Hamburg-Eilbek

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Wappen von Hamburg
Eilbek
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 4″ N, 10° 2′ 44″ OKoordinaten: 53° 34′ 4″ N, 10° 2′ 44″ O
Fläche 1,7 km²
Einwohner 21.505 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 12.650 Einwohner/km²
Postleitzahl 22089
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
Regionalverkehr RB81Hamburg RB81.svg
S-Bahn S1Hamburg S1.svg S11Hamburg S11.svg
U-Bahn U1Hamburg U1.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Eilbek (Schreibweise bis 1946: Eilbeck; niederdeutsch: Ielbeek, auch Eilbeek) ist ein Stadtteil von Hamburg. Er befindet sich im äußersten Südwesten des Bezirks Wandsbek und liegt an der Wandse, die dort den Namen Eilbek – westlich der Maxstraße Eilbekkanal – trägt und im weiteren Verlauf in die Außenalster mündet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Wartenau-Brücke auf den Eilbekkanal

Eilbek liegt etwa vier Kilometer östlich des Hamburger Stadtzentrums. Im Westen grenzt es an Hohenfelde (hier bildet der Straßenzug Wartenau – Landwehr die Grenze), im Nordwesten an die Uhlenhorst, im Norden an Barmbek Süd (entlang des Eilbekkanals), im Nordosten, am S-Bahnhof Friedrichsberg, an den Stadtteil Dulsberg, im Osten an Wandsbek (Trasse der Güterumgehungsbahn Hamburg)[1] und an Marienthal, und im Süden an Hamm (die Trasse der Eisenbahnlinie nach Lübeck).

Das Viertel ist überwiegend durch eine mehrgeschossige Wohnbebauung im Stil der Nachkriegszeit gekennzeichnet. Lediglich das westlich gelegene Auenviertel entlang des Eilbekkanals (hier enden viele Straßennamen auf -au wie Blumenau, Eilenau und Hagenau) weist eine kleinteiligere, meist zweistöckige Bebauung mit vielen alten Stadthäusern und -villen, Gärten und üppigem Straßengrün auf. Es gibt einzelne verstreute Gewerbebetriebe, alte umgenutzte Fabriken und in der Nähe des Bahnhofs Hasselbrook auch einige größere Verwaltungsbauten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamburg um 1800, rechts Eilbeck
Eilbek um 1900
Luftbild des Eilbeker Wegs nach der Zerstörung im Juli 1943

Die erste urkundliche Erwähnung Eilbeks erfolgte 1247 als Ylenbeke, was so viel wie Egelbach heißt.[2] Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden an diesem Ort Blutegel zur medizinischen Verwendung gefangen. Eilbek gehörte zunächst für rund 600 Jahre zum Hamburger Hospital zum Heiligen Geist, bevor es 1830 im Zuge der Neuordnung des Hamburger Landgebiets zur Landherrenschaft der Geestlande kam. Die Südgrenze der Eilbeker Flur bildete ursprünglich der Heerweg von Hamburg nach Lübeck (die heutige Wandsbeker Chaussee). 1856 wurde das Gebiet nach Süden längs des Peterskamps bis zur heutigen Papenstraße/Pappelallee erweitert, 1865 schließlich bis zur neuerbauten Eisenbahnlinie nach Lübeck (siehe auch Hasselbrook).[3]

Nach dem Großen Hamburger Brand im Jahr 1842 siedelten sich viele der obdachlos gewordenen Bürger in Eilbek an. 1864 wurde die Staatskrankenanstalt Friedrichsberg, heute Schön Klinik Hamburg-Eilbek, gegründet. Nach dem Bau der Lübecker Eisenbahn verstärkte sich der Zuzug nach Eilbek, das 1874 zunächst zum Vorort erhoben und schließlich 1894 als Hamburger Stadtteil eingemeindet wurde.

1923 war Eilbek eines der Zentren des kommunistischen Hamburger Aufstands.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Eilbek außerhalb des Auenviertels durch die schweren Luftangriffe der Operation Gomorrha im Juli 1943 nahezu vollständig zerstört. Zu den zerstörten Gebäuden gehörten das Hospital zum Heiligen Geist sowie das Maria-Magdalenen-Kloster in der Richardstraße, die beide von den Oberalten verwaltet wurden.[4]

Bei der Neugliederung Hamburgs im Jahre 1949 wurde Eilbek ein Teil des Bezirks Wandsbek.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eilbeker Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2015):

  • Gesamtbevölkerung: 21.287
  • Minderjährigenquote: 11,1 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 15,9 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 11,0 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 17,6 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 16,1 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 18,5 %.
  • Ausländeranteil: 13,7 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 15,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 7,4 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 9,9 %
  • Arbeitslosenquote: 5,1 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 5,6 %.

Eilbek zählt zu den weniger wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Steuerpflichtigen betrug hier im Jahre 2010 etwa 28.782 Euro und ist niedriger als der Hamburger Durchschnitt (35.567 Euro)[10].

