Versatel

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Versatel GmbH
Unternehmenslogo der Versatel Deutschland
Rechtsform GmbH
Gründung 2005
Sitz Berlin, Deutschland[1]
Leitung Johannes Pruchnow
Mitarbeiter 967 (31. Dez. 2011)[2]
Umsatz 631 Mio. Euro (2011)[2]
Branche Telekommunikation
Website http://www.versatel.de/
Versatel-Standort in Düsseldorf

Die Versatel GmbH ist ein infrastrukturbasierter Telekommunikationsanbieter und Vernetzungsspezialist mit Sitz in Berlin. Als Anbieter von Sprach-, Internet- und Datendiensten für Privat- und Geschäftskunden auf dem deutschen Markt erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Gesamtumsatz von 631 Mio. Euro.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschäftssegmente, Produktportfolio und Konkurrenz [Bearbeiten]

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Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über ein Glasfasernetz mit einer Gesamtlänge von ca. 50.000 Kilometern in Deutschland.[3] Ein Großteil davon befindet sich auf regionaler und städtischer Ebene. Dadurch kann Versatel ebenfalls eigene Festnetzanschlüsse anbieten, die nicht im Einflussbereich der Deutschen Telekom liegen.[4] Durch eine Kooperation mit Telefónica Germany bietet Versatel seit August 2009 auch Produkte im Geschäftskundenbereich. Im Rahmen der Kooperation ist es geplant, unter anderem auch LTE-Produkte anbieten zu können.[5]

Versatel bietet Dienstleistungen und Produkte für Privat- und Geschäftskunden an, wobei hierzu auch andere Telekommunikationsunternehmen gehören. Da das Unternehmen nicht über ein eigenes Mobilfunknetz verfügt, operiert es als sogenannter Mobile Virtual Network Operator über das Netz von E-Plus und bietet darin eigene Dienstleistungen und Tarife für Privatkunden an. Weitere Geschäftsfelder sind Internet Hosting und Unternehmensvernetzung auf Basis von Virtual Private Networks (VPN).

Das Unternehmen engagiert sich in Branchenverbänden, wie beispielsweise BREKO, BITKOM und VATM.

Unternehmensgeschichte [Bearbeiten]

Die ursprünglich in Deutschland operierenden Versatel-Gesellschaften waren über eine Holding-Gesellschaft Töchter der börsennotierten Versatel Telecom International N.V. mit Sitz in Amsterdam. Im Zuge eines einheitlichen Markt- und Markenauftritts in allen deutschen Kernmärkten und dem Aufbau unternehmensweiter Kompetenzzentren im Jahre 2004 wurde das Unternehmen grundlegend restrukturiert. Das heutige Unternehmen Versatel entstand 2005 durch den Zusammenschluss der deutschen Versatel-Gesellschaften und der Tropolys-Gruppe, die zuvor, ähnlich wie die Versatel, zahlreiche infrastrukturbasierte Regional- und Stadtnetzbetreiber integriert hatte.

Tropolys [Bearbeiten]

Die im Jahr 2000 gegründete Tropolys GmbH bündelte bis zum Zusammenschluss mit der Versatel West-Deutschland insgesamt 14 City Carrier und Regionalnetzbetreiber.

In Nordrhein-Westfalen kaufte Tropolys die cne (Essen), meocom (Oberhausen), citykom (Münster/Westf.), telebel (Wuppertal) und telelev (Leverkusen). Im Rhein-Main-Gebiet waren es die Stadtnetzbetreiber hukom (Hanau), mainova tk und rmn (Frankfurt) sowie mainzkom (Mainz) und pulsaar (Saarbrücken). In Ostdeutschland integrierte die Tropolys-Gruppe neben der ddkom (Dresden) und der tnp (Potsdam) auch die Telekommunikationsunternehmen jetz! (Jena) und ChemTel (Chemnitz).

Über die eigenen Telekommunikationsnetze boten die Stadtnetzbetreiber Privat- und Geschäftskunden in insgesamt 59 Städten umfangreiche Telekommunikationsdienstleistungen aus einer Hand. Neben den City Carriern und den Regionalnetzbetreibern gehörten auch die Tropolys Service-Gesellschaft und die Tropolys Netz-Gesellschaft zum Verbund.

Im Jahr 2004 übernahmen der Private Equity-Fonds Apax und die kommunalen Gesellschafter die Mehrheit von Tropolys vom bisherigen Hauptgesellschafter, dem deutschen Teil der finnischen Telekommunikationsgesellschaft Elisa.

Versatel [Bearbeiten]

Das Engagement auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt begann für Versatel im Jahre 1999, mit dem Erwerb des Dortmunder City Carriers VEW telnet und der in Flensburg ansässigen KomTel. Hiernach wurden die Unternehmen Tesion (Tochtergesellschaft der EnBW) und Completel (München) gekauft. In den folgenden Jahren stand vor allem der konstante Auf- und Ausbau des eigenen Glasfasernetzes im Fokus und der damit verbundene Netzanschluss weiterer Bundesländer.

Zu einem einheitlichen Markt- und Markenauftritt in allen deutschen Kernmärkten und dem Aufbau unternehmensweiter Kompetenzzentren im Jahr 2004 kam im Sommer desselben Jahres die Akquisition von BerliKomm (Tochterunternehmen der Berliner Wasserbetriebe) hinzu. Im Emscher-Lippe-Raum (Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop und Herten) wird Versatel durch den regionalen Carrier GELSEN-NET (einem 100%igem Tochterunternehmen der Gesellschaft für Energie und Wirtschaft) vertrieben.

