Verein Deutscher Bibliothekare

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Verein Deutscher Bibliothekare
Gründung 1948
Ort Augsburg
Mitglieder 1700
Website www.vdb-online.org

Der Verein Deutscher Bibliothekare e. V. (VDB) vertritt die Berufsinteressen der wissenschaftlichen Bibliothekare und setzt sich für eine Förderung des wissenschaftlichen Buch- und Bibliothekswesens ein. Der VDB wurde 1900 gegründet, 1948 wiedergegründet (München) und ist die älteste bibliothekarische Vereinigung in Deutschland. Heute zählt der VDB mehr als 1700 Mitglieder, die im wissenschaftlichen Bibliotheksdienst beschäftigt sind – bzw. dafür ausgebildet werden – oder die den Zielen des Vereins nahestehen und diese vertreten. Die Geschäftsstelle des VDB wechselt mit dem jeweiligen Vorstand turnusmäßig; zurzeit befindet sie sich in der Universitätsbibliothek Augsburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Um das Bibliothekswesen zu fördern, wurde im Jahre 1900 nach mehrjähriger Vorbereitung auf dem ersten Bibliothekartag in Marburg der Verein Deutscher Bibliothekare gegründet. Mitglieder waren zunächst 58 registriert, ein Jahr später war die Zahl bereits auf 210 angewachsen. Im Rahmen der Arbeit des Vereins wurde 1902 erstmals das „Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken” herausgegeben. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von statistischen Angaben zu deutschen Bibliotheken. Zur Zeit des Erstens Weltkrieges zählte der Verein bis zu 600 Mitglieder, die sich auch um eine Zusammenarbeit zwischen den Bibliotheken bemühten.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten ging der Einfluss des Vereins stark zurück, ein Einbrechen der Mitgliederzahlen konnte jedoch nicht verzeichnet werden. Nationalsozialistisches Gedankengut gelangte zunehmend in die Kommissionen und Sitzungen des Vereins, zudem waren die Mehrzahl der Mitglieder des Vereinsvorstands Parteimitglieder der NSDAP. Die Bedeutung der Arbeit des Vereins ging im Zweiten Weltkrieg weiterhin stark zurück. Nach Kriegsende wurde der Verein 1948 neu gegründet. In den bis zu 16 Kommissionen wurden überwiegend Themen, die die Sacharbeit betreffen, behandelt. Des Weiteren erschien nun regelmäßig eine vereinseigene Zeitschrift, die sich mit den Themen Bibliothekswesen und Bibliographie auseinandersetzt. In den 1960er Jahren nahm die Mitgliederzahl und der Arbeitsaufwand stark zu, sodass die Organisation und die Zuteilung der finanziellen Mittel überdacht werden mussten. Eine Lösung, die allerdings 1969 in einer Mitgliederversammlung abgelehnt wurde, war es die einzelnen Bibliotheken stärker in die finanzielle Verantwortung miteinzubeziehen. Nachdem 1973 der Deutschen Bibliotheksverband gegründet wurde, wurde die Zielsetzung des Vereins geändert. Fortan standen Fragen bezüglich der Berufsausbildung und wissenschaftliches Bibliothekswesen im Vordergrund.

Zweck und Aktivitäten[Bearbeiten]

Zweck des Vereins ist es, den Kontakt unter den Mitgliedern zu stärken, ihre Berufsinteressen wahrzunehmen, sich für die Erweiterung ihrer Fachkenntnisse einzusetzen und das wissenschaftliche Bibliothekswesen zu fördern. Laufend behandelt der VDB alle Angelegenheiten des Berufs, hält Fortbildungsveranstaltungen und Tagungen ab, gibt Publikationen heraus, informiert Mitglieder und Öffentlichkeit und arbeitet mit anderen Organisationen des Bibliotheks- und Informationswesens zusammen.

Die Hauptaufgaben, wie die Aus- und Weiterbildung, Arbeitsbewertung, Personalstruktur und Zusammenarbeit mit anderen bibliothekarischen Personalverbänden werden durch die vier Kommissionen für

  • Berufliche Qualifikation
  • Fachreferatsarbeit
  • Management und betriebliche Steuerung
  • Rechtsfragen

sowie weitere spezielle Arbeitsgruppen bearbeitet.

Der VDB veranstaltet jedes Frühjahr gemeinsam mit dem Berufsverband Information Bibliothek den Deutschen Bibliothekartag.

Der VDB ist Mitglied in Bibliothek & Information Deutschland (BID), dem Dachverband aller bibliothekarischen Vereinigungen in Deutschland. Ferner ist er in der Arbeitsgemeinschaft Höherer Dienst (AhD) engagiert, in der die über 100.000 Mitglieder zählenden Verbände des höheren Dienstes vertreten sind. International gehört der VDB der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER) sowie dem European Bureau of Library, Information and Documentation Associations (EBLIDA) an. Unabhängig von diesen institutionellen Verbindungen unterhält der VDB freundschaftliche Beziehungen zu vielen ausländischen Berufsverbänden, vor allem im benachbarten Ausland.

Literatur[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

Nachrichten über den Verein sind ebenfalls in der beim Verlag Klostermann erscheinenden Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) enthalten.

Festschrift und Bibliographie[Bearbeiten]

  • Engelbert Plassmann, Ludger Syré (Hrsg.): Verein Deutscher Bibliothekare 1900–2000. Festschrift. Harrassowitz, Wiesbaden 2000, ISBN 3-447-04247-8.
  • Felicitas Hundhausen: Verein Deutscher Bibliothekare 1900–2000. Bibliographie und Dokumentation. Harrassowitz, Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-04844-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Notizen[Bearbeiten]

  1. im Lemma Angaben zu den andersnamigen Vorgänger-Publikationen