Ziviler Solidaritätspakt

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Der Zivile Solidaritätspakt (auch PACS [paks] vom französischen pacte civil de solidarité) ist eine in Frankreich seit 1999 mögliche zivilrechtliche Partnerschaft mit Gütergemeinschaft, gemeinsamer steuerlicher Veranlagung und steuerlich günstigen Erbbestimmungen.

Er ist nicht abhängig von der sexuellen Orientierung. Er wird jedoch vor allem von Heterosexuellen (95 %[1]) genutzt. Homosexuelle nutzten ihn, da ihnen in Frankreich bis 2013 eine Ehe nicht offen stand.

Im Unterschied zur Ehe wird der PACS nicht vor dem Bürgermeister, sondern vor dem Amtsgericht geschlossen. Da das Gesetz den Bürgermeistern es immerhin erlaubt, jeden PACS im Rathaus zu feiern, haben einige Bürgermeister – fast ausschließlich solche, die zu linken Parteien gehören – entschieden, eine Zeremonie für jedes Paar zu veranstalten, das einen PACS schließt und ihn von dem Bürgermeister oder der Stadtverwaltung anerkennen lassen möchte.

Die Partnerschaft verpflichtet zu gegenseitiger Hilfe, wobei den Partnern bei der Regelung dieser Hilfspflichten Freiheiten für die individuelle Ausgestaltung in Detailfragen offenstehen. Eine gemeinsame Kindesadoption ist nicht erlaubt. Nach französischem Recht ist die Kindes-Adoption aber durch eine Einzelperson erlaubt.

Der PACS ist auch Vorbild für den Zivilpakt, einem Partnerschaftsmodell der österreichischen Grünen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Insee: Bilan démographique 2009 - Deux pacs pour trois mariages, Januar 2010, besucht am 26. Januar 2010