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818: 00090[11]
  • 1847: 00290[11]
  • 1874: 05.000[11]
  • 1895: 24.611[12]
  • 1920: 59.130[12]
  • 2000: 19.996
  • 2005: 20.011
  • 2010: 20.309
  • 2015: 21.287 [13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Eilbek zum Wahlkreis Wandsbek. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[14]

  • SPD 47,5 % (–3,4)
  • Grüne 13,9 % (+2,1)
  • CDU 11,4 % (-6,8)
  • Linke 8,9 % (+2,3)
  • FDP 6,2 % (+0,4)
  • AfD 6,2 (+0,4)
  • Übrige 5,9 % (–0,8)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenskirche
Versöhnungskirche

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Friedenskirche wurde im März 1885 als erste eigenständige Gemeindekirche für Eilbek eingeweiht. Sie wurde im Juli 1943 zerstört und 1954 renoviert.

Osterkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Friedhofskapelle des Jacobi-Friedhofs wurde 1863–64 nach Plänen von Alexis de Chateauneuf errichtet. Nach der Aufhebung des Friedhofes und der Beseitigung erheblicher Kriegsschäden wird sie seit 1962 als Gemeindekirche genutzt.

Versöhnungskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der evangelisch-lutherischen Kirche erfolgte 1916–20 nach Plänen von Fernando Lorenzen, der Turm wurde 1925 fertiggestellt. Wilhelm Rex fertigte 1921 die drei Reliefs über dem Eingang.

Koordinaten der Versöhnungskirche: 53° 34′ 21,1″ N, 10° 2′ 51,4″ O

Erzengel-Michael-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jacobipark ist ein 1954 aufgelassener Friedhof. Er wurde 1848 von der Hauptkirche St. Jacobi in der Hamburger Innenstadt vor den Toren Hamburgs angelegt. 1862 kam ein weiterer Begräbnisplatz der Hammer Dreifaltigkeitsgemeinde hinzu.[15] Einzelne Grabmale sind noch vorhanden.

Zwei weitere Parks sind der Eilbeker Bürgerpark nahe der Friedenskirche und der Park an der Eilbek vor dem Krankenhaus Eilbek.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eilbeks Hauptverkehrsader ist die in ost-westlicher Richtung verlaufende Wandsbeker Chaussee (ehemalige Bundesstraße 75). Weitere Queradern sind der Eilbeker Weg im Norden, sowie die Papenstraße und die Hasselbrookstraße im Süden. Wichtige Nord-Süd-Verbindungen sind, von Westen aus aufgezählt: Wartenau/Landwehr, Hirschgraben, Ritterstraße, Peterskampweg, Hammer Steindamm.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eilbek befinden sich die S-Bahn-Stationen Landwehr, Hasselbrook, Wandsbeker Chaussee und an der Grenze zu Dulsberg die S-Bahn-Station Friedrichsberg. In Hasselbrook hält außerdem die Regionalbahn der Linie RB81 (Hamburg–Bad Oldesloe). Des Weiteren bedient die U-Bahnlinie 1 Eilbek an den Haltestellen Wartenau, Ritterstraße und Wandsbeker Chaussee. Dieses Schnellbahnangebot wird ergänzt durch die folgenden Buslinien: die Metrobus-Linie 25, die am westlichen Rande Eilbeks längs des Straßenzugs Landwehr/Wartenau verkehrt, die Schnellbus-Linien 35 und 36, die den Stadtteil auf der Ost-West-Achse durchqueren, und schließlich die Stadtbusse der Linien 116, 213 und 261. Im Nachtverkehr wird Eilbek durch die Nachtbuslinien 606 in Nord-Süd-Richtung und 608 in Ost-West-Richtung erschlossen.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen und Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Pommerening, Karl-Heinz Meier: Eilbek in Wort und Bild. Mühlenbek-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-9807460-4-5.
  • Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg-Lexikon. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 191.
  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8, S. 292–299.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Früher verlief die Grenze entlang der Brauhausstraße und Hammer Straße bis zum sogenannten „Grenzknick“; noch bis in die 1980er Jahre war hier im Straßenpflaster die Grenze zwischen Hamburg und Preußen markiert.
  2. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 1998, S. 35.
  3. Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Stadt. Hamburg 2002, S. 293.
  4. Hamburgs älteste Stiftung, hzhg.de, abgerufen am 19. Februar 2016.
  5. Gedenktafel an Hans Fallada am Haus Hasselbrookstr. 54.
  6. Eilbek in Wort und Bild, Hamburg 2008, S. 155.
  7. Eilbek in Wort und Bild, Hamburg 2008, S. 153.
  8. Gedenktafel an Max Schmeling am Haus Hasselbrookstr. 14.
  9. Helmut Schmidt u.a.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Berlin 1992, S. 193.
  10. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile 2016 S. 134–135; Datenstand 31. Dezember 2015 (abgerufen am 6. Dezember 2016)
  11. a b c Hamburg-Lexikon. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 191.
  12. a b Hermann Hinrichsen: Vergangenes aus Eilbek und Hohenfelde. M+K Hansa-Verlag, Hamburg ca 1981, ISBN 3-920610-49, S. 25.
  13. Daten von 2000-2015 vom Statistikamt Nord, Datenbanken Bevölkerung Hamburg / Stadtteile
  14. www.wahlen-hamburg.de
  15. Adolf Diersen: Aus der Geschichte der Hammer Dreifaltigkeitskirche. Holzminden 1957, S. 31.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Eilbek – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien