Vincent Sherman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vincent Sherman (* 16. Juli 1906 in Vienna, Georgia; † 18. Juni 2006 in Woodland Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Vincent Sherman begann seine Karriere 1933 als Schauspieler. Nach einigen Engagements am Broadway kam er im selben Jahr noch nach Hollyoood, wo er Rollen unter anderem in dem John Barrymore-Streifen Counsellor-at-Law bekam. Nach einigen kleineren Rollen wechselte er gegen Ende des Jahrzehnts hinter die Kamera und drehte ab 1939 für die Gesellschaft Warner Brothers eine Reihe von unprätentiösen B-Movies. Seinen Durchbruch hatte er 1942 mit dem Melodrama The Hard Way, in dem Ida Lupino eine gescheiterte Schauspielerin darstellt, die ihre jüngere Schwester um jeden Preis zum Ruhm führen will. Lupino gewann den Preis der New Yorker Film Kritiker für ihre Darstellung und Vincent Sherman bekam im Folgejahr einen der kompliziertesten und härtesten Aufgaben überhaupt zugewiesen: die Fertigstellung von Old Acquaintance, in dem Bette Davis und Miriam Hopkins befreundete Schriftstellerinnen spielen, die sich wegen eines Mannes streiten. Die Dreharbeiten waren von Beginn an turbulent. Norma Shearer lehnte die Hauptrolle neben Bette Davis ab. Miriam Hopkins übernahm den Part und vom ersten Tag stritten die Stars sich ohne Unterlass, so dass der erste Regisseur Edmund Goulding einen Herzinfarkt bekam (andere behaupten, er habe ihn nur vorgetäuscht, um von den Dreharbeiten entbunden zu werden). Sherman schaffte es, den Film zu beenden und Bette Davis war so zufrieden mit dem Ergebnis, dass er im Folgejahr bei ihrer Produktion von Mr. Skeffington die Regie führte.

In den Folgejahre stieg Sherman zu einem der Hausregisseure des Studios auf und vermochte es in seinen Filmen, die oft melodramatischen Wendungen des Drehbuchs in eine klar erzählte Geschichte zu verbinden. Am bekanntesten sind heute die drei Filme, die Sherman unmittelbar hintereinander mit Joan Crawford drehte. Angefangen mit Im Solde des Satans und Die Lügnerin waren es allesamt handwerklich perfekt inszenierte Starvehikel, die an der Kinokasse zum Teil sehr erfolgreich waren.

Kurze Zeit später verließ Sherman sein Studio und seine Karriere schwand rasch dahin. In späteren Jahren war er viel im Fernsehen beschäftigt.

In dem Buch People Will Talk des Filmhistorikers John Kobal gab Sherman ein tiefgründiges Interview, in dem er besonders auf die Zusammenarbeit mit zwei so unterschiedlichen Stars wie Joan Crawford und Bette Davis einging.

Er starb knapp einen Monat vor seinem 100. Geburtstag in Los Angeles.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]