Abziehstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abziehstein eines Zimmermanns aus Sappl, in den 30er Jahren in Gebrauch

Der Abziehstein wird für den Feinschliff und das Abziehen von Werkzeugschneiden aus Stahl verwendet. Beim Abziehen wird der Grat, der sich beim Schleifen bildet, entfernt.

Man unterscheidet zwischen natürlichen Abziehsteinen, die meist nach ihrem Herkunftsort benannt sind, und künstlichen Abziehsteinen. Die künstlichen Abziehsteine bestehen aus Schleifmittelkörnern (z. B. Korund, Siliziumkarbid) und Bindemitteln. Hochwertige natürliche Abziehsteine wie der Belgische Brocken oder der Arkansasstein weisen meist eine typische Körnung von 6000 bis 8000 auf der Skala nach JIS auf. Dies entspricht einer Korngröße zwischen 2 und 1,2 µm, bzw. den Körnungen FEPA (Federation of the European Producers of Abrasives) F 1500 und F 2000.[1] Damit kann eine sehr feine, nahezu polierte Oberfläche an der Werkzeugschneide erzielt werden. Ebenfalls natürlichen Ursprungs sind die Rozsutec-Abziehsteine aus der Slowakei, sowie die Schiefersteine des Charnwood Forest.[2]

Man unterscheidet Steine mit harter und weicher Bindung: Eine weiche Bindung der Schleifkörnchen im Stein lässt sie schneller ausbrechen, d. h. der Stein nutzt sich schneller ab. Dafür ist die Oberfläche immer "scharf" und greift besser an. Beispiele hierfür sind der Belgische Brocken und feine japanische Wassersteine. Diese Art sollte vor allem für harte Stähle verwendet werden. Der Arkansasstein hingegen hat eine harte Bindung, er nutzt sich kaum ab.

In der Regel werden die Abziehsteine vor dem Gebrauch mit Wasser oder einem Gemisch aus Öl und Petroleum benetzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikibooks: Bogenbau/ Werkzeug/ Schärfen – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Standardkorngrössen Vergleich FEPA P, FEPA F und JIS. PDF auf der Website der Federation of the European Producers of Abrasives. Abgerufen am 17. April 2015.
  2. Thomas Rossell Potter: The History and Antiquities of Charnwood Forest, Seite 71. Hamilton, Adams, 1842. Abgerufen am 17. April 2015.