Marburg

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Universitätsstadt Marburg; zu weiteren Bedeutungen siehe Marburg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marburg
Marburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marburg hervorgehoben
50.80758.7722222222222186Koordinaten: 50° 48′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 186 m ü. NHN
Fläche: 124,5 km²
Einwohner: 72.433 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 582 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 35037–35043,
35094 (Michelbacher Mühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 06421, 06420 (Dilschhausen, Elnhausen, Michelbach), 06424 (Moischt, Schröck)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 014
Stadtgliederung: 19 Stadtteile inklusive der Kernstadt (wiederum in 15 Bezirke unterteilt)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
35037 Marburg
Webpräsenz: www.marburg.de
Oberbürgermeister: Egon Vaupel (SPD)
Lage der Stadt Marburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Münchhausen (am Christenberg) Biedenkopf Breidenbach Steffenberg Angelburg Bad Endbach Dautphetal Gladenbach Lohra Fronhausen Wetter (Hessen) Lahntal Rauschenberg Wohratal Cölbe Weimar (Lahn) Marburg Ebsdorfergrund Neustadt (Hessen) Kirchhain Amöneburg Stadtallendorf Nordrhein-Westfalen Landkreis Waldeck-Frankenberg Schwalm-Eder-Kreis Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Die Universitätsstadt Marburg (vor 1977 zur traditionellen Abgrenzung von Marburg an der Drau offiziell Marburg (Lahn)[2]) ist die Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen. Sie liegt am Ufer des Flusses Lahn und ist mit rund 72.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Hessens. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits der Lahn westlich ins Gladenbacher Bergland hinein und östlich über die Lahnberge hinweg bis an den Rand des Amöneburger Beckens.

Seit dem 13. Jahrhundert hat Marburg Stadtrechte. Heute erfüllt es die Funktion eines Oberzentrums im Regierungsbezirk Gießen. Als größere Mittelstadt hat Marburg wie noch sechs andere Mittelstädte in Hessen einen Sonderstatus im Vergleich zu den anderen kreisangehörigen Gemeinden. Die Stadt übernimmt daher Aufgaben des Landkreises, so dass sie in vielen Dingen einer kreisfreien Stadt gleicht. Marburg besitzt mit der Philipps-Universität die älteste noch existierende protestantisch gegründete Universität der Welt, die auch heute noch durch ihre Bauwerke und Studierenden das Stadtbild prägt.

Den Namen Marburg verdankt die Stadt dem Umstand, dass hier früher die Grenze („mar(c)“) zwischen den Territorien der Landgrafen von Thüringen und der Erzbischöfe von Mainz verlief. Die herausragenden Sehenswürdigkeiten in Marburg sind die Elisabethkirche, die Alte Universität, das Landgrafenschloss sowie die unterhalb von diesem gelegene Altstadt, die in Marburg „Oberstadt“ genannt wird.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Marburg, vom Kaiser-Wilhelm-Turm aus gesehen

Marburg liegt in Mittelhessen, etwa in der Mitte zwischen Frankfurt am Main und Kassel, von beiden Städten jeweils rund 77 Kilometer Luftlinie entfernt. Die benachbarte Universitätsstadt Gießen liegt etwa 27 Kilometer südlich.

Landschaftlich liegt Marburg im Marburger Bergland, einem Südwestausläufer des Burgwaldes, der durch das Tal der Lahn in Nord-Süd-Richtung durchbrochen wird. Nach Westen grenzt es mit der Elnhausen-Michelbacher Senke und den sich anschließenden Damshäuser Kuppen unmittelbar an Teile des Gladenbacher Berglandes und damit an das Rheinische Schiefergebirge, nach Osten schließt sich das Amöneburger Becken an, das ebenfalls Anteil an der Stadtgemarkung hat.[3]

Der höchste Berg innerhalb des zu Marburg gehörenden Stadtgebiets ist mit 412 m ü. NN der Störner westlich der eigentlichen Stadt, nordwestlich des kleinen Stadtteils Dilschhausen. Die niedrigste Stelle befindet sich im Süden der Stadt an der Lahn (173 m ü. NN).

Die größte Ausdehnung des Hauptsiedlungsgebietes beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa neun Kilometer (Norden Wehrdas bis Süden Cappels), in Ost-West-Richtung maximal 4 (Westen Marbachs bis östlicher Ortenberg) bis 4,5 Kilometer (westlicher Stadtwald bis östlicher Richtsberg), zumeist aber – an die Enge des Tals der Lahn angepasst – deutlich weniger. Westlich der Marburger Lahntalsenke ziehen sich Teile der Altstadt und anderer Ortsteile den Marburger Rücken hoch, östlich schließen sich die Lahnberge an, in deren Gipfellagen sich das Universitätsklinikum und diverse Institute befinden.

Der historische Altstadtkern liegt westlich vom heutigen Stadtzentrum, unterhalb des Landgrafenschlosses (Marburger Schloss); auch der Brückenvorort, das ehemalige Gerberdorf Weidenhausen auf der anderen Lahnseite, hat Altstadtcharakter. Marburg hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte vom Altstadtkern abwärts in das Lahntal ausgedehnt. Südlich des Schlosses befindet sich das Jugendstilviertel Südviertel, westlich davon das 1931 eingemeindete Ockershausen. Im unmittelbaren Osten der Kernstadt liegt der durch die Bahnlinie von der Innenstadt getrennte Ortenberg, im äußersten Südosten der alten Stadtgemarkung liegt in höheren Lagen die erst in den 1960er Jahren erschlossene Hochhaussiedlung Richtsberg.

Während der Gebietsreform 1974 sind die Großstadtteile Marbach (nördlicher Westen), Wehrda (Norden) und Cappel (Süden) eingemeindet worden, in die das bebaute Stadtgebiet fließend übergeht. Speziell Marbach kann heute, ähnlich wie Ockershausen, als Teil der Kernstadt angesehen werden, wenngleich der Ortsteil aus historischen Gründen nicht als Innenstadtbezirk verwaltet wird. Nachbargemeinden Marburgs sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, folgende Städte und Gemeinden: Lahntal, Cölbe, Kirchhain, Ebsdorfergrund, Weimar (Lahn), Gladenbach und Dautphetal.

Geologie[Bearbeiten]

Geologische Karte

Hauptartikel: Geologie des Marburger Berglandes

Nachdem die Lahn südlich der Frankenberger Bucht die Flüsse Wetschaft und Ohm aufgenommen hat, wendet sie sich nach Süden und durchschneidet bei Marburg ein mächtiges, in weiten Bereichen flach liegendes und überwiegend bewaldetes Schichtpaket des Buntsandsteins, der in der Unteren Trias abgelagert wurde.[3] Das Stadtbild wird deshalb bestimmt durch die tief liegenden Ablagerungen der Lahn in der Marburger Lahntalsenke und die im Westen und Osten aufragenden Höhen des Buntsandsteins.

Hauptgestein des Buntsandsteins bei Marburg ist der etwa 250 Meter mächtige Mittlere Buntsandstein. Seine wechselnd feinen bis groben, rötlichen Quarzsande und Sandsteine unterlagern die bewaldeten Höhen der Lahnberge und des Marburger Rückens. In der Westhälfte des Marburger Rückens überwiegt der Untere Buntsandstein.

Nicht an der Oberfläche aufgeschlossen sind im westlichen Stadtgebiet die etwa 60 Meter mächtigen Sedimentgesteine des Zechsteins, die den Buntsandstein am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges unterlagern.[4] Sie wurden am Ostrand des flachen Zechsteinmeers abgelagert und bestehen vor allem aus Kupferschiefer.[5]

Eine große Rolle in der geologischen Struktur der Marburger Umgebung spielen Störungen, die ab dem Oberen Jura und während des Tertiärs die Hessische Senke in ein Bruchschollenfeld zerlegten und verschieden alte Gesteine auf gleiches Niveau brachten. Die nur etwa fünf Kilometer westlich im Schiefergebirge bekannten Gesteine der Lahnmulde und ihrer benachbarten geologischen Strukturen wurden durch Bruchtektonik abgesenkt und bilden in einigen hundert Metern unter der Oberfläche die Unterlage des Zechsteins und Buntsandsteins unterhalb Marburgs. Sie erscheinen im Nordosten im Kellerwald wieder an der Erdoberfläche.

In Zusammenhang mit der Bruchschollenbildung steht der Vulkanismus des Vogelsbergs, der wenige Kilometer südöstlich von Marburg den Buntsandstein und die ihn überlagernden Schichten des Miozäns weitflächig mit basaltischen Gesteinen überdeckt, die im Miozän vor 7 bis 20 Millionen Jahre vor heute gefördert wurden.[6]

Den zentralen Teil des Stadtgebietes unterlagern Schluffe, Sande und Kiese der Marburger Lahntalsenke, die nur wenig verfestigt sind. Sie wurden von der Lahn abgelagert, die ein Tal durch den Buntsandstein geschnitten hat und sich wenige Kilometer südlich der Stadt in den wenig widerständigen Gesteinen des Zechsteins deutlich ausweitet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile Marburgs

→ Hauptartikel: Stadtgliederung Marburgs

Die Stadt Marburg setzt sich aus der Kernstadt sowie 18 Stadtteilen mit eigenem Ortsbeirat zusammen, die bis zu ihrer Eingemeindung in den 1970er Jahren selbstständig waren.


Zu statistischen Zwecken wird Marburg außerdem in 33 Stadtbezirke unterteilt: die 18 Außenstadtteile sowie die Kernstadt, die in 15 Innenstadtbezirke unterteilt ist. Die nominelle Kernstadt hat 50.806 Einwohner, das um Cappel, Wehrda und Marbach ergänzte innere Stadtgebiet 67.848, während auf die dörflichen Außenstadtteile 13.139 Einwohner entfallen.

Neben der offiziellen Gliederung hat die Stadt 17 sogenannte Stadtteilgemeinden, die als Heimatvereine ehrenamtlich auf die Entwicklung der Stadtteile einwirken. Außer der Organisation von Veranstaltungen in den verschiedensten Bereichen nehmen diese Vereine an Planungen teil oder beteiligen sich mit Eigenleistungen an der Stadtteilentwicklung wie dem Bau von Kinderspielplätzen oder Kleingärten. Die Stadtteilgemeinden heißen:

  • Glaskopf
  • Hansenhaus
  • Ketzerbach
  • Marbach
  • Oberstadt
  • Ockershausen
  • Ortenberg
  • Richtsberg
  • Südviertel
  • Stadtwald
  • Waldtal
  • Weidenhausen
  • Zahlbach

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Marburg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 4 10 14 19 22 24 24 19 14 0 0 Ø 12,8
Min. Temperatur (°C) -1 -2 2 4 8 12 13 13 10 7 0 0 Ø 5,5
Temperatur (°C) 0,3 1,3 4,5 8,4 12,9 16,2 17,7 17,1 13,8 9,3 4,4 1,5 Ø 9
Niederschlag (mm) 60,9 50,0 60,4 54,7 69,1 70,2 70,6 64,4 54,1 58,3 68,5 74,7 Σ 755,9
Sonnenstunden (h/d) 34,5 68,2 106,8 155,3 190,8 181,1 193,0 186,2 140,1 95,4 40,3 30,9 Ø 118,8
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50,0
60,4
54,7
69,1
70,2
70,6
64,4
54,1
58,3
68,5
74,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Min./Max. Temperatur – MSN Weather (Werte für Nov und Dez nicht verfügbar),[7] Temperatur – DWD Marburg-Wehrda,[8] Normwerte Sonne – DWD Marburg-Wehrda,[9] Niederschlag – DWD Marburg-Wehrda[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss, Elisabethkirche und Oberstadt
Blick auf das winterliche Marburg von Süden
Hirschberg 13, erbaut 1321, das älteste Fachwerkgebäude der Stadt
St. Marien, innen, Blick zum Chor
Universitätskirche, innen, das einzige noch bestehende Gebäude des ehemaligen Dominikanerklosters

„Die alte, von jeher durch den letzten Aufenthalt, Tod und Begräbnis der heiligen Landgräfin Elisabeth von Hessen berühmte Stadt, liegt krumm, schief und buckelig unter einer alten Burg, den Berg hinab.“ So urteilte vor mehr als 200 Jahren der Marburger Professor Johann Heinrich Jung-Stilling über die Stadt an der Lahn und rühmte gleichzeitig, dass die Umgebung der Stadt „schön und sehr angenehm“ sei.

Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverändert in ihren wesentlichen Bestandteilen, erhebt sich die Häuserkulisse der Altstadt mit dem Marburger Schloss als Stadtkrone und der Elisabethkirche über dem Lahntal. Diese Altstadt gibt Marburg das charakteristische Aussehen und ist Marburgs Touristenattraktion.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Erste Besiedlungsspuren um Marburg sind für die Würmeiszeit vor ungefähr 50.000 Jahren belegt. Sowohl auf den Lahnbergen[11] als auch im Bereich zwischen den Neuhöfen und der Dammühle[12] wurden Schaber und anderes Werkzeug gefunden, die auf eine Besiedlung in dieser Zeit schließen lassen. Auch für die Jungsteinzeit gibt es zahlreiche Belege. In dieser Zeit des Übergangs der Bevölkerung von Jägern und Sammlern zu sesshaften, den Boden bearbeitenden Menschen stellten die naturräumlichen Voraussetzungen des Amöneburger Beckens mit seinen fruchtbaren Böden eine attraktive Basis hierfür dar. Bandkeramische Funde deuten auf eine Besiedlung in dieser Zeit hin. Nach Demandt[13] sollen hier oft mehrere Kulturen wie die Rössener Kultur oder die Michelsberger Kultur aufeinandergestoßen sein. In der Bronzezeit gab es ebenfalls kulturelle Überlagerungen, was Funde aus der Einzelgrabkultur, der Schnurkeramik und der Glockenbecherkultur zeigen. Die große Anzahl an Hügelgräbern in diesem Raum ist ein weiterer Beleg dafür.[14] Reste davon können im Neuen Botanischen Garten besichtigt werden. Eine sichelförmig bewehrte Hofanlage auf dem in der Nähe gelegenen Schanzenkopf deutet auf eine Besiedlung um 700 n. Chr. hin. Die so genannte Heimburg lässt sich der spätmerowingischen Zeit zurechnen.

Stadtgründung und Mittelalter[Bearbeiten]

Die ersten Anfänge der Burganlage reichen bis ins 9./10. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung Marburgs ist für 1138/39 belegt; als Stadt im Jahr 1222. Die Bewohner zogen wohl aus den umliegenden, heute wüsten Orten Aldenzhausen, Lamersbach, Walpertshausen, Ibernhausen und Willmannsdorf nach Marburg. Durch die räumliche Nähe zur Burg wurden die Orte Weidenhausen und Zahlbach zu Vorstädten.[15] Unterhalb der Burg bildete sich früh ein Ring von Burgmannensitzen. Auf dem Grundstück des ehemaligen Berlepschen Hofes thront heute die Wolfsburg[16].

Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als Landgräfin Elisabeth von Thüringen Marburg 1228 als Witwensitz wählte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutendste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Über sie werden viele Legenden erzählt. Schon 1235 wurde sie heiliggesprochen, und der Deutsche Orden begann noch im selben Jahr, über ihrem Grab die Elisabethkirche zu erbauen, den ersten rein gotischen Kirchbau in Deutschland. Pilger aus ganz Europa kamen zum Grab der Heiligen und trugen dazu bei, dass Marburg als Stadt aufblühte. Der Pilgerfriedhof lag an der St. Michaelskapelle, das Michelchen genannt.

Marburg als Wiege Hessens[Bearbeiten]

Zwischen 1248 und 1604 war Marburg – mit einigen Unterbrechungen – Residenz der Landgrafen von Hessen-Marburg. Nach dem Aussterben der Landgrafen von Thüringen 1247 sollte die Landgrafschaft zunächst an die Wettiner fallen, aber Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, ließ ihren Sohn Heinrich 1247 auf der Mader Heide bei Fritzlar zum Landgrafen ausrufen und 1248 die Marburger Bürger ihr und Heinrich huldigen.

Im folgenden hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg (1247–1264) erstritt Sophie für Heinrich die Unabhängigkeit Hessens. Jener wurde erster Herrscher der neuen Landgrafschaft Hessen, 1292 von König Adolf von Nassau in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben und die Landgrafschaft Hessen damit offiziell reichsrechtlich anerkannt. Die Bemühungen um Anerkennung spiegelten sich insbesondere im Ausbau der Stadt zur Residenz und Festung mit der Erweiterung der Stadtmauer um die heutige Oberstadt wider. Um 1250 erhielt die Vorstadt Weidenhausen eine steinerne Lahnbrücke und wurde dadurch besser an die Stadt angeschlossen. 48 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten zur Elisabethkirche wurde diese am 1. Mai 1283 geweiht. Die Fertigstellung der beiden Türme dauerte unterdessen nochmals etwa 50 Jahre. Da das Wachstum der Stadt immer weiter anhielt und die Marburger Bürger einen repräsentativeren Bau wünschten, bauten sie als Ersatz für die Kilianskapelle die St.-Marien-Kirche als dritte Kirche nach der Schlosskirche und der Elisabethkirche. Der gotische Chor wurde 1297 geweiht. Es entstanden auch weitere Klöster wie das Franziskanerkloster am Barfüßertor sowie das Dominikanerkloster an der Weidenhäuser Brücke.[17]

Bedeutungsverlust zugunsten Kassels[Bearbeiten]

Als Heinrich I. 1308 starb, teilte er die Landgrafschaft in die zwei Teile Oberhessen und Niederhessen. Niederhessen mit der Residenz Kassel sowie den Städten Homberg (Efze), Melsungen und Rotenburg an der Fulda bekam sein Sohn Johann, Otto I. bekam mit Oberhessen das Gebiet um Marburg, Gießen, Grünberg und Alsfeld. Da Johann bereits 1311 starb, vereinigte Otto I. die beiden Teilfürstentümer wieder und residierte nun abwechselnd in Kassel und Marburg, so dass Marburg entsprechend an Bedeutung verlor. 1319 fiel beinahe die ganze Stadt einem großen Brand zum Opfer. Otto I. führte eine lange Fehde gegen den Erzbischof von Mainz, die sein Sohn Heinrich und dessen Neffe Hermann II. von Hessen weiter führten und die in den Sternerkrieg mündete. Kurz nach dem Tode Ottos I. wurde unter Heinrich II. 1330 der Saalbau des Landgrafenschlosses, dessen Fürstensaal als der größte gotische Profanraum in Deutschland gilt, erbaut. Infolge der durchziehenden Kriegsheere wurde die Pest 1348/49 in Marburg eingeschleppt. Zum Ende der Auseinandersetzungen mit dem Sterner-Ritterbund griff dieser unter Führung des Grafen von Ziegenhain 1373 erfolglos Stadt und Schloss an. Nach dem Tod Ludwigs I., des Sohnes Hermanns II., wurde die Landgrafschaft zwischen 1458 und 1500 nochmals geteilt. Heinrich III. residierte 1458 bis 1483 in Marburg, Wilhelm III. 1483 bis 1500. Da dieser kinderlos starb, wurde die Landgrafschaft unter seinem Vetter Wilhelm II. wieder vereinigt.

Reformation, Universität und der Dreißigjährige Krieg[Bearbeiten]

1504 wurde Philipp I. in Marburg geboren. Da sein Vater, Landgraf Wilhelm II., bereits 1509 gestorben war, übernahm er bereits 13-jährig die Regentschaft. Als Anhänger der protestantischen Lehre wurde er zum Vorkämpfer der Reformation im Deutschen Reich. 1527 gründete der Landgraf die nach Liegnitz (1526) zweite protestantische Universität, die seitdem für die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und es bis heute geblieben ist. Zu ihr gehörten auch das Gymnasium Philippinum sowie die Hessische Stipendiatenanstalt, die als ältestes deutsches Studentenwohnheim gilt.

Relief zur Erinnerung an die Religionsgespräche im Landgrafenschloss

1529 fand auf dem Marburger Schloss auf Einladung Philipps des Großmütigen das Marburger Religionsgespräch statt, um eine gemeinsame Vorgehensweise nach der erneuten Bestätigung des Wormser Ediktes festzulegen. Hierbei ging es unter anderem um die unterschiedlichen Auffassungen Luthers und Zwinglis zur Rolle des Abendmahls (siehe Abendmahlsstreit).

Nach dem Tode Philipps I. am 31. März 1567 wurde die Landgrafschaft Hessen nach den altertümlichen Erbregeln im hessischen Fürstenhaus unter seine vier Söhne aufgeteilt: Wilhelm erhielt den nun Hessen-Kassel genannten nördlichen Teil, Ludwig erhielt Hessen-Marburg, Philipp Hessen-Rheinfels und Georg den nun als Hessen-Darmstadt bezeichneten südlichen Landesteil. Da Philipp und Ludwig 1583 und 1604 jeweils kinderlos starben, fielen diese Territorien an die Kasseler bzw. Darmstädter Linien. Marburg wurde Teil der Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Aus der Vierteilung Hessens wurde nach 1604 eine faktische Zweiteilung. Der Erbfolgestreit um Hessen-Marburg und die konfessionellen Differenzen zwischen der lutherischen Darmstädter und der reformierten Kasseler Linie führten in der Folge zu erbitterter, jahrzehntelanger Gegnerschaft.

Die Geschichte Marburgs seit dem Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten]

Darmstadt und Kassel führten über Jahrzehnte hinweg um das Marburger Erbe Krieg gegeneinander, teilweise im größeren Zusammenhang des Dreißigjährigen Kriegs, in dem Kassel mit Schweden, Darmstadt dagegen an der Seite des Kaisers kämpfte. 1623 kam es vorübergehend zur Einnahme der Stadt und Festung Marburg durch die Truppen Tillys. Auch der „Hauptakkord“ von 1627, der das Erbe Darmstadt zusprach, konnte den Streit nicht dauerhaft beenden. Die Kasseler Landgräfin Amalie Elisabeth begann 1645 mit der Belagerung Marburgs den Hessenkrieg, den sie drei Jahre später siegreich beenden konnte. Oberhessen wurde dauerhaft geteilt, Marburg fiel an Kassel, Gießen und das Hessische Hinterland mit Biedenkopf an Darmstadt. Marburgs Bedeutung sank danach zunehmend, es spielte nur noch eine Rolle als Verwaltungssitz und militärischer Stützpunkt.

Ab 1807 wurden die Festungsanlagen des Schlosses im Zuge der Napoleonischen Kriege geschleift. Später wird Marburg Hauptstadt des Departements der Werra als Teil des Königreichs Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Auch die Auflösung des Deutschen Ordens in Marburg, der bis dahin einen immensen Einfluss auf die Stadt hatte, fällt in diese Zeit.

1850 wird die Eisenbahnstrecke Kassel-Marburg eröffnet und ab 1852 bis Frankfurt am Main verlängert (Main-Weser-Bahn). Marburg erhält dadurch am Ostufer der Lahn einen Bahnhof, der die Stadtentwicklung stark vorantreibt.

Neuzeit[Bearbeiten]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erlebte die Universität einen Aufschwung, der ein schnelles Anwachsen der Stadt zur Folge hatte. Innerhalb weniger Jahrzehnte verdreifachte sich die Zahl der Einwohner, die Zahl der Studenten verzehnfachte sich. Nicht wenige Marburger Bürger verdienten sich durch die Vermietung von Zimmern an Studenten ein Zubrot. Es hieß: Die Marburger leben von einem Studenten unterm Dach und zwei Ziegen im Keller. So verspotteten die Bewohner der Umgebung die Marburger Stadtbürger[18].

Mit der Annexion durch Preußen prosperierte die Stadt. Zuerst entstanden Stadtteile außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern, jedoch sämtlich rechts der Lahn. Nach 1900 wurden auch die bis dahin ausschließlich landwirtschaftlichen Flächen links der Lahn in Besitz genommen. Zuerst wurden dort Kleingärten angelegt, danach auch Siedlungsbauten. U. a. hatte der 1907 gegründete Marburger Spar- und Bauverein Grundstücke von dem Ökonomen Hoffmann erworben.

Die Verbindung zur anderen Lahnseite stellten die im 13. Jahrhundert errichtete Weidenhäuser Brücke, die 1723 gebaute Elisabethbrücke (später auch Bahnhofsbrücke genannt) und die 1892 erstellte Schützenpfuhlbrücke her. Zudem wurden zwischen den drei kilometerweit auseinanderliegenden Steinbrücken vier Holzbrücken in Marburg errichtet.

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Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Im Zuge einer Kreisneugliederung wurde Marburg 1929 kreisfrei und im gleichen Zuge um den Stadtteil Ockershausen vergrößert. Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 errang die NSDAP 57,6 % (Reichsdurchschnitt 43,9 %) im neuen Stadtkreis, die DNVP 11,1 %, die SPD 13,5 %, das Zentrum 5,8 %, die KPD 4,8 % und die DVP 3,6 %. Sofort setzten die Nationalsozialisten die Gleichschaltung aller Vereine und Verbände in der Stadt rigoros durch als auch die demonstrative Bücherverbrennung am Kämpfrasen. Dennoch hielt im darauffolgenden Jahr Vizekanzler Franz von Papen an der Universität die als Marburger Rede bekannt gewordene letzte öffentliche Rede gegen den umfassenden Machtanspruch des Nationalsozialismus. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge in der Universitätsstraße durch Mitglieder der Marburger SA mittels Brandstiftung zerstört. In derselben Nacht wurden 31 Juden von der SA verhaftet, misshandelt und in das KZ Buchenwald gebracht. Erst nach Monaten kamen 30 von ihnen wieder frei. Im Dezember 1941 sowie Mai und September 1942 wurden die letzten 267 Juden aus Marburg und Umgebung in Konzentrationslager deportiert.

Den Zweiten Weltkrieg überstand Marburg mit relativ geringen Zerstörungen. Alliierte Bomben zerstörten circa 4,0 % der Stadt, dabei 281 Wohnungen.[19] Der Hauptbahnhof wurde als wichtiger Bahnknotenpunkt gezielt angegriffen und bei einem Bombenangriff am 22. Februar 1945 schwer beschädigt, daher ist auch das Bahnhofsviertel nicht mehr nur durch Altbauten, sondern auch durch neu entstandene Häuser geprägt. Auf den Lahnbergen finden sich noch heute zahlreiche Bombenkrater. Auch das Chemische Institut der Universität, mehrere Kliniksgebäude, unter anderem die Augenklinik und die Chirurgische Klinik, sowie die Reithalle am Ortenberg wurden zerstört. Wenige Tage zuvor hatten US-amerikanische Aufklärer Flugblätter abgeworfen mit etwa folgendem Aufdruck: Marburg und Bad Nauheim wollen wir schonen, bei Euch wollen wir später wohnen.[20]

Am späten Nachmittag des 28. März 1945 erreichte die Spitze der 3. US-Panzerdivision (Generalmajor Maurice Rose) der 1. US-Armee Marburg und besetzte es am folgenden Tag kampflos. Die Division war vom Brückenkopf Remagen/Rhein aus über den Westerwald kommend (in Hauptstoßrichtung der heutigen B 255 folgend) vorgerückt.

Um im Januar 1945 die sterblichen Überreste Paul von Hindenburgs und seiner Frau Gertrud sowie der Preußenkönige Friedrich II. (Der Große) und Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) vor der anrückenden Roten Armee zu schützen, sollten die Särge durch die Wehrmacht in einem thüringischen Salzbergwerk eingelagert werden. Die Amerikaner, die weite Teile Thüringens eroberten, brachten die berühmten Toten nach Marburg, wo Hindenburg mit seiner Frau in der Nordturmkapelle der Elisabethkirche endgültig beigesetzt wurde. Der Sarg Friedrich Wilhelms I. befindet sich heute im Kaiser-Friedrich-Mausoleum in Potsdam; Friedrich II. ist in einer Gruft am Schloss Sanssouci beigesetzt.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Polizeieinsatz beim Abriss von Häusern am Biegeneck
Marktbrunnen und Verkehr am Markt 1972

Marburg musste als Folge der Vertreibungen eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. Erst seit dieser Zeit gibt es in der Stadt eine größere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe. Aufgrund des raschen Bevölkerungsanstiegs nach dem Krieg und der daraus resultierenden Wohnungsnot wurden 1963 auf kommunalpolitischer Ebene das Neubaugebiet Richtsberg für etwa 9.000 Einwohner sowie der Bau der Stadthalle, des Großsportfeldes und mehrerer Schulen beschlossen. 1972 begann mit der förmlichen Festlegung des ersten Abschnittes die Altstadtsanierung. Seitdem wurde die historische Bausubstanz der Altstadt sorgfältig renoviert. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter Fachwerkgebäude deutlich erkennbar. 1972 feierte man die 750-Jahr-Feier und gleichzeitig den Hessentag 1972.

Im Rahmen der Gebietsreform verlor Marburg seine Kreisfreiheit am 1. Juli 1974. Die Stadt wurde aber Mittelpunkt des neuen Großkreises Marburg-Biedenkopf und wuchs durch die Eingliederung von 18 Umlandgemeinden flächenmäßig um mehr als das Fünffache, bezogen auf die Einwohnerzahl der Stadt um ein Drittel auf 70.922. Mit dem Verkauf eines Eckgrundstückes an der Biegenstraße begann 1991 die umfassende Neugestaltung im Bereich Marburg-Mitte. Diese Planungen lösten seit den 1980er Jahren heftige Diskussionen um das Biegeneck und den alten Schlachthof aus; dies führte zu Hausbesetzungen und Polizeieinsätzen.

Nach wie vor ist die Universität mit über 3.900 Beschäftigten und mehr als 21.000 Studierenden der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Das dazugehörige, inzwischen privatisierte und mit seinem Gießener Pendant fusionierte Universitätsklinikum beschäftigt in Marburg über 4.200 Mitarbeiter.

Aufsehen erregte 1982 eine 1977 von der Regierungskoalition aus CDU und SPD eingeführte Sonderregel, die die DKP vom Meinungsbildungsprozess ausschloss. Nachdem das so genannte Marburger 15-Stimmen-Quorum für Protestaktionen und Klageerhebungen gesorgt hatte, wurde es ein Jahr später abgelöst.

