Aaper Wald

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Der Aaper Wald ist ein zur Stadt Düsseldorf gehörendes Waldgebiet. Er gehört zum Düsseldorfer Stadtwald.

Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochebene Aaper Wald

Der Aaper Wald hat eine Größe von etwa 200 Hektar.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aaper Wald ist Teil des Düsseldorfer Stadtwaldes und liegt im Nordosten des Düsseldorfer Stadtgebiets. Er wird im Westen vom Düsseldorfer Stadtteil Rath, im Norden von der Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Ratingen, im Osten vom Stadtgebiet Knittkuhl und im Süden auf Höhe der Fahneburgstraße und Kastanienallee vom Grafenberger Wald, der Düsseldorfer Rennbahn und damit von Düsseldorf-Ludenberg eingegrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter war der Aaper Wald ein königlicher Bannforst und gehörte zu dem großen Waldgebiet, dass zwischen der Ruhr und der Düssel lag. Als Bannforst mit der Ortsbeschreibung „zwischen Ruhr, Rhein, Düssel und dem Weg von Werden nach Köln“ wird dieser Wald 1065 in einer Urkunde erwähnt. Laut dieser Urkunde schenkte König Heinrich IV. den Bannwald neben anderen Bereichen Erzbischof Adalbert von Bremen.[1] Mitte des 12. Jahrhunderts hatte das Stift Kaiserswerth Rechte im Aaper Wald. In einer Urkunde von 1140 stellte König Conrad III. den Stift unter Reichsschutz und bestätigte „im Besonderen“ das Recht zum „Abholzen im Aap-Forst“.[2]

Urkundlich wird der Wald mit Namen „Aap“ auch in zwei weiteren Urkunden aus dem 13. Jahrhundert angeführt. In einer Urkunde von 1202 wird dem Stift Kaiserswerth durch den Erzbischof von Köln, Adolf von Altena, der Rottzehnt für den „Wald Ap“ erlassen.[3] In einer weiteren Urkunde vom 29. April 1248 wird der Wald auch erwähnt. In dieser Urkunde verleiht der deutsche Gegenkönig Wilhelm von Holland dem Grafen Adolf von Berg Höfe in Mettmann und Rath. Für Rath wird als Lage „vor dem königlichen Bannforst Aap“ angeführt.[4]

Struktur des Waldes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldstadion im Aaper Wald

Der Aaper Wald ist ein vielfältiger Laubmischwald. Vorherrschend sind Stieleichen und Rotbuchen. Ferner sind Ahorne, Robinien, Eschen und Birken zu finden. Eine Attraktion sind die Frauensteine aus Sandstein auf den Höhen einer alten Endmoräne aus der letzten Eiszeit.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aaper Wald wird als Naherholungsgebiet von Wanderern, Radfahrern und Reitern genutzt. Die Reitwanderwege, die teilweise über fünf Meter breit sind, verbinden die Reitställe im Bereich Bauenhaus mit den Reitanlagen am östlichen Waldrand.

Ausbau der Gas-Pipeline 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit den 1930er-Jahren bestehende Fernleitung für Erdgas wird zwischen November 2015 und Oktober 2016 erneuert. Für diesen Vorgang ist eine Abholzung von insgesamt 440 Bäumen notwendig, was zu Kritik in der Öffentlichkeit führte; das Vorhaben sei nicht ausreichend kommuniziert, die Bürger nicht in die Entwicklung eingebunden gewesen.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde 205, 1840, Band 1, 779–1200, S. [149]133. Onlinefassung
  2. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde 339, 1840, Band 1, 779–1200, S. [244]228. Onlinefassung
  3. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunden 6, 1846, Band 2, 1201 bis 1300, S. [43]5.
  4. Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunden 329, 1846, Band 2, 1201 bis 1300, S. [209]171.
  5. Julia Brabeck und Uwe-Jens Ruhnau: Aufstand gegen Kahlschlag im Aaper Wald, Rheinische Post – Website, 12. Oktober 2015. Abgerufen am 12. Oktober 2015.
  6. Gartenamt Landeshauptstadt Düsseldorf: Erneuerung der Gasleitung im Aaper Wald, Stadt Düsseldorf – Website. Abgerufen am 12. Oktober 2015.

Koordinaten: 51° 16′ 0″ N, 6° 50′ 0″ O