A-Klasse (1930)

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A-Klasse
Die Active, das erste Schiff der Klasse im Dienst der Royal Navy
Die Active,
das erste Schiff der Klasse im Dienst der Royal Navy
Schiffsdaten
Land Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
KanadaKanada (Seekriegsflagge) Kanada
Schiffsart Zerstörer
Bauwerft * Thornycroft (1+ 2 can.)
Bauzeitraum 1929 bis 1931
Stapellauf des Typschiffes 29. Mai 1930
Gebaute Einheiten 8, 2 ähnl. Kanada;
größerer Flottillenführer
Dienstzeit 1931 bis 1951
Schiffsmaße und Besatzung
Daten gelten für die 8 britischen Zerstörer
Länge
98,5 m (Lüa)
95,1 m (Lpp)
Breite 9,8 m
Tiefgang max. 3,7 m
Verdrängung Standard: 1.360 ts
Maximal: 1.790 ts
 
Besatzung 134–200 Mann
Maschinenanlage
Maschine 3 Admiralitätskessel
2 Satz Parsons-Getriebeturbinen
Acasta, Achates:2 Satz Brown-Curtis-Getriebeturbinen
Maschinen-
leistung
34.000 PS (25.007 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
35,25 kn (65 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

Die A-Klasse war eine Schiffsklasse von acht Zerstörern, die als Teil des Marineprogramms von 1927 für die britische Royal Navy gebaut wurden. Ein neuntes Schiff, die Codrington, hatte einen etwas veränderten Entwurf, um als Flottillenführer zu dienen. Zwei den Schiffen der A-Klasse sehr ähnliche Zerstörer, Saguenay und Skeena, gingen an die Royal Canadian Navy. Die Zerstörer der A-Klasse kamen im Zweiten Weltkrieg zu vielfältigen Kampfeinsätzen; sieben der elf Schiffe gingen während des Kriegs verloren.

Entwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf für die A-Klasse beruhte im Wesentlichen auf den beiden Zerstörern Amazon und Ambuscade von 1926. Änderungen betrafen unter anderem die Ausstattung mit Schnellfeuergeschützen, Vierfachtorpedorohren, Minenräumgeräten und Generatoren. Ein Teil der Ausstattung wie Asdic und Wurfvorrichtungen für Wasserbomben fiel Einsparungen zum Opfer. Insgesamt wurde das Ergebnis als eher enttäuschend angesehen, vor allem, da die Schiffe nur eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten erreichten.

Die Acheron wich vom Entwurf ab, da sie versuchsweise Hochdruck- und Hochtemperaturkessel erhielt, während die Codrington im Vergleich zu den anderen Schiffen länger war (105 m statt 98 m), um den Kommandeur der Flottille, seinen Stab und weitere Besatzungsmitglieder unterzubringen. Weiterhin verfügte sie über ein fünftes 4,7-Zoll-Geschütz zwischen den Schornsteinen und mit 37,7 Knoten über eine höhere Maximalgeschwindigkeit. Allerdings hatte die Codrington einen wesentlich größeren Wendekreis, was bei Manövern der Flottille erhebliche Schwierigkeiten verursachen konnte.

Die beiden kanadischen Schiffe Saguenay und Skeena wiesen leichte Modifikationen im Vergleich zu den britischen Schiffen auf. Sie erhielten einen verstärkten Bug für Einsätze in Gebieten mit Eisgang, waren etwa einen Meter kürzer und hatten entsprechend eine etwas kleinere Verdrängung. Ein weiterer Unterschied waren andere, breitere Schornsteine.

Soweit sie nicht frühzeitig verloren gingen, wurde die Ausrüstung und Bewaffnung der Zerstörer im Verlauf des Zweiten Weltkriegs teils erheblich modifiziert. Hierunter fallen etwa die Ausstattung mit Radar und dem Funkpeilungssystem Huff-Duff, mit zusätzlichen bzw. veränderten Geschützen, v. a. Flak und Schnellfeuerwaffen sowie neuen Wasserbombenwurfvorrichtungen.

