Victor Conrad

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Victor Conrad (* 25. August 1876 in Wien; † 25. April 1962 in Cambridge (Massachusetts), USA; auch zitiert als: Viktor Conrad) war ein österreichisch-amerikanischer Klimatologe und Geophysiker (Seismologe).

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Victor Conrad war Geophysiker an der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Er entwickelte ein Seismometer für Starkbeben, und gilt als Entdecker der nach ihm benannten Conrad-Diskontinuität in der Erdkruste. Außerdem gilt er als ein Mitbegründer der theoretischen Meteorologie. Von 1910 bis 1918 war er Professor an der Universität Czernowitz, ab den 1920er Jahren lehrte er an der Universität Wien.

Als ehemaliges Mitglied der SDAP war er im Ständestaat politisch verfemt und wurde beurlaubt. Nach dem „Anschluss“ Österreich 1938 musste er nach Amerika emigrieren. Dort setzte er seine Universitätslaufbahn fort und lehrte 1940–1942 an der New York University, anschließend am California Institute of Technology, der University of Chicago und seit 1944 an der Harvard University, wo er 1951 emeritiert wurde.

Das Conrad-Observatorium am Trafelberg bei Wien ist nach ihm benannt, seine Witwe Ida F. trug finanziell zur Verwirklichung bei.

Werke[Bearbeiten]

Victor Conrad and Leo Wenzel Pollak: Methods in Climatology. Harvard. Ed. 2, 1950; 1459 pp.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. L. Reiter (2001). Die Vertreibung der jüdischen Intelligenz: Verdopplung eines Verlustes – 1938/1945. Internat. Math. Nachrichten 187:1-20.
  • A. Plešinger & J. Kozák (2003): Beginnings of Regular Seismic Service and Research in the Austro-Hungarian Monarchy: Part II. Studia Geophysica et Geodaetica 47(4):757-791.

Weblinks[Bearbeiten]