Abu'l-Chair

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Bild von Abu'l-Chair, 1541

Abu'l-Chair (auch Abu'l Khair, * um 1412; † 1468) war ein Khan der Usbeken, der Begründer ihres Staates und gehörte der Scheibaniden-Dynastie an.

Mit dem Namen „Usbeken“ wurden bereits im 14. Jahrhundert verschiedene turksprachliche Stämme bezeichnet, die in Westsibirien und dem nordöstlichen Kasachstan beheimatet waren und Herrschern aus dem Geschlecht der Scheibaniden unterstanden.

1428 vereinte er die Usbeken zwischen Ural, Irtysch und Syrdarja und gründete das Usbeken-Khanat.

Nach erfolgreichen Kriegszügen gegen die Timuriden und der Eroberung des Gebiets am Syrdarja versuchte Abu'l-Chair, die neu eroberten Gebiete zum Kern eines zentralisierten Staats zu machen. Dagegen wendete sich eine Opposition innerhalb der Stammeskonföderation, die Kasachen (Abtrünnige) genannt wurden.

1451 unterstütze Abu'l-Chair den timuridischen Khan Abu Sa'id bei seinem Angriff auf den gleichfalls timuridischen Herrscher Abdallah ibn Ibrahim. Zwei Armeen marschierten nach Samarqand und besiegten Abdallah. Abu Sa'id brachte seine Soldaten in die Stadt und ließ die Tore schließen; Abu'l-Chair und die Usbeken standen davor und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich mit den angebotenen Geschenken zu begnügen.

1456/57 erlitt Abu'l-Chair gegen die Oiraten eine vernichtende Niederlage und das Syrdarja-Gebiet wurde geplündert und verwüstet.

Um 1467 löste sich das Khanat Sibir unter dem ebenfalls scheibanidischen Ibaq von dem Oberherren Abu'l-Chair.

Abu'l-Chair wurde 1468 von den abtrünnig gewordenen Kasachen mit einem Großteil seiner Familie getötet. In der Folge gründeten die Kasachen ihr eigenes Khanat. Abu'l-Chairs Söhne Budaq und Baruj wurden danach von den Tschagatai beseitigt, so dass sich das Reich Abu'l-Chairs auflöste.

Budaqs Sohn Mohammed Scheibani, der Enkel Abu'l-Chairs, flüchtete nach Astrachan, trat 1488 in den Dienst des Tschagatai-Khans Mahmud b. Yunus, vereinte erneut die verstreuten usbekischen Stämme und eroberte 1500 Buchara und Samarkand von den Nachkommen Timur Lengs[1].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marion Linska, Andrea Handl und Gabriele Rasuly-Paleczek, S. 67