Die A-Klasse war der Grundentwurf der britischen Flottenzerstörer bis 1937, von denen mit der B-, C-, D-, E-, F-, G-, H- und I-Klasse noch weitere acht Klassen mit je einem Flottillenführer und in der Regel acht Zerstörern entstanden. Nur von der 1932 fertiggestellten C-Klasse wurde nur ein Flottillenführer und vier Zerstörer gebaut. Mit den beiden Prototypen entstanden so 70 Zerstörer und neun Flottillenführer für die Royal Navy und zwei Zerstörer für die Royal Canadian Navy.

Ähnliche oder gleichartige Schiffe entstanden meist auf britischen Werften auch für die Marinen anderer Staaten mit den acht in den Niederlanden gebauten Schiffen der Admiralen-Klasse, den sechs Zerstörern der Serrano-Klasse für Chile, den sieben Zerstörern der Vouga-Klasse für Portugal und Kolumbien (fünf als Lizenzbauten in Lissabon fertiggestellt), den sieben Schiffen der Boenos-Aires-Klasse für Argentinien, zwei Schiffen für Griechenland und den vier Zerstörern der Demirhisar-Klasse für die Türkei, von denen allerdings zwei wegen des ausgebrochenen Weltkriegs an die Royal Navy ausgeliefert wurden. Auch sechs von Brasilien bestellte Schiffe wurden als Havant-Klasse von der Royal Navy 1939 kurz vor ihrer Fertigstellung angekauft.

Kriegseinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schiffe der A-Klasse wurden während des Zweiten Weltkriegs vor allem als Eskorten für Konvois und Kriegsschiffe und bei der Jagd auf U-Boote eingesetzt. Sieben der elf Schiffe gingen bei diesen Einsätzen verloren, fünf durch Kampfhandlungen bzw. Minen und zwei durch Unfälle. Im Gegenzug versenkten die Zerstörer der A-Klasse ein französisches, zwei italienische und sechs deutsche U-Boote und beschädigten ein Schlachtschiff.

Die überlebenden Schiffe wurden kurz nach dem Ende des Kriegs außer Dienst gestellt und verschrottet, da sie technisch veraltet und durch die jahrelangen Kriegseinsätze verbraucht und nicht mehr verwendungsfähig waren.

Schiffe der A-Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Royal Navy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flottillenführer:

Royal Canadian Navy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saguenay, gebaut bei John I. Thornycroft in Woolston, fertiggestellt am 22. Mai 1931.[10] Am 15. November 1942 durch Kollision mit dem Handelsschiff Azara beschädigt, danach nur noch stationär zu Ausbildungszwecken verwendet. Außer Dienst gestellt 1945.
  • Skeena, auch bei John I. Thornycroft gebaut, fertiggestellt am 10. Juni 1931[11] 1942 an der Versenkung von U 588 beteiligt, am 25. Oktober 1944 Totalverlust durch Strandung bei Reykjavík (Island).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurice Cocker, Ian Allan: Destroyers of the Royal Navy, 1893–1981. ISBN 0-7110-1075-7.
  • Leo Marriott, Ian Allan: Royal Navy Destroyers since 1945. ISBN 0-7110-1817-0.
  • H. T. Lenton: British and Empire Warships of the Second World War. Greenhill Books, ISBN 1-85367-277-7.
  • Robert Gardiner (Hrsg.): Conway's All the World's Fighting Ships, 1922–1946. Naval Institute Press, ISBN 0-87021-913-8.
  • M. J. Whitley: Destroyers of World War II, An International Encyclopedia. Arms and Armour Press, 1988, ISBN 1-85409-521-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: A-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HMS Acasta
  2. HMS Achates
  3. HMS Active
  4. HMS Antelope
  5. HMS Anthony
  6. HMS Ardent
  7. HMS Arrow
  8. HMS Acheron
  9. HMS Codrington
  10. HMCS Saguenay
  11. HMCS Skeena