Vorpostenboot

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Zum Vorpostenboot umgerüsteter Fischdampfer Nürnberg 1914

Vorpostenboote sind kleine Kriegsschiffe, die zur Aufklärung und Sicherung im Küstenvorfeld eingesetzt werden.

Aufgaben[Bearbeiten]

Zum Sicherungsdienst im Küstenvorfeld gehört das Geleit von Handels- und Kriegsschiffen gegen Luftangriffe, U-Boote und leichte Seestreitkräfte wie etwa Schnellboote. Außerdem können Vorpostenboote in der Minenkriegführung eingesetzt werden und dabei Minen suchen, Minen legen, eigene Minenfelder bewachen und andere Schiffe durch geräumte Kanäle in Minenfeldern geleiten.

Schiffstypen[Bearbeiten]

HMS Lady Shirley, ein britischer ASW-Trawler im Zweiten Weltkrieg

Für diese Aufgaben werden in Kriegszeiten erheblich mehr Fahrzeuge benötigt, als im Frieden aktiv unterhalten werden können. Deshalb sind die meisten Vorpostenboote Fahrzeuge, die im Kriegsfall aus der Handels- oder Fischereiflotte eingezogen werden oder für den späteren Friedenseinsatz in diesen Bereichen konstruiert werden.

Vorpostenboote sind meist sehr seetüchtige Konstruktionen mit hoher Seeausdauer, da sie ihren Dienst auch bei schlechten Wetterbedingungen verrichten müssen, wenn leichte Kriegsschiffe wie z. B. Schnellboote nicht mehr eingesetzt werden können. In den beiden Weltkriegen wurden alle Arten von verfügbaren, geeignet erscheinenden Booten als Vorpostenboote eingesetzt, z. B. Fischkutter.

In Deutschland wurde der sogenannte Kriegsfischkutter entwickelt, der in Kriegszeiten eine besondere Eignung zum Vorpostenboot haben sollte, in Friedenszeiten aber auch wieder bestimmungsgemäß eingesetzt werden sollte. Dem entsprachen die Trawler der Royal Navy [1], die als ASW-Trawler[A 1][2], Minensuchboote oder Patrouillenboote konfiguriert waren. Nach Kriegsende fanden viele von ihnen zivile Verwendungen.[3]

Die Bundesmarine plante während des Kalten Krieges die Aufstellung mehrerer Vorpostengeschwader im Verteidigungsfall.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung der Vorpostenboote ist begrenzt durch die Größe der Fahrzeuge. Je nach Schwerpunkt der Aufgabe können Artilleriewaffen leichten und mittleren Kalibers gegen Flugzeuge und Seeziele, U-Jagd-Bewaffnung, Minen oder Minenabwehrgerät mitgeführt werden. Hinzu kommen leichte Waffen zum Eigenschutz wie zum Beispiel Maschinengewehre.

Deutsche Vorpostenboote im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs besaß die Kaiserliche Marine noch keine Erfahrungen in der Verwendung von Fischdampfern zum Vorpostendienst oder der Minenbekämpfung. Während des Krieges wurden 34 Neubauaufträge für VP-Boote von der Marine selbst übernommen und 145 extern vergeben. Ab August 1915 wurden die VP-Boote mit ein oder zwei Torpedorohren zur U-Bootbekämpfung ausgerüstet. Alle VP-Boot-Neubauten waren vom Typ her Fischdampfer, die für den Einsatz in der Marine modifiziert wurden. Der Stauraum für Fische wurde für Besatzungsunterkünfte und Munitionskammern verwandt und Geschützunterbauten eingebaut.

Während des Ersten Weltkriegs gingen auf deutscher Seite 63 VP-Boote bzw. Geleitboote für die VP-Flottille durch Feindeinwirkung verloren, davon 33 durch Seeminen. Von 42 Booten sind nicht einmal die Namen der Kommandanten überliefert. Die während des Ersten Weltkriegs mit VP-Booten gesammelten Erfahrungen wurden von der Reichsmarine nicht ausgewertet.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vorpostenboot – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Vorpostenboot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Ruge, Im Küstenvorfeld - Wehrwissenschaftliche Berichte Nr. 15, herausgegeben vom Arbeitskreis für Wehrforschung, 2. verbesserte Auflage, München 1977, ISBN 3-7637-5160-2
  • Erich Gröner u.a.: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Bd. 8/1: Flußfahrzeuge, Ujäger, Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände, München 1993, S. 160.
  • Verlustliste der Vorposten- bzw. Geleitboote. Aufgestellt von stud. phil. K. G. Klietmann, Berlin, in: Fritz Otto Busch/Georg Günther Freiherr von Forstner (Hg.): Krieg auf sieben Ozeanen (Unsere Marine im Weltkrieg, Bd. 2), Berlin 1935, S. 147–149.
  • Josef Gräser: Nordsee-Patrouille. Als wir gegen England fuhren ... Stuttgart (Franckh´sche Verlagshandlung) 1940. (Roman)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in der englischen WP
  2. ASW-Trawler bei uboatnet
  3. Beispiel einer Karriere vom britischen U-Jagd-Boot zum deutschen Weintanker

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. ASW: Anti Submarine Warfare: U-Jagd