das Landeskirchenamt errichtet, ein schlossähnliches Gebäude im neugotischen Stil. Das Bismarck-Denkmal im Eingangsbereich des Stadtparks wurde 1963 abgebrochen.

In der Gemarkung des Stadtteils Hötzelsroda befindet sich der ebenfalls von Eduard Petzold gestaltete Landschaftspark Dürrerhof.

Oberhalb des Eisenacher Markts am Fuße des Schlossbergs befindet sich der Alte Friedhof. Er wurde 1599 von Herzog Johann Ernst angelegt. Auf dem Friedhof sind zahlreiche Mitglieder der Musikerfamilie Bach beigesetzt, die angrenzende Kreuzkirche beherbergt das Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen.

Zwischen der Wartburg und der westlichen Altstadt befindet sich der um 1800 vom Eisenacher Kaufmann Christian Friedrich Roese geschaffene Landschaftspark Roesesches Hölzchen mit dem Metilstein im Zentrum, hier trifft man auch auf das sagenhafte Felsgebilde Mönch und Nonne, es hat Goethe einst zu einer Zeichnung inspiriert.

Im Mariental befindet sich der künstlich angelegte Prinzenteich mit Gondelbetrieb, Schwänen und Karpfenbesatz. Er erhielt seinen Namen im 19. Jahrhundert zu Ehren der zwei Söhne der Herzogin von Orleans, die in der Zeit von 1848 bis 1858 zeitweise mit ihren Kindern in Eisenach weilte.

Im Jahre 1896 wurde im Norden der Stadt der Hauptfriedhof angelegt.

In der Dresdener Straße befindet sich ein „Geologischer Garten“ mit Gesteinsproben aus ganz Deutschland.

Museen[Bearbeiten]

Bachhaus und Erweiterungsbau am Frauenplan beherbergen das Bachmuseum
Haupttor des Automobilwerk Eisenach
Gedenkstätte Goldener Löwe

Eisenach ist Geburtsstadt des Komponisten Johann Sebastian Bach. Ihm und seiner Familie widmet sich das Bachhaus am Frauenplan, das als Geburtshaus des Komponisten gilt.

An den Reformator Martin Luther erinnert die 1956 von der Thüringer Landeskirche im Lutherhaus eingerichtete Luther-Gedenkstätte. Das Haus gilt als eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt, in dem Martin Luther von 1498 bis 1501 bei der wohlhabenden Familie Cotta gewohnt haben soll. Im Lutherhaus befindet sich das Thüringer Pfarrhausarchiv.

Das Stadtschloss beherbergt das 1899 gegründete Thüringer Museum. Zu diesem Museum gehören auch die Ausstellungsbereiche in der Predigerkirche, das Teezimmer im Kartausgarten und die Reutervilla. Die kunsthandwerkliche Sammlung zog 1931 ins Stadtschloss um. Neben der Sammlung Thüringer Porzellans befinden sich dort auch Werke der Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und des expressiven Realismus sowie Stadtgeschichtliches. Die Predigerkirche beherbergt die Sammlung mittelalterlicher Schnitzkunst, die umfangreichste ihrer Art in Thüringen. In der Reutervilla, den ehemaligen Wohnräumen des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter, befindet sich das Reuter-Wagner-Museum mit der nach Bayreuth umfangreichsten Sammlung über den Komponisten Richard Wagner.

1967 wurde das Automobilbaumuseum gegründet. Es befand sich zunächst in dem eigens dafür errichteten heutigen KUNST-Pavillon am Rande des Kartausgartens. Im Jahre 1998 wurde anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Automobilbau in Eisenach auf dem Gelände des ehemaligen Automobilwerks Eisenach (AWE) der symbolische Grundstein für die neue Ausstellung automobile welt eisenach gelegt. Seit 2005 befindet sich die Ausstellung, die beispielsweise Fahrzeuge der Marken BMW, EMW, Dixi und Wartburg zeigt, im denkmalgeschützten ehemaligen AWE-Verwaltungsgebäude O2. In unmittelbarer Nähe zu diesem Gebäude befindet sich das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Haupttor des AWE.

Die Gedenkstätte Goldener Löwe, ein ehemaliges Gasthaus am südlichen Ende der Marienstraße, erinnert an die Gründung der SDAP (später SPD) am 8. August 1869 und an August Bebel.

Seit Juni 2010 befindet sich im Verwaltungsgebäude Rennbahn 6 der Wartburg-Sparkasse das Sparkassen-Museum, der Besuch dieser Ausstellung mit Führung muss angemeldet werden.

Industriedenkmale[Bearbeiten]

Im Nordosten der Stadt befindet sich mit der Alten Mälzerei ein weithin einzigartiges Industriedenkmal. Sie wurde 1873 von Adam Heintz als Malz- und Malzkaffeefabrik errichtet. Bemerkenswert ist vor allem der fast vollständig erhaltene, zum Teil noch aus den Gründerjahren stammende und nach Restaurierung in den Jahren 1993/1994 wieder voll funktionsfähige Maschinenpark.

Der Grundstein für die Eisenacher Brauerei wurde im Jahre 1828 gelegt, als die 244 Brauberechtigten der Stadt einen gemeinsamen etwa 100 Meter tiefen Felsenkeller zur Bierlagerung errichteten. Im Jahre 1874 gründeten zehn Eisenacher Bürger eine Vereinsbrauerei, aus der 1886 die Aktienbrauerei Eisenach wurde. Das 1911 errichtete Sudhaus gilt noch heute als Wahrzeichen der Brauerei.

Um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts entstand der Eisenacher Hauptbahnhof mit dem rechts daneben gelegenen Fürstenbahnhof.