2009 fand in Marburg der 6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge statt, der öffentliche Kontroversen hervorrief und in dessen Vorfeld die Marburger Erklärung abgegeben wurde.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Garnisonsgeschichte[Bearbeiten]

Tannenberg-Kaserne um 1950
Das Denkmal Platz der Weißen Rose in der Tannenberg-Kaserne

Marburg war jahrhundertelang Garnisonsstadt. Die Geschichte als Garnison geht bis in die Zeit der Gründung der Stadt zurück.

Mit dem Einzug der preußischen Truppen in Kurhessen im Jahr 1866 wurde Marburg Standort des 11. Preußischen Jägerbataillons. Im Jahr 1868 wurde die alte Jägerkaserne nahe dem Kämpfrasen im Südviertel gebaut. Weitere Bauten folgten in den Jahren bis 1913, u. a. ein Exerzierhaus, das Offizierkasino und das Bezirkskommando.[21]

Nach dem Ersten Weltkrieg und infolge des Versailler Vertrages trat an die Stelle des Jägerbataillons ein Ausbildungsbataillon des 15. Infanterieregiments der Reichswehr. In den 1930er Jahren wurden dann neue Kasernenbauten errichtet, so unter anderem 1937 die neue Jägerkaserne auf dem Kämpfrasen und 1938 im Wald bei Ockershausen die Tannenbergkaserne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunächst amerikanische Truppen von 1945 bis 1950 und anschließend von 1951 bis 1956 französische Truppenteile die beiden Kasernen.

Die Bundeswehr übernahm diese Standorte, wobei ab 1970 dort die 2. Jägerdivision in der Jägerkaserne stationiert war. In der Tannenbergkaserne waren das Fernmeldebataillon 2, das Sanitätsbataillon 2 sowie eine Feldjägerkompanie untergebracht. In den 1960er und 1970er Jahren wurden dort weitere Unterkünfte für die Flugabwehr errichtet. Es war dort zuletzt das Flugabwehrsystem Roland stationiert, vorher das Waffensystem Bofors L70.

Es waren diverse Truppenteile der Bundeswehr bis in die 1990er Jahre in Marburg stationiert, zu nennen sind u. a.:

  • Tannenbergkaserne
    Fernmeldebataillon 2
    Feldjägerkompanie
    Flugabwehrbataillon 310 später FlaRakregiment
    Sanitätsbataillon 2
    Sanitätszentrum 413
    Standortverwaltung Marburg
    Verteidigungskreiskommando 471

Nach der Wiedervereinigung und der Umstrukturierung der Bundeswehr wurden Mitte bis Ende der 1990er Jahre beide Kasernen von der Bundeswehr aufgegeben und von der Stadtentwicklungsgesellschaft in Gewerbegebiete konvertiert. Damit wurde die lange Tradition der Garnisonsstadt beendet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1931 wurde die Gemeinde Ockershausen nach Marburg eingemeindet. Mit der Gebietsreform in Hessen wurde die Stadt Marburg am 1. Juli 1974 mit den Landkreisen Marburg und Biedenkopf zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengeschlossen. Gleichzeitig wurden Marburg die Gemeinden Bauerbach, Cappel, Cyriaxweimar, Dilschhausen, Elnhausen, Ginseldorf, Gisselberg, Haddamshausen, Hermershausen, Marbach, Schröck, Wehrda und Wehrshausen zugeschlagen.[22]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Marburg hatte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So starben beim Ausbruch der Pest 1348/49 und während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zahlreiche Bewohner. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst 6.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1905 bereits 20.000. Mit der Einwohnerzahl stieg auch die Zahl der Studenten. 1866 studierten erst 264 Personen in Marburg, 1907 bereits 1.954 (darunter erstmals 28 Studentinnen), und 1929 waren schon über 4.000 Studenten in der Stadt gemeldet.

Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl von Marburg auf 28.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Zuzug vieler Flüchtlinge und Vertriebener zu einem Anstieg der Einwohnerzahl um 11.000 Personen auf 39.000 bis Ende 1946. Im Jahre 1964 hatte Marburg mit 25,2 Prozent das höchste Wohnungsdefizit in der Bundesrepublik Deutschland. Durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs die Stadt am 1. Juli 1974 auf 70.922 Einwohner an. Auch die Zahl der Studenten stieg weiter. Im Wintersemester 1945/46 studierten 2.543 Personen in Marburg, im Sommersemester 1963 schon 7.423; im Wintersemester 2002/03 waren es 18.540 (nur zur Hälfte in Marburg mit Erstwohnsitz gemeldet), im Wintersemester 2010/2011 bereits 21.833. Durch die Schließung der beiden Bundeswehrstandorte entstand zu Beginn der 1990er Jahre ein „Knick“ in der Bevölkerungsentwicklung. Beim Zensus 2011 wurde eine Abweichung der Einwohnerzahl zur vorhergehenden Fortschreibung festgestellt, am 31. Dezember 2011 betrug die amtliche Einwohnerzahl Marburgs 72.190 (gegenüber 81.147 aus der Fortschreibung)[23].

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1845 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (1864–1939, 1946–1961, 1970 und 1987) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Religion[Bearbeiten]

Die religiöse Bedeutung Marburgs begann 1235 mit der Heiligsprechung Elisabeths von Thüringen und dem Bau der Elisabethkirche. Neben Rom und Santiago de Compostela gehörte Marburg in jener Zeit zu den bedeutendsten europäischen Pilgerorten.[24] Mit der Reformation, die durch Philipp den Großmütigen unterstützt und umgesetzt wurde, und dem damit verbundenen Bau der weltweit ersten protestantischen Universität setzte sie sich fort. Durch die Universität wiederum entstand das weite religiöse Spektrum, welches heute in der Stadt zu finden ist.

Im Jahre 721 errichtete Bonifatius unterhalb der Burg Amöneburg ein kleines Kloster und eine neue Kirche beziehungsweise widmete er eine iro-schottische Vorgängerkirche um. In Marburg entstand aber erst 1227, als Marburg Stadt wurde, eine eigene Pfarrei. Die ansässige Pfarrei war zuvor ein Filial der Mutterkirche in Oberweimar gewesen. Der Deutsche Orden übernahm nach dem Tod der heiligen Elisabeth deren Hospital und baute ihr zu Ehren die Elisabethkirche. Das geistliche Leben war bis zur Reformation katholisch geprägt, was durch die Präsenz zahlreicher Orden wie der Brüder vom gemeinsamen Leben („Kugelherren“), der Augustiner oder der Franziskaner (Barfüßer) belegt wird. Mit der Reformation übernahm Landgraf Philipp der Großmütige die protestantische Lehre und verbot gleichzeitig den Katholizismus. Erst 1788 wurde die katholische Lehre in Marburg wieder zugelassen.[25]

Christentum[Bearbeiten]

Die evangelischen Kirchengemeinden Marburgs gehören zum Kirchenkreis Marburg innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Sie besitzen bedeutende Kirchengebäude in der Kernstadt, darunter die bereits erwähnte Elisabethkirche, die Pfarrkirche St. Marien und die Universitätskirche und auch alte Dorfkirchen in den Außenstadtteilen.

Die römisch-katholischen Kirchengemeinden gehören zum Bistum Fulda. Mit der Gebietsreform 1974 kamen die drei katholischen Dörfer Ginseldorf, Bauerbach, Schröck aus dem ehemaligen Mainzer Gebiet zu Marburg.

Freikirchen und Evangelische Gemeinschaften gibt es in Marburg seit dem 19. Jahrhundert.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde wurde 1840 gegründet und zählt damit zu den ältesten deutschen Baptistengemeinden. Ihr Gemeindezentrum ist die 1957 eingeweihte Uferkirche. Seit 1958 verfügt sie auch über ein Studentenwohnheim.

Weitere Freikirchen sind[Bearbeiten]

  • Evangelisch Methodistische Kirche, EmK, Christuskirche
  • Anskar-Kirche Marburg, Evangelische Freie Gemeinde
  • Freie evangelische Gemeinde, FeG
  • Siebentage-Adventisten, STA
  • Christengemeinde, Licht der Hoffnung, Russlanddeutsche Gemeinde, im BFP

Von den sogenannten altkonfessionellen Kirchen ist in Marburg nur die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche vertreten. Der Christus-Treff Marburg ist eine ökumenische Gemeinschaft, in der sowohl freikirchliche als auch evangelisch-landeskirchliche und katholische Verantwortliche mitarbeiten. Als Ganzes ist er Teil der Evangelischen Kirche und über das Netzwerk „TGG“ (Treffen Geistlicher Gemeinschaften) in die EKD eingeordnet.

Fünf Evangelische Gemeinschaften arbeiten in Marburg. Sie gehören unter das Dach des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes e. V. Dieser ist ein Dachverband deutscher Gemeinschaftsbewegungen und arbeitet innerhalb der evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ebenfalls in Marburg existieren eine Gruppe der deutschen Jesus-Freaks, die Katholisch-Apostolische Gemeinde und die Brüdergemeinde.

Weitere Religionsgemeinschaften in Marburg sind die die Neuapostolische Kirche und die anthroposophisch geprägte Christengemeinschaft.

Christliche Gemeinden in Marburg[Bearbeiten]

Evangelische Gemeinschaften und Freikirchen

Gemeinschaften innerhalb der evangelischen Landeskirchen (Gnadauer Verband)

1. Evangelische Gemeinschaft Cappel
2. Evangelische Gemeinschaft Marburg-Ortenberg
3. Evangelische Gemeinschaft Marburg-Süd
4. Evangelische Gemeinschaft Wehrda Hebrongemeinde
5. Evangelische Stadtmission Marburg (Chrischonagemeinde)

Vereinigung Evangelischer Freikirchen VEF

6. Evangelisch Freikirchliche Gemeinde, Baptisten, Uferkirche
7. Evangelisch Methodistische Kirche, EmK, Christuskirche
8. Anskar-Kirche Marburg, Evangelische Freie Gemeinde
9. Freie evangelische Gemeinde, FeG
10. Siebentage-Adventisten, STA
11. Christengemeinde, Licht der Hoffnung, Russlanddeutsche Gemeinde, im BfP

Ökumenische Gemeinschaften

12. Christus-Treff

Altkonfessionelle Kirchen

13. SELK, Selbständige Evang. Lutherische Kirche, MR

Katholische Kirche in Marburg-Kernstadt

14. St. Johannes, katholische Kugelkirche
15. St. Peter und Paul, katholisch
16. Liebfrauen, katholisch

Katholische Kirche in Marburg-Stadtteile

17. Wehrda St. Martin (zu St. Peter und Paul), katholisch
18. Cappel St. Franziskus in Verbindung mit Liebfrauen, katholisch
19. Bauerbach/Ginseldorf (Pfarramt Bauerbach)
20. Schröck/Moischt (Pfarramt Schröck)
21. Bortshausen, Ronhausen (St. Franziskus Cappel)
22. Gisselberg, Cyriaxweimar, Haddamshausen, Hermershausen, Wehrshausen, Elnhausen, Dagobertshausen, Michelbach (zu St. Johannes Kugelkirche mit Filialkirche in Wenkbach)
23. Dilschhausen

Evangelische Kirche im Stadtverband Marburg (Kernstadt)

24. Elisabethkirche, evangelisch
25. Evangelische Kirche am Richtsberg zu MR
26. Lukaskirche, evangelisch
27. Lutherische Pfarrkirche St. Marien
28. Markuskirche, evangelisch (Marbach)
29. Matthäuskirche, evangelisch, Ockershausen
30. Pauluskirche, evangelisch
31. Universitätskirche, evangelisch

Evangelische Kirche in den Marburger Stadtteilen

32. Bauerbach/Ginseldorf (Pfarramt Bauerbach)
33. Moischt/Schröck (Pfarramt Wittelsberg)*
34. Bortshausen, Ronhausen (Pfarramt Cappel)
35. Cappel
36. Gisselberg, Cyriaxweimar (Pfarramt Niederweimar)*
37. Hermershausen/Haddamshausen (Pfarramt Oberweimar)*
38. Wehrshausen (Pfarramt Elnhausen)
39. Elnhausen/Dagobertshausen (Pfarramt Elnhausen)
40. Michelbach
41. Dilschhausen, Dilschhausen (Pfarramt Weitershausen)*

* Pfarramt außerhalb Marburgs

Ökumene in Marburg[Bearbeiten]

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Marburg (ACK) ist ein Bund von christlichen Kirchen und Gemeinschaften zur Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Christen und der Kirchen. Das Gespräch, Begegnungen und Gottesdienste fördern das gegenseitige Verständnis.

Die Evangelische Allianz ist ein Bund von Christen aus verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinschaften, christlichen Gruppen und Werken. Die Arbeit der Evangelischen Allianz Marburg wird von einem Arbeitskreis getragen, der dem Austausch, dem gemeinsamen Gebet und der Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung dient. Evangelistische, seelsorgerliche und diakonische Aktivitäten werden geplant und begleitet.

Diese beiden übergemeindlichen, ökumenischen Arbeitskreise führen Menschen unterschiedlicher christlicher Prägung zusammen zum gemeinsamen Pfingstmontagsgottesdienst, der Allianzgebetswoche zum Beginn des Jahres; zu Gottesdiensten für die Einheit der Kirche.

Zentralen christlicher Werke mit Sitz in Marburg[Bearbeiten]

Hauptstelle des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes DGD. Der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) mit Sitz in Marburg ist ein Verbund diakonisch-missionarischer Einrichtungen im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband mit diakonischen Einrichtungen in Deutschland, Japan, den Niederlanden; den USA, Brasilien.

Die Marburger Mission ist ein evangelikales Missionswerk mit Sitz in Marburg mit Arbeitszweigen in Japan, Taiwan, Thailand, Ostafrika, Brasilien, Spanien, Russland.

Zentrale der Studentenmission in Deutschland SMD. Die SMD ist ein deutschlandweites Netzwerk von Christen in Schule, Hochschule und akademischer Berufswelt (gegründet 1949 als Studentenmission in Deutschland e. V.).

Compassion Deutschland ist der deutsche Zweig von Compassion International, einem der größten christlichen Kinderhilfswerke der Welt.

Christliche Ausbildungsstätten[Bearbeiten]

Fachbereich Theologie an der Philipps-Universität Marburg
Evangelische Hochschule Tabor
Katholisch theologisches Seminar
Marburger Bildungs- und Studienzentrum (MBS)

Judentum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Marburg

In Marburg gab es erstmals im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Eine größere Anzahl jüdischer Familien lebte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in der Judengasse. Nach Vertreibungen im 14. und 16. Jahrhundert wuchs die Gemeinde bis ins 20. Jahrhundert auf über 500 Mitglieder. Bereits zu Beginn des Nationalsozialismus zogen viele Juden fort oder wanderten aus. 77 Juden, die in Marburg blieben, wurden 1941/1942 nach Riga beziehungsweise Theresienstadt und in Vernichtungslager des Ostens deportiert und ermordet. In den 1980er Jahren wurde eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Am 26. November 2005 konnte eine neue Synagoge in der Liebigstraße eingeweiht werden. 2006 gehörten der Gemeinde etwa 350 Personen an. Am 28. November 2010 weihte die jüdische Gemeinde die erste neue Thorarolle seit der Shoah ein.

