Abendstern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Abendstern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Venus als Abendstern und zunehmende Mondsichel bei Dämmerung

Als Abendstern wird das nach Sonnenuntergang hervortretende hellste Gestirn außer dem Mond bezeichnet, insbesondere der Planet Venus, wenn er am Abend sichtbar ist für etwa sieben Monate im 19-Monate-Zyklus. War Venus monatelang Abendstern, wandert sie einige Wochen lang – am Nachthimmel nicht sichtbar – vor der Sonne vorbei und wird dann für sechs bis sieben Monate Morgenstern, bevor sie hinter der Sonne vorbei wandert. Ihre Erscheinungszeit ist abhängig von der jeweiligen Position zur Sonne: als Abendstern bei östlicher, als Morgenstern bei westlicher Elongation (für die Stellungen der 2010er Jahre siehe die Liste der Venuspositionen).

Morgenstern und Abendstern beziehen sich im Falle, dass der Planet Venus sichtbar ist, also auf das gleiche Wandelgestirn, was einstmals nicht bekannt war. In der griechischen Mythologie heißt der Abendstern Hesperos, ist dort aber weniger bedeutsam als der Morgenstern (Phosphoros). Auch nachdem die Identität beider Gestirne mit dem Planeten Venus offenbar geworden war, wurde in der Antike an der Trennung in zwei mythologische Wesen festgehalten.

In Abwesenheit der Venus am Abendhimmel (maximale Magnitude −4,67 mag) kann auch ein anderer Planet – wenngleich weniger auffällig – als Abendstern in Erscheinung treten, wenn seine scheinbare Helligkeit die des hellsten sichtbaren Fixsterns (Sirius A -1,46 mag) übertrifft. Neben Jupiter (max. -2,94 mag) und Mars (max. -2,91 mag) kommt hier auch der untere Planet Merkur (max. -1,9 mag) in Frage, jedoch in Mitteleuropa nur für höchstens zwei Wochen im Frühjahr. Sind diese Planeten und auch Sirius nicht am Abendhimmel sichtbar, kann der Ringplanet Saturn (max. -0,47 mag) zum Abendstern werden.