Zu den nur noch teilweise erhaltenen Industriebauten Eisenachs zählen der Alte Schlachthof sowie das Gaswerk Eisenach. Die frühere Zigarrenfabrik an der Fischweide 1 ist als Ruine erhalten und vom Abriss bedroht.[55]

Denkmäler, Gedenksteine und -tafeln[Bearbeiten]

Wingolfsdenkmal für die Toten des Wingolfsbundes
Denkmal für die in beiden Weltkriegen in Erfüllung ihres Dienstes ums Leben gekommenen deutschen Ärzte

Zahlreiche Gedenksteine und -tafeln erinnern an historisch bedeutende Ereignisse und Persönlichkeiten der Stadtgeschichte.

In unmittelbarer Nähe des Bachhauses befindet sich das Bachdenkmal, das die Stadt am 28. September 1884 dem in Eisenach geborenen Komponisten widmete. Der Entwurf stammt von Adolf von Donndorf, ausgeführt wurde es von Hermann Howaldt.

Auf dem Karlsplatz im Zentrum der Stadt befindet sich das ebenfalls von Adolf von Donndorf entworfene Lutherdenkmal.

In der Georgenstraße erinnert der Schwarze Brunnen an einen tragischen Unglücksfall mit 68 Toten bei der Explosion von drei mit Schießpulver und Munition beladenen Wagen.

Zu Ehren der Toten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 weihte der Wingolfsbund 1899 das Wingolfsdenkmal ein, das später auch den Gefallenen beider Weltkriege gewidmet wurde.[56] Es ist in eine imposante Treppenanlage integriert, die vom Stadtzentrum über den Pfarrberg in das Südviertel führt.

Gegenüber der Wartburgauffahrt wurde 1909 das Carl-Alexander-Denkmal eingeweiht, das an die Freundschaft des Großherzogs zu Eduard Mittenzwey erinnern soll. Ausgeführt wurde es von dem Eisenacher Bildhauer Hermann Hosaeus. Im weiteren Straßenverlauf trifft man unterhalb der Wartburg auf das Cranach-Denkmal für den Burghauptmann der Wartburg und Gründer des Reuter-Wagner-Museums Hans Lucas von Cranach.

In der Frankfurter Straße befindet sich die Gedenkstätte für die Opfer des Kapp-Putsches, die an die Tötung von fünf unbewaffneten Bürgern in Eisenach erinnert.

Am Karlsplatz 31, vor dem Mutterhaus der Diakoniestiftung Eisenach, steht das Ärztedenkmal, ein 1926 geschaffener Gedenkort für die im Ersten Weltkrieg in Erfüllung ihres Dienstes ums Leben gekommenen deutschen Ärzte.[57] Es wurde 1997 restauriert und die Widmung ausgedehnt auf „...die (ärztlichen) Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft“.

Ein Panzerreiter, der den Drachentöter St. Georg symbolisiert, steht am Jakobsplan. Er wurde 1939 von Erich Windbichler geschaffen und stand ursprünglich vor dem Offizierskasino des neuen Kasernenkomplexes am Ludendorffwall im Norden der Stadt. Das Denkmal steht für die Tradition der schweren schlesischen Reiter aus Sagan, den „Vorgängern“ des Eisenacher Panzerregiments II. 1999 wurde das Denkmal restauriert.

Ein inzwischen denkmalgeschütztes Relikt der DDR-Zeit ist das Denkmal zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in der Wartburgallee.

Zahlreiche Denkmäler und Gedenksteine erinnern an die Opfer der beiden Weltkriege sowie an die Verbrechen des Dritten Reichs und des Holocausts; dazu zählen auch etwa 50 Stolpersteine.[31]

Der 1902 auf dem Wartenberg nach einem Entwurf von Wilhelm Kreis erbaute Bismarckturm vom Typ „Götterdämmerung“ wurde 1963 gesprengt.

Zur DDR-Zeit abgetragen wurde das 1903 von Julius von Eichel-Streiber gestiftete und nach einem Entwurf von Adolf von Donndorf errichtete Bismarck-Denkmal an der Wartburg-Allee (früher Kartäuserstraße) am Aufgang zum Stadtpark unterhalb des Schlosses Pflugensberg.[58]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Eisenach verfügt über ein Amtsgericht, das zum Bezirk des Landgerichts Meiningen gehört, sowie über das Arbeitsgericht Eisenach, das zum Bezirk des Landesarbeitsgerichts Erfurt zählt.

Zu den städtischen Einrichtungen zählen die Stadtbibliothek Eisenach mit einem aktuellen Bestand von rund 70.000 Druckwerken und digitalen Medien sowie rund 3500 überwiegend historischen Büchern zur thüringisch-sächsischen Geschichte.

Im Hintergebäude des Stadtschlosses befindet sich das Stadtarchiv mit städtischen Akten, Akten der eingemeindeten Ortschaften und Amtsbüchern vom 16. Jahrhundert bis 1990. Zu den Sammlungen gehört auch ein bedeutender Teil der ehemaligen Carl-Alexander-Bibliothek sowie der Teilnachlass der Familie des Schriftstellers Walter Flex.

Durch Fusion des Christlichen Krankenhauses Eisenach mit dem Wartburg-Klinikum entstand 2002 das St.-Georg-Klinikum Eisenach.[59] Derzeit (2013) beschäftigt die Klinik rund 650 Mitarbeiter.

