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1. FC Bayreuth

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1. FC Bayreuth
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Basisdaten
Name 1. Fußballclub Bayreuth von 1910 e. V.
Sitz Bayreuth
Gründung 1910
Farben schwarz-weiß
Präsident Thomas Hacker
Website fc-bayreuth.de
Erste Fußballmannschaft
Spielstätte Stadion des 1. FC Bayreuth (Lage)
Plätze 8000
Liga Bayernliga
1974/75 18
Eingang zum Stadion und Tribüne des 1. FC Bayreuth

Der 1. FC Bayreuth ist ein 1910 gegründeter Sportverein aus Bayreuth.

Während der ersten elf Jahre seiner Existenz spielten die Fußballer unter dem Dach des Bayreuther Turnvereins. Vor einem der ersten Wettspiele gab jener den Sportlern folgende Anleitung: „Unter Aufbietung aller körperlichen Gewandtheit und rascher Überlegung, die alle Lücken des Gegners erspäht und benutzt, versuchen die Stürmer, die feindliche Reihe zu überlaufen, um dann den Ball ins freie Feld zu bringen, wo er im raschen Lauf dem Ziel, dem kleinen Torgehäuse, entgegenfliegt.“[1]

Bis zum Zweiten Weltkrieg dominierte der FC das Fußballgeschehen in Bayreuth. 1926 gelang den Schwarz-Weißen der Aufstieg in die zu der Zeit erstklassige Bezirksliga Bayern, in der sie zusammen mit den deutschen Spitzenteams des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth spielten; allerdings steckten die Bayreuther alljährlich im Tabellenkeller fest. Dies änderte sich noch rechtzeitig zur letzten Spielzeit der Bezirksliga als höchste Spielklasse, als die Wagnerstädter sich mit einem vierten Platz für die 1933 eingeführte Gauliga Bayern qualifizierten. Doch erwies sich die neue Liga als zu stark für die Oberfranken und so mussten sie bereits nach einer Saison in der neuen Topliga 1934 den Rückmarsch in die nun zweitklassige Bezirksliga antreten. Zwar gelang ihnen der sofortige Wiederaufstieg, aber auch 1936 kam der Abstieg.

Das Stadion des 1. FC lag am südlichen Ende der damaligen Wörthstraße (seit 1947: Leuschnerstraße – heute Parkplatz zweier Supermärkte), seine Spieler wurden auch als „Schwarze Teufel“ bezeichnet. Im Gegensatz zur SpVgg Bayreuth im Verband für Arbeitersport galt der in den Ligen des Deutschen Fußball-Bundes spielende 1. FC als „bürgerlich“. Vor 1945 trafen die beiden Vereine nicht aufeinander.[2]

Während des Zweiten Weltkriegs bildete der 1. FC zusammen mit anderen Bayreuther Vereinen eine Kriegsspielgemeinschaft, der 1944 der Aufstieg in die Gauliga gelang. Ob in der Saison 1944/45 noch Spielbetrieb stattfand, ist unbekannt.

Am 18. November 1945 wurde auf der „Jakobshöhe“, dem Platz der SpVgg, das erste Stadtderby zwischen der SpVgg und dem 1. FC Bayreuth ausgetragen. Das Spiel endete mit einem überraschenden 3:1 für die Gastgeber. Da der 1. FC über keinen eigenen Platz mehr verfügte, absolvierte er seine Heimspiele zunächst auf dem Platz der SpVgg. Ungeachtet aller Widrigkeiten gelang dem 1. FC der Aufstieg in die 1. Oberfränkische Liga Ost. Zwei Jahre später folgte die SpVgg, sodass die beiden Vereine regulär wieder aufeinandertrafen. Nach der Saison 1948/49 wurde der 1. FC Meister der Oberfrankenliga und stieg in die Amateurliga Bayern auf.[2]

In den 1950er Jahren gab es in der 1. Amateurliga Bayern Nord einen andauernden Dreikampf um die Vorherrschaft im Bayreuther Fußball. 1956 wurde der VfB Bayreuth, 1959 die SpVgg Bayerischer Meister. Der 21. Oktober 1962 erlebte das vermutlich legendärste Derby der Bayreuther Fußballgeschichte, in dem sich die beiden Nationalspieler Johann Zeitler (1. FC) und Fritz Semmelmann (SpVgg) gegenüberstanden. Im neuen Stadion des 1. FC an der Friedrich-Ebert-Straße unterlag der Gastgeber nach einem hart ausgetragenen Spiel (Zeitler wurde umgetreten, Semmelmann brach sich nach einem Zweikampf das Schienbein) mit 0:1. Am Ende dieser Saison war für den 1. FC als Tabellenachter der Traum vom Aufstieg in die eingleisige Bayernliga geplatzt, er wurde in die neue Landesliga Nord einsortiert.[2] Dort wurde er 1965, 1969 und 1972 Meister.

