Štefan Uher

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Štefan Uher (* 4. Juli 1930 in Prievidza, Tschechoslowakei, heute Slowakei; † 29. März 1993 in Bratislava, Slowakei) war ein slowakischer Filmregisseur, Drehbuchautor und einer der Mitbegründer der Tschechoslowakischen Neuen Welle.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uher wuchs in der Familie eines Metzger-Hilfsarbeiters auf und wurde mit 18 Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. 1950 begann er sein Studium an der FAMU in Prag im Fach Filmregie und schloss 1955 sein Studium dort ab.

Nach dem Studienabschluss arbeitete er zwischen 1955 und 1960 im Dokumentarfilmstudio (slowakisch Štúdio dokumentárnych filmov) in Bratislava. In dort gedrehten Filmen setzt sich Uher mit gesellschaftlichen und menschlichen Problemen kritisch auseinander. 1960 wechselte er in das Spielfilmstudio (slowakisch Štúdio hraných filmov), wo eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Alfonz Bednár und dem Kameramann Stanislav Szomolányi begann. Sein Spielfilmdebüt war der 1961 erschienene Film My z 9. A., schon ein Jahr später folgte Slnko v sieti, der schon in der Atmosphäre der graduellen Liberalisierung des sozialistischen Regimes erschien. Kennzeichnend für Uhers Werke sind realistische Darstellung des Alltags und Mitverwendung der Umgangssprache und dialektalen Formen. 1964 kam der Film Organ heraus, ebenso wie Panna zázračnica im Jahre 1966 nach der Vorlage einer gleichnamigen Novelle von Dominik Tatarka.

Uher setzte sich mit der nach 1968 eingetretenen Normalisierung und verschärfter Zensur nur schwer auseinander. 1980 realisierte er zusammen mit Bednár und Szomolányi die vierteilige Miniserie Moje kone vrané über das Leben in Bratislava in den 1980er Jahren, gefolgt vom tragikomischen Spielfilm Pásla kone na betóne im Jahr 1982, der sich mit zeitgenössischen Realien in der Ostslowakei beschäftigt. Der letzte Film, Správca skanzenu, erschien im Jahr 1988.

1989 wurde Uher zum nationalen Künstler gekürt. Er verstarb am 29. März 1993 in Bratislava.

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Regisseur
  • 1955: Učiteľka
  • 1955: Stredoeurópsky pohár
  • 1956: Ľudia pod Vihorlatom
  • 1958: Lodníci bez mena
  • 1959: Očami kamery
  • 1961: My z 9. A.
  • 1962: Slnko v sieti
  • 1964: Organ
  • 1966: Panna zázračnica (Die Jungfrau Wundertäterin)
  • 1967: Tri dcéry
  • 1970: Génius
  • 1971: Keby som mal pušku
  • 1973: Dolina
  • 1974: Studené podnebie
  • 1978: Penelopa
  • 1979: Kamarátky
  • 1980: Moje kone vrané – vierteilige Miniserie
  • 1981: Kosenie jastrabej lúky
  • 1982: Pásla kone na betóne (Sie weidete Pferde auf Beton)
  • 1986: Šiesta veta
  • 1988: Správca skanzenu
Als Drehbuchautor
  • 1973: Dolina
  • 1982: Pásla kone na betóne (Sie weidete Pferde auf Beton)
  • 1986: Šiesta veta

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]