Weißspitzen-Glanzschwänzchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weißspitzen-Glanzschwänzchen
Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) ♂

Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) ♂

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Dornschnabelkolibris (Chalcostigma)
Art: Weißspitzen-Glanzschwänzchen
Wissenschaftlicher Name
Chalcostigma herrani
(Delattre & Bourcier, 1846)

Das Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) oder manchmal auch Rotbrust-Glanzschwänzchen ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das etwa 76.000 Quadratkilometer in den südamerikanischen Ländern Kolumbien, Ecuador und Peru umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Weißspitzen-Glanzschwänzchen erreicht eine Körperlänge von etwa 10,5 bis 11 Zentimetern. Der feine kurze Schnabel wird etwa 13 Millimeter lang. Sein Gewicht schwankt zwischen 5,5-6,5 Gramm.[1] Sein Gefieder ist überwiegend dunkelgrün. Die Stirn und der Bürzel leuchten kupferrot. Der Kehllatz ist smaragdgrün und von rötlichen Spitzenfleck durchzogen. Seine langen Steuerfedern mit weißen Spitzen sind nachtblau. Das Weibchen sieht sehr ähnlich aus, doch ist es weniger auffällig.

Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) ♀

Habitat[Bearbeiten]

Nur selten kommt der Vogel in offenen Wäldern vor. Bevorzugt lebt er in dichtem Gestrüpp bzw. dem andentypischen Páramo nahe der Baumgrenze. Das Weißspitzen-Glanzschwänzchen lebt als Standvogel an felsigen Berghängen in Höhen zwischen 2700 und 3600 Metern.

Verhalten[Bearbeiten]

Meist sieht man den Kolibri allein an Blumen beim Aufsaugen von Nektar. Dabei hält er sich normalerweise fest. Des Weiteren ernährt er sich von kleinen Insekten. Man kann das Verhalten des Vogels als territorial und aggressiv bezeichnen. Die Männchen verhalten sich polygam. Je nach Gebiet gibt es verschiedene Brutzeiten (entweder September oder Mitte Juli). Die Weibchen brüten ihre Eier ohne Unterstützung der Männchen aus. Auch die Versorgung der Nesthocker fällt dem Weibchen zu.

Unterarten[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Schwarzhöschens

Bisher sind zwei Unterarten bekannt.[2]

  • Chalcostigma herrani herrani (Delattre & Bourcier, 1846)[3]
  • Chalcostigma herrani tolimae Kleinschmidt, 1927[4]

Die Unterart tolimae findet man in den Zentralanden Kolumbiens am Nevado del Tolima. Die Subspezies herrani kommt im Westanden Kolumbiens vom Nationalpark Munchique bis Nariño vor. Außerdem findet man die ssp. auf beiden Seiten der Gebirgshänge von Ecuador bis Piura in Nordperu.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Weißspitzen-Glanzschwänzchen wurde erstmals nahe Pasto im damaligen Vizekönigreich Neugranada entdeckt. Pierre Adolphe Delattre und Jules Bourcier beschrieben die Art unter dem Namen Trochilus Herrani.[3] Später wurde sie der Gattung Chalcostigma zugeordnet. Dieser Name leitet sich von den griechischen Worten »chalkos χαλκός« für »bronze, bronzefarben« und »stigma στíγμα« für »Merkmal, Markierung« ab.[5] Der Name »herrani« ist dem General und ehemaligen Präsidenten des Vizekönigreichs Neugranada Pedro Alcántara Herrán Martínez de Zaldúa (1800-1872) gewidmet.[3] Das Typusexemplar der Unterart C. h. tolimae stammte aus dem Nachlass des Entomologen Anton Heinrich Hermann Fassl (1876-1922) und wurde in 4000 Meter Höhe am Nevado del Tolima gesammelt. Vom diesem Berg leitet sich auch der Name »tolimae« ab.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0-691-08372-8 (online, abgerufen am 8. Mai 2013).
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel F. Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Pierre Adolphe Delattre, Jules Bourcier: Description de quinze espèce nouvelle de Trochilidèe, faisant partie de collections rapportées par M. Ad. De Lattre dont le précédentes excursions ont déjà enrichi plusieurs branches de L'histoire naturelle, et provenant de L'intérieur de Pérou, de républiques de l'Équateur, de la Nouvelle-Grenade et del'isthme de Panama. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. Bd. 9, 1846, S. 305-312 (online, abgerufen am 8. Mai 2014).
  •  Otto Kleinschmidt: Chalcostigma herrani tolimae. prog. nov.. In: Falco: unregelmässig im Anschluss an das Werk "Berajah, Zoographia infinita" erscheinende Zeitschrift. Bd. 23, Nr. 1, 1927, S. 5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißspitzen-Glanzschwänzchen (Chalcostigma herrani) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersee-Museum Bremen Chalcostigma herrani
  2. IOC World Bird List Hummingbirds
  3. a b c Pierre Adolphe Delattre u.a., S. 309
  4. a b Otto Kleinschmidt, S. 5
  5. James A. Jobling S. 98