Wukan

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Wukan (chinesisch 乌坎Pinyin Wūkǎn) ist ein Dorf des Straßenviertels Donghai (东海街道) der kreisfreien Stadt Lufeng der bezirksfreien Stadt Shanwei in der chinesischen Provinz Guangdong.

Bevölkerung und Verwaltung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Wukan wird zwischen 12.000 und 20.000 angegeben.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Große Teile der Bevölkerung leben vom Fischfang.[2]

In Wukan befindet sich ein Tempel für die regionale Gottheit Xianwang.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Wukan soll etwa 1600 gegründet worden sein.[2]

Landkonflikt in Wukan[Bearbeiten]

Am 21. September 2011 begann als Protest gegen die Enteignung der Bewohner durch lokale Geschäftsleute und kommunistische Kader ein Landkonflikt in Wukan.

Im Dezember eskalierte die Situation, nachdem ein verhafteter Bewohner in Polizeigewahrsam gestorben war. Die Dorfbevölkerung verjagte die Polizei und kommunistische Funktionäre; im Gegenzug riegelte die Polizei das Dorf mittels eines Belagerungsrings ab. Alle Zufahrtsstraßen wurden blockiert, und die Küstenwache hinderte die Fischer abzulegen.[2]

Am 21. Dezember sandte die chinesische Regierung einen hochrangigen Funktionär als Unterhändler nach Wukan. Gleichzeitig wurde begonnen, die Barrikaden zu entfernen.[3] In der Folge wurde gegen den früheren Dorfparteichef wegen unerlaubter Bereicherung ermittelt, und verhaftete Dorfbewohner wurden freigelassen. Der Unterhändler der Dorfbewohner, Lin Zulian, wurde am 15. Januar zum neuen Dorfparteichef gewählt.[1]

Im Februar 2012 wählten die Bewohner mehr als hundert Vertreter. Diese Vertreter schlugen Kandidaten für das siebenköpfige Dorfkomitee vor, welches am 3. März 2012 gewählt wurde.[4] Dies waren die ersten freien Kommunalwahlen in China. Beobachter hoffen, dass Wukan ein Vorbild für ganz China wird. Kritiker fürchten damals, dass es sich nur um taktische Zugeständnisse handelt, die sofort zurückgenommen werden, sobald sich die Aufregung gelegt hat.[5] Diese Angst bestätigte sich nicht; im April 2014 wurde in einer Wahl das Dorfkomitee bestätigt.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sven Hansen: Rebellenführer wird lokaler KP-Chef. In: die tageszeitung. 16. Januar 2012, abgerufen am 16. Januar 2012 (deutsch).
  2. a b c d Till Fähnders: Hinter den Barrikaden von Wukan. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. Dezember 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011 (deutsch).
  3. Angst vor einem Flächenbrand. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Dezember 2011, abgerufen am 21. Dezember 2011 (deutsch).
  4. Demokratieversuch in China - Fischerdorf Wukan hält geheime Wahlen ab Spiegel Online 12. Februar 2012
  5. Abstimmung in China: Mini-Wahl im Dorf der Rebellen Spiegel Online 3. März 2012
  6. Head of Wukan village re-elected ChinaView, 1. April 2014

22.890277777778115.66388888889Koordinaten: 22° 53′ N, 115° 40′ O