Islam[Bearbeiten]

Nach offiziellen Angaben leben in Marburg etwa 4000 Muslime. Seit 1986 verfügt Marburg über eine Moschee, die Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee. Getragen wird sie vom Verein „Orientbrücke Marburg e. V.“. Dieser Verein gehört zur Islamischen Gemeinschaft Deutschland e. V. (IGD) und wird wie diese im Verfassungsschutzbericht des Bundes thematisiert.[26] Die IGD war ursprünglicher Träger der Moschee. Sie gilt als deutsche Zentrale der extremistischen Muslimbruderschaft. Die Verbindungen dieser Organisation reichen bis zu Gruppierungen, die im Verdacht stehen, den islamistischen Terrorismus zu unterstützen. Im Jahr 2002 wurde der Verein „Islamische Schule“ gegründet, der in „Orientbrücke“ umbenannt wurde. Seitdem ist die Marburger Moschee formell unabhängig von der IGD. Ein muslimischer Friedhof befindet sich in einem Abschnitt des städtischen Friedhofs im Stadtteil Ockershausen.

Am 21. Juni 2013 wurde der Grundstein für ein islamisches Kulturzentrum mit Moschee im Viertel „Bei St. Jost“ gelegt. Neben dem Gebetsraum sollen eine Cafeteria, ein Feinkostladen, eine Bibliothek und Multifunktionsräume Platz in dem Gebäude finden; alles soll der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Baukosten von rund 1,8 Millionen Euro sind spendenfinanziert; in zwei Jahren soll der Bau abgeschlossen sein.[27]

Weitere Religionen[Bearbeiten]

Es gibt in Marburg eine Gemeinde der Zeugen Jehovas, eine der Bahá'í und eine des Universellen Lebens.

Mit einem Shambhala-Zentrum gehört Marburg auch zu den größeren europäischen buddhistischen Zentren. Die Gemeinschaft besteht aus etwa 50 bis 120 Praktizierenden. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer religiöser Gruppierungen, die nicht zuletzt durch die Universität nach Marburg kamen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Mehrheit in der 59-köpfigen Stadtverordnetenversammlung und damit die Etathoheit hatte nach der Kommunalwahl 2011 eine Koalition aus SPD (22 Sitze) und Grünen (13 Sitze). Im kommunalen Parlament vertreten sind außerdem die Fraktionen von CDU (14 Sitze), Marburger Linke (4 Sitze), FDP (2 Sitze), einer CDU-Abspaltung MBL (Marburger Bürgerliste, 2 Sitze), die Partei „Bürger für Marburg“ (1 Sitz) sowie Piraten (1 Sitz).

Stadtverordnetenvorsteher ist seit Dezember 1997 (zuletzt bestätigt am 15. April 2011) Heinrich Löwer (SPD). Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung finden in der Regel einmal monatlich statt.

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[28]

Gemeindewahl in Marburg 2011
Wahlbeteiligung 50,7 %
 %
40
30
20
10
0
37,3 %
23,0 %
22,6 %
7,4 %
2,5 %
2,5 %
2,2 %
1,9 %
0,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+4,3 %p
-9,0 %p
+5,0 %p
-1,4 %p
-2,4 %p
-0,7 %p
+2,2 %p
+1,9 %p
± 0,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,3 22 33,0 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,0 14 32,0 19
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 22,6 13 17,6 10
Marburger Linke Marburger Linke 7,4 4 8,8 5
FDP Freie Demokratische Partei 2,5 2 4,9 3
MBL Marburger-Bürger-Liste 2,5 2 3,2 2
BfM Bürger für Marburg 2,2 1
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,9 1
APPD Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands 0,5 0 0,6 0
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 0,1 0
Gesamt 100 59 100 59
Wahlbeteiligung in % 50,7 43,9

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Der im Januar 2005 direkt gewählte und seit dem 1. Juli 2005 im Amt tätige Oberbürgermeister Egon Vaupel gehört der SPD an, sein Stellvertreter, der Bau- und Jugenddezernent Bürgermeister Franz Kahle, wird von Bündnis 90/Die Grünen gestellt.

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 27. März 2011 konnte sich Egon Vaupel mit 59,3 % gegen die Kandidaten Wieland Stötzel (CDU, 18,0 %), Franz Kahle (Grüne, 12,4 %), Hans Henning Köster-Sollwedel (Linke, 4,4 %), Jörg Behlen (FDP, 1,7 %), Reinhold Becker (MBL, 3,5 %) und Michael Klapschinsky (APPD, 0,7 %) durchsetzen.[29]

Siehe auch: Liste der Stadtoberhäupter von Marburg

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt

Das Marburger Stadtwappen wurde von dem Berliner Heraldiker Emil Doepler entworfen und durch Beschluss des Marburger Stadtrats vom 25. März 1895 eingeführt. Es basiert auf dem Reitersiegel des Thüringer Landgrafen an einer städtischen Urkunde aus der Zeit zwischen 1248 und 1257; die Reiterdarstellung des Siegels geht auf die Zeit Landgraf Ludwigs IV. († 1227) zurück.[30] Damit ist das Wappen ein Beispiel für die im 19. Jahrhundert gängige Praxis, nicht mehr bekannte oder als zu wenig repräsentativ empfundene Stadtwappen durch Motive aus Siegeln zu ersetzen. In den heutigen Gemeindeordnungen ist der Gebrauch der Stadt- und Gemeindewappen in den Dienstsiegeln häufig vorgeschrieben.

Blasonierung nach Heinz Ritt: „In Rot mit silbernem Saum auf silbernem Ross ein gepanzerter Ritter mit silbernem, goldverziertem Topfhelm und blauem Waffenrock, in der Rechten an rotgeschäfteter Lanze mit goldener Spitze eine golden befranste, dreilatzige silberne Fahne, darin in Gold mit blauem Bord ein blaues gotisches M, links einen Schild haltend, darin in Blau ein steigender, goldbekrönter, von Silber und Rot siebenmal geteilter Löwe.“[31] In älteren Darstellungen hat der Landgraf einen blauen Waffenrock und eine gänzlich goldene Fahne, auf anderen Darstellungen ist beides silbern. Die von der Stadt geführte Flagge ist blau-weiß-rot geteilt.

Wappenerklärung: Der Ritter im Wappen der Stadt Marburg ist der auf einem weißen Pferd reitende gepanzerte hessische Landgraf, sein Schild (Hessenschild) zeigt den Hessenlöwen. Auf der Fahne ist das Wappenbild durch das traditionelle Marburger „M“, Blau auf Gold, das eigentliche Stadtzeichen (Gemerke), ersetzt. Aus diesem Logo leitet sich wiederum die Stadtflagge ab: Das Rot des Hintergrundes, das Weiß des Pferdes und das Blau des Schildes ergeben horizontal von oben nach unten die Stadtfarben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Offizielle Druckgrafik: Marburgs Partnerstädte mit ihren Wappen

Seit 1961 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Poitiers. Zurückzuführen ist diese Partnerschaft auf die Beziehungen der beiden ansässigen Universitäten.[32] 1969 erfolgte die Verschwisterung mit der slowenischen namensgleichen Stadt Maribor (Marburg an der Drau), 1971 mit Sfax in Tunesien. 1988 wurde die Verschwisterungsurkunde mit der damals noch zur DDR gehörenden Stadt Eisenach in Thüringen unterzeichnet. Die Verantwortlichen wollten damit ein Zeichen zur Völkerverständigung und zur Überwindung der deutschen Teilung setzen und die Beziehungen der beiden Städte durch das Wirken der heiligen Elisabeth verdeutlichen.[33] Die Städtepartnerschaft zu Northampton in England entwickelte sich über die Partnerschaft beider Städte mit der französischen Stadt Poitiers und führte 1992 zur Verschwisterung. Die letzte Städtepartnerschaft wurde 2005 mit Sibiu/Hermannstadt in Rumänien geschlossen, da bereits viele Kontakte auf universitärer, schulischer, kirchlicher und kultureller Ebene bestanden.[34] Zur Würdigung des Engagements in den partnerschaftlichen Beziehungen wurde die Stadt 1980 mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.[35]

Solarsatzung[Bearbeiten]

Im Juni 2008 wurde vom Marburger Stadtparlament mit den Stimmen der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken die bundesweit bisher einzigartige und umstrittene Marburger Solarsatzung verabschiedet. Danach sollen bis auf wenige Ausnahmen alle Marburger Bauherren verpflichtet werden, bei Neubauten oder größeren Änderungen an Dächern oder Heizungsanlagen solarthermische Anlagen zu installieren.[36] Der Gießener Regierungspräsident hob diesen Beschluss am 7. Oktober 2008 auf.[37] Gegen diese Verfügung hat die Stadt Marburg beim Verwaltungsgericht Gießen Klage erhoben.[38] Einem auf Anraten des Verwaltungsgerichts Gießen zwischen der Stadt Marburg und dem Regierungspräsidium ausgehandelten Vergleich hat das Wirtschaftsministerium im März 2010 nicht zugestimmt.[39] Im Mai 2010 hat das Verwaltungsgericht die Klage abgewiesen. Die Stadt Marburg hat gegen das Urteil kein Rechtsmittel eingelegt, sondern eine neue Fassung der Satzung erarbeitet. Diese Vorlage passierte im darauffolgenden September den Magistrat und wurde am 29. Oktober 2010 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.[40]

Bürgerinformationssystem[Bearbeiten]

Die Stadt Marburg betreibt ein Bürgerinformationssystem, mit Hilfe dessen sich Bürger über die politischen Gremien informieren können. Hier werden die nächsten Sitzungen mit ihrer Tagesordnung angekündigt, des Weiteren kann man Informationen (Name, Parteizugehörigkeit, Funktion und Kontakt) zu den Kommunalpolitikern einsehen.[41]

Schuldenstand[Bearbeiten]

Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Schuldenstand in Mio. €[42] 100,0 96,6 96,1 109,3 115,2 110,7 107,6 70,3 58,9 59,1 69,2 68,3 67,4 86,7 138,8

Kultur[Bearbeiten]

Theater und Kino[Bearbeiten]

Stadthalle, 1969 bis 2013: Erwin-Piscator-Haus

Das Hessische Landestheater Marburg ist das jüngste der sechs großen hessischen Theater mit fünf örtlichen Spielstätten und zusätzlichen Freiluftaufführungen.[43] Jährlich findet hier seit 1995 die bundesweit beachtete „Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche“ mit qualitativ hervorragenden Produktionen sowie einem umfangreichen Workshop-Programm für Schulklassen und Lehrer für darstellendes Spiel aus der Region statt.[44]

Neben gelegentlichen Gastvorstellungen von Boulevardbühnen oder Musicalensembles in der nun abgerissenen Stadthalle sowie studentischen Theatergruppen und Aufführungen der Schulen besitzt Marburg drei freie Theater, die teils kommunal unterstützt werden. Das Theater Gegenstand[45] im Kulturzentrum Waggonhalle führt vorwiegend eigene Produktionen auf. Dazu zählen etwa die Krankenhaus-Live-Soap „Marburg Hope“ und das Improvisationstheater „Fast Forward Theater“. Die Marburger Theaterwerkstatt german stage service im „G-Werk“ am Afföller ist ein Künstlerensemble, das eigene Theaterstücke und Performances für den öffentlichen Raum entwickelt und auf internationalen Festivals aufführt. Das Schnaps & Poesie Theater ist das kleinste Marburger Theater. In wechselnden sehr kleinen Spielstätten (jeweils ca. 20 Plätze) wird Hör-Theater in Form szenischer Lesungen angeboten. Von 2010 bis 2013 gab es die vom ehemaligen Oberspielleiter des Marburger Landestheaters Peter Radestock gegründete „Kleine Komödie“, die sich dem gehobenen Boulevard-Theater mit eigenen Produktionen zugewandt zeigte. Im November 2013 schloss die „Kleine Komödie“[46].

Mit jährlich rund einer halben Million verkaufter Eintrittskarten (bei einem Einzugsgebiet von rund 253.000 Einwohnern im Landkreis) nimmt das Kino einen hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung der Marburger ein. Das Angebot umfasst neben 14 kommerziell betriebenen Kinosälen an drei Standorten – darunter sieben im Marburger Cineplex – auch das unabhängige und nichtkommerzielle Kino im Kulturzentrum trauma im G-Werk („Traumakino“). Im Sommer finden auf der Freiluftbühne im Schlosspark Großleinwandvorführungen statt.[47] Seit 1994 zeigt das Open Eyes Filmfest internationale Kurzfilmproduktionen. Seit 2006 findet jährlich im Cineplex in Kooperation mit den Fachdiensten Kultur- und Jugendförderung der Stadt Marburg das Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival Final Cut statt.[48] Die Marburger Kameragespräche mit dem Marburger Kamerapreis sind ein jährliches Ereignis für das Fachpublikum und die Cineasten.[49]

Seit dem 11. Juni 2013 wird das Erwin-Piscator-Haus erweitert und umgebaut. Die Nutzungsübergabe ist für Mitte Oktober 2015 vorgesehen.[50]

Museen[Bearbeiten]

Marburg bietet neben drei über viele Jahre existierenden privaten Galerien – Galerie Henke, Galerie Schmalfuß und LOG-Gallery – mehrere zugängliche Künstlerateliers und viele weitere Ausstellungsorte und Museen, wovon fünf zur Universität gehören.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte[Bearbeiten]

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte im Ernst-von-Hülsen-Haus
Georg Kolbe, Kauernde (auf einem hohen Sockel im Garten des Museums)

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Marburg unterhält an zwei Standorten Einrichtungen. Die Sammlung im nach Ernst von Hülsen benannten Gebäude in der Biegenstraße 11 zeigt neben wechselnden Ausstellungen Werke des Expressiven Realismus (etwa des Marburger Künstlers Franz Frank) und des Pointillismus (besonders von Paul Baum), daneben Kunst des 17. bis 20. Jahrhunderts, Kunst der Gegenwart wie Gemälde von Bernard Schultze, Dieter Krieg und Harald Häuser, Werke von Carl Bantzer und Otto Ubbelohde sowie der Willingshäuser Schule. Auch eine Sammlung von Abgüssen antiker Statuen ist hier zu sehen. Das Gebäude wurde 1927 als Geschenk des Marburger Universitätsbundes zum 400-jährigen Bestehen der Universität eröffnet und wird 2011–2013 saniert, wobei das Museum neu konzipiert wird (neue Rundgänge, neuer Eingangs- und Servicebereich).

Eine Keramiksammlung im Landgrafenschloss zeigt Marburger Irdenware und Steinzeug aus Hessen und dem Westerwald. Im Wilhelmsbau des Schlosses sind die Kulturgeschichtlichen Sammlungen auf fünf Stockwerken untergebracht. Zudem finden wechselnde Sonderausstellungen statt.

