Abstrakte Zustandsmaschine

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Eine abstrakte Zustandsmaschine (englisch Abstract State Machine (ASM), nicht zu verwechseln mit Algorithmic state machines, ehemals auch Evolving Algebra (EVA) genannt), ist in der Informatik ein Modell zur formalen, operationellen Beschreibung von Algorithmen. Anders als bei endlichen Automaten, deren Zustände lediglich Namen haben, sind die Zustände einer abstrakten Zustandsmaschine allgemeine mathematische Strukturen.

Im Gebiet des Übersetzerbaus dient das Modell der Beschreibung der Semantik des zu übersetzenden Programms, und es hilft sicherzustellen, dass die Semantik des zu übersetzenden Programms erhalten bleibt (Verifizierung). Bei der Entwicklung von Software im Allgemeinen erlaubt das Modell in der Analyse- und Entwurfsphase eine formale Beschreibung der funktionalen Anforderungen. Diese mathematische Herangehensweise verbessert beispielsweise Verifizierbarkeit und Wiederverwendbarkeit.

Beim Entwurf komplexer Schaltwerke wird auch auf die Formalisierung mit abstrakten Zustandsmaschinen zurückgegriffen.

Ursprung[Bearbeiten]

Der Erfinder des Modells ist Yuri Gurevich von Microsoft.[1] Der in Italien an der Universität Pisa ansässige Informatiker Egon Börger erforscht Methoden zur Anwendung abstrakter Zustandsmaschinen bei Entwurf und Analyse von Hardware- und Softwaresystemen.[2]

Mittlerweile gibt es unterschiedliche Implementierungen des Modells, sodass Entwurf und Interpretation von Programmen für die abstrakten Maschine rechnergestützt erfolgen kann.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. A New Thesis, Abstracts, American Mathematical Society, Vol. 6, No. 4 (August 1985), page 317, abstract 85T-68-203
  2. E. Börger, R. Stärk: Abstract State Machines: A Method for High-Level System Design and Analysis, Springer-Verlag, 2003. (ISBN 3-540-00702-4)

Weblinks[Bearbeiten]

Informationen[Bearbeiten]

Implementierungen[Bearbeiten]