Abzugswiderstand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Abzugswiderstand oder Abzugsgewicht ist die Kraft, die aufgewendet werden muss, um bestimmte Mechaniken in Gang zu setzen.

Abzugswiderstand in der Zahnmedizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zahnmedizin bezeichnet der Abzugswiderstand die Kraft, die bei klebrigen Speisen den Haltekräften einer Zahnprothese entgegenwirken.[1]

Abzugswiderstand in der Textiltechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abzugswiderstand (auch Fadenabzugswiderstand) bezeichnet in der Textiltechnik die Kraft, die aufgewandt werden muss, um einen Schussfaden von der Rolle abzuziehen.[2]

Abzugswiderstand in der Fischereitechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bissanzeiger die beim Angeln genutzt werden, verfügen über einen einstellbaren Abzugswiderstand, mit dem die Sensibilität der Geräte eingestellt wird.[3]

Abzugswiderstand in der Waffentechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Waffentechnik ist der Abzugswiderstand die Kraft, die ein Schütze aufwenden muss, um den Abzug zu bewegen und den Schuss auszulösen. Mit speziellen Abzugsgewichten kann der genaue Wert dieser Kraft ermittelt werden. Weil beim Betätigen des Abzuges mit dem Zeigefinger die Muskulatur des Unterarms gebraucht wird, kann daraus eine geringe Drehung der Hand resultieren, die die Schusspräzision stört. Daher wird für Sport- und Präzisionsgewehre ein möglichst geringer Abzugswiderstand angestrebt. Aus Sicherheitsgründen dürfen je nach Anwendung bestimmte Abzugsgewichte nicht unterschritten werden. Näheres regelt beispielsweise das Regelwerk des Deutschen Schützenbundes. In der Forensik werden Abzugswiderstände von Waffen untersucht, um Erkenntnisse zu Tathergängen zu erhalten.[4][5]

Abzugswiderstand bei Fallen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Abzugeisen wird der Abzugswiderstand auf den jeweiligen Köder der Falle eingestellt. Bei Mardereisen werden Abzugswiderstand und Abzugsgewicht auf ein Hühnerei eingestellt. Dieser Fallentyp ist international bekannt – in Deutschland findet er kaum noch Verwendung.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sandro Palla: Dentaltribune, Swiss Edition, Nr. 10/2007, 5. Oktober 2007.
  2. Sulzer Textil, Terminology, Fadenabzugswiderstand, Seite 138 (PDF-Datei 694 KB).
  3. Montageanleitung einstellbarer Abzugswiderstand bei Bissanzeiger (PDF-Datei; 254 kB).
  4. Burkhard Madea, Bernd Brinkmann (Hrsg.): Handbuch gerichtliche Medizin. Band 1. Springer, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-540-00259-6, S. 598.
  5. Der Spiegel: „Richtig zugepackt“ Artikel in Ausgabe 28/1994
  6. Horst Dammler: Jagdreviere praktisch einrichten. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2002, ISBN 3-8311-4517-2, S. 64–66.