Bildung und Wissenschaft[Bearbeiten]

Die Eisenacher Berufsakademie

In Eisenach gibt es derzeit (Schuljahr 2012/13) sechs Grundschulen, vier Regelschulen, zwei staatliche Gymnasien (Ernst-Abbe-Gymnasium und Elisabeth-Gymnasium) sowie das Staatliche Förderzentrum Pestalozzischule. Mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 wurde die Regelschule in der Oststadtschule geschlossen und am Standort die erste Gemeinschaftsschule der Stadt eingerichtet.[60]

Neben den staatlichen Schulen gibt es in der Stadt die Evangelische Grundschule und das Martin-Luther-Gymnasium als Bildungseinrichtungen in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, eine Waldorfschule sowie die Förderschule für geistig Behinderte Johannes Falk in Trägerschaft des Diakonie-Verbundes Eisenach.

Als überbetriebliche Bildungsstätten stehen die Berufsakademie Eisenach, das Berufsschulzentrum Ludwig Erhard und das Technologie- und Berufsbildungszentrum Eisenach zur Verfügung.

Der musikalischen Nachwuchsförderung dienen eine städtische und mehrere private Musikschulen.

Sport[Bearbeiten]

Wartburg-Stadion

In Eisenach gab es am 1. Januar 2012 47 Sportvereine mit 7163 Mitgliedern.[61]

Der Handballverein ThSV Eisenach spielt derzeit (Saison 2014/15) in der 2. Handball-Bundesliga. Seine Spielstätte ist die Werner-Aßmann-Halle. Sie gehört zum Sport- und Freizeitzentrum An der Katzenaue und bietet 3140 Zuschauern Platz.

Die höchstklassigen Fußballvereine in Eisenach sind der FC Eisenach in der fünftklassigen Fußball-Oberliga Nordost Staffel Süd und der FSV Eintracht Eisenach in der Frauen-Landesklasse Thüringen. Das größte Stadion der Stadt und Spielstätte des FC Eisenach ist das 1955 eröffnete Wartburg-Stadion. Der Vorgängerverein des FC Eisenach, BSG Motor Eisenach, spielte zwischen 1954 und 1983 insgesamt 12 Jahre in der DDR-Liga, der zweithöchsten Liga des Deutschen Fußballverbandes. In der Ewigen Tabelle der DDR-Liga belegt der Verein den 54. Platz.

Eisenach ist Startort des Supermarathons, der mit 72,7 Kilometern längsten Laufstrecke des GutsMuths Rennsteiglaufs.
Der Motorsportclub Eisenach e. V. ist Veranstalter der jährlich im Sommer stattfindenden Rallye Wartburg, einem Straßenrennen rund um die Stadt Eisenach.
Seit 2005 ist Eisenach Ziel des alle zwei Jahre ausgetragenen Flèche Allemagne, eine im Brevetstil durchgeführten Sternfahrt von Langstreckenradfahrern.[62]

Die Stadt verfügt über fünf städtische Sporthallen, 13 Schulsporthallen, das Sportzentrum An der Katzenaue sowie etwa ein Dutzend Sportplätze im Stadtgebiet.[61]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Automobilindustrie[Bearbeiten]

Opelwerk Eisenach
Hauptartikel: Automobilwerk Eisenach

Seit 1898 werden in Eisenach Automobile konstruiert und gebaut. In dem als Fahrzeugfabrik Eisenach gegründeten Werk umfasste die Produktion unter anderem ab 1904 den Dixi, ehe das Werk 1928 von BMW übernommen wurde, was deren Einstieg in den Fahrzeugbau bedeutete. Während des Zweiten Weltkrieges, für den Einsatz in der Armee, und bis Mitte der 1950er Jahre wurden Motorräder gefertigt. BMW stellte außerdem zwischen 1937 und 1945 Flugmotoren sowie Teile für die „VergeltungswaffenV1 und V2 in einem neuen Werk am Dürrerhof her, das nach der Demontage 1946 gesprengt wurde. Zu Zeiten der DDR war die Stadt Standort des Automobilwerkes Eisenach (AWE), das den PKW Wartburg herstellte. Seit 1992 befindet sich am westlichen Stadtrand die Fertigungsstätte der Opel Eisenach GmbH, einer Tochter der Adam Opel AG; BMW errichtete in den 1990er Jahren in unmittelbarer Nähe zu Eisenach im Gewerbegebiet Deubachshof (Gemeinde Krauthausen, Wartburgkreis) einen neuen Betriebsstandort, der auf die Produktion von Großpresswerkzeugen spezialisiert ist.

Betriebe und Unternehmen[Bearbeiten]

Die in Eisenach ansässigen Industriebetriebe haben ihren Schwerpunkt im Automobilbau und der Zulieferindustrie, der Metallverarbeitung und der Logistik. 2003 gab es 102 Industriebetriebe mit rund 8000 Mitarbeitern. Mit 133 Industriearbeitsplätzen pro 1000 Einwohner liegt Eisenach weit über dem Bundesdurchschnitt. Der Monatsdurchschnitt der Produktivität lag 2003 bei knapp 27.000 Euro je Mitarbeiter, die Exportquote der Eisenacher Wirtschaft liegt bei 14 Prozent. 2010 waren in Eisenach 2008 Gewerbe- und Industriebetriebe registriert.[63]

Zu Beginn der 1990er Jahre gründete die Robert Bosch GmbH das Tochterunternehmen Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH auf dem Wartenberg und beschäftigt dort 1650 Mitarbeiter. Die heute zur Penske International Group gehörende Truck-Lite Europe GmbH ging aus dem traditionsreichen Unternehmen Fahrzeugelektrik Ruhla (FER) hervor und ist im Gewerbegebiet im Ortsteil Stockhausen ansässig. Im Transport-, Logistik- und Dienstleistungssektor sind unter anderem die Panopa Logistik GmbH & Co KG, die Piepenbrock Dienstleistungen GmbH & Co KG und die Hörseltalbahn GmbH zu nennen.

Erneuerbare Energien[Bearbeiten]

Am Nordrand der Stadt nahe Neukirchen und Stockhausen werden bereits seit etwa 1998 Windenergieanlagen betrieben. Als eine der ersten Thüringer Städte unterstützt die Stadt einen Bürger-Solar-Park zur Erzeugung von Elektroenergie aus regenerativen Quellen, welcher 2008 auf dem Gelände des früheren Eisenacher Gaswerkes in Betrieb ging.[64]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Seit 1998 ist der Anteil der in der Land- und Forstwirtschaft sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Eisenach um 94,3 % zurückgegangen. Er beträgt derzeit (Stand 30. Juni 2011) 0,3 % (= 60 Beschäftigte). Die Landwirtschaftsbetriebe Eisenachs bewirtschafteten 2011 eine Fläche von 4502 ha, was 0,5 % der der landwirtschaftlichen Nutzfläche Thüringens entspricht.[65] Die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit konzentriert sich in den ländlichen Ortsteilen Neukirchen, Madelungen, Hötzelsroda, Neuenhof und Göringen.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus besitzt einen hohen Stellenwert für die Stadt und das Umland. Neben den klassischen Reisezielen Wartburg, Bachhaus, Lutherhaus und Rennsteig ermöglichte die Gründung des Nationalpark Hainich nördlich der Stadt eine weitere Steigerung bei den Besucherzahlen. Der Bergwanderweg Eisenach–Budapest beginnt auf der Wartburg.

Eisenach ist eine Stadt im Grünen, Wald bedeckt große Teile des südlichen Stadtgebietes und wird forstwirtschaftlich genutzt. In den Stadtrandgebieten haben Reiterhöfe und Erlebnisbauernhöfe, beispielsweise in den Ortsteilen Gefilde, Trenkelhof und Madelungen, sowie der Kanu- und Fahrradtourismus entlang der Werra eine gewisse Bedeutung erlangt.

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof

Schiene[Bearbeiten]

Eisenach liegt am Knotenpunkt der Thüringer Bahn (Halle-Gerstungen-Bebra) mit der Werrabahn (Eisenach–Eisfeld). Der Bahnhof Eisenach ist ICE-Halt der Relation Frankfurt am Main–Dresden sowie IC-Halt der Relation Dortmund-Berlin-Stralsund und gehört zur dritthöchsten Bahnhofskategorie. Weitere Haltestellen im Stadtgebiet sind Eisenach West, Eisenach-Opelwerk und Hörschel sowie die Betriebsbahnhöfe Eisenach-Stedtfeld (Gemeinschaftsbahnhof mit der HTB) und Wartha (Werra). Das ehemals von der Deutschen Bahn AG betriebene und aufgelassene Bahnbetriebswerk Eisenach wird von einem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen weitergeführt.

Straße[Bearbeiten]

Eisenach wird seit 2010 von der weiter nördlich neu trassierten Bundesautobahn 4 nur noch tangiert. Als weitere Autobahn in der Nähe Eisenachs ist der Bau der Bundesautobahn 44 nach Kassel in Planung. Die Einbindung auf die BAB 4 soll etwa 15 Kilometer westlich von Eisenach bei Wommen erfolgen. Wann diese Strecke fertiggestellt wird, steht noch nicht fest. Zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und zur Anbindung der neuen Autobahnanschlussstelle Eisenach-West, etwa einen Kilometer westlich des Stadtteils Ramsborn wird die alte A 4-Trasse zwischen den ehemaligen Anschlussstellen Wutha-Farnroda und Eisenach-West nun als Umgehungsstraße verwendet. Dabei blieben alle Anschlussstellen Wutha-Farnroda; Eisenach Ost, neu: Eisenach Oststadt; Eisenach Mitte und Eisenach West, nunmehr als Eisenach Weststadt erhalten.

Die seit 2010 an der BAB 4-Anschlussstelle Eisenach-West endende Bundesstraße 7 verbindet Eisenach mit Kassel. Der Abschnitt der B 7 von Eisenach-West durch die Innenstadt über Wutha-Farnroda bis nach Sättelstädt wurde mit Inbetriebnahme der BAB-4-Nordverlegung zur Landesstraße 3007 abgestuft. Die Bundesstraße 19 beginnt an der BAB-4-Anschlussstelle Eisenach-West und führt über die nunmehr als Kraftfahrstraße genutzte ehemalige Autobahntrasse bis Eisenach Oststadt und weiter in südlicher Richtung durch das Stadtgebiet, über den Thüringer Wald nach Meiningen. Als Verbindung nach Bad Langensalza im Nordosten und zur BAB-4-Anschlussstelle Eisenach Ost bei Großenlupnitz sowie nach Fulda im Südwesten durchquert die Bundesstraße 84 das Stadtgebiet. Die Bundesstraße 88 beginnt an der ehemaligen BAB-4-Abfahrt Eisenach-Ost (B 19/84 Eisenach-Oststadt) und verbindet den Großraum Eisenach mit Ilmenau im Südosten. Wichtige Landesstraßen führen nach Mühlhausen im Norden sowie nach Herleshausen und Gerstungen im Westen.

