Zaleukos

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Zaleukos von Lokroi (nach Diodor Sohn eines Adeligen) war im 7. Jahrhundert v. Chr. ein bekannter Gesetzgeber im unteritalienischen Lokroi.

Angeblich hatte er als Schüler des Pythagoras mit diesem Ägypten bereist.

Zaleukos gilt als der erste Grieche, der Gesetze schriftlich fixierte. Er tat dies in Aufnahme der lykurgischen Tradition. Zaleukos beabsichtigte, mit der Festsetzung des Strafmaßes und dem Ausschluss von Freikauf Rechtsbeugung, Korruption und sozialen Gegensätzen entgegenzuwirken.[1]

Aufgrund seines Ansehens in Rechtsdingen wurde Zaleukos der angesehene Status des Aisymneten zugesprochen, der außergerichtlich als vermittelnder Schlichter angerufen wurde.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Der Renaissance galt Zaleukos als gerechter und vorbildlicher Herrscher. So wurde er beispielsweise in der Fassadenmalerei des Rathauses der Stadt Liestal verewigt (1590).[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Max Mühl: Die Gesetze des Zaleukos und Charondas. In: Klio. Band 22, 1929, S. 105–124 und 432–463.
  2. Kanton Basel-Landschaft: Kunstführer Liestal: Rathaus.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Camassa: Il "pastorato" di Zaleuco. In: Athenaeum. Band 64, 1986, S. 139–146.
  • R. van Compernolle: La legislation aristocratique de Locres Epizephyrienne, dite legislation de Zaleukos. In: L' antiquité classique. Band 50, 1981, S. 759–769.
  • Stefan Link: Zur archaischen Gesetzgebung in Katane und im epizephyrischen Lokroi. In: Hans-Joachim Gehrke (Hrsg.): Rechtskodifizierung und soziale Normen im interkulturellen Vergleich. Narr, Tübingen 1994, ISBN 3-8233-4556-7, S. 165–177.
  • M. L. Zunino: Scrivere la legge orale, interpretare la legge scritta. I nomoi di Zaleuco. In: Quaderni di Storia. Band 47, 1998, S. 151–159.