Rossbreiten

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Relative Lage der Rossbreiten

Die Rossbreiten bezeichnen die Gebiete zwischen den Passatgebieten und den Westwindgebieten der Nord- und der Südhalbkugel inmitten von subtropischen Hochdruckgebieten, in denen fast immer Windstille herrscht. Sie treten damit in etwa jeweils zwischen 25° und 35° nördlicher sowie südlicher Breite auf.[1]

Die Ursache für diese Windstille liegt im Bereich der innertropischen Konvergenzzone, einer wenige hundert Kilometer breiten Tiefdruckrinne in Äquatornähe, an der die Passatwinde aufeinandertreffen. In diesem Bereich steigt Luft auf, kühlt dabei ab, verliert Feuchtigkeit, die kondensiert und zu Niederschlag wird, und fließt in etwa 15 Kilometer Höhe vom Äquator nach Norden und Süden. In den Rossbreiten sinkt die Luft auf die Erdoberfläche, wodurch sie sich wieder erwärmt und extrem trocken wird. Es entsteht ein Hochdruckgebiet mit geringer Luftbewegung im Innern.

Eine weitere nahezu windlose Zone ist der äquatorial gelegene Kalmengürtel. Im Gegensatz zu den Rossbreiten handelt es sich bei ihm jedoch um eine nahezu windstille Tiefdruckbreite.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Da es sich bei den Rossbreiten charakteristisch um nahezu windlose Gebiete handelt, saßen die Segelschiffe oft wochenlang in der Windstille fest. Man trennte sich deshalb in diesen Breiten häufig aus Wassermangel von den auf diesen Schiffen mitgeführten Pferden (Rössern), die meist die größten Frischwasserverbraucher an Bord darstellten.[2] Beim scheinbar grausamen Über-Bord-Werfen der Tiere handelte es sich jedoch um eine Form der Euthanasie, da man ihnen das noch qualvollere Verdursten an Bord ersparte. Die hier vorgestellte Etymologie des Begriffs gilt allerdings nicht als völlig gesichert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dtv-Lexikon, Band 15, 1976, ISBN 3423030658, Seite 257
  2. Helmut Meyer, Gudrun Meyer: Pferde anders aufgezäumt, Verlag Schlütersche, 2002, ISBN 387706695X, Seite 33