Die historisch bedeutendste Straße durch Eisenach ist die Via regia, die von Frankfurt über Erfurt und Leipzig bis nach Russland führte. Heute wird diese Straße durch die B 84 in westliche und die L 3007 in östliche Richtung nachgezeichnet.[66]

Ruhender Verkehr[Bearbeiten]

Das City-Parkhaus

Auf Grund der sich überschneidenden Interessen von Berufs- und Individualverkehr sowie der Bedürfnisse des tourismusbedingten Verkehrsgeschehens wurde 2003 zur Lösung der Parkplatzsituation ein Verkehrs- und Parkraumkonzept entwickelt. Inzwischen besitzt die Stadt ein automatisiertes, mit der Wartburg verzahntes Parkleitsystem für die Südstadt sowie zwei Innenstadt-Parkhäuser. Ein drittes ist in Planung.[67][68]

ÖPNV[Bearbeiten]

Durch private Initiative eines Schlossermeisters wurde zu Ostern 1913 der Kraftomnibusbetrieb auf den Buslinien Bahnhof–Wartburg und Bahnhof–Hohe Sonne–Wilhelmsthaler See eröffnet und erfreute sich sofort großen Interesses. Die in Berlin erworbenen Busse wurden mit verbesserten Bremsen und neuer Lackierung versehen. 1918 übernahm die Deutsche Reichspost das lukrative Omnibus-Geschäft in Eisenach und baute Verbindungen zu allen Ortschaften im Kreisgebiet auf.[69]

Eisenach hatte bis 1975 ein Straßenbahnnetz. Heute gibt es 19 Stadtbuslinien und mehrere Dutzend Regionalbuslinien, die von der KVG Eisenach und der Verkehrsgemeinschaft Wartburgkreis betrieben werden. Eisenach besitzt zwei Busbahnhöfe, einen für die Stadtbuslinien und einen für den Regionalverkehr. Beide befinden sich in der Nähe des Hauptbahnhofes.[70]

Flugverkehr[Bearbeiten]

12 Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich auf dem Territorium der Nachbargemeinde Hörselberg-Hainich der Flugplatz Eisenach-Kindel. Der ehemalige Militärflugplatz ist für Flugzeuge bis 20 Tonnen und Hubschrauber zugelassen. Die nächsten Flughäfen mit Linienbetrieb sind der Flughafen Erfurt-Weimar, etwa 50 Kilometer östlich, der Flughafen Frankfurt, etwa 200 Kilometer südwestlich und der Flughafen Leipzig-Halle, etwa 200 Kilometer nordöstlich.

Radverkehr[Bearbeiten]

Eisenach liegt am Radfernweg Thüringer Städtekette, nahe dem Rennsteig-Radwanderweg, nahe dem Werra-Radweg, am Hörseltalradweg, dem Pummpälzweg und dem Herkules-Wartburg-Radweg nach Kassel. Innerorts besteht bereits eine erste durchgehende Radwegverbindung entlang der Hörsel, einige Hauptstraßen wurden um Fahrbahnstreifen für Radfahrer erweitert, das 2003 entwickelte Konzept der Fahrradwege soll in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Ziel ist ein durchgängiges Radwegenetz, das vor allem an verkehrsreichen Straßen den Radverkehr vom Kraftfahrzeugverkehr trennen wird. Relativ unproblematisch ist die Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt.[71]

Medien[Bearbeiten]

Bereits im 18. Jahrhundert erschien in Eisenach die erste Zeitung, zunächst noch als Teil der Hofberichterstattung und Staatsanzeiger. Ende des 19. Jahrhunderts übernahm Philipp Kühner die Chefredaktion der Eisenacher Tagespost und wenig später auch deren Verlag. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Zeitung zur meistgelesenen Tageszeitung Westthüringens. Heute ist Eisenach Sitz je einer Lokalredaktion der Thüringischen Landeszeitung und der Thüringer Allgemeinen.

Im April 1926 wurde im Ritterbad der Wartburg eine Rundfunkbesprechstelle der Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG) in Betrieb genommen. Dieser mehrfach technisch erneuerte Rundfunksender Wartburg war in der DDR-Zeit als Außenstudio des Senders Weimar bis 1987 in Betrieb und ermöglichte die Übertragung zahlreicher Konzerte und Tagungen von der Wartburg. Seit 2001 sendet der lokale Rundfunksender Wartburg-Radio 96,5 aus Eisenach. Der private Rundfunksender Antenne Thüringen betreibt ein Regionalstudio in der Stadt.[72]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Ehrenbürgerwürde wurde in Eisenach erstmals 1837 an den Leitenden Postbeamten Franz Maximilian Diez in Anerkennung seiner Verdienste um das Postwesen in der Stadt verliehen. Zu den weiteren Ehrenbürgern zählen die Herzogin von Orléans (1851), Reichskanzler Otto von Bismarck (1895) oder Landesbischof Moritz Mitzenheim (1961).[73]

Mit Gemeinderatsbeschluss vom 5. Dezember 1946 wurde den Nationalsozialisten Adolf Hitler, Wilhelm Frick und Fritz Sauckel die 1933 zentral verliehene Ehrenbürgerschaft aberkannt.

Eisenacher Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Für eine Stadt dieser Größe kann Eisenach eine Vielzahl von Persönlichkeiten der deutschen und der Weltgeschichte aufweisen.

Im Jahre 1685 in Eisenach geboren, gehört Johann Sebastian Bach zu den bedeutendsten deutschen Komponisten des Barock. Mit Johann Wilhelm Hertel ist ein wichtiger Vertreter des „empfindsamen Stils“ der deutschen Frühklassik ein Sohn der Stadt. Im Jahr 1925 gründete Rudolf Mauersberger den Bachchor Eisenach.

Eisenach ist auch Stadt der Geistes- und Naturwissenschaften, der Philosoph Christian Schreiber, der Physiker Ernst Abbe und der Pädagoge Wilhelm Rein wurden dort geboren. Die Philosophin und Frauenrechtlerin Hedwig Bender wirkte dort, ebenso wie der Geologe Johann Georg Bornemann.

Das Verhältnis zwischen Johann Wolfgang von Goethe und der 1742 in Eisenach geborenen Charlotte von Stein bietet noch heute Stoff für Spekulationen. Freundschaftliche Verbindungen zu Goethe unterhielt auch die Dichterin Julie von Bechtolsheim, die den überwiegenden Teil ihres Lebens in Eisenach verbrachte.

Zu den einflussreichen Patrizierfamilien der Stadt zählte im 15. und 16. Jahrhundert die Familie Cotta. Sowohl Johann Cotta (sen.) als auch sein Sohn Johann Cotta (jun.) waren im 16. Jahrhundert Bürgermeister in Eisenach, Ursula Cotta soll den jungen Martin Luther beherbergt und gefördert haben.[74] Großen Einfluss auf die Geschicke der Stadt nahmen ab dem 17. Jahrhundert, vor allem aber im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Mitglieder der Industriellenfamilie Eichel-Streiber, zu nennen sind vor allem der Mäzen Julius von Eichel-Streiber und der Jurist und Landespolitiker Friedrich von Eichel-Streiber.

Auch in der jüngeren Vergangenheit hat die Stadt einige bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht, so u. a. die Politiker Sabine Bergmann-Pohl und Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, den Handball-Nationalspieler Stephan Just und den Autor und Theaterintendanten Michael Schindhelm. In Eisenach lebte und wirkte der Handballspieler Werner Aßmann, nach dem die Spielstätte des ThSV Eisenach benannt ist.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten]

Zur Deutung des Namens Eisenach gibt es mehrere Theorien, welche sich meist auf Auffälligkeiten der Hauptzuflüsse stützen, aber bisher keine in sich schlüssige Begründung liefern. So soll der Ortsname als mhd. îsîn, „eisern“ und aha, „Wasser“ entstanden sein.

Der mittelhochdeutsche Name „Isenacha“, „Eisenfluss“, leitet sich ab aus der Lage an der vom hohen Eisengehalt bräunlich gefärbten Hörsel.[75]

Dieser Deutung wird von Sprachwissenschaftlern widersprochen, denn die Hörsel führt kein eisenhaltiges Wasser, die Trübung entspricht der von beliebigen anderen Bächen in der Region.[76]

Eisenach und Bach sind auch Planetoiden[Bearbeiten]

Als besondere Form der Ehrung ist die Benennung von neu entdeckten Himmelskörpern nach bedeutenden Orten und Persönlichkeiten der Geschichte seit über 100 Jahren gebräuchlich. Mit Johann Sebastian Bach sind bisher schon neun Bach-Planetoiden im Asteroidengürtel der Sonne bedacht worden, hierbei wurden auch die wichtigsten Wirkungsorte berücksichtigt. Der 1931 von K. Reinmuth entdeckte Planetoid 1931 TWI – (01814) trägt den offiziellen Namen Bach. Der 1991 von F. Börngen (Sternwarte Tautenburg) entdeckte Planetoid Eisenach trägt die Bezeichnung 1991 AS2 – (10774). Er hat eine Umlaufzeit um die Sonne von 3,72 Jahren, die Oberfläche beträgt 65 Quadratkilometer und der Durchmesser rund 4,5 Kilometer.[77]

Eisenacher Ecken[Bearbeiten]

