Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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Logo des ZEW
Hauptgebäude des ZEW im Quadrat L7

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ist ein Wirtschaftsforschungsinstitut in der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Es steht unter der Leitung des Präsidenten Clemens Fuest und des kaufmännischen Direktors Thomas Kohl. Das ZEW ist eines der führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstitute. Aktuell beschäftigt es rund 180 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des ZEW erfolgte 1990, die wissenschaftliche Arbeit begann am 1.4.1991. Gründungsdirektoren waren Heinz König, wissenschaftlicher Direktor und Ernst-O. Schulze, kaufmännischer Direktor. 2005 wurde das Forschungsinstitut Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Von 1997 bis 2013 war Wolfgang Franz Präsident des ZEW. Sein Nachfolger wurde Clemens Fuest.[1]

Gliederung und Ziele[Bearbeiten]

Organisatorisch gliedert sich das ZEW in neun Forschungseinheiten:

  • Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement
  • Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung
  • Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung
  • Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
  • Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Wachstums- und Konjunkturanalysen
  • Wettbewerb und Regulierung
  • Internationale Verteilungsanalysen

Das ZEW verfolgt in diesen Sektoren vier Ziele:

  • Forschung
  • wirtschaftspolitische Beratung
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Meinungsbildung in Fachwissenschaft und Öffentlichkeit

Der übergreifende Forschungsleitgedanke am ZEW ist die ökonomische Analyse funktionstüchtiger Märkte und Institutionen in Europa. Die Kompetenz des ZEW liegt insbesondere im Bereich der angewandten Mikroökonometrie und bei rechenbaren allgemeinen Gleichgewichtsmodellen. Die Wissenschaftler des ZEW vermitteln ihre Forschungsergebnisse zum einen auf wissenschaftlichen Konferenzen und in Fachzeitschriften. Zum anderen geben sie diese aber auch über Studien, Publikationsreihen und Weiterbildungsveranstaltungen an die Öffentlichkeit weiter.

Besondere Beachtung finden die vom ZEW monatlich veröffentlichten „ZEW-Konjunkturerwartungen“. Sie sind ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Abgefragt werden aber auch die Erwartungen für die Eurozone, Japan, Großbritannien und die USA.

Finanzierung und Gremien[Bearbeiten]

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Finanzierung des ZEW erfolgt zum größten Teil aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie seit dem Jahr 2005 aus der Bund-Länder-Finanzierung; diese institutionelle Förderung trug im Jahr 2010 53 % der Ausgaben. Drittmittel machten 41 % aus, hiervon kamen 45 % von Bundes-, Landes- und ausländischen Ministerien , 25 % von Unternehmen und Verbänden, 17 % von der Europäischen Kommission, 10 % von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie 3 % von Stiftungen.[2]

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kretschmann ehrt scheidenden ZEW-Chef, Mannheimer Morgen 28. Februar 2013
  2. ZEW-Pressemitteilung vom 26. April 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien