Zentralbibliothek der TU und UdK Berlin

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Universitätsbibliothek der TU und UdK Berlin
Volkswagenhaus P2040004.JPG
Gründung 1884 (UB der TU)
1975 (UB der UdK)
Bestand > 2,1 Mio. Bände (UB der TU)
> 325.000 Bände (UB der UdK)
Bibliothekstyp Universitätsbibliothek
Ort Berlin
Besucheradresse Fasanenstr. 88
10623 Berlin
ISIL DE-83 (UB der TU)
DE-B170 (UB der UdK)
Leitung Jürgen Christof (UB der TU)
Andrea Zeyns (UB der UdK)
Website http://www.ub.tu-berlin.de/
http://www.ub.udk-berlin.de

Die Zentralbibliothek der TU und UdK Berlin (auch Volkswagen Universitätsbibliothek und Universitätsbibliothek im Volkswagen-Haus genannt) ist die gemeinsame Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin (TU) und der Universität der Künste (UdK).

Geschichte[Bearbeiten]

Nächtliches Lichtspiel vor der Zentralbibliothek der TU und UdK

Die Geschichte der Bibliothek der Universität der Künste kann bis zur Gründung der Akademie der Künste 1696 zurückverfolgt werden.[1]

Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin wurde 1884 als Bibliothek der Königlich Technischen Hochschule gegründet.[2] Die Buchbestände der beiden Vorgängerinstitutionen, der Bauakademie und des Gewerbeinstituts, wurden zur neuen Bibliothek unter einem Dach vereint. Schließlich wurden 1916 auch die Bestände der Bergakademie eingegliedert.

Der gesamte Buch-Altbestand, mit Spezialsammlungen der 1799 gegründeten Bauakademie und des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin, sowie das Archiv der Königlich Technischen Hochschule Charlottenburg, ging gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und kurz danach verloren.

Die geretteten historischen Buch- und Planbestände, unter anderem wertvolle Sammlungen der Gartenbaubücherei (einschließlich der Privatsammlungen von Joseph Becker-Dillingen und Camillo Schneider[3]) sowie des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin, machen somit nur einen geringen Teil des Bestandes der Universitätsbibliothek aus. Da der Katalog nahezu unversehrt blieb, konnten Teile des Altbestandes ersatzbeschafft werden.

Neben der Hauptbibliothek existierten an der TU bis 2004 etwa 17 Abteilungsbibliotheken, die mit ihren Freihandbeständen nahe bei ihren Instituten, Fachbereichen bzw. Fakultäten lagen. Im Rahmen der Umstrukturierung durch den Bibliotheksneubau wurden fünf technik- bzw. naturwissenschaftliche und drei geistes- bzw. sozialwissenschaftliche Abteilungsbibliotheken in die nun als Zentralbibliothek bezeichnete Bibliothek ausgelagert.

Das ca. 56,3 Millionen Euro teure, vierstöckige Gebäude ist Ergebnis eines jahrzehntelangen Anlaufs, dessen Ausführung mehrfach an den Kosten zu scheitern drohte. Nach den allgemeinen Regeln des Hochschulbauförderungsgesetzes sollten Bund und Land Berlin die Kosten zunächst je zur Hälfte tragen. Nachdem das Land 1999 seine Finanzierungszusage zurückzog, bot die TU an, diesen Anteil über einen Kredit selbst zu übernehmen. Dadurch kamen zu den Kosten noch zusätzliche 15,8 Millionen Euro an Zinsen hinzu, die ebenfalls von der TU zu tragen sind. Eine in den letzten Planungsphasen existierende Finanzierungslücke in Höhe von 5,1 Millionen Euro wurde durch Gelder der Volkswagen AG geschlossen. Zusammen mit den Kosten für den Umzug der bisherigen Bibliotheksstandorte in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro müssen von den beiden Universitäten 39,4 Millionen Euro aufgebracht werden.[4][5] Diese Mittel will die TU vor allem durch Aufgabe bisher angemieteter Gebäude erbringen.

Schwierigkeiten im Vergabeverfahren verzögerten den Baubeginn nochmals.[6] Als Generalunternehmer begann die beauftragte Firma Epple im Sommer 2002 mit der Errichtung. Die feierliche Eröffnung fand am 9. Dezember 2004 statt.

Am 18. Oktober 2004 wurde der Neubau der gemeinsamen Universitätsbibliothek, unter dem offiziellen Namen Volkswagen Universitätsbibliothek Technische Universität Berlin und Universität der Künste,[7] für die Benutzung geöffnet.

Gebäude und Nutzung[Bearbeiten]

Blick in einen der drei Lichthöfe.

