void (Schlüsselwort)

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Das Schlüsselwort void (englisch für nichtig, ungültig, leer) wird in einigen Programmiersprachen anstelle eines Datentyps benutzt, um anzugeben, dass keine Daten übergeben werden oder der Typ der Daten nicht angegeben ist. Syntaktisch wird void wie ein Datentyp behandelt, aber es kann nur an bestimmten Stellen stehen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, eine Variable vom Typ void zu deklarieren.

void als Rückgabetyp[Bearbeiten]

In den Programmiersprachen C, C++, Java und C# wird void für Funktionen bzw. Methoden ohne Rückgabewert (sog. Prozeduren) benutzt. In diesen Sprachen muss syntaktisch für jede Funktion/Methode ein Rückgabetyp angegeben werden; wenn kein Wert zurückgegeben wird, steht stattdessen void.

Das folgende Beispiel definiert eine Methode ohne Rückgabewert in Java:

void hallo() {
   System.out.println("Hallo Welt!");
}

void in C und C++[Bearbeiten]

In C und C++ ist void syntaktisch und semantisch ein Basisdatentyp. Es ist der sogenannte „leere Datentyp“ (engl. empty type) und ein „incomplete type“. Letzteres sorgt dafür, dass man keine Objekte vom Typ void anlegen kann.

void wird in diesen Sprachen für drei weitere Aufgaben genutzt:

Untypisierte Zeiger[Bearbeiten]

Mit void * wird ein Zeiger deklariert, ohne den Typ der Daten anzugeben, auf die der Zeiger verweist (untypisierter Zeiger, pointer to void). Ein untypisierter Zeiger kann nicht dereferenziert oder für Zeigerarithmetik benutzt werden, sondern muss zuerst per Typumwandlung in einen typisierten Zeiger umgewandelt werden.

Funktionsargumente[Bearbeiten]

Funktionen ohne Argumente sollten in C mit dem Schlüsselwort void anstelle der Argumentliste deklariert werden, wie in folgendem Beispiel:

void hallo(void) {
   printf("Hallo Welt!\n");
}

Dieser Sonderfall ist nötig, weil es in C zwei verschiedene Arten gibt, Funktionen zu deklarieren. In der ursprünglichen Notation (old-style) wurden im Funktionskopf die Typen der Argumente nicht angegeben; die neue Notation wurde eingeführt, damit der Compiler die Anzahl und die Typen der Argumente bei einem Funktionsaufruf überprüfen kann. Um Kompatibilität mit bestehendem C-Code zu gewährleisten, wurden Deklarationen mit der alten Notation weiterhin erlaubt. Damit Funktionsdeklarationen ohne Argumente nicht fälschlicherweise als old-style erkannt werden, wurde festgelegt, dass in diesem Fall das Schlüsselwort void anstelle der Argumentliste steht.

In C++ sind Old-style-Funktionsdeklarationen dagegen nicht möglich.[1] Daher ist void als Argumentliste äquivalent zu einer leeren Argumentliste.[2]

Typumwandlung[Bearbeiten]

Eine Typumwandlung nach void bedeutet, dass der Wert des Ausdrucks verworfen wird. Dies kann benutzt werden, um explizit anzugeben, dass ein Wert nicht benutzt wird, z.B. ein Funktionsargument nicht benötigt wird oder der Rückgabewert einer Funktion nicht interessiert.

Ein Beispiel:

double versandkosten(int anzahl, double preis) {
     (void)preis; // bisher nicht genutzt
     return 2.0 * anzahl;
}
 
void raeume_auf(FILE* f) {
    (void)fclose(f); // (fehler-)rückgabewert ist egal.
}

Der Programmierer gibt damit an, dass das Argument preis nicht vergessen wurde, sondern absichtlich nicht genutzt wird. Dies dient dazu, den Code zu dokumentieren und eventuell Warnungen des Compiler zu unterdrücken.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bjarne Stroustrup: The C++ Programming Language, Special Edition. Addison-Wesley, Reading, Massachusetts 2000, ISBN 978-0-201-70073-2, S. 816-817.
  2. Margaret A. Ellis, Bjarne Stroustrup: The Annotated C++ Reference Manual. Addison-Wesley, Reading, Massachusetts 1990, ISBN 978-0201514599, S. 138.