Völkerkundliche Sammlung[Bearbeiten]

Die Marburger Völkerkundliche Sammlung befindet sich im Institut der Völkerkunde der Universität Marburg in der Kugelgasse 10. Sie beherbergt dauerhaft mehr als 5.000 Objekte und setzt sich aus vielen verschiedenen (privaten) Teilsammlungen zusammen. Attraktiv ist für Studenten die oft genutzte Möglichkeit, selbst aktiv Ausstellungen aus der Ethnologie zu organisieren und direkt an den Objekten zu arbeiten. Die ausgestellten Gegenstände decken zwar ein weites Feld ab, jedoch liegt der Fokus deutlich auf (Alltags-)Gegenständen indigener Gruppen im Amazonasgebiet.

Mineralogisches Museum[Bearbeiten]

Das Mineralogische Museum Marburg besitzt etwa 45.000 Mineralien, 50.000 Gesteinsproben, mehrere tausend Edelsteinrohproben und 150 Meteoriten. Die größte mineralogische Sammlung Hessens gilt unter Fachleuten als eine der wichtigsten Deutschlands. Entstanden ist sie als Lehr- und Forschungssammlung des Instituts für Mineralogie der Universität Marburg.

Religionskundliche Sammlung[Bearbeiten]

Der Theologe und Religionsphilosoph Rudolf Otto gründete 1927 die Religionskundliche Sammlung, das Museum für Religion. Nach mehreren Umzügen befindet es sich in der „Neuen Kanzlei“ in der Landgraf-Philipp-Straße 4. Es werden Kultfiguren, Bilder und Ikonen, Rollbilder, Ritualgegenstände, Hausaltare sowie verschiedene Modelle und Nachbildungen ausgestellt, sortiert nach den Themengebieten Altamerika, Altägypten, Religionen Afrikas, Religionen Süd- und Ostasiens (Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus, Shintō und Tenrikyō) und Monotheistische Religionen (Judentum, Christentum, Islam). Auch hier werden Sonderausstellungen zu wechselnden Themen angeboten. Die Marburger Religionskundliche Sammlung gehört neben Einrichtungen in Glasgow und Sankt Petersburg zu den wenigen Museen, die sich ausschließlich auf die Darstellung von Religion spezialisiert haben. Die Besichtigung der Sammlung ist im Rahmen von angemeldeten Führungen möglich.

Museum anatomicum[Bearbeiten]

Im Dachgeschoss des Instituts für Zytobiologie befindet sich das Museum anatomicum. Gezeigt werden etwa 2.000 Präparate aus der Zeit von 1650 bis 1920, unter anderem in Formalin-gefüllten Glasbehältern aufbewahrte Präparate aus dem Gebiet der systematischen und topographischen Anatomie, der Embryologie und der Missbildungslehre. Ein weiterer Schwerpunkt bietet eine Sammlung von Knochen und Skeletten. Gezeigt werden darin zum Beispiel Schädel von Hingerichteten, Präparate zur Schädel- und Zahnentwicklung oder die Rassenschädelsammlung. Anatomische Geräte, chirurgisches Instrumentarium und alte Mikroskope sind außerdem ausgestellt.[51] Ein bekanntes Einzelstück ist das „Marburger Lenchen“, die präparierte Leiche einer schwangeren Frau, die in der Lahn ertrank.

Weitere Museen[Bearbeiten]

Der Kunstverein, davor eine Basaltplastik von Georg Hüter

Die neue Marburger Kunsthalle des Kunstvereins wurde 2000 auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes am Gerhard-Jahn-Platz 5 eröffnet. Auf über 500 Quadratmetern bietet sie ständig wechselnde Ausstellungen zur Kunst der Gegenwart.

Im 1. Deutschen Polizeioldtimer-Museum in der Herrmannstraße 200 (an der Kreisstraße 69) können über 70 historische Polizeifahrzeuge besichtigt werden. Mit weiteren Exponaten wie technischem Material und Fotos mit Bezug zur Motorisierung der deutschen Polizei stellt das Museum die größte Sammlung von Polizeifahrzeugen in Deutschland dar; sein Bestand wird häufig für historische Film- und Fernsehproduktionen genutzt.

Das Kindheitsmuseum wurde 1979 in privater Trägerschaft von Helge-Ulrike und Charles Barry Hyams in der Hüterschen Villa am Barfüßertor eröffnet. Bis zum Ende des Jahres 2008 gab es einen Einblick in die Kindheit der letzten beiden Jahrhunderte und verfügte über eine Sammlung jüdischer Kinderbücher. Zu bestaunen waren außerdem Spielzeuge aus den Jahren 1850 bis 1950, ein Spiel-Zoo mit 600 Spielzeugtieren und Miniaturgebäuden, historische Kinder- und Schulbücher, ein Einblick in die „Marburger Puppenklinik“, ein historisches Klassenzimmer aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und weitere Exponate. Das Kindheitsmuseum soll mittelfristig zusammen mit dem Zirkus-Archiv und einer Ausstellung der Deutschen Blindenstudienanstalt in einem neuen Museumszentrum auf dem Waggonhallen-Gelände am Ortenberg eine neue Heimat finden.

Literarische Gesellschaft[Bearbeiten]

Lesungen, durchschnittlich 30 im Jahr, in einem Café in der Marburger Altstadt, veranstaltet der Verein Neue Literarische Gesellschaft. „Literatur um 11“ findet seit 1974 statt.[52] Das Programm ist gleichermaßen aktuell wie zeitlos: Es reicht vom literarischen Chanson bis zum historischen Vortrag, von der aktuellen Belletristik über Lyrik bis zur Lebensphilosophie.

Archive[Bearbeiten]

Marburg beherbergt mehrere bundesweit bedeutende Archive.

  • Das Hessische Staatsarchiv Marburg ist zuständig für das bei den staatlichen Behörden im Regierungsbezirk Kassel und Teilen des Regierungsbezirks Gießen anfallende Schriftgut.
  • Das Bildarchiv Foto Marburg ist das deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte und besitzt ein Bildarchiv zur europäischen Kunst und Architektur mit rund 1,7 Millionen fotografischen Originalaufnahmen.
  • Im Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden werden erhaltene Urkunden, die in Deutschland vor 1250 geschrieben wurden, verwahrt und fotografisch dokumentiert.

Weitere bedeutende Archive sind:

  • Universitätsarchiv der Philipps-Universität Marburg[53]
  • Archiv der deutschen Blindenstudienanstalt und internationale Dokumentationsstelle für das Blinden- und Sehbehindertenwesen, beherbergt Dokumente, Zeitungsausschnitte und Ähnliches zur Geschichte des internationalen Blinden- und Sehbehindertenwesens sowie der deutschen Blindenstudienanstalt
  • Archiv des Herder-Instituts, beherbergt eine Forschungsbibliothek, eine fortlaufende Zeitungssammlung, ein Presseausschnittsarchiv (1952–1998) und eine herausragende Kartensammlung zur Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas mit Schwerpunkt auf dem Baltikum
  • Archiv des Hessischen Landesamts für Geschichtliche Landeskunde, beherbergt ein Flurnamenarchiv für das Gebiet der ehemals preußischen Provinz Hessen-Nassau
  • Behring-Archiv, beherbergt sowohl Materialien und Dokumente zur Person Emil von Behrings als auch zur Geschichte der Behringwerke
  • Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, beherbergt Abdrücke und Fotos von minoischen und mykenischen Siegeln sowie Publikationen darüber
  • Deutscher Sprachatlas des Forschungsinstituts für deutsche Sprache, beherbergt handschriftliche und gedruckte Dokumente, Karten, Bild- und Tondokumente zur Geschichte der Dialekte und Regionalsprachen in Deutschland sowie ihrem Wandel im Laufe der Zeit (ein dedizierter Neubau für den Sprachatlas und das zugehörige Forschungsinstitut soll bis 2014 auf dem ehemaligen Brauereigelände entstehen)
  • Deutsches Adelsarchiv, Nachweis und Stammbaum aller deutschen Adelsfamilien
  • Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg, eine europaweit einzigartige Institution, ermittelt und katalogisiert Leichenpredigten, die zwischen 1550 und 1750 gedruckt wurden
  • Forschungsstelle Georg Büchner (FGB), Forschung und Erarbeitung von Publikationen zu Leben, Werk und Wirkung Georg Büchners
  • Handschriften- und Nachlassarchiv der Universitätsbibliothek, beherbergt Bände mit Marburger Vorlesungsnachschriften, Studentenstammbücher, Bände mit Universitätsstatuten und -verordnungen sowie mehr oder weniger umfangreiche Nachlässe und Teilnachlässe von Marburger Professoren wie z. B. Friedrich Carl von Savignys und Paul Natorps
  • Kant-Forschungsarchiv der Philipps-Universität, beherbergt Original-Schriften des Philosophen Immanuel Kant, ist nicht museal zugänglich
  • Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden, sammelt alle in Deutschland verwahrten Urkunden, die vor 1250 geschrieben wurden, und dokumentiert diese fotografisch
  • Religionen in Deutschland – Archiv mit Dokumentationsstelle, beherbergt umfangreiche Bestände so genannter grauer Literatur von Religionsgemeinschaften in Deutschland und dokumentiert aktuelle Religionsgeschichte
  • Stadtarchiv, zentrale städtische Dienststelle für alle Fragen zur Marburger Stadtgeschichte, beherbergt Unterlagen zur Dokumentation des Marburger Stadtlebens seit dem Mittelalter
  • Zentralarchiv der Deutschen Volkserzählung im Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität, beherbergt eine große Sammlung von Sagen und Märchen
  • Circus-, Varieté- und Artistenarchiv, beherbergt Programme, Kostüme, Requisiten und Fotos aus dem Zirkus-, Artisten- und Varietébereich

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

Der Sportpark in Marburg
Szene eines Spiels des Football-Erstligisten Marburg Mercenaries im Georg-Gaßmann-Stadion

Aushängeschilder in sportlicher Hinsicht sind die die Basketball-Damen des BC Marburg, die seit 1992 einen festen Bestandteil in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga bilden und im Jahr 2003 Deutscher Meister und Pokalsieger wurden, sowie die Footballer der 1991 gegründeten Marburg Mercenaries, die ihre Spiele im 12.000 Zuschauer fassenden Georg-Gaßmann-Stadion austragen, 2005 den europäischen EFAF-Cup gewannen und 2006 Deutscher Vizemeister wurden. Nach dem Rückzug im Jahr 2006 nicht mehr in der Bundesliga vertreten sind die Skwosch-Frösche Marburg. Auch Tischtennis-Bundesliga gibt es seit Sommer 2009 in Marburg nicht mehr, nachdem sich der TTV Gönnern, der einige seiner Liga-Heimspiele in Marburg austrug, aus der deutschen Eliteklasse zurückgezogen hat.

Im Tennis spielen die Damen- und Herrenmannschaften des TC Marburg in der Hessenliga. Im Fußball sind der VfB Marburg (nach dem Abstieg aus der Hessenliga) und der Stadtteilverein FSV Schröck in der Verbandsliga vertreten. Die SSG Blista Marburg, Deutscher Meister von 2008, spielt für die Universitätsstadt in der Blindenfußball-Bundesliga.

Die Rhönradabteilung des TSV Marburg-Ockershausen ist mit über einem Dutzend nationalen Meistertiteln und neun Weltmeisterschaften eine der erfolgreichsten Rhönrad-Mannschaften Deutschlands. Mit Laura Stullich, Victoria Hennighausen und Friederike Schindler stellte der Verein drei Weltmeisterinnen.

Der Kurhessische Verein für Luftfahrt (KVfL) mit dem Flugplatz Marburg-Schönstadt ist einer der ältesten Luftsportvereine Deutschlands. Mit heute etwa 300 Mitgliedern und den vier Sparten Modellflug, Motorflug, Segelflug und Ballonfahren ist der Verein auch überregional aktiv. Zu seinen sportlich erfolgreichsten Mitgliedern zählt der zweifache Weltmeister im Segelflug Werner Meuser. In unmittelbarer Nähe des Flugplatzes befindet sich in Cölbe-Bernsdorf der 2003 erbaute 18-Loch-Golfplatz des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg.

Einer der ältesten Vereine, die Kraftsport in Deutschland betreiben, ist die Sportvereinigung Athleten Club 1888 Marburg.[54]

Aber auch bei den Freiwilligen Feuerwehren zeichnet sich Marburg immer wieder durch eine Stadtteilfeuerwehr (Marburg-Michelbach) aus, denn auf Kreis-, Bezirks- und Landesentscheiden repräsentiert diese Marburg sehr erfolgreich.[55]

Musik[Bearbeiten]

Drei Kulturzentren sorgen für eine weite Bandbreite von nicht nur für Jüngere attraktiven Konzerten der Bereiche Rock, Pop, Hip Hop, A cappella, Tango, Ska, Punk, Reggae, Weltmusik. Vereine wie die Jazz-Initiative Jazz Initiative MarburgJIM sowie der Folkclub Marburg ergänzen das Angebot. Im Bereich der klassischen Musik gibt es einen aktiven Konzertverein, zwei junge Sinfonieorchester, nämlich das Studenten-Sinfonieorchester Marburg und die Junge Marburger Philharmonie, sowie viele Chöre im Stadtgebiet. Besonders erwähnenswert sind hierbei der Marburger Bachchor, der Marburger Konzertchor und der mit der Universität assoziierte UniChor Marburg. Immer wieder gibt es Compilations mit verschiedenen Marburger Bands. Die bekanntesten Veröffentlichungen sind die CDs Wildwechsel und die CD „MR-CD 06421“, die jeweils 20 Bands aus der Marburger Musikszene präsentieren. Die CD-Serie „MR-CD 06421“ erschien in mehreren Auflagen und wurde von der Oberhessischen Presse, dem Stadtmagazin Express und dem Kulturmanager George Lindt initiiert.

Diskotheken und Szenegastronomie[Bearbeiten]

In Marburg gibt es einige seit Jahrzehnten bestehende Diskotheken. Zu den älteren gehört beispielsweise das Till Dawn (ehemals Kult) im Süden der Stadt, zu den neueren etwa der Club Nachtsalon. Neben drei kommerziellen Diskotheken gibt es zahlreiche After-Work-Partys sowie Veranstaltungen im Dunstkreis der studentischen Selbstverwaltung und Hochschulpolitik (Fachschaftspartys, Solidaritätspartys). Unter Studenten populär und stark besucht sind das KFZ und das Café Trauma. Auch haben sich viele Szenebars und -lounges im gesamten Stadtbereich etabliert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Artisten auf dem Marburger Marktplatz

Frühjahr[Bearbeiten]

Mitte März findet in Marburg die Verleihung des „Marburger Kamerapreises“ im Rahmen der Marburger Kameragespräche statt. Außerdem wird vom Hessischen Landestheater Marburg eine Kinder- und Jugendtheaterwoche organisiert. Ab dem letzten Aprilwochenende findet auf dem Messeplatz für neun Tage die Frühjahrsmesse statt. Am Abend des letzten Apriltages beginnt um Mitternacht das traditionelle Maieinsingen. Der nächste Tag (1. Mai) ist vormittags geprägt durch Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften, am Nachmittag folgt ein Fest.

Am Fronleichnamstag wird vom Kulturzentrum KFZ das A-cappella-Festival Nacht der Stimmen auf der Freilichtbühne im Schlosspark veranstaltet. In der ersten Juniwoche organisiert das Kulturamt Marburg das Kinderfestival Ramba Zamba.

