Vorzugsmilch

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Vorzugsmilch wird aus Rohmilch durch Filtrieren und Verpacken hergestellt. Sie ist nicht homogenisiert, ultrahocherhitzt oder pasteurisiert. Sie wird vom Erzeuger und Weiterverarbeiter lediglich gefiltert und muss gekühlt werden. Sie unterscheidet sich geschmacklich von behandelter Milch und während der Lagerung bildet sich an der Oberfläche eine Rahmschicht, die sich vor dem Verbrauch durch Aufschütteln oder Umrühren wieder beseitigen lässt.[1]

Auf der Packung müssen das Wort "Rohmilch" als Verkehrsbezeichnung, das Verbrauchsdatum sowie der Hinweis Aufbewahren bei höchstens + 8 °C angebracht sein, wobei das Verbrauchsdatum eine Frist von 96 Stunden nach der Gewinnung nicht überschreiten darf.[2] Vorzugsmilch wird daher auch als Milch mit zugesicherten Eigenschaften bezeichnet und darf nur in speziell hierfür zertifizierten landwirtschaftlichen Betrieben produziert werden.

Anforderungen an die Erzeugerbetriebe[Bearbeiten]

Vorzugsmilch muss unter besonderen hygienischen Bedingungen produziert und vertrieben werden. Als einschlägige Rechtsnorm stellt die Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung – Tier-LMHV) seit 2007 (wie auch zuvor die Verordnung über Hygiene- und Qualitätsanforderungen an Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis) strenge Anforderungen an die Produktionsbetriebe. Die Milch, die Tiere und die Personen, die bei der Produktion mitwirken, werden monatlich kontrolliert. Dies schließt eine Untersuchung der Milch jeder einzelnen Kuh auf bakteriologische sowie zytologische Erreger ein. Hier bestehen erheblich strengere Grenzwerte als bei der Anlieferung von Milch an eine Molkerei. Werden diese bei der monatlichen Überprüfung überschritten, kann das Veterinäramt die Zulassung des Betriebs ruhen lassen oder entziehen. Auch an die Ausstattung des Betriebs mit sanitären Anlagen werden höhere Anforderungen gestellt. Die Abfüllung muss entsprechend den Anforderungen an wärmebehandelte Milch in einem separaten Raum erfolgen.[3]

Gesundheit[Bearbeiten]

Rohmilch enthält mehr der Vitamine A, D und E, allerdings auch mehr Keime als hitzebehandelte Milch.[4] Wie bei sonstigen nicht pasteurisierten Rohmilchprodukten (Rohmilchkäse) wird auch bei Vorzugsmilch Schwangeren, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem vom Konsum abgeraten.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], abgerufen am 27. Oktober 2013.
  2. § 17 Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung - Tier-LMHV
  3. Informationen des bayrischen Verbraucherschutzministeriums, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  4.  Marcus Specker: Untersuchungen zum Vorkommen von Listerien, Salmonellen, Campylobacter und Staphylokokken in Rohmilch im Land Brandenburg. Freie Univ., Berlin 1996, S. 80–83 (Dissertation, fu-berlin.de).
  5. Milch : Naturbelassen kann sie Kinder krank machen. 13. Februar 2002, archiviert vom Original am 13. September 2008, abgerufen am 2. April 2013 (Gesundheitsrisiken für Kinder durch unbehandelte Milch).