Affäre Gregory

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Die Affäre Gregory (im Original: Affaire Grégory) war einer der berühmtesten Mordfälle in Frankreich im Jahr 1984. Der Fall gilt als einer der mysteriösesten Morde der französischen Kriminalgeschichte.[1]

Hergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vierjährige Gregory wurde mit gefesselten Händen und Beinen im Fluss Vologne in der Nähe seines Elternhauses gefunden. Die Tat wurde vermutlich am 16. Oktober 1984 begangen. Dem Mord voraus ging eine Entführung des Jungen. Ein Mann meldete sich daraufhin bei den Eltern Gregorys und nannte seine Tat einen Racheakt. Außerdem tauchten im Laufe der Ermittlungen mehrere Briefe auf, in denen ebenfalls von Rache als Motiv der Tat die Rede war. Die Ermittlungen konzentrierten sich vorerst auf einen Onkel des Jungen, dieser wurde verhaftet, aber bald wieder freigelassen. Der Vater des Opfers erschoss den Tatverdächtigen später und wurde dafür zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt. Später geriet auch die Mutter des Jungen unter Verdacht, aber die Ermittlungen wurden aufgrund mangelnder Beweise fallen gelassen. Im Jahr 2008 wurde der Fall neu aufgerollt. An Hand von DNS-Spuren an den Briefmarken der besagten Briefe und der Fesseln sollte der Fall doch noch aufgeklärt werden.

Am 13. Juni 2017 kam es zu drei Verhaftungen im Fall Gregory. Ein älteres Ehepaar aus der Gegend um Bruyeres und eine weitere Person wurden vorerst festgenommen. Gegen sie wird aufgrund von Beihilfe zum Mord, Verschleierung einer Straftat und unterlassener Hilfeleistung ermittelt.[2][3]

Am 11. Juli 2017 wurde der Untersuchungsrichter Jean-Michel Lambert, der den Fall Gregory im Jahr 1984 behandelt hatte, tot in seiner Wohnung in Le Mans aufgefunden. Die Polizei kam zu dem Schluss, dass Lambert Selbstmord begangen hatte. Dem Richter waren während der Ermittlungen zahlreiche Fehler unterlaufen, sodass ihm der Fall entzogen wurde.[1]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kindsmutter Christin Villemin wurde in dem Verfahren von dem späteren Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg vertreten.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Justizdrama in Frankreich: Nach 33 Jahren das nächste Todesopfer im Fall Grégory - WELT. Abgerufen am 22. Juli 2017.
  2. "Affaire Grégory": Festnahmen 32 Jahre nach dem Mord. In: Wort.lu. 14. Juni 2017 (wort.lu [abgerufen am 22. Juli 2017]).
  3. Pressestimmen: "Affaire Grégory" wieder in aller Munde. In: Wort.lu. 15. Juni 2017 (wort.lu [abgerufen am 22. Juli 2017]).
  4. Arnaud Montebourg, 33 ans, l'avocat qui monte in: Liberation