Łabiszyn

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Łabiszyn
Wappen von Łabiszyn
Łabiszyn (Polen)
Łabiszyn
Łabiszyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Żnin
Fläche: 2,89 km²
Geographische Lage: 52° 57′ N, 17° 55′ OKoordinaten: 52° 57′ 11″ N, 17° 54′ 52″ O
Einwohner: 4548
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 89-210
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CZN
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Ortschaften
15 Schulzenämter
Fläche: 167,00 km²
Einwohner: 9899
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0419043
Verwaltung
Gemeindevorsteher: Jacek Idzi Kaczmarek
Adresse: pl. 1000-lecia 1
89-210 Łabiszyn
Webpräsenz: www.labiszyn.pl



Łabiszyn (deutsch Labischin, 1940–1945: Lüderitz) ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im Powiat Żniński der polnischen Wojewodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Netze (Noteć) etwa zwanzig Kilometer südlich der Stadt Bromberg (Bydgoszcz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labischin an der Netze, südlich der Stadt Bromberg, auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rathausvorplatz in Labischin
Rathaus von Łabiszyn

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Łabiszyn stammt aus dem Jahr 1247 als ein im Besitz eines Ritters befindliches Gut. Im Jahr 1362 wird die Ortschaft als Labissino und Lambissiono erwähnt.[2] Die Ortschaft liegt auf einer Insel, die die Netze hier bildet. Stadtrecht erhielt sie im Jahr 1369.[3] In der Stadt galt Magdeburger Recht.[2] Im Jahr 1458 hatte die Stadt dem Heer vier Krieger zu stellen.[2] Im 18. Jahrhundert hatte die Stadt eine katholische Pfarrkirche und eine Synagoge; die evangelischen Einwohner erhielten am Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls eine Kirche.[4]

In der ehemaligen preußischen Provinz Posen lag die damalige Stadt Labischin bis 1919 im Regierungsbezirk Bromberg, Kreis Schubin.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste die Stadt 1919 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags und wegen der Einrichtung des Polnischen Korridors an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden; sie gehörte dann der Wojewodschaft Posen an.

Im September 1939 wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht besetzt und anschließend wieder dem Deutschen Reich einverleibt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1783: 712, davon 211 Juden (der Rest je zur Hälfte protestantische Deutsche und Polen)[4]
  • 1788: 864[2]
  • 1816: 1.390, darunter 633 Evangelische, 400 Juden, 354 Katholiken und drei Reformierte[2]
  • 1837: 2.312[2]
  • 1861: 2.265[2]
  • 1875: 2.370[5]
  • 1880: 2.642[5]
  • 1890: 2.328, darunter 911 Evangelische, 1.000 Katholiken und 417 Juden (900 Polen)[5]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Łabiszyn weitere 15 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[6] mit einem Schulzenamt:

  • Buszkowo (Buschkau, 1940–1945: Hallkirch)[7]
  • Jabłowo Pałuckie
  • Jabłówko
  • Jeżewice
  • Jeżewo (1940–1945: Holzenau)
  • Łabiszyn-Wieś
  • Nowe Dąbie
  • Obielewo
  • Ojrzanowo (1940–1945: Hermannsdorf)[6]
  • Oporowo (1940–1945: Gneisenau)[6]
  • Ostatkowo
  • Smogorzewo (1940–1945: Arnoldshof)[6]
  • Wielki Sosnowiec
  • Władysławowo
  • Załachowo (1940–1945: Netzbruch)[6]

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Annowo
  • Antoniewo
  • Kąpie
  • Klotyldowo (1940–1945: Klothildendorf)[6]
  • Lubostroń (1940–1945: Lettow-Vorbeck)[6]
  • Obórznia
  • Oporówek
  • Pszczółczyn
  • Rzywno
  • Smerzyn (1940–1945: Alt Buschkau)[6]
  • Wyręba
  • Zdziersk (1940–1945: Ziethen)[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 353–354.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 88, Nr. 9.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Łabiszyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b c d e f g Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 353–354.
  3. Website der Gemeinde Łabiszyn, Historia - Łabiszyn, abgerufen am 30. November 2010
  4. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 88, Nr. 9.).
  5. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_schubin.html
  6. a b c d e f g h i Vgl. Deutsche Heereskarte, 3073 Labischin
  7. Vgl. Deutsche Heereskarte, 3072 Grunhagen