Der ursprüngliche, preisgekrönte Entwurf des Architektenehepaars Jeromin aus dem Jahr 1988 wurde im Laufe der langen Planung vom Architekten Walter A. Noebel stark überarbeitet. Als Kritik handelte sich das Gebäude häufiger den Vergleich mit einem „Parkhaus für Bücher“ ein.[8][9] Die Bibliothek ist in ihrer Gestaltung und durch ihre technische Ausstattung zweckdienlich auf die Lagerung der Bücher im Magazin und eine teilweise Freihandaufstellung des Bestandes ausgerichtet. Ein aus dem Magazin bestelltes Medium soll nach etwa 1½ bis 3½ Stunden zur Verfügung stehen.

Zusammen mit der Bibliothek der Universität der Künste im vierten Stock nutzt die TU den ersten bis dritten Stock des Gebäudes. Das Innere der Bibliothek ist durch drei große Lichthöfe geprägt, um die herum Regale und Arbeitsplätze angeordnet sind. Im Erdgeschoss der Bibliothek befindet sich die Leihstelle, zusammen mit der Lehrbuchsammlung und dem Eingangsbereich. Im Untergeschoss befindet sich das geschlossene Magazin und das Zeitschriftenfreihandmagazin.

Die Nutzung der Bibliothek und sämtlicher Dienste steht allen Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Alumni, sowie sämtlichen Interessierten, letzteren gegen eine Jahresgebühr von 20 Euro, zur Verfügung. Dies beinhaltet die Nutzung und Ausleihe der meisten in der Bibliothek vorhandener Medien. Eine Ausnahme stellen die AV-Medien der UdK dar, die nur von aktiven UdK-Mitgliedern (nicht Alumni) ausgeliehen werden können – allen anderen Personen steht nur eine Präsenznutzung zu. Zur Ausleihe von Büchern ist ein Bibliotheksausweis nötig. Medien aus dem Magazin können auch ohne Nutzerkarte über den Lesesaal bestellt werden.

Bibliothekssystem[Bearbeiten]

Zum Bibliothekssystem an der TU Berlin gehören neben der Zentralbibliothek noch die Bereichsbibliothek Physik, die Bereichsbibliothek Architektur und Kunstwissenschaft, Die Bibliothek Wirtschaft & Management, die Mathematische Fachbibliothek, die Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung, die Bibliothek der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen, die Bibliothek des China-Centers und mehr als vierzig kleinere Institutsbibliotheken.[10]

Das Universitätsarchiv und das Architekturmuseum der TU Berlin, der Universitätsverlag und die Sondersammlung Gartenbau sind der Universitätsbibliothek als Sonderabteilungen zugeordnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Zick, Andreas Richter, Uwe Meyer-Brunswick: Gemeinsamer Neubau der Universitätsbibliotheken der Technischen Universität Berlin (TU) und der Universität der Künste Berlin (UdK). In: Bibliothek 27 (2003), S. 65–68. – doi:10.1515/BFUP.2003.65

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzer Überblick über die UB der UdK auf deren Webseite
  2. Über die Zentralbibliothek und die Rara-Sammlung
  3. Krause, F. (Hrsg.) (1995): Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Berlin. Band 14, Teil 1. Hildesheim: Olms-Weidmann, Seite 216.
  4. Haushaltsplan von Berlin für die Jahre 2004/2005, Kapitel 17 10, Titel 702 25 in Verbindung mit den Titeln 518 27 und 812 27; im Internet erreichbar über die Parlamentsdokumentation als Drucksache 15/1800
  5. Haushaltsplan der Technischen Universität Berlin für das Haushaltsjahr 2004, Kapitel 01, Titel 540 07 und 708 25
  6. Rüdiger Scheidges: Zu viele Hintertürchen. In: Der Spiegel (12. März 2001), Nr. 11, S. 34–35. Artikel über die Neuausschreibung des Projekts 2001
  7. Quast, Anke: Endlich Platz für Hunderttausende von Büchern. Umzugsplanungen der "Volkswagen Universitätsbibliothek Technische Universität Berlin und Universität der Künste" beginnen, in: TU intern (2003), Nr. 4, S. 11. Im Archiv der Pressestelle der TU Berlin
  8. Jürgen, Tietz: Parkhaus der Bücher. Berlin baut: Die neue Volkswagen-Universitätsbibliothek für TU und UdK, in: Tagesspiegel (26.11.2004). Onlinequelle.
  9. Dudek, Philipp: Das Parkhaus der Bücher, in: taz (08.12.2004) im Webarchiv der taz
  10. Übersicht über die Standorte der Bibliotheken der TU Berlin

52.51027777777813.330555555556Koordinaten: 52° 30′ 37″ N, 13° 19′ 50″ O