Würgegriff

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Ein Würgegriff ist eine Technik, die den Gegner mittels Abschnüren der Luftzufuhr oder Sauerstoffzufuhr zum Gehirn kampfunfähig machen oder zur Aufgabe zwingen soll. Würgetechniken werden in vielen Kampfkünsten, Kampfsportarten, Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystemen geübt und angewendet.

Würgegriff im Nahkampftraining

Verschiedene Varianten[Bearbeiten]

Je nachdem, wie die Würgetechnik angesetzt wird, führt sie zu unangenehm erschwerter Atemtätigkeit oder verhindert das Einatmen neuer Luft und blockiert die Blutversorgung des Gehirns wodurch die Sauerstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigt wird.

Luftröhrenwürgegriff[Bearbeiten]

Würgegriffe, die die Luftröhre blockieren führen durch den Atemstillstand zu allgemeinem Sauerstoffmangel im Gehirn, der sogenannten Globalhypoxie, und zur Bewusstlosigkeit. Nach zwei- bis dreiminütigem Sauerstoffausfall beginnt Gehirngewebe abzusterben, nach circa zehn Minuten tritt der Hirntod ein. Mitunter kann eine solche Würgetechnik auch zu einem Bruch des Kehlkopfes oder des Zungenbeines führen.

Arterienwürgegriff[Bearbeiten]

Ein Arterienwürgegriff übt Druck auf eine oder beide Halsschlagadern und/oder Halsnerven aus, sodass beim Gewürgten der Eindruck entsteht, er würde keine Luft bekommen. Ein gut angesetzter Arterienwürgegriff führt im Regelfall innerhalb von 8 bis 14 Sekunden zur Bewusstlosigkeit. Wenn der Griff gelöst wird, kommt der Gewürgte im Normalfall innerhalb von 10 bis 20 Sekunden wieder zu Bewusstsein.

Selbstverteidigung/Kampfsport[Bearbeiten]

In der Selbstverteidigung kommt es darauf an, den Gegner in eine Position zu bringen, in der er blockiert ist, um sodann eine Würgetechnik anzusetzen. Im Alltag (Straßenkampf, Angriff) empfiehlt es sich, den Angreifer mit seinen eigenen Kleidungsstücken zu würgen, so z. B. mit seinem Hemd- oder Jackenkragen. Beste Würgetechniken für den Alltag bietet der "Freefight", hier vor allem der "Guillotinechoke" oder der "Headlock". Wichtig ist es dabei, den Angreifer in eine günstige Position zu bringen, also in die Bodenlage oder ihn gar aus dem Standkampf mit dem Würgegriff zu Boden zu reißen und die Würgetechnik dort zu vollenden. Ist der Gegner ohnmächtig, muss man versuchen, ihn wiederzubeleben. Im Kampfsport ist es relativ schwer, einen Würgegriff anzusetzen, da der Ansatz von hinten erfolgt. Eine Würgetechnik ist in der Selbstverteidigung deshalb in den meisten Fällen eine Folgetechnik mehrerer anderer Techniken.