Wadym Wysyng

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wadym G. Wysyng (russisch Вадим Георгиевич Визинг, englische Transkription: Vadim G. Vizing; * 25. März 1937 in Kiew) ist ein ukrainischer Mathematiker, der vor allem für seine Beiträge auf dem Gebiet der Graphentheorie bekannt ist.

Bis zu seinem zehnten Lebensjahr wuchs Wadym Wysyng in der Ukraine auf, dann wurde seine Familie aufgrund der deutschen Vorfahren seiner Mutter gezwungen, nach Sibirien in die Gegend von Nowosibirsk umzusiedeln, wo er den Rest seiner Kindheit verbrachte. Von 1954 bis 1959 studierte er an der Universität in Tomsk Mathematik. Nach dem Abschluss seines Studiums ging er zur Promotion an das Steklow-Institut für Mathematik in Moskau. Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vorgesetzten über das Thema seiner Promotion führten jedoch dazu, dass Wysyng 1962 ohne einen Abschluss nach Nowosibirsk zurückkehrte. Dort arbeitete er an der Akademie der Wissenschaften bis 1968, wobei er 1966 auch seine Promotion dort abschloss. Nach seiner Zeit in Nowosibirsk zog Wysyng zurück in die Ukraine, da ihm das kalte Klima Sibiriens missfiel. In der Ukraine lebte er zunächst in verschiedenen Provinzstädten, bis er schließlich 1974 eine Stelle an der Akademie für Lebensmitteltechnik in Odessa bekam. Dort arbeitete er bis zu seiner Pensionierung.

In der Graphentheorie leistete Wysyng wichtige Beiträge zu Färbungsproblemen, insbesondere zu Kantenfärbungen und Listenfärbungen. 1964 veröffentlichte er eine Unter- und eine Obergrenze für den chromatischen Index eines Graphen. Dieses Resultat wird heute als Satz von Vizing bezeichnet und gehört inzwischen zum Stoffkanon vieler Einführungsbücher in die Graphentheorie.[1] Wysyng führte den Begriff des kritischen Graphen für Kantenfärbungen ein und bewies für ihn eine wichtige Aussage, die inzwischen als Vizings Adjazenz-Lemma (VAL) bekannt ist. Im Jahre 1976 führte er das Konzept der Listenfärbung eines Graphen ein.

Schriften[Bearbeiten]

  • On an estimate of the chromatic class of a p-graph. In: Diskret. Analiz. Band 3, S. 25–30. MR:0180505
  • Vertex colorings with given colors (auf Russisch). In: Diskret. Analiz. Band 29, S. 3–10, 1976.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Man findet den Satz von Vizing u. a. in: Einführung in die Graphentheorie (Robin J. Wilson, Vandenhoeck & Ruprecht 1976), Graphs and Hypergraphs (Claude Berge, Elsevier 1976), Graphs. An Introductionary Approach (Robin J. Wilson/John J. Watkins, Wiley 1989), Graphen und Digraphen (Lutz Volkmann, Springer 1991), A First Look at Graph Theory (John Clark/Derek Allan Holton, World Scientific, 1991), Graphs and Digraphs (Gary Chartrand/Linda Lesniak, CRC Press 2005), Graphen für Einsteiger (Manfred Nitzsche, Teubner+Vieweg 2005), Graphentheorie (Reinhard Diestel, Springer 2006), Graph Theory: A Problem Oriented Approach (Dabiel A. Marcus, MAA 2008)