Sommer[Bearbeiten]

Pferdebrunnen am unteren Steinweg

Von 1977 bis 2006 sowie 2008 und 2009 fand immer am letzten Freitag im Juni das „Uni-Sommerfest“ auf einem abgesperrten Innenstadtgelände in der Biegenstraße zwischen Hörsaalgebäude und Stadthalle mit fünf Bühnen statt. Nachdem es nun einige Jahre lang kein „Uni-Sommerfest“ gegeben hat, wird dieses voraussichtlich am 31. Mai 2014 auf dem Vorplatz der Hessischen Stipendiatenanstalt in die Neuauflage gehen.[56]

Am ersten Juli-Wochenende findet der Marburger Marktfrühschoppen, das laut Veranstalter „kürzeste Volksfest Deutschlands“, statt, das durch geschürte Ressentiments zwischen linksgerichteten Studierendengruppen und konservativen oder auch rechtskonservativen Studentenverbindungen eine gewisse Brisanz beinhaltet. Bereits am darauffolgenden Freitag folgt das Stadtfest 3 Tage Marburg (3TM) mit sechs Märkten, zehn Bühnen mit 60 Rock- und Pop-Bands sowie 12 Klassik-Ensembles und -Solisten, Freibieranstich, dem Drachenboot-Cup und einem Höhenfeuerwerk auf dem Schlossberg. Ebenfalls im Juli beginnt das Kurzfilmfestival OpenEyes.

In den Monaten Juli und August bietet die Marburger Sommerakademie Kurse zu Kunst, Theater und Musik an. Der Verein KFZ organisiert Anfang August auch das Straßenfest Summer in the City, während das Kulturzentrum Waggonhalle zwischen Mitte August und Mitte September den Marburger Varieté-Sommer veranstaltet. Im September veranstalten die Weidenhäuser ihr traditionelles Entenrennen sowie das Höfefest. Der Herbst wird im zweiten Wochenende im Oktober mit dem Elisabeth-Jahrmarkt eingeläutet. Neben einem Rahmenprogramm des Jahrmarktes ist der Sonntag verkaufsoffen.

Herbst[Bearbeiten]

Zu Semesterbeginn wird vom AStA-Kulturreferat in der ersten Vorlesungswoche das Erstsemesterfest veranstaltet.

Winter[Bearbeiten]

Die Weihnachtszeit beginnt Marburg ab dem Samstag vor dem ersten Advent. Dann öffnen der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche und der Adventsmarkt am Rathaus. Ein besonderes Ereignis zu Beginn eines neuen Jahres war zwischen 1998 und 2007 die Aufführung der Feuerzangenbowle von 1944 am letzten Freitag im Januar auf einer Großleinwand auf dem Rathausplatz.

Das MaNo-Festival („Marburg Northampton Poitiers Festival“) wird jährlich Anfang März vom Marburger MusikerInnen Verein organisiert. Drei Tage lang spielen über 60 Bands aus Marburg sowie den Partnerstädten Northampton, Poitiers und Maribor in 15 Marburger Clubs und Kneipen.[57]

Ohne jahreszeitlichen Bezug[Bearbeiten]

Bedingt unter anderem durch die geisteswissenschaftlichen Fachgebiete der Universität wie beispielsweise der Germanistik („Neuere deutsche Literatur und Medien“), gibt es in Marburg auch im Literaturbereich viele Angebote. Neben mehreren literarischen Vereinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten finden im „Café Vetter“ jeden Sonntag Veranstaltungen der Vortragsreihe Literatur um 11 statt, regelmäßig findet im KFZ ein Poetry Slam statt, einmal monatlich des Weiteren das Late-Night-Lesen in der Jazzkneipe „Cavete“ sowie „Punk und Poesie“ in der Oberstadtkneipe „Schlucke“.

Der Marburger Literaturpreis der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf wurde zwischen 1980 und 2005 alle zwei Jahre vergeben. Im Jahre 2006 entschieden der Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf und der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, den Preis einzustellen. Stattdessen wolle die Stadt Marburg zukünftig stärker als bisher Kinder- und Jugendliteratur fördern.[58]

Sehenswürdigkeiten und Tourismus[Bearbeiten]

Marburger Schloss (Übersicht)
Das historische Rathaus
Blick von der Biegenstraße zur Oberstadt
Grüner Mühle vom Wehr aus
Das „Michelchen“
Spiegelslustturm (alias Kaiser-Wilhelm-Turm)

Marburg und seine Umgebung bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten.[59][60] Der Tourismus stellt in der Universitätsstadt einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Hauptanziehungspunkte sind die Elisabethkirche, das Schloss sowie die historische Altstadt. Für Übernachtungen bietet Marburg außer dem Campingplatz und einer ganzen Reihe Hotels und Pensionen in allen Preisklassen die Jugendherberge in der Jahnstraße, die 167 Betten bietet und in unmittelbarer Nähe zur Lahn und zum Universitätsstadion liegt. 2009 konnte die Stadt bei einem Angebot von 5.974 Betten 562.653 Übernachtungen vorweisen.[61] Stadtführungen (auch zu Sonderthemen wie Märchen, Romantikepoche etc.) sowie Märchenrundfahrten in die Umgebung zu den vom Maler Otto Ubbelohde illustrierten „Schauplätzen“ der Grimmschen Märchen und der Deutschen Märchenstraße lassen sich bei der Touristen-Information buchen. Von April bis Oktober gibt es jeden Samstag Kasematten-Führungen durch die unterirdischen Festungsanlagen des Schlosses. Der älteste Sakralbau Marburgs, die romanische Martinskirche, befindet sich im Ortsteil Michelbach.

Elisabethkirche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Elisabethkirche (Marburg)

Die Elisabethkirche, vom Volksmund gewöhnlich „E-Kirche“ genannt, ist der früheste rein gotische Kirchenbau auf deutschem Boden und wahrscheinlich das bekannteste Gebäude Marburgs. Sie wurde vom Deutschen Orden zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen gebaut, deren Grabmal sich in der Kirche befand. Der Bau wurde im Jahr ihrer Heiligsprechung (1235) begonnen und 1283 vollendet. Marburg wurde dadurch im Spätmittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Die Kirche gilt als Meisterwerk der deutschen Frühgotik. Sie zählt zu den ersten rein gotischen Hallenkirchen im deutschen Kulturgebiet. Mit der Liebfrauenkirche in Trier ist sie die erste rein gotische Kirche im deutschen Sprachraum. Für den Kölner Dom gilt sie als Vorbild.

Landgrafenschloss[Bearbeiten]

Hauptartikel: Marburger Schloss

Das Landgrafenschloss erhebt sich weithin sichtbar westlich über der Stadt und dem in nord-südlicher Richtung verlaufenden Lahntal. Der Schlossberg hat eine Höhe von 287 m ü. NN und bildet einen Ausläufer des Marburger Rückens – eines Buntsandstein-Hochlandes. Durch die relativ steilen Talflanken bestand hier eine sehr gute fortifikatorische Ausgangslage für die Errichtung einer mittelalterlichen Burg, die in der Folgezeit und bis in die Gegenwart zahlreiche bauliche Veränderungen erfuhr.

Neben seiner historischen Bedeutung als erste Residenz der Landgrafschaft Hessen ist das Schloss von großem kunst- bzw. bauhistorischem Interesse. Dies betrifft neben den Bauteilen aus dem 11./12. Jahrhundert vor allem das Schloss aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, das noch heute den Gesamteindruck der Anlage wesentlich bestimmt. Die Schlosskapelle und der Saalbau mit dem Großen Saal beziehungsweise Fürstensaal, der zu den größten und qualitätvollsten profanen gotischen Sälen in Mitteleuropa gehört, sind herausragende Leistungen der europäischen Burgenarchitektur.[62]

Heute wird das Schloss in Teilen vom Marburger Universitätsmuseum für Kulturgeschichte genutzt, das eine große Sammlung von Exponaten zur Geschichte der Region seit der Steinzeit beherbergt. Außerdem finden hier auch Theateraufführungen, Konzerte sowie weitere kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel mittelalterliche Märkte usw. statt. Sehr beliebt ist auch das zwischen Mai und September stattfindende Open-Air-Kino auf der Freiluftbühne im Schlosspark.

Gebäude der Kugelherren[Bearbeiten]

In der Oberstadt zwischen der Barfüßer- und der Ritterstraße befinden sich in der Kugelgasse zwei Gebäude, die im 15. Jahrhundert im Auftrag des Ordens „Brüder zum gemeinsamen Leben“ erbaut wurden. Die so genannten Kugelherren, die wegen ihrer Kopfbedeckung, der Gugel, so genannt wurden, waren ab 1477 in Marburg ansässig. Möglich wurde der Bau der Gebäude durch eine Schenkung eines reichen Marburgers, des Patriziers Heinrich Imhof.

Das Kugelhaus ist ein im spätgotischen Stil erbautes Stift, das 1491 fertiggestellt wurde. Heute ist dort die Völkerkundliche Sammlung des Instituts für Vergleichende Kulturforschung: Religionswissenschaft und Völkerkunde untergebracht. 1527 ging das Haus, in dem auch eine Lateinschule untergebracht war, an die Universität über, nachdem Landgraf Philipp den Orden und die Schule, in der er selbst Schüler war, aufgelöst hatte. Die Universität möchte das Gebäude im Laufe des Jahres 2011 aufgeben; es soll an die Kugelkirchen-Gemeinde verkauft werden, die darin ein Gemeindezentrum einrichten will.

Die Kugelkirche, die 1485 von Johannes Bonemilch von Laasphe geweiht wurde, ist das zweite Gebäude des Ordens. Sie wurde zwischen 1478 und 1520 erbaut. Die Kirche besitzt Spitzbogenfenster und einen Dachreiter. Das Netzgewölbe zieren spätgotische Rankenmalereien. Orgel, Kanzel und Hochaltar stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Weitere innerstädtische Bauwerke[Bearbeiten]

In der Marburger Oberstadt ist eine große Zahl von Fachwerk-Bauten rund um das historische Rathaus durch ein langjähriges, planmäßiges Restaurierungskonzept erhalten geblieben. Das dreigeschossige Rathaus selbst wurde in den Jahren 1512 bis 1513 unter der Leitung des Wetzlarer Steinmetzes Klaus (der Nachname ist unbekannt) errichtet, der Innenausbau jedoch erst 1526 fertiggestellt.[63] Die Reste einer mittelalterlichen Synagoge oberhalb des Marktplatzes neben dem Haus Markt 23 sind unter einem Glaskubus von außen einsehbar. Die ehemalige Kilianskapelle (heute Kilian) wurde zwischen 1180 und 1200 als Marktkapelle im romanischen Stil erbaut. Nach der Reformation wurde die Kapelle nicht mehr als solche genutzt. Der nicht mehr vorhandene Ostturm wurde 1552 bis 1554 niedergerissen und zum Wiederaufbau der eingestürzten Weidenhäuser Brücke verwendet. Nachdem auch Giebel und Gewölbe abgebrochen worden waren, erhielt der Kilian 1580/81 dann mit einem Fachwerkobergeschoss weitestgehend sein heutiges Erscheinungsbild. Die erstmals 1248 urkundlich erwähnte Grüner Mühle ist eine ehemals als Ölmühle genutzte Wassermühle am Wehr unterhalb der Weidenhäuser Brücke.

Brücken[Bearbeiten]

Hauptartikel: Brücken in Marburg

Marburg hat durch seine exponierte Lage am engen Flusslauf der Lahn und die vergleichsweise steilen Hänge neben vielen Treppen und den Aufzügen eine Vielzahl an Brücken und Überführungen in seinem Stadtgebiet.

Das Michelchen, St. Michaelskapelle[Bearbeiten]

Unweit der Elisabethkirche inmitten eines ehemaligen Totenhofes liegt die kleine mittelalterliche St. Michaelskapelle, „Michelchen“ genannt. Brüder des Deutschen Hauses erbauten sie 1268 in dem Totenhof, wo die zum Grabe der heiligen Elisabeth gekommenen und in Marburg verstorbenen Pilger und die in ihrem Hospital verstorbenen Pfründner ihre letzte Ruhestätte fanden. In ihr versahen die Ordenspriester ebenso wie in der Elisabethkirche den Gottesdienst. Mehrere zum Besuch der Kapelle ausgestellte Ablassbriefe sind aus dem 13. Jahrhundert bekannt. In der Reformationszeit ging das Michelchen in den Besitz der Stadt über. Als notwendige Arbeiten und Aufsicht unterlassen wurden, verkam es zur Ruine. Erst nach 1583 wurden Renovierungsarbeiten am Dachstuhl vorgenommen, neue Türen und Fenster eingesetzt sowie eine Kanzel und eine Empore errichtet. Auch die Mauer um den Friedhof wurde erneuert. Heute wird der Totenhof nicht mehr benutzt. Die noch vorhandenen etwa fünfzig Grabsteine stammen sämtlich aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Sie geben einen guten Überblick über den Wandel der künstlerischen Auffassung von Figurengrabsteinen der Renaissance über den Inschriftgrabstein des Barock bis zum klassizistischen Grab-Denkmal. Letzte Restaurierungsarbeiten im Michelchen wurden 2009 beendet. Heute ist der Totenhof ein Park und Ruhepunkt im Nordviertel von Marburg.

Spiegelslust[Bearbeiten]

Hauptartikel: Spiegelslustturm

Der Name „Spiegelslust“ geht auf Werner Freiherr von Spiegel zum Desenberg zurück, der im 19. Jahrhundert in Marburg studierte und diesen Platz, der früher „Köhlers Ruhe“ hieß, zu einem Ausflugsziel ausbaute. Der Ort ist seit der Zeit der Romantik ein beliebtes Ausflugsziel und wird bewirtschaftet. Zunächst wurde dort ein Pavillon errichtet, später folgte der Aufbau eines Gasthauses. Dieses blieb bis 1989 Eigentum der Stadt, wurde dann vom damaligen Pächter der Stadt abgekauft und wird bis heute durch diesen bewirtschaftet.

„Spiegelslust“ liegt 200 Meter entfernt vom Kaiser-Wilhelm-Turm (nach Wilhelm I.). Der Turm, der auch als Spiegelslustturm bekannt ist, ist ein Aussichtsturm auf den Lahnbergen. 1872 hatte ein Verein Geld gesammelt, um den Turm als Erinnerung an die Reichsgründung und den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) zu finanzieren. In der Nacht vom 12. auf den 13. März 1876 brachte ein Sturm den fast fertigen Turm zum Einsturz. Erst 14 Jahre später wurde das 36 Meter hohe Bauwerk fertiggestellt; die feierliche Einweihung fand am 2. September 1890 statt.

