Äußere Differenzierung

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Äußere Differenzierung (Außendifferenzierung) bedeutet im Gegensatz zur Binnendifferenzierung die Förderung von Lernenden in (vermeintlich) homogenen Teilgruppen, die über längere Zeit bestehen bleiben.

Äußere Differenzierung hat zum Ziel, die Heterogenität der Schülerschaft aufzulösen, indem Schüler insbesondere nach den Kriterien von prognostizierter Leistungsfähigkeit, Alter, Interesse und Geschlecht dauerhaft in einheitliche Lerngruppen eingeteilt werden. Als wirkmächtiges Beispiel für äußere Differenzierung kann in der Bundesrepublik Deutschland das gegliederte Schulsystem gelten, indem Schüler nach dem Kriterium der Leistungsfähigkeit allgemein klassifiziert und räumlich voneinander getrennt werden, um relativ leistungshomogene Schulgemeinschaften zu bilden. Enge Verwandtschaft ist hier zum Begriff der Selektion angezeigt, wobei letzterer umgangssprachlich wesentlich negativer konnotiert ist, weil mit ihm die Willkür des Auswahlprozesses stärker assoziiert wird (siehe Bildungsbenachteiligung). Ein Beispiel für äußere Differenzierung nach Alter ist das System der Jahrgangsstufen. Gruppenbildung nach Interesse liegt der Idee von Wahlkursen zu Grunde. Vereinheitlichung von Lernverbänden dem Geschlecht nach war bis in die 1960er Jahre hinein verbreitet (Monoedukation), wird heute jedoch nur noch vereinzelt praktiziert.