Zusammenschluss und IPO [Bearbeiten]

Im Juli 2005 übernahm der schwedische Telekommunikationsanbieter Tele2 die niederländische Versatel. Deren deutsche Tochtergesellschaften wurden daraufhin an den Mehrheitsanteilseigner von Tropolys, die Private-Equity-Gesellschaft Apax, verkauft. Anschließend verkaufte Apax ihre Tropolys-Beteiligung an Versatel und vereinte damit beide Unternehmen unter einem Dach. Nach dem Börsengang (IPO) im April 2007 war Versatel an der Frankfurter Börse notiert.

Nach dem IPO war die Vienna II S.a.r.l., Luxemburg, eine Holding von Apax, mit rund 42 Prozent nach wie vor größter Anteilseigner. United Internet hielt einen Anteil von 25 Prozent an Versatel. Cyrte Investments, ein niederländischer Private-Equity-Investor, besaß ebenfalls etwa 25 Prozent des Kapitals.

Akquisitionen und Übernahme durch KKR [Bearbeiten]

Im Juli 2008 übernahm die Versatel alle Anteile am Kabelnetzbetreiber AKF Telekabel TV und Datennetze GmbH (AKF). Fünf Monate später, im Dezember 2008, gründete Versatel ein Joint Venture zum Erwerb eines weiteren Kabelnetzbetreibers der Netzebene 4, der MediaHome GmbH. Organisatorisch wurden beide Beteiligungen der Versatel Kabel GmbH unterstellt.

Mit dem Verkauf dieser Gesellschaft an den französischen Finanzinvestor Chequers Capital hat sich Versatel im Juli 2010 vollständig aus dem Endkunden-Kabelgeschäft zurückgezogen.Im April 2009 erwarb die Versatel sämtliche Anteile der BreisNet Telekommunikations- und Carrier-Dienste GmbH. Durch die Übernahme des lokalen Freiburger Telekommunikationsunternehmens stärkt Versatel vor allem sein Geschäftskunden-Segment in der Region Süd. Ein halbes Jahr nach der Übernahme und nach Zustimmung des Kartellamtes wurde die BreisNet GmbH im Herbst 2009 in Versatel BreisNet GmbH umbenannt. Am 9. Mai 2009 wurde Alain D. Bandle Vorstandsvorsitzender der Versatel AG. Vor seinem Eintritt bei Versatel verantwortete Alain D. Bandle als Vice President and General Manager Public Segment Europe für den Computerkonzern Dell die gesamteuropäischen Geschäftsbeziehungen im öffentlichen Sektor.

Im Mai 2011 übernahm die US-amerikanische Private Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) über ihre Tochtergesellschaft VictorianFibre Holding GmbH die Versatel von den bisherigen Eigentümern für einen Kaufpreis von 240 Millionen EUR. Die bisherigen drei Großaktionäre, Apax Partners, Cyrte und United Internet erhielten einen Kaufpreis von EUR 5,50 je Aktie. United Internet erwarb wiederum über ein Optionsrecht im November 2012 25,1% der Anteile an der Versatel-Obergesellschaft VictorianFibre Holding zurück. Schließlich folgte am 18. Dezember 2012 die Umwandlung der Rechtsform von einer AG in eine GmbH.[6]

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 hat der Aufsichtsrat der Versatel AG den CEO Alain D. Bandle von seinen Aufgaben als Vorstandsvorsitzender entbunden und zeitgleich den COO Joachim Bellinghoven kommissarisch mit dem Vorsitz des Vorstandes beauftragt.[7] Versatel hat Johannes Pruchnow zum 1. Juli 2012 als Vorstandsvorsitzenden bestellt. Mit dem B2B-Spezialisten verstärkt Versatel seine Ausrichtung auf die Wachstumsbereiche Geschäftskunden und Wholesale.[8]

Kritik [Bearbeiten]

Anfang 2007 wurden Fälle bekannt, in denen neben anderen Telekommunikationsanbietern auch Versatel personenbezogene Daten der Kunden gespeichert hatte, was in dieser Form nicht zulässig war. Unter anderem warf man Versatel vor, Daten von Nutzern nicht nur zu Abrechnungszwecken, sondern auch für Zwecke der nachträglichen Ermittlung des Nutzers einer dynamischen IP-Adresse gespeichert zu haben. Weiterhin wurden die Daten auf Anfrage nicht nur an die Strafverfolgungsbehörden sondern auch an Rechtsanwaltskanzleien herausgegeben. Hierbei berief sich das Unternehmen teilweise auf Gesetze, die nicht für diesen Zweck vorgesehen waren.[9]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.versatel.de/impressum
  2. a b c http://www.versatel.de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/2012/versatel-ag/versatel-waechst-im-b2b-geschaeft/24657
  3. http://www.versatel.de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/2012/geschaeftskunden/versatel-erweitert-und-verdichtet-sein-bundesweites-glasfasernetz/22717
  4. http://presse.versatel.de/de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/pressemeldung/article/versatel-bundesweit-verfuegbar.html
  5. http://www.versatel.de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/2011/geschaeftskunden/versatel-fuehrt-neue-mobilfunkprodukte-fuer-geschaeftskunden-ein/16909
  6. http://www.versatel.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/2012/versatel-ag/versatel-aendert-die-rechtsform-von-einer-ag-eine-gmbh
  7. http://www.versatel.de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/2011/versatel-ag/alain-d-bandle-verlaesst-versatel/13491
  8. http://www.versatel.de/versatel-ag/presse/pressemitteilungen/2012/versatel-ag/johannes-pruchnow-uebernimmt-vorstandsvorsitz-der-versatel-ag/33251
  9. Artikel bei Telepolis

Weblinks [Bearbeiten]