Der Lokalrivale SpVgg Bayreuth hatte die Führungsrolle in der Stadt übernommen, und die Schwarz-Weißen tauchten nur noch zwischen 1965 und 1975 auf überregionaler Ebene auf, als sie für einige Spielzeiten in der 1. Amateurliga Bayern mitmischten. In der Saison 1965/66 spielten beide Bayreuther Vereine in der 1. Amateurliga, aus der der Neuling 1. FC sofort wieder abstieg. Auch in der Saison 1969/70 hielt er sich dort nur ein Jahr. Der Wiederaufstieg gelang zur Saison 1972/73, diesmal konnte sich der 1. FC bis zum Ende der Saison 1974/75 in der Liga halten.

Am 14. Mai 2003 fusionierte die Fußballabteilung des 1. FC mit der des BSV 98 Bayreuth zum FSV Bayreuth. Die neue Mannschaft schaffte es bis in die Landesliga Nordost und spielte in der letzten Saison in der Kreisliga. Im März 2020 wurde bekannt, dass der FC zu kommenden Spielzeit wieder mit einer eigenen Mannschaft in der A-Klasse an den Start gehen wolle. Auf die erste FSV-Mannschaft werde die FC-Neugründung aber keinen Einfluss haben.[3]

Die Tischtennisabteilung stieg im Zeitraum 1986/87 bis 1993/94 siebenmal von der Landesliga in die Erste Bundesliga auf. Treibende Kraft war der Manager Heinz Grauling. Den Aufstieg in die Erste Bundesliga erkämpften die Spieler Vasile Florea, Jürgen Hegenbarth, Piotr Molenda, Thomas Ogunrinde, Lu Qiwei, Jörg Budzisz, Haward Speer und Heiko Schuler. Ogunrinde war 1994 der erste afrikanische Spieler in der Ersten Bundesliga.

Die Mannschaft erreichte 1994/95 Platz 9, ein Jahr später Platz 8 und musste am Ende der Saison 1996/97 mit Platz 10 absteigen. In der Folgesaison erreichte der Verein in der Zweiten Bundesliga Platz 1, verzichtete aber aus finanziellen Gründen auf den Aufstieg.[4] Am Ende der Saison 1998/99 zog der Verein die Mannschaft aus der Zweiten Bundesliga zurück.[5]

Die Boxabteilung des 1. FC brachte mit Gerhard Schoberth einen Deutschen Amateurmeister im Mittel- (1984) und Halbschwergewicht (1989) hervor. In den Jahren 1987, 1988 und 1991 wurde Schoberth jeweils Deutscher Vizemeister.[3]

American Football

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Das American-Football-Team Bayreuth Dragons ist eine Abteilung des 1. FC Bayreuth.[6] Die 1999 gegründeten Dragons waren zunächst dem Post-SV angegliedert und starteten im Jahr 2000 den Spielbetrieb. Die Herrenmannschaft gewann 2004 die Bayerische Meisterschaft und stieg in die Regionalliga auf, 2003 und 2005 wurde die Bayerische Jugendmeisterschaft gewonnen.

2011 wechselte man zum 1. FC Bayreuth, unter dessen Dach vor der Jahrtausendwende bereits die Bayreuth Broncos und die Bayreuth Raiders gespielt hatten. 2019 stellten die Dragons die zahlenmäßig größte Abteilung innerhalb des Vereins.[7]

Zum 1. FC Bayreuth gehören die United Cheerleader Bayreuth, die die Bayreuth Dragons bei ihren Heimspielen unterstützen. Sie bestehen aus einem Peewee-Team (6–10 Jahre), einem Junior-All-Girl-Team Level 2 (10–15 Jahre) und einem Senior-Coed-Team Level 4 (ab Jahrgang 2005).[8]

  • Norbert Endres: Vier Aufstiege in fünf Jahren, Zeitschrift DTS, 1992/7 regional/Süd, S. 4.
  • Dietmar Kramer: Neu ist nur der Coach, Zeitschrift DTS, 1994/8, S. 8.

Einzelnachweise

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  1. Bernd Mayer: Bayreuth wie es war. Blitzlichter aus der Stadtgeschichte 1850–1950. 2. Auflage. Gondrom, Bayreuth 1981, S. 79.
  2. a b c Vor 80 Jahren: Bayreuths erstes Stadtduell in: Nordbayerischer Kurier vom 18. November 2025, S. 26.
  3. a b Trennung nach 17 Jahren Ehe in: Nordbayerischer Kurier vom 21. März 2020, S. 23.
  4. Zeitschrift DTS, 1998/6 S. 18.
  5. Zeitschrift DTS, 1999/8 S. 24.
  6. Homepage der Bayreuth Dragons, abgerufen am 22. März 2020
  7. Team Historie auf der Website des 1. FC Bayreuth, abgerufen am 22. März 2020
  8. United Cheerleader Bayreuth auf der Website des 1. FC Bayreuth, abgerufen am 22. März 2020