Adolphsplatz

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Stadtplanausschnitt von 1890

Der Adolphsplatz ist ein zentraler Platz in Hamburg-Mitte, südlich des Baublockes aus Hamburger Rathaus und Hamburger Börse.

Er ist seit 1821 benannt nach Adolf IV. von Schauenburg und Holstein, der die Gegend um den Platz im erschloss.[1] Entsprechend einem Gelübde, das er am 22. Juli 1227, dem Namenstag der heiligen Maria Magdalena, während der Schlacht von Bornhöved gegen die Dänen abgelegt hatte, gründete er 1231 das franziskanische Maria-Magdalenen-Kloster,[2] und trat 1239 in dieses Kloster ein. Die Klosterkirche nahm bis zu ihrem Abbruch 1807 ungefähr die Fläche des Platzes ein. Das von 1821 bis 1840 auf dem Platz aufgestellte Denkmal des Grafen[3] wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.[4]

Nach Verlegung des Klosters an den Glockengießerwall und Abbruch 1838 wurde an der Nordostseite des Platzes 1839/41 die Hamburger Börse mit den Räumen der Handelskammer Hamburg erbaut.[1][4]

Der Platz und der Nordflügel der Börse wird seit 1908 durch die Ringlinie der Hamburger Hochbahn unterquert. Die nächste Station ist Rathaus im Norden und Rödingsmarkt im Süden.

Im Südwesten begrenzt die Hauptverwaltung der Hamburger Sparkasse (Haspa) den Platz. An diesem Standort befand sich die alte Hamburger Girobank, später dann deren Rechtsnachfolger die Reichsbank, die 1919 in neue Räume am Rathausmarkt, heute Bucerius Kunst Forum umzog. Von dem 1897 durch Martin Haller umgebauten Gebäude ist nichts erhalten. An dessen Stelle steht das 1954 von Gottfried Schramm und Jürgen Elingius erbaute und später mehrfach erweiterte Bürogebäude mit Kassenhalle über dem überbauten Mönkedammfleet. Direkt zum Platz (Nr. 5) wendet sich das 1907 von Martin Haller und Hermann Geißler für die Berenberg Bank errichtete Bürogebäude der Haspa, das seit dem 1. Mai 2013 unter Denkmalschutz steht.[5]

Weiter nach Süden verlässt der Mönkedamm mit der Rampe der U-Bahn den Platz.

Das westlich anschließende Gebäude an der Ecke zum Alten Wall wurde für die Deutsche Bank 1896–97 wiederum durch Martin Haller errichtet. Nach Kriegszerstörung erfolgte der Neubau 1951–53 durch Georg Wellhausen. Auch dieses Gebäude steht seit dem 1. Mai 2013 unter Denkmalschutz.[5]

Jenseits des Alten Walls befindet sich das moderne Gebäude der HSBA Hamburg School of Business Administration und weiter nach Norden die Zentrale der ehemaligen Vereinsbank in Hamburg.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Melhop: Historische Topografie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895–1920; Mit Nachträgen bis 1923, Otto Meißner Verlag, Hamburg 1923; S. 23 f.
  • Rund um den Adolphsplatz. Hrsg. Hamburger Sparkasse von 1827. Druck Broscheck & Co., Hamburg 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolphsplatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Barbara Hardinghaus: Schauenburger Grafen erschloßen das Gelände (Hamburger Abendblatt, 8. Januar 2003) abgerufen am 3. September 2013
  2. Heike Angermann: Diedrich Becker, Musikus. Annäherung an einen Musiker und seine Zeit. 2013 (online) (PDF; 2,3 MB) S. 80
  3. Denkmal Adolf IV. von Schaumburg
  4. a b Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg, DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-1590-2, S. 130
  5. a b Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 1. Mai 2013 (PDF; 7,8 MB)

Koordinaten: 53° 32′ 58,7″ N, 9° 59′ 26,6″ O