Akademisches Corps Ottonen

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Akademisches Corps! Ottonen
Wappen
Land
Stiftungstag
Verband
verbandsfrei
Bandfarben
Wahlspruch
Kaiser und Reich!
Wappenspruch
Treue, Ehre, Vaterland!
Website

Das Akademische Corps Ottonen ist ein verbandsfreies Corps (Studentenverbindung) in Wien. Die Gründung 1922 erfolgte als Gegenbewegung zu deutsch-völkischen Studentenverbindungen, denn man wollte die Idee eines europäischen Reiches - eines vereinten Europas - als Gegenströmung zum immer stärker werdenden Nationalismus nicht untergehen lassen. Um dem noch mehr Ausdruck zu verleihen, wurde die Verbindung nach Kronprinz Otto von Habsburg benannt.

Die Idee eines geeinten Europas vereint auch heute noch die Mitglieder dieser Studentenverbindung. Daneben sind das Demokratieprinzip und das Toleranzprinzip ausschlaggebend für die Werte des Corps Ottonen.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farben der Ottonen sind schwarz-gold-grün. Füchse tragen ein schwarz-goldenes Band. Als Kopfbedeckung wird eine grüne Tellermütze im Heidelberger Format mit schwarz-goldenem Rand und schwarzem Schirm getragen.[1]

Die Farben sind an die Reichsfarben des Kaisertum Österreich (schwarz-gelb) angepasst. Es war ein Ziel der Ottonen, dem Kaiserreich Treue aufzuzeigen und ein Zeichen für die Idee eines europäischen Reiches und gegen den erstarkenden Nationalismus zu setzen.

Zirkel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zirkel der Ottonen enthält die Buchstaben T, E, V und O. Sie stehen für Treue, Ehre, Vaterland und Ottonen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. August 1922 beschließen drei vormalige österreich-ungarische Offiziere und nun Studenten die Gründung der "Deutsch-akademischen Verbindung Ottonen". Das behördliche Gründungsdatum wird schließlich der 18. Oktober 1922. Am 11. Jänner 1926 stimmt Zita von Bourbon-Parma (letzte Kaiserin Österreichs) der Namensverwendung "Ottonen" (nach ihrem Sohn und vormaligen Kronprinzen Otto von Habsburg) sowie der Aufnahme von Doppeladler und Kaiserkrone im Wappen per Handschreiben zu. Für die Ottonen, die an der Idee des österreichischen Kaiserreichs und eines gemeinsamen europäischen Reiches festhielten, war diese Zustimmung von großer Bedeutung.[2]

Die Corpserklärung fand am 20. November 1926 statt - zum "Corps Ottonen".[3] Am 16. Dezember 1926 lässt Zita ihre Zustimmung zur Umwandlung in ein Corps mitteilen.[4]

Ein maßgeblicher Grund für die Erklärung zum Corps war es, das schlagende Prinzip nicht den, von den Ottonen für Antiösterreichern gehaltenen, deutsch-völkischen Verbindungen zu überlassen. Otto von Habsburg wird als Corpsinhaber und oberster Bandinhaber sowie Schirmherr angesehen und Wahlspruch in romantischer Treue zum Kaiserreich als "Kaiser und Reich!" festgelegt.[5]

Zu Beginn ist es offiziell nur Arier gestattet Mitglied der Ottonen zu werden. Dennoch gibt es Mitglieder mit jüdischen Wurzeln und 1933 wird auch offiziell der "Arierparagraph" gekippt. Das geschieht nicht zuletzt als Antwort auf die Machergreifung Hitlers in Deutschland.[6] Bis heute besteht ein besonderes Verhältnis der Ottonen zu seinen jüdischen Mitgliedern. So wird auch jährlich eine Chanukka-Kneipe gefeiert.

"Selbstauflösung" - Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Verfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anschluss Österreichs 1938 an Deutschland ist gegen die Ideologie der Ottonen. Als Gegner des Nationalsozialismus erklären sie der Vereinsbehörde gegenüber die "Selbstauflösung" des Vereins. Im Geheimen jedoch gehen sie geschlossen per Conventsbeschluss in die Widerstand.[7] Sie sind damit die einzige Studentenverbindung von der belegt ist, dass sie geschlossen in den Widerstand gegangen ist.

Allen voran steht Karl Burian. Er ist einer der drei Offiziere, die 1922 die Ottonen gegründet haben. Er pflegt Kontakt zu anderen Armeen und Geheimdiensten. Er beschafft und verteilt an sie möglichst viele gewonnene Informationen, organisierte Sabotagen und andere Aktionen gegen die Nationalsozialisten. Er arbeitet in dieser Zeit eng mit Otto von Habsburg zusammen. Einer seiner altbekannten Mittelsmänner, dem er davor immer vertraut hatte, verrät ihn schließlich an die Gestapo. Burian wird am 13.Oktober 1938 verhaftet. Selbst im Gefängnis hält er an den Ottonen fest und gewinnt unter den mit ihm gefangenen Widerstandskämpfer weitere Mitglieder für sie. Im Oktober 1943 wird er schließlich vom Volksgerichtshof in Wien zum Tode verurteilt. Symbolisch für die Nationalsozialisten erfolgt dann am 6. Jahrestag des Anschlusses seine Hinrichtung mit dem Fallbeil. [8]

Auch andere Mitglieder der Ottonen fallen dem Nationalsozialismus zum Opfer, viele werden verurteilt und mehrere Jahre Zuchthäuser und Konzentrationslager geschickt.

Neue Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Krausz-Wienner, der selbst zu 8 Jahren im Zuchthaus verurteilt worden war, aber überlebte, gründete 1978 die "Ehemalige Widerstandsgruppe des Corps Ottonen". Nach seinem Tod 1987 und einer Umbenennung wird diese 1992 aufgelöst. Auch andere Verbindungen, wie die Mittelschülerverbindung "Sv Ottonia" zu Linz wurden in Andenken an das ehemalige Corps gegründet und bestehen bis heute.

1992 beschließen junge Akademiker, quasi dem Wunsch von Krausz-Wienner folgend, die Corporation wieder neu zu begründen. Sie finden sich zusammen als nichtschlagende überkonfessionelle "Österreichische Studentenverbindung Ottonia". Die Farben des Corps Ottonen werden weitergeführt. Dies findet Anerkennung bei Otto von Habsburg und auch zwei noch lebenden alten Ottonen. Otto von Habsburg nimmt 1995 persönlich Band und Deckel der Ottonia entgegen.

Im Jahr 2007 beschließt die Ottonia die Geschichte zu wiederholen und erneut eine Corpserklärung abzugeben. Sie wird zum überkonfessionellen "Akademischen Corps Ottonen"[9]

Mit dem Tod von Otto von Habsburg 2011 wird Karl Habsburg-Lothringen oberster Bandinhaber des Corps Ottonen.

Prinzipien und Werte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ottonen folgen dem Corpsgedanken entsprechend dem Toleranzprinzip und dem Demokratieprinzip.

Mitglieder sollen den Werten des Corps folgen. Eine bestimmte Religion, politische Haltung oder Staatszugehörigkeit stellt keine Bedingung für eine Mitgliedschaft dar. Entscheidungen werden demokratisch von allen Mitgliedern getroffen.

Als Legitimisten bekennen sie sich zu einem geeinten Europa.

Das Corps Ottonen bekennt sich seit seiner Corpserklärung zum schlagenden Prinzip und zur Mensur. Nicht zuletzt wollen die Ottonen damit ein Andenken an Karl Burian und seine Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus erhalten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Prosl: Tödliche Romantik - Das legitimistische akademische Corps "Ottonen". Krause, Fritz im Auftrag des ÖVfStG, Wien/Berlin 2008
  • Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 90. Stiftungsfest des Akademischen Corps Ottonen. Wien 2012
  • Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 95. Stiftungsfest des Akademischen Corps Ottonen. Wien 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Prosl: Tödliche Romantik. Hrsg.: Krause, Fritz. övfstg, Wien/Berlin 2008, ISBN 978-3-903295-12-4, S. 29.
  2. Christian Prosl: Tödliche Romantik. Hrsg.: Krause, Fritz. övfstg, Wien/Berlin 2008, ISBN 978-3-903295-12-4, S. 30,32.
  3. Christian Prosl: Tödliche Romantik. Hrsg.: Krause, Fritz. övfstg, Wien/Berlin 2008, ISBN 978-3-903295-12-4, S. 31.
  4. Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 90. Stiftungsfest. Wien 2012 (Faksimile des Briefes samt frankiertem Umschlag).
  5. Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 95. Stiftungsfest. Wien 2017, S. 31.
  6. Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 95. Stiftungsfest. Wien 2017, S. 32.
  7. Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 95. Stiftungsfest. Wien 2017, S. 34.
  8. Karl Burian (Offizier). In: Wikipedia. 28. August 2022 (wikipedia.org [abgerufen am 23. November 2022]).
  9. Akademisches Corps Ottonen: Festschrift zum 95. Stiftungsfest. Wien 2017, S. 40–42.