Parks[Bearbeiten]

Alter Botanischer Garten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Alter Botanischer Garten (Marburg)

Wenige hundert Meter südlich der Elisabethkirche liegt am Pilgrimstein der 3,6 Hektar große Alte Botanische Garten der Universität Marburg. 1811 gegründet, beruht bis heute die Einmaligkeit dieses Gartendenkmals auf der gelungenen Verknüpfung eines „Wissenschaftsgartens“ mit der „englischen Gartenkunst“. Noch heute zeigt er wichtige Spuren seiner Geschichte. Diese betrifft sowohl die Geschichte der Gartenkunst als auch die Geschichte der Naturwissenschaften von den Zeiten der „nur“ beschreibenden „Naturgeschichtler“ nach Carl von Linné, dann der „PflanzengeographieAlexander von Humboldts über die Zeit der evolutorischen Erklärungsversuche Charles Darwins oder Ernst Haeckels bis zur Labor-Botanik. Mit der Errichtung der neuen Zentralen Universitätsbibliothek auf dem angrenzenden Streifen zur Elisabethkirche hin und dem Umzug zahlreicher Institute der Universität in die nahegelegenen alten Klinikgebäude soll der Alte Botanische Garten zum Mittelpunkt des geisteswissenschaftlichen „Campus Firmanei“ werden.

Botanischer Garten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Botanischer Garten (Marburg)

Der Botanische Garten Marburg liegt auf den Lahnbergen. Gegen Ende der 1960er Jahre wurden die naturwissenschaftlichen Fächer der Philipps-Universität Marburg dorthin verlegt, da in der Innenstadt kein Platz für umfangreiche Neubauten vorhanden war. In der räumlichen Nähe zum Botanischen und Zoologischen Institut des Fachbereichs Biologie wurde dort ein vom Landschaftsarchitekten Günther Grzimek geplanter neuer botanischer Garten angelegt und im Jahr 1977 eröffnet. Mit 20 ha ist er einer der größeren botanischen Gärten Deutschlands. Neben einer großen Baumsammlung (Arboretum) hat er eine systematische Abteilung, eine Abteilung mit Heil- und Nutzpflanzen, die Farnschlucht, den Frühlingswald, ein Alpinum und einen Heidegarten. In Schaugewächshäusern mit einer Grundfläche von 1.700 m² sind zahlreiche Pflanzen der Tropen und Subtropen zu sehen, darunter die Riesenseerose Victoria amazonica. Der Botanische Garten kämpft seit Jahren gegen die Unterfinanzierung und war mehrfach schließungsbedroht. Die Orchideensammlung musste aus Kostengründen bereits geschlossen werden, für die Rhododendronsammlung ist dasselbe Schicksal zu befürchten.

Schlosspark[Bearbeiten]

Nach der Aufgabe des Landgrafenschlosses im 17. Jahrhundert wurde das südlich gelegene Gebiet des Schlossbereichs, das zuvor wahrscheinlich als militärisches Übungsgebiet genutzt worden war, zu Gartenland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Stadt Marburg die Gartenflächen zu einer Parkanlage umzugestalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hieraus jedoch Nutzgärten. Gegen Ende des Krieges wurde die Fläche erneut umgestaltet, es wurde ein Rosengarten angelegt. Im Jahre 1981 begann die Umgestaltung zum heutigen Schlosspark. Die letzte umfassende Neugestaltung fand 2009/2010 statt. Die Anlage ist nun ein öffentlicher Erholungs- und Freizeitpark auf der Südseite des Landgrafenschlosses. In dem nach wie vor vorhandenen Rosengarten sind heute rund 7000 Rosen in 65 Varietäten[64] zu finden. Unter anderem finden hier auch Veranstaltungen wie bei dem Stadtfest 3-Tage-Marburg statt. Inmitten des Schlossparks liegt eine Freilichtbühne, die für diverse kulturelle Ereignisse genutzt wird.

Natur und Freizeit[Bearbeiten]

Marburgs Kernstadtgebiet wird im Osten durch die bewaldeten Lahnberge begrenzt. Die Berge im Westen sind mit dem Schloss und der Altstadt bebaut und bewohnt; dahinter liegen der Stadtwald und der Wehrdaer Wald. Im Norden und im Süden werden die Ebenen im Lahntal vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Durch Marburg fließt die Lahn; im Stadtgebiet ist diese nicht schiffbar. Durch die Innenstadt führt ein Lahnnebenarm, der am Wehrdaer Wehr beginnt und in der Mitte der Uferstraße wieder in den Hauptlauf mündet.

Im Bereich des Südviertels teilt sich die Lahn ein zweites Mal und bildet hier eine kleine Insel (Auf der Weide). Im Stadtbereich wurden durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren die Lahnwiesen teilweise in Lahnauen zurückverwandelt. In die Lahn münden zahlreiche kleinere Bäche; die bekanntesten sind der Ketzerbach und der Gefällebach. Über die Lahnberge zieht sich ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen. Im Norden und Süden befinden sich in Lahnnähe Baggerseen, die überwiegend der Öffentlichkeit zum Schwimmen offenstehen.

Auf einer Strecke von sechs Kilometern verläuft entlang des Radwegs an der Lahn der Marburger Planetenlehrpfad.[65] Er wurde 1995 als erster Planetenlehrpfad der Welt eröffnet, der auch blinden Menschen einen Zugang ermöglicht.

Spezialitäten, kulinarische und andere[Bearbeiten]

  • Den Marburger Nachtwächter, einen Kräuterlikör, gibt es seit 1799.[66] Die Herstellung geschieht mittlerweile im Nachbarort Weimar.[67]
  • Elisabethbräu, Bier einer kleinen Privatbrauerei
  • Elisabethkaffee (Marburger Weltladen, fair gehandelt)
  • Keramiktassen mit Blindenschrift (Töpferei Schneider in der Oberstadt)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Universität Marburg[Bearbeiten]

Alte Universität
Hörsaalgebäude mit Audimax

Hauptartikel: Philipps-Universität Marburg

Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Philipps-Universität, welche 1527 durch Landgraf Philipp den Großmütigen als erste evangelische Universität gegründet wurde. Durch den auf die Einwohnerzahl gerechnet hohen Anteil an Studenten und Mitarbeitern (25.700 Studierende, 4.530 Angestellte ohne Klinikum) entwickelte sich der Spruch: „Andere Städte haben eine Universität – Marburg ist eine“. Dies bringt zum Ausdruck, wie eng verknüpft die Geschichten von Universität und Stadt sind. Die Universität bietet ein überdurchschnittlich breit gefächertes Studienangebot mit vielen außergewöhnlichen Studiengängen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Klinikum Marburg

Die drei größten Arbeitgeber der Stadt sind die Philipps-Universität Marburg, das privatisierte und zum Rhön-Klinikum gehörende Universitätsklinikum Gießen und Marburg und die teilweise zu den internationalen Konzernen CSL Behring, Siemens Healthcare Diagnostics und Novartis Behring (ehem. Chiron Behring) gehörenden ehemaligen Behringwerke (Pharma- und Medizintechnikbranche). Dicht darauf folgt auf Platz vier die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista).

Rund 81,7 Prozent der versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer Marburgs arbeiteten 1998 im Dienstleistungsbereich, 18,1 Prozent im produzierenden Gewerbe. Die höchsten Beschäftigungsanteile in Marburg hatten die Bereiche Gesundheit (Universitätskliniken) und Wissenschaft (Universität, Blista) aufzuweisen. Insgesamt arbeiteten in diesen beiden Wirtschaftszweigen über 10.000 Menschen.

Die für eine Stadt dieser Größe recht beeindruckende Zahl von über 300 Restaurants, Gaststätten, Cafés und Kneipen macht die Ausrichtung der Gastronomie auf die Zielgruppe Studenten deutlich.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Marburg ist seit 1830 Sitz des Unternehmens Seidel, heute ein Hersteller von Aluminiumdesignprodukten und Kunstoffkomponenten mit rund 650 Mitarbeitern.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Bahnhof Marburg Lahn

Der Bahnhof Marburg ist InterCity-Halt auf der Linie 26 Stralsund–Hamburg–Hannover–Frankfurt–Karlsruhe(–Konstanz) und lässt sich mit Zügen des Nahverkehrs über die Main-Weser-Bahn in der Relation KasselFrankfurt am Main erreichen. In Marburg beginnen zudem die Nebenstrecken der Kurhessenbahn nach Frankenberg (Burgwaldbahn) und über Biedenkopf über Bad Laasphe nach Erndtebrück (Obere Lahntalbahn). Durch den Mittelhessen-Express, der zwischen Treysa und Frankfurt eingesetzt wird, erhielt Marburg 2007 eine Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet in dichterem Takt. Die Verkehrsanlagen, das Empfangsgebäude und das gesamte städtebauliche Umfeld des Hauptbahnhofs werden seit 2010 vollständig umgestaltet.

Am ehemaligen Südbahnhof war die Marburger Kreisbahn nach Ebsdorfergrund an das Schienennetz angeschlossen. Nach der Stilllegung und der Demontage der Gleise wurde der Bahnhof zum einfachen Haltepunkt Marburg-Süd.

Von 1903 bis 1911 besaß Marburg zunächst eine von Pferden betriebene, ab 1911 eine elektrische Straßenbahn. Diese wurde 1951 durch Oberleitungsbusse ersetzt, die bis 1968 fuhren.

Siehe auch: Nahverkehr in Marburg

Bundesstraßen[Bearbeiten]

Die Marburger Stadtautobahn (B 3a) auf Höhe der Ausfahrt „Marburg Mitte“
Untergasse: die Straße folgt der historischen Ost-West-Fernverkehrs-Verbindung, die von Gladenbach ins Amöneburger Becken führte

Mit dem Auto ist Marburg über die Bundesstraßen 3, 62, 252 und 255 zu erreichen.

Die B 3 verläuft quer durch das Stadtgebiet (Stadtautobahn B 3a), größtenteils parallel zur Bahnstrecke. Dadurch wird einerseits das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt verringert; andererseits wird die Lärmbelastung durch viele Anwohner kritisiert.

Das letzte zwischen der Kreuzung mit der B 62 bei Cölbe und dem Gießener Nordkreuz noch fehlende Ausbauteilstück zwischen Niederweimar und Roth wurde am 11. Mai 2011 in Betrieb genommen. Die Strecke ist nun durchgehend vierspurig befahrbar und dient als Verbindung zum Gießener Ring (A 485) und weiter ins Rhein-Main-Gebiet. Die Arbeiten zum Lückenschluss begannen im Frühjahr 2007, die im gleichen Jahr begonnenen Brückenbauwerke der Unterführung der K 42 bei Wolfshausen und der Überführung der B 255 am Kieswerk von Niederweimar wurden bereits im Jahr 2008 fertiggestellt. Die Errichtung der neuen Lahnbrücke bei Argenstein war im Frühjahr des Jahres 2010 beendet.

Busverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Marburg

Der öffentliche Nahverkehr in Marburg wird von den Stadtwerken mit 19 Stadtbuslinien bedient. Tagsüber besteht ein dichter Takt innerhalb der Kernstadt und den näheren Stadtteilen; einige Linien fahren bis in den Abend und bedienen dann nur noch die Kernstadt mit den inneren Stadtteilen. Zusätzlich gibt es Anrufsammeltaxen in Form von Vans und Kleinbussen sowie eine Nachtbuslinie (N8Express), die am Wochenende bis 4 Uhr die Kernstadt bedient. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine Straßenbahn, die 1951 durch den Oberleitungsbus Marburg abgelöst wurde, bevor auch dieses System 1968 stillgelegt wurde. Heute verkehren Diesel- und seit Anfang 2005 auch moderne Erdgasbusse, darunter spezielle, besonders kleine Busse, die die engen und steilen Straßen in der Oberstadt und am Ortenberg befahren können. Marburg und der Landkreis sind seit 1995 Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurde eine komplette Neuordnung des Busnetzes vorgenommen, wobei man sich auf die Einführung von drei Hauptlinien bezog, welche vom Hauptbahnhof über die Innenstadt zum Südbahnhof im Fünf-Minuten-Takt verkehren. Die anderen Stadtbuslinien sollen sinnvoll an die Hauptachse anknüpfen und nicht zentral durch die Innenstadt verkehren. Es wurde eine erhebliche Entlastung der Marburger Innenstadt durch dieses Vorhaben erwartet.

Seilbahn[Bearbeiten]

Überlegungen, die Tallagen der Stadt entweder mit dem Schlossberg oder mit dem Universitäts-Neubaugebiet auf den Lahnbergen durch eine Seilbahn zu verbinden, datieren bereits aus den 1960er Jahren. Seit 2009 wird erneut diskutiert, ob die Innenstadt mittels einer Seilbahn mit dem Standort Lahnberge (Klinikum, Universitätsstandort und Neuer Botanischer Garten) verbunden werden und so der öffentliche Personennahverkehr verbessert werden kann[68]. Bürgermeister Franz Kahle (Bündnis 90/Die Grünen) hatte sich für die Prüfung einer solchen Verbindung ausgesprochen. Die Seilbahnhersteller Leitner AG und Doppelmayr/Garaventa haben im Herbst 2010 bei Informationsveranstaltungen in Marburg die grundsätzliche Machbarkeit einer Seilbahnverbindung dargestellt. Zuletzt hatten sich im Marburger Stadtparlament aber CDU und SPD gegen eine weitere Prüfung, Bündnis 90/Die Grünen[69], FDP[70] und Teile der Linken für die nähere Prüfung einer Seilbahn ausgesprochen. Das Stadtparlament hat im Juni 2011 ein Verkehrsgutachten zu den Beziehungen Innenstadt/Lahnberge unter Einbeziehung der Prüfung einer Seilbahn beschlossen[71].

Aufzüge[Bearbeiten]

Neben Bad Schandau, Engen und Helgoland gehört Marburg zu den deutschen Gemeinden, in denen Aufzüge Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind. Besonders zu erwähnen sind der Oberstadtaufzug, der den Rudolphsplatz mit der Reitgasse verbindet, die Aufzüge des Parkhauses Oberstadt, die den hinteren Pilgrimstein mit der Wettergasse verbinden, sowie der Aufzug im Neuen Ortenbergsteg, der den Hauptbahnhof mit dem Ortenbergplatz verbindet.

Medien[Bearbeiten]

Einzige regionale Tageszeitung ist heute die Oberhessische Presse mit einer Auflage von über 30.000 Exemplaren. Daneben gab es bis zum 30. September 2010 die Marburger Neue Zeitung, eine Regionalausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill mit eigener Lokalredaktion in Marburg und einer Auflage von rund 2.500 Stück. Der kostenlose Marburger Express ist ein Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender und erscheint wöchentlich im Marbuch-Verlag des „Marbuchs“ für Neubürger. Der Verlag der Oberhessischen Presse gibt mittwochs mit Marburg extra und samstags mit Mein Samstag (bis Juni 2011 win – Die Wocheninfo) zwei kostenlose Wochenblätter heraus. Aus Gießener Verlagshäusern kommen die Gratis-Wochenzeitungen Mittelhessische Anzeigen-Zeitung am Mittwoch, Marburger Freitagszeitung und Sonntag-Morgenmagazin.

Weiterhin existieren freie Medien, unter anderem der freie Radiosender Radio Unerhört Marburg (RUM) und Kirche in Marburg (KIM), ein monatliches Programm der evangelischen und katholischen Gemeinden.

Bildung[Bearbeiten]

Neben der Philipps-Universität befinden sich in Marburg die Deutsche Blindenstudienanstalt, das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und Forschungsabteilungen diverser Pharmafirmen, die aus den ehemaligen Behringwerken hervorgegangen sind. Die Stadt Marburg ist „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.[72]

Die Archivschule Marburg ist eine staatliche Ausbildungsstätte von Archivaren mit Status einer Fachhochschule. Die Technische Hochschule Mittelhessen kooperiert breit mit der Philipps-Universität. Medizinern ist Marburg durch das Universitätsklinikum, das Marburg-Virus, die Gewerkschaft der klinikangestellten Ärzte und besonders durch den Marburger Bund bekannt.

