Waka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt ein Genre der japanischen Dichtkunst. Für andere Bedeutungen des Wortes „Waka“ siehe Waka (Begriffsklärung)

Waka (jap. 和歌 japanisches Gedicht), seltener auch Yamato-uta (大和歌) genannt, ist ein Genre der japanischen Dichtkunst. Der Begriff wurde in der Heian-Zeit geprägt, um die in Japan entwickelte Gedichtform vom Kanshi zu unterscheiden, Gedichten, die in chinesischer Sprache und in chinesischen Formen der Dichtung verfasst wurden.

Waka ist daher ein Sammelbegriff für mehrere Stilrichtungen. Die beiden wichtigsten sind das Tanka (短歌, Kurzgedicht, 5-7 5-7 7) und das Chōka (長歌, Langgedicht, 5-7 5-7 … 5-7-7). Weitere Formen sind Bussokusekika (仏足石歌, Buddha-Fußabdruck-Gedicht, 5-7 5-7 7-7), Sedōka (旋頭歌, 5-7-7 5-7-7, Gedicht mit wiederholtem Kopf) und Katauta (片歌, unvollständiges Gedicht, 5-7-7). Die letztgenannten drei Formen verloren jedoch in der frühen Heian-Zeit (9. Jahrhundert) an Beliebtheit, und auch die Chōka-Form wurde bald darauf nicht mehr verwendet. Während der Mitte der Heian-Zeit trat das Imayō (今様, moderner Stil, 7-5 7-5 7-5 7-5) auf. Die Unterscheidungen waren damit nicht mehr nötig, und Tanka wurden allgemeiner als Waka bezeichnet.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann der Begriff Tanka neu definiert. Der japanische Poet und Kritiker Masaoka Shiki forderte, dass das Waka erneuert und modernisiert werden sollte, wie damals alles in Japan, und bezeichnete diese neue Form als Tanka. Er prägte auch den Begriff Haiku als modernisierte Form des Hokku.

Das Waka hat, im Gegensatz zur klassischen Chinesischen Dichtung, weder einen Reim noch eine Einteilung in Zeilen. Statt in Zeilen, wurden die Gedichte in Einheiten () und Sätze () eingeteilt. Allerdings werden diese Einteilungen bei der Übersetzung von Waka in indoeuropäische Sprachen zu Zeilen.

Utaawase[Bearbeiten]

Utaawase (歌合) bezeichnet das japanische Wettdichten. Beginn circa 9. Jahrhundert bis zur Neuzeit, der altjapanischen Aristokratie, des japanischen Kaiserhofes. Es bestand aus dem thematischen Wettdichten von Tanka nach festen Regeln unter der Aufsicht von Preisrichtern.

Tanka in Frankreich[Bearbeiten]

Tanka-Autoren in Frankreich sind Jacques Roubaud und Nicolas Grenier.

siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • R.H. Brower, E. Miner: Japanese court poetry. Stanford, California, 1988. Neuausgabe
  • Setsuko Ito (Hrsg.): An Anthology of Traditional Japanese Poetry Competitions. Uta-awase (913-1815). Verlag Brockmeyer, 1992. ISBN 978-3883399485.
  • Vollmer, K.: Mittelalterliche japanische shokunin-Gedichtwettstreite. In: Bonner Z. f. Japanologie 12 (i. Dr.)
  • A. Waley: Japanese poetry. The uta. Oxford, 1919. Nachdruck, London 1946
  • Hrsg. W. Gundert, u. a.: Lyrik des Ostens. 1982. Neuausgabe

Weblinks[Bearbeiten]