Ein um 1950 in Eisenach entwickeltes Feingebäck aus Oblaten wurde Eisenacher Ecken genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Bergmann: Eisenacher Eisenbahngeschichte. Stadtarchiv Eisenach, 1997.
  • Reinhold Brunner: Geschichte der Stadt Eisenach. Wartberg-Verlag, Gudensberg 2004, ISBN 978-3831314607.
  • Reinhold Brunner: Von der Judengasse zur Karlstraße. Jüdisches Leben in Eisenach. Hain-Verlag, Weimar 2003, ISBN 978-3898070508.
  • Reinhold Brunner: Die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Menschen Eisenachs 1938–1942. Stadtarchiv Eisenach, 1998.
  • Reinhold Brunner: Das war das 20. Jahrhundert in Eisenach. Wartberg-Verlag, Gudensberg 2000, ISBN 978-3861349709.
  • Ulrike Frank: Weißt du noch? Mitten aus dem Eisenacher DDR-Alltag. Herkules-Verlag, Kassel 2011, ISBN 978-3941499614.
  • Ulrike Frank: Mit dem Esel auf die Wartburg – Geschichten und Anekdoten aus dem alten Eisenach. Wartberg-Verlag, Gudensberg 2007, ISBN 978-3831318032.
  • Walter Höhn: Eisenach: Die Wartburgstadt zwischen Rennsteig und Hörselberge. Verlag Imhof, Petersberg 2010, ISBN 978-3865685612.
  • Stefan Wolter: Bedenket das Armuth! Das Armenwesen der Stadt Eisenach im ausgehenden 17. und im 18. Jahrhundert, Hainholz-Verlag Göttingen, ISBN 3-932622-22-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisenach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Eisenach – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Eisenach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. http://www.eisenach.de/Die-Stadt.2.0.html
  3. § 1 Abs. 3 der Hauptsatzung der Stadt Eisenach vom 4. März 1997
  4. § 3 Abs. 1 der Hauptsatzung der Stadt Eisenach vom 4. März 1997
  5. Umwelt regional – Wasserwirtschaft. Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, abgerufen am 14. März 2013.
  6. Umwelt regional – Klima. Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, abgerufen am 14. März 2013.
  7. Klima: Eisenach. Abgerufen am 26. Oktober 2013.
  8. TLUG Jena – Umwelt regional:Eisenach, aufgerufen am 4. März 2013
  9.  n.n.: Flächennaturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile in der Wartburgregion. In: Landratsamt Wartburgkreis, Stadt Eisenach (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 17, Medienagentur Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 2012, S. 16-32.
  10.  Geyer, Jahne, Storch: Geologische Sehenswürdigkeiten des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach. In: Landratsamt Wartburgkreis, Untere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. Heft 8, Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, ISBN 3-9806811-1-4, S. 42–71.
  11. Felix Humberg: Chronik der Wartburgstadt Eisenach und ihrer Umgebung. Die Entwicklung der Stadt Eisenach in der Epoche des vollentfalteten Feudalismus, Eisenach 1984, S. 307 verortete die Funde fälschlicherweise beim 2 km entfernten Stregda.
  12. Matthias Springer: Zwischen Thüringern und (H)Ermunduren besteht keinerlei Zusammenhang. In: Helmut Castritius (Hrsg.): Die Frühzeit der Thüringer. Berlin/New York 2009, S. 135-169.
  13. a b  Hans Patze (Hrsg.): Thüringen. In: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. 9, Alfred-Kröner-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-520-31302-2, S. 88–90.
  14. a b c d e f g h  Gerd Bergmann, Eisenacher Geschichtsverein (Hrsg.): Ältere Geschichte Eisenachs. Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Kröner, Eisenach 1994, ISBN 3-9803976-0-2, S. 80–95.
  15.  Friedrich von Strenge und Ernst Devrient (Hrsg.): Die Stadtrechte von Eisenach, Gotha und Waltershausen. G. Fischer, Jena 1909.
  16.  Reinhard Jonscher, Willy Schilling: Kleine thüringische Geschichte. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-44-7, S. 82.
  17.  Reinhard Jonscher, Willy Schilling: Kleine thüringische Geschichte. Jenzig-Verlag, Jena 2001, ISBN 3-910141-44-7, S. 71.
  18. Maike Lämmerhirt: Juden in den wettinischen Herrschaftsgebieten. Recht, Verwaltung und Wirtschaft im Spätmittelalter, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2007, S. 13.
  19. Eisenach (Thüringen). Jüdische Geschichte / Synagogen, Alemannia Judaica. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum.
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSensationeller Grabfund unterhalb der Wartburg. In: Eisenach-City.de Onlinemagazin. Abgerufen am 25. Februar 2009.
  21. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 234f; 240; 244.
  22.  Karl Wilhelm Justi (Hrsg.): Biographie des Christian Schreiber. In: Hessische Gelehrten- und Schriftstellergeschichten. Gathe, Marburg 1831, S. 833 ff..
  23. http://familie-von-eichel-streiber.de/free/index.htm
  24. August Roese Das Roesesche Hölzchen In: Beiträge zur Geschichte Eisenachs. Heft VIII. Eisenach 1898. 19 S.
  25.  Reinhold Brunner, Eisenacher Geschichtsverein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Eisenach. Wartberg-Verlag, Eisenach 2004, ISBN 978-3-8313-1460-7, S. 112.
  26. Eisenach (Thüringen). Jüdische Geschichte / Synagogen, Alemannia Judaica. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum.
  27.  Herlind Reiß: Stadt Eisenach. Villen und Landhäuser am Fuße der Wartburg. In: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (Hrsg.): Denkmaltopographie BRD. Kulturdenkmale in Thüringen. Bd. 2.1, E. Reinhold-Verlag, Altenburg 2006, ISBN 978-3-937940-24-3, S. 45–48.
  28. Eisenach (Thüringen). Jüdische Geschichte / Synagogen, Alemannia Judaica. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum.
  29. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte Eisenachs 1900-1945. In: eisenachonline.de Onlinemagazin. Abgerufen am 27. Februar 2009.
  30.  Artur Heuse: Eisenach unterm Hakenkreuz. In: Eisenacher Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): eisenacher land – beiträge zur geschichte, kultur … des wartburgkreises. Heft 3/4, Eisenach 1997, S. 10 ff.
  31. a b  Reinhold Brunner, Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach und Eisenacher Geschichtsverein (Hrsg.): Stolpersteine in Eisenach. Erinnerungen an das jüdische Leben und sterben in der Wartburgstadt. Eisenach 2012, S. 68.
  32.  Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Deutschen Widerstandes 1933-1945 (Hrsg.): Thüringen. In: Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 8, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 48 ff..