In Marburg gibt es diverse Schulen jeder Art, darunter mit der Elisabethschule, der Martin-Luther-Schule und dem Gymnasium Philippinum drei reine Gymnasien sowie den Zweig des beruflichen Gymnasiums an den Kaufmännischen Schulen und der Adolf-Reichwein-Schule. Hinzu kommen die integrierte Gesamtschule am Richtsberg, einige Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie berufliche Schulen. Die Schule am Schwanhof und die Mosaikschule Marburg sind zwei wichtige Förderschulen der Stadt Marburg. Mit der Otto-Ubbelohde-Schule verfügt Marburg über die einzige sechsjährige Grundschule Hessens.

Stark ausgeprägt ist in Marburg die Schullandschaft in freier Trägerschaft. Abgesehen von der Blindenstudienanstalt, gibt es sieben solcher Schulen mit besonderem pädagogischem Profil, die nicht von Staat und Stadt veranstaltet werden. Neben Förderschulen sind darunter eine Freie Waldorfschule, eine Montessori-Schule, die sechsjährige Grundschule mit Kindergarten Freie Schule Marburg und das Gymnasium und Internat Landschulheim Steinmühle.

Zudem hat eines der wichtigsten Zentren für historische Ostmitteleuropa-Forschung, das Herder-Institut, seinen Sitz in Marburg. Unter den Landesbehörden sind das Hessische Staatsarchiv Marburg sowie das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde zu nennen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Auszeichnungen und Ehrentitel Marburgs

Die Stadt Marburg sowie ihre Institutionen und Initiativen haben bisher schon viele verschiedene Preise, Auszeichnungen und Ehrentitel erhalten. Marburg war unter anderem schon Hauptstadt des Fairen Handels oder gewann den hessischen Tourismuspreis für den Grimm-Dich-Pfad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Marburg

Die bekannteste Persönlichkeit und Patronin der Stadt ist die heilige Elisabeth. Auf ihre Heiligsprechung gründet sich die Bedeutung der Stadt. Eine weitere wichtige Gestalt ist Philipp von Hessen, der für die Gründung der Universität verantwortlich ist. Seitdem haben in der lange Zeit recht kleinen Stadt, die noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts lediglich ungefähr 20.000 Einwohner hatte, viele große Persönlichkeiten gelebt, als Lehrende der Universität, wie etwa Martin Heidegger, Denis Papin, Alfred Wegener, Erwin Piscator und Wolfgang Abendroth, ein noch größerer Teil als Studenten. Zu nennen sind etwa die Brüder Grimm, Friedrich Carl von Savigny, Gustav Heinemann, Otto Hahn oder Ulrike Meinhof. Daneben gibt es auch eine Reihe von Persönlichkeiten des Zeitgeschehens, die aus Marburg stammen oder längere Zeit in Marburg gewirkt haben. Hierzu zählen etwa Martin Schneider oder Margot Käßmann.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Mittelhessen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mittelhessen

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Schönholz, Karl Braun (Hrsg.): Marburg. Streifzüge durch die jüngere Stadtgeschichte. Ein Lesebuch 1960–2010. Jonas Verlag, Marburg 2010, ISBN 978-3-89445-437-1.
  • Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte. Rückblick auf die Stadtgeschichte in Einzelbeiträgen. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  • Anke Stößer: Marburg im ausgehenden Mittelalter. Stadt und Schloss, Hauptort und Residenz. Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 41, Selbstverlag des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, Marburg 2011, ISBN 978-3-921254-80-6.
  • Marbuch. 7. Auflage. Marbuch, Marburg 2003, ISBN 3-9806487-1-0 (umfassend, mit Stadtplan).
  • Nils Folckers, Ambros Waibel (Hrsg.): Marburganderlahnbuch. Verbrecher-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-935843-33-X.
  • Wilmfried Brand: Wanderführer Marburg. 2. Auflage. Hitzeroth, Marburg 2005, ISBN 3-89616-195-4.
  • Hermann Bauer: Alt-Marburger Geschichten und Gestalten. Rathaus-Verlag, Marburg 1986, ISBN 3-923820-16-X.
  • Walter Bernsdorff, Jutta Buchner-Fuhs, Gabriele Clement: Marburg in den Nachkriegsjahren. Rathaus-Verlag, Marburg 1998, ISBN 3-923820-65-8.
  • Carsten Beckmann: Marburg und das Marburger Land in den 1950er Jahren. Historische Aufnahmen. Wartberg, Gudensberg 2002, ISBN 3-8313-1033-5.
  • Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg, Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. Elwert, Marburg 1989, ISBN 3-7708-0907-6.
  • Winfried Wolf: Die autofreie Stadt. Der Autowahn am Beispiel der Stadt Marburg an der Lahn. Geschichte, Perspektive und Alternative. Neuer ISP-Verlag, Köln 1993, ISBN 3-929008-41-6.
  • Christiane David: Buntsandstein – Bausandstein. Marburger Bausandstein unter der Lupe. Marburger Geowissenschaftliche Vereinigung, Marburg 2006, ISBN 3-934546-02-1 (Marburger Geowissenschaften. Band 3).
  • Erhart Dettmering: Kleine Marburger Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2086-9.
  • Hans Günther Bickert, Norbert Nail: „Es stand ein Wirtshaus an der Lahn …“ Der alte Gasthof zum Schützenpfuhl in Marburg. Mit einem Beitrag über „Himmelsbriefe“. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 2008, ISBN 978-3-923820-90-0 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. 90).
  • IG Marburg (Hrsg.): Marburg. Abbruch und Wandel. Städtebauliche Planungen in einer mittelalterlichen Stadt. Jonas Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-89445-393-0.
  • Arbeitsgruppe des Kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-Universität in Zusammenarbeit mit der Stadtplanungsabteilung der Stadt Marburg (Hrsg.): Die Stadt Marburg. Jonas Verlag, Marburg 1976–1981 (2 Bände).
  • Historistischer Fachwerkbau in Marburg. In: Jahrbuch für Hausforschung. 32, 1981, S. 305–320.
  • Klaus Laaser (Fotograf): Marburg. Laaser, Marburg 2001, ISBN 3-9808062-0-0.
  • Angus Fowler, Dieter Woischke: Marburg 1849–1920. Laaser, Marburg 1989, ISBN 3-9800115-9-3.
  • Ellen Kemp, Katharina Krause, Ulrich Schütte (Hrsg.): Marburg. Architekturführer. Imhof, Petersberg 2002, ISBN 3-935590-67-9.
  • Catharina Graepler, Richard Stumm: Marburg für Kinder. Jonas Verlag, Marburg 2008, ISBN 978-3-89445-408-1.
  • Karl-Heinz Gimbel: Das Michelchen, St. Michaelskapelle in Marburg an der Lahn. Marburg 2010, ISBN 978-3-89703-748-9. (Kleine Reihe von Marburg, Band 1.)
  • Rosa-Luxemburg-Club Marburg (Hrsg.): Marburg rauf und runter – Stadtspaziergänge durch Geschichte und Gegenwart. Marburg 2013, ISBN 978-3-939864-15-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikinews: Marburg – in den Nachrichten
 Commons: Marburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Marburg – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Marburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ulrich Hussong: Marburg „an der Lahn“. Die Beinamen der Stadt Marburg. Website der Stadt Marburg, abgerufen am 10. September 2012.
  3. a b Karte und Beschreibung des Marburg-Gießener Lahntals (348) im Umweltatlas Hessen (in neuem Fenster öffnen!)
  4. Karl Heinz Müller: Geologische Übersichtskarte von Hessen, Erläuterungen. (PDF; 482 kB) Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden.
  5. Sven Bökenschmidt: Die Fossillagerstätte Korbacher Spalte – ihre Entstehung und Einordnung in den Zechstein Nord-Hessens. Universität Marburg, Marburg 2006 (Dissertation, Zusammenfassung hier).
  6.  Roland Walter u. a.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9, S. 329 ff.
  7. MSN Weather – Marburg an der Lahn, DEU
  8. DWD-Klimadaten Temperatur
  9. DWD Klimadaten Sonnenscheindauer
  10. DWD-Klimadaten Niederschlag
  11. Karl Anton Müller: Kurmainzisch Land am Lahnberg. Bauerbach und Ginseldorf. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1975.
  12. Rudolf Grenz: Die Vor- und Frühgeschichte von Marburg an der Lahn. In: Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte, Rückblick auf die Stadtgeschichte in Einzelbeiträgen. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  13. Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. 2. Auflage. Stauda, Kassel 1980, ISBN 3-7982-0400-4.
  14. Alfred Pletsch: Marburg. Entwicklungen – Strukturen – Funktionen – Vergleiche. Marburg 1990.
  15. Friedrich Küch: Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg. Elwert, Marburg 1918, S. 5 f.
  16. Manfred Hitzeroth: 13 Höfe am Fuße des Schlossbergs. Oberhessische Presse, 22. Mai 2012, abgerufen am 11. März 2014.
  17. Karl Friedrich Creuzer: Beitrag zu einer Geschichte und Beschreibung der lutherischen Pfarrkirche in Marburg. Marburg 1827, S. 6 f.
  18. Mündliche Überlieferung
  19. Deutscher Städtetag: Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden, Braunschweig 1952, S. 386.
  20. mündliche Überlieferung durch Zeitzeugen
  21. Wer sind die Marburger Jäger? Website der Kameradschaft Marburger Jäger.
  22.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387.
  23. Gemeindeverzeichnis-Sonderveröffentlichung – Gebietsstand: 31.12.2011 (Jahr). Statistisches Bundesamt.
  24. Alfred Pletsch: Grundzüge der kulturlandschaftlichen Entwicklung. In: Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte, Rückblick auf die Stadtgeschichte in Einzelbeiträgen. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  25. Geschichte der Katholiken in Marburg. credobox.de.
  26. Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2009. (PDF; 4,3 MB)
  27. Marburg bekommt „deutsche Moschee“. hr-Info, 21. Juni 2013, abgerufen am 11. März 2014.
  28. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Marburg. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 11. April 2011.
  29. Bürgermeisterwahl in Marburg. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 4. April 2011.
  30. Marburg kurzgefasst: Das Marburger Stadtwappen. Website der Stadt Marburg, abgerufen am 28. Juni 2009.
  31. Heinz Ritt: Hessische Kommunalwappen: Marburg. Gießener Allgemeine Zeitung, 2. Juni 2001; vgl. Geschichte des Wappens., Website der Universität Marburg, abgerufen am 28. Juni 2009.
  32. Marburger Stadtschriften MSS Nr. 70: Freundschaft ohne Grenzen.
  33. Wilhelmsplatz im Südviertel wird in Hanno-Drechsler-Platz umbenannt. Pressemitteilung der Stadt Marburg, 14. Februar 2006, abgerufen am 11. März 2014.
  34. Die Städtepartnerschaftsurkunde mit Sibiu/Hermannstadt ist unterzeichnet. Pressemitteilung der Stadt Marburg, 25. Oktober 2005, abgerufen am 11. März 2014.
  35. Liste der Würdigungen des Europarats (PDF; 154 kB)
  36. Wortlaut der Marburger Solarsatzung (PDF; 31 kB)
  37. Marburg: Regierungspräsidium hebt Beschluss über die Solarsatzung auf. Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen, 17. Oktober 2008, abgerufen am 11. März 2014.
  38. Marburger Solar-Satzung: Stadt betreibt Klage beim Verwaltungsgericht weiter. Pressemitteilung der Stadt Marburg, 29. März 2010, abgerufen am 11. März 2014.
  39. Streit um Marburger Solarsatzung dauert an. Gießener-Allgemeine.de, 30. März 2010, abgerufen am 11. März 2014.
  40. Die Neufassung der Marburger Solarsatzung trat am 17. November 2010 in Kraft. Pressemitteilung der Stadt Marburg, 16. November 2010, abgerufen am 11. März 2014.
  41. Bürgerinformationssystem der Stadt Marburg
  42. Entwurf Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2014. Website der Stadt Marburg (PDF; 3,21 MB).
  43. Website des Hessischen Landestheaters Marburg
  44. 19. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche. Website des Hessischen Landestheaters Marburg.
  45. Website des Theaters Gegenstand
  46. Uwe Badouin: „Man muss auch einmal aufhören können.“ Oberhessische Presse, 10. Oktober 2013, abgerufen am 11. März 2014.
  47. Website der Marburger Filmkunst am Steinweg
  48. Final Cut – Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival. Website der Stadt Marburg.
  49. Website des Marburger Kamerapreises
  50. Erwin-Piscator-Haus 2015. (PDF; 1,3 MB) Website der Stadt Marburg.
  51. Museum anatomicum – Medizinhistorisches Museum der Philipps-Universität Marburg
  52. Website der Neuen Literarischen Gesellschaft Marburg, „Literatur um 11“
  53. Archiv der Philipps-Universität Marburg
  54. Athletenclub 1888 Marburg e. V. Website der Stadt Marburg.
  55. Michael Agricola: Momberger schrammen hauchdünn am Sieg vorbei. Oberhessische Presse, 21. Juni 2011.
  56. Das Uni-Sommerfest findet 2014 am Schloss statt. Oberhessische Presse, 3. Januar 2014.
  57. Kultur in MR: III. Musik & Gesang. Website der Stadt Marburg.
  58. Website des Landkreises Marburg-Biedenkopf
  59. Lutz Münzer: Marburg an der Lahn – Der Stadtführer. 2. Auflage. Druckhaus Marburg, Marburg 2008, ISBN 3-00-013807-2.
  60. Ulrich Grossmann: Marburg an der Lahn. Führer durch die Stadt und ihre Geschichte. Trautvetter und Fischer, Marburg 1976, ISBN 3-87822-094-4.
  61. Tourismus 2010. Hessisches Statistisches Landesamt.
  62. Ulrich Großmann (Redaktion): Der Saalbau im Marburger Schloß. Deutscher Kunstverlag, München 2002, ISBN 3-422-06361-7 (Forschungen zu Burgen und Schlössern. Band 7).
  63. Marburger Stadtgeschichte zum Stichwort Rathaus. 2., verbesserte Auflage. Herausgegeben vom Magistrat der Stadt Marburg, November 2000, abgerufen am 12. Februar 2014.
  64. Schlosspark und Rosengarten. Website der Stadt Marburg.
  65. Website des Planetenlehrpfads Marburg
  66. Website des Marburger Nachtwächters
  67. Website der Hessischen Spezialitätenbrennerei Behlen GmbH
  68. Franz Kahle: Seilbahn für Marburg. 15. September 2011.
  69. Bündnis 90/Die Grünen: Seilbahn für Marburg???
  70. Anna Ntemiris: FDP-Fraktionschefin ist für eine Seilbahn. Oberhessische Presse, 22. November 2009.
  71. Heike Horst: 100.000 Euro sollen in Verkehrskonzept fließen. Oberhessische Presse, 16. Juni 2011.
  72. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft (PDF; 434 kB)
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