De rerum natura

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Deckblatt der Druckfassung von 1675

Über die Natur der Dinge (lat. De Rerum Natura) ist ein aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. stammendes Lehrgedicht des römischen Dichters, Philosophen und Epikureers Titus Lucretius Carus, genannt Lukrez. Die Hommage an Epikur handelt von der Lage des Menschen in einem Universum ohne den Einfluss der Götter.

Übersicht[Bearbeiten]

Das sechsbändige, in Form von daktylischen Hexametern verfasste Lehrgedicht gibt die Naturphilosophie Epikurs wieder. Lukrez wollte damit eine Philosophie vermitteln, die dem Menschen Gemütsruhe und Gelassenheit gibt und ihm die Furcht vor dem Tode und den Göttern nimmt, die aus der Unkenntnis des Menschen über seine Stellung in der Welt, über die Natur und das Wesen entspringt und folglich durch Aufklärung überwunden werden muss. Es ist geprägt von der materialistischen Atomlehre der griechischen Antike und geht davon aus, dass die Götter weder in der Lage noch willens sind, sich in das Leben der Menschen einzumischen.

Nach Berichten des Hieronymus soll das Werk durch den berühmten römischen Redner Cicero korrigiert (emendiert) und nach dem Tod Lukrez’ 50 v. Chr. herausgegeben worden sein. Als Quelle dürfte Lukrez die heute nur noch z. T. erhaltenen Schriften Epikurs selbst benutzt haben.

Aufbau[Bearbeiten]

Das Werk besteht aus sechs Büchern von jeweils etwa 1000 Versen Länge, die in drei Buchpaare geteilt werden können:

  1. Atomlehre: Grundlagen (Erstes Buch) und Phänomene (Zweites Buch)
  2. Seelenlehre: Vergänglichkeit der Seele und Widerlegung der Todesfurcht (Drittes Buch), Wahrnehmungs- und Affektenlehre (Viertes Buch)
  3. Darstellung der empirischen Welt: Kosmologie und Kulturentstehungslehre (Fünftes Buch), Meteorologie (Sechstes Buch)

Inhalt[Bearbeiten]

Das Werk stellt die Physik, Psychologie und Kulturtheorie Epikurs dar. Die Ethik wird nur am Rande behandelt.

Lukrez versucht, die Entstehung der Gesellschaft und Kultur auf rein natürliche Weise zu erklären. Demnach lebten die Menschen zunächst in einem tierähnlichen Zustand, ohne Sprache, Erkenntnis und sozialen Zusammenhalt, die sich erst später durch die Erfahrung entwickelten. Der Staat entsteht infolge auf Basis der Vertragstheorie. Die gesellschaftliche Entwicklung wird durch die Vernunft der Menschen vorangetrieben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: De rerum natura – Quellen und Volltexte (Latein)