  33. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatautobahngeschichte.de. Abgerufen am 1. Februar 2013.
  34.  Rudolf Zießler: Eisenach. In: Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Bd. 2, Henschel-Verlag, Berlin 1978, S. 471–474.
  35.  Günter Wenzel: Eisenach 1945-1952. In: Eisenacher Schriften zur Heimatkunde. Heft 42, Eisenach 1989, S. 84.
  36. Benno Prieß:Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag, Calw 2002. Mitherausgeber:Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. ISBN 3-926802-36-7. S. 95
  37. Geheimbericht der Bezirksbehörde der Volkspolizei vom 29. Juni 1953 über den 17. Juni
  38. Hubertus Knabe:17. Juni 1953. Ein deutscher Aufstand. Ullstein-Verlag, Berlin 2004. S. 338. ISBN 3-548-36664-3
  39. a b  Rat der Wartburgstadt Eisenach (Hrsg.): Eisenach zwischen dem VII: und XI. Parteitag der SED. Eisenach 1986, S. 4.
  40. Vor 20 Jahren trat der erste frei gewählte Stadtrat in Eisenach zusammen, eisenachonline.de, aufgerufen am 2. Dezember 2013
  41. Ingrid und Manfred Pfeiffer: Die ältesten Häuser müssen jetzt weichen. Abriss in Gotha und Verfall in Eisenach - das wirft Fragen auf. Thüringische Landeszeitung, 2. juli 2014
  42. Wartburgkreis und Eisenach verhandeln weiter zur Kreisfreiheit Eisenachonline.de, aufgerufen am 2. Dezember 2013
  43. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format[www.eisenachonline.de/information/eisenach/geschichte Geschichte Eisenachs.] Abgerufen am 25. Januar 2012.
  44.  Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen Europäischen Staaten. Friedrich Vieweg, Braunschweig 1805, S. 72 (vollständige Ansicht bei Google Books).
  45. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBevölkerungsprognose für Eisenach der Bertelsmann-Stiftung. Abgerufen am 24. Januar 2012.
  46. Propstsprengel Eisenach-Erfurt: Christian Stawenow zum Regionalbischof gewählt. Wartburgkreis-Online, März 2012, abgerufen am 19. März 2012: „Der Propstsprengel Eisenach-Erfurt wurde zum 1. Januar 2013 neu gebildet; hierzu wurden die Kirchenkreise Bad Frankenhausen-Sondershausen, Eisenach-Gerstungen, Erfurt, Gotha, Mühlhausen, Südharz, Waltershausen-Ohrdruf mit insgesamt über 170.000 Gemeindemitgliedern zusammgeführt.“
  47. Muslimische Gläubige werben in Eisenach für Toleranz. Abgerufen am 13. März 2013.
  48. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeschichte Eisenachs: 1151-1299. eisenachonline.de, abgerufen am 21. Mai 2009.
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  50. Kommunalwahl 2012. Vorläufiges Ergebnis der Stichwahlen im Freistaat Thüringen. 6. Mai 2012, abgerufen am 2. Juli 2012 (PDF; 288 kB).
  51. Stadtrat Eisenach hat gewählt. Abgerufen am 9. März 2013.
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  55. Jensen Zlotowicz: SWG Eisenach plant Wohnbau auf Fischweide 1, aufgerufen am 17. März 2014
  56. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWingolf-Denkmal nach Sanierung fertiggestellt. eisenachonline.de, 17. November 2003, abgerufen am 25. Februar 2009.
  57.  Stefan Wolter: Die Krankenpflegeanstalt am Karlsplatz 31. In: Eisenach-Information (Hrsg.): Stadtzeit Spezial – Zum 100. Deutschen Ärztetag in Eisenach – Mai 1997. Druck und Verlagshaus Frisch, Eisenach 1997, S. 124.
  58. Reinhold Brunner, Das war das 20. Jahrhundert in Eisenach, Wartberg Verlag 2000, ISBN 978-3-86134-970-9, Seite 7
  59. Stefan Wolter: Das Wartburg-Klinikum und seine Rechtsvorgänger,2006,ISBN 978-3833430466 und Das Christliche Krankenhaus und seine Rechtsvorgänger 2006, ISBN 3-8334-3047-8.
  60. Schulnetzplan Eisenach 2012/2012 bis 2017/18, aufgerufen am 27. März 2013
  61. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSportstättenentwicklungsplan für Eisenach, Fortschreibung 2012. In: eisenach.de – Bürgerservice-Eisenach – Konzepte. Abgerufen am 14. März 2013 (PDF; 50 kB).
  62. Webseite Audax Randonneurs Allemagne
  63. Thüringer Landesamt für Statistik. Abgerufen am 9. März 2013.
  64. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGrößter Bürgersolarpark in Thüringen geht in Eisenach ans Netz. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  65. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie. Abgerufen am 4. Februar 2013.
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  68. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPläne und Karten zum Parkraumkonzept für Eisenach. In: eisenach.de – Bürgerservice-Eisenach – Konzepte. Abgerufen am 21. Mai 2009 (PDF; 5,7 MB).
  69.  Richard Weiser: Heute vor 50 Jahren In: Eisenacher aktuelle Zeitung. 1. April 1964, S. 2.
  70. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNahverkehrskonzept für Eisenach und den Wartburgkreis für die Jahre 2007 bis 2011. In: eisenach.de – Bürgerservice-Eisenach – Konzepte. Abgerufen am 21. Mai 2009 (PDF; 6,5 MB).
  71. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRadverkehrskonzept für Eisenach. In: eisenach.de – Bürgerservice-Eisenach – Konzepte. Abgerufen am 21. Mai 2009 (PDF; 1,1 MB).
  72. Antenne Thüringen: Chronik
  73. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEhemalige Eisenacher Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger. Webseite der Stadt Eisenach, abgerufen am 21. Mai 2009.
  74.  Urania Kultur- und Bildungsverein Gotha e. V. (Hrsg.): Eisenacher Persönlichkeiten. Ein biografisches Lexikon.. RhinoVerlag, Weimar 2004, ISBN 3-932081-45-5, S. 25 f..
  75.  Dietmar Urmes: Handbuch der geographischen Namen. Marix Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-70-3, S. 357.
  76.  Joachim Larenz: Eisenach in Thüringen, die Erschließung eines Ortsnamens. In: Ernst Eichler, Karlheinz Hengst und Dietlind Krüger (Hrsg.): Namenkundliche Informationen. Heft 73 (bzw. Sonderdruck), Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1998, S. 17.
  77.  F. Börngen: Johann Sebastian Bach astronomisch geehrt – Eisenach am Himmel genannt. In: MFB Verlagsgesellschaft mbH Eisenach (Hrsg.): StadtZeit. Stadtjournal mit Informationen aus dem Wartburgkreis. Märzheft, Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach 2000, S. 21–22.
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Dieser Artikel wurde am 20. März 2013 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.