Windstille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Windstille Küste (Kāne'ohe Bay, Hawaii)
Bewegungsloses Segelboot (kein Kielwasser) bei Flaute auf spiegelndem Wasser (Glénans bei Marseillan)
Senkrecht aufsteigender Wasserdampf von Kühltürmen an einem windstillen Tag

(Absolute) Windstille, auch Flaute genannt, bezeichnet auf der Beaufortskala die Größe Null, das Fehlen jeglichen Windes.

Entstehung[Bearbeiten]

Da Seegang und Dünung vom Wind verursacht werden, gehen sie bei längeren Flauten zurück (zunächst der Seegang, erst sehr viel später die Dünung, sofern auch in angrenzenden Gebieten kein Wind weht) und Wasserflächen können schließlich spiegelblank werden. Auf kleineren Wasserflächen, auf denen es keine Dünung gibt (Teiche, Seen, geschützte Buchten usw.), stellt sich dieser Effekt dementsprechend sehr viel schneller und öfter ein.

Lang andauernde Flauten auf dem Wasser waren immer ein großes Problem für Segelschiffe, vor allem auf offener See; oft verdarben die Lebensmittel und die Wasservorräte gingen zu Ende, was dann Krankheit oder Tod für einen großen Teil der Mannschaft bedeutete. Davon künden noch heute Seemannslieder, z. B. Hamborger Veermaster oder Wir lagen vor Madagaskar. Eine furchtbare Flaute beschreibt Joseph Conrad in der Erzählung Die Schattenlinie.

Erste Abhilfe schuf man durch den Einsatz von Ruderern schon in der Antike – bis in die Neuzeit blieb dies die einzige Antriebsalternative auf See und erst mit Hilfe der Motoren wandelte sich die Situation grundlegend.

Heute hat auf See fast jede Segelyacht und jeder Mehrmaster zumindest einen Hilfsmotor, der bezeichnenderweise umgangssprachlich oft Flautenschieber genannt wird.

Relative Windstille (d.h. Fehlen des scheinbaren Windes) herrscht bei jeder Bewegung in Windrichtung mit Windgeschwindigkeit, so auch z. B. auf Booten, die bei leichtem Rückenwind (in gleicher Geschwindigkeit) unter Motor fahren. Soll auf Segelbooten bei leichtem Rückenwind unterstützend der Motor eingesetzt werden, verringern sich entsprechend der scheinbare (d.h. auf dem Boot wahrgenommene) Wind und damit die Segelleistung, die bei "relativer Windstille" schließlich bei Null liegt; in diesem Fall fährt das Boot letztlich vollständig unter Motorkraft, mit entsprechend hohem Spritverbrauch, da die Segel aufgrund Windmangels wirkungslos sind.

Zonen besonderer Windstille:

  • die Rossbreiten zwischen den Passatgebieten und den Westwindgebieten der Nord- und der Südhalbkugel
  • die Kalmen, windstille Gebiete im Bereich des Äquators